Ostsibirische Laika (VSL)
Der Ostsibirische Laika ist eine einheimische Jagdhunderasse. Aufgrund seiner Arbeitsleistung wird er von Jägern sehr geschätzt und eignet sich hervorragend für die Jagd auf verschiedene Wildarten, insbesondere Pelztiere und Bären. Er ist freundlich, gehorsam und anpassungsfähig. Zudem ist er sehr robust und pflegeleicht.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Ursprung und Entwicklung der Jagdhunde in der nördlichen Taiga Ostsibiriens sind noch nicht vollständig erforscht. Sie sind wahrscheinlich mit anderen Laikas des europäisch-asiatischen Kontinents verwandt. Wetterbedingungen und der Mensch, der ungeeignete Tiere aussortierte, spielten eine bedeutende Rolle in ihrer Entwicklung. Die ursprüngliche Grundlage für die Zucht in der Zuchtstation war JakutenDie Nachkommen der Tungusen, Primorje und Baikal-Laika. Die Baikal-Laika wurde erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben, und diese Beschreibung bildete später die Grundlage für den VSL-Standard.
1947 wurde der Ostsibirische Laika als eigenständige Rasse anerkannt. Ein vorläufiger Standard wurde 1952 veröffentlicht, der endgültige 1981 verabschiedet. Der Ostsibirische Laika ist auch von der Internationalen Kynologischen Föderation anerkannt. Eine bedeutende Population konzentriert sich in den Regionen Smolensk, Leningrad, Irkutsk, Twer und Moskau. Die Rasse genießt in Skandinavien hohes Ansehen. Die Zucht erfolgt durch die Auswahl von Deckrüden anhand ihrer Arbeitseigenschaften, deren Fähigkeiten in Feldprüfungen ermittelt werden.
Verwendung
Die meisten Osteuropäischen Laikas besitzen angeborene Jagdinstinkte. Dadurch können sie selbstständig arbeiten, und ein geschicktes Training fördert diese erwünschten Talente. Der Osteuropäische Laika ist scharfsichtig und nutzt Geruchs-, Hör- und Sehsinn. Er bellt, sobald er ein Tier entdeckt hat. Er folgt der Fährte lautlos und ist sehr ausdauernd. Der Jagdinstinkt, Beute zu ergreifen, zu erwürgen und zu fressen, ist bei verschiedenen Hunden unterschiedlich stark ausgeprägt. Dieser Instinkt ist bei der Jagd auf Großwild hilfreich, kann aber bei der Jagd auf Pelztiere zu Fehlern führen. Im Gegensatz zu anderen Laikas sucht der Osteuropäische Laika typischerweise im Trab und wechselt gelegentlich in Schritt oder Galopp. Er arbeitet selbstständig, ohne ständige Führung oder Aufsicht durch den Jäger. Er ist intelligent, hat einen ausgeprägten Geruchssinn, findet Beute schnell und beobachtet selbstständig die Bewegungen seines Besitzers. Ständiges Rufen verringert seine Effektivität. Er kann Vögel jagen und sogar aus dem Wasser apportieren.
In ihren angestammten Lebensräumen jagen Ostsibirische Laikas über 30 Tier- und Vogelarten. Zu den wichtigsten zählen Eichhörnchen, Zobel, Fuchs, Bisamratte, Bär und Robbe.
In manchen Gegenden nutzen Jäger Laikas auch zum Transport ihrer Ausrüstung und des erlegten Wildes. An Flussufern werden die Hunde oft darauf trainiert, eine Schleppleine zu ziehen, während Boote flussaufwärts gezogen werden. Der Laika umgeht dabei Hindernisse und schwimmt manchmal sogar um sie herum, um ein Verheddern der Schleppleine zu vermeiden. Am Ost- und Nordufer des Baikalsees werden Hunde zum Transport von Wasser und Brennholz eingesetzt. Jäger sind der Ansicht, dass dies ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, weshalb besonders gute Arbeitshunde nicht angespannt werden.

Aussehen
Der Ostsibirische Laika ist ein mittelgroßer Hund (der größte aller Laikas), kompakt, kräftig und etwas langgestreckt. Der Kopf ist sehr kräftig und relativ groß, das Fell kurz und die Muskulatur gut entwickelt. Der Geschlechtsdimorphismus ist deutlich ausgeprägt.
- Männchen: Widerristhöhe 1-2 cm größer als Kreuzbeinhöhe; Längenindex 104-109; Widerristhöhe 57-64 cm; Gewicht ca. 25 kg.
- Hündinnen: Widerristhöhe entspricht der Kreuzbeinhöhe oder ist 1 cm größer; Längenindex ― 106-111; Widerristhöhe ― 53-60 cm; Gewicht ― etwa 20 kg.
Der Kopf ist massiv, proportional und keilförmig. Der Schädelbereich ist breit. Die Fanglänge beträgt etwas weniger als die Hälfte der Kopflänge. Die Schädellänge ist etwas größer als die Schädelbreite. Hinterhauptbein und Scheitelbeinkamm sind deutlich ausgeprägt. Der Stop ist fließend. Der Fang ist stumpf. Die Nase ist schwarz, kann aber bei weißen und Jagdhunden braun sein und ist mittelgroß. Die Lefzen liegen eng an und sind mäßig trocken. Die Zähne sind kräftig, weiß, gleichmäßig verteilt und gut entwickelt. Das Gebiss ist vollständig mit Scherengebiss. Die Jochbeine sind nicht scharf abgegrenzt. Die Augen sind oval, mittelgroß und mäßig schräg eingesetzt. Der Ausdruck ist freundlich und vertrauensvoll. Die Augenfarbe ist braun und sollte mit der Fellfarbe harmonieren. Die Ohren sind beweglich, V-förmig, aufrecht und haben abgerundete oder leicht spitze Spitzen.
Der Hals ist rund oder leicht oval, muskulös und trocken. Seine Länge entspricht der Kopflänge oder ist etwas kürzer. Er ist in einem Winkel von 40–50 Grad zur Horizontalen angesetzt. Der Körper ist kräftig mit einem starken Skelett. Die Rückenlinie ist gerade, fest und fällt vom Widerrist zum Rutenansatz leicht ab. Der Rücken ist gerade und mäßig breit. Die Lende ist kurz und leicht gewölbt. Die Kruppe ist leicht abfallend und breit. Die Brust ist tief und breit, lang und oval. Der Bauch ist aufgezogen. Die Rute ist eingerollt oder sichelförmig getragen. Die Gliedmaßen sind trocken, muskulös, gerade, mäßig weit auseinanderstehend und parallel. Die Vorderbeine sind vom Ellbogen bis zum Boden halb so lang wie die Widerristhöhe. Die Pfoten sind rund oder leicht oval mit eng anliegenden Zehen. Die Hinterbeine sind gut gewinkelt, gerade und von hinten betrachtet parallel.
Die Haut ist elastisch und dicht. Das Deckhaar ist grob, gerade und dicht. Die Unterwolle ist gut entwickelt, üppig, weich und flauschig. Das Haar an Kopf und Ohren ist dicht und kurz. Am Hals befindet sich ein Kragen, und hinter den Jochbeinen sind Koteletten zu sehen. Bei Rüden ist das Haar am Widerrist länger. Die Hinterbeine sind unbefiedert. Zwischen den Zehen ähnelt das Grannenhaar einer Bürste. Der Schwanz ist üppig mit grobem, geradem Haar bedeckt, das an der Unterseite länger ist. Die typischsten Farben sind:
- zonal;
- Karamist (schwarz mit rötlichem Braun);
- Schwarz;
- Schwarzweiß;
- Weiß;
- mit den angegebenen Farben gefleckt.
Leichte Sprenkelung an den Gliedmaßen ist zulässig.
Charakter und Verhalten
Die Ostsibirische Laika hat ein sanftes, mitunter sogar sensibles Wesen. Dies sollte bei Training, Erziehung und Förderung berücksichtigt werden. Sie ist ihrem Besitzer treu ergeben, gewöhnt sich aber relativ schnell an einen neuen. Sie ist menschenbezogen und gehorsam. Ihr Jagdinstinkt ist ausgeprägt. Ihr Temperament ist ausgeglichen.
Aggression gegenüber Menschen ist bei den meisten Laikas ungewöhnlich, doch einige zeigen Talent für Wach- und Schutzaufgaben. Sie besitzen einen ausgeprägten Rudelinstinkt und sind territorial; die Rangordnung wird strikt eingehalten. Fremde Hunde in ihrem Revier reagieren mit Feindseligkeit. Sie vertragen sich nur mit Artgenossen, mit denen sie zusammenleben. Diese Hunde neigen in unterschiedlichem Maße zu Dominanz. Laikas betrachten andere Tiere als potenzielle Beute.

Schul-und Berufsbildung
Der Ostsibirische Laika ist ein sehr geselliger und aufgeschlossener Hund, der regelmäßigen Kontakt zu seinem Besitzer und abwechslungsreiche Sozialisierung benötigt. Übertraining und übermäßige Bewegung sollten vermieden werden; entspanntes Spielen ist ideal. Blindes Gehorsamstraining hemmt die Eigeninitiative des Hundes, die für die Jagd unerlässlich ist. Es wird empfohlen, ein einzelnes Kommando maximal dreimal pro Trainingseinheit zu wiederholen. Zum Training des Ostsibirischen Laikas gehören das Laufen an der Leine, das Zurückkommen auf Kommando oder Pfiff, das Sitzen und das Apportieren von Gegenständen an Land oder im Wasser.
Training spielt eine entscheidende Rolle im Leben eines Laikas und sollte ein fester Bestandteil des Ausbildungsprozesses sein. Die Abstammung des Hundes ist der Schlüssel zum Erfolg. Mut, Wildheit und Ausdauer sind genetisch bedingt. Training und das Training mit dem Gewehr stärken die rassetypischen Eigenschaften und fördern Mut, Ausdauer und Gehorsam. Bei der Ausbildung junger Hunde sollte besonderes Augenmerk auf die Gewöhnung an das Gewehr gelegt werden.
Inhaltsmerkmale
Die Haltung eines Ostsibirischen Laikas ist unkompliziert und erfordert keine hohen Kosten. Das Zusammenleben mit diesem intelligenten und gehorsamen Hund ist einfach. Ideal für einen jagdbegeisterten Laika ist ein Gehege mit einer warmen Hundehütte und viel Auslauf im Freien oder auf dem Grundstück. Die Haltung eines Laikas in einer Wohnung ist zwar möglich, erfordert aber deutlich mehr Zeit für regelmäßige und intensive Spaziergänge, um die für die Jagd essenziellen Eigenschaften des Hundes zu erhalten.
Pflege
Der Ostsibirische Laika benötigt keine aufwendige Fellpflege. Gelegentliches Bürsten genügt, um ein gepflegtes Aussehen zu bewahren. Während des Fellwechsels sollte er häufiger gebürstet werden, da er stark haart. Baden ist bei Bedarf empfehlenswert. Besitzer sollten außerdem Augen und Ohren sauber halten und die Krallen kurz schneiden.

Gesundheit und Lebenserwartung
Ostsibirische Laikas sind im Allgemeinen starke und robuste Hunde, die selten krank werden. Die Lebenserwartung beträgt in der Regel 12-15 Jahre. Krankheiten treten typischerweise im Zusammenhang mit mangelhafter Pflege, unzureichender Ernährung, schlechten Haltungsbedingungen oder Jagdverletzungen auf. Um die Gesundheit von Kleintieren zu erhalten, sind rechtzeitige Impfungen und Entwurmungen wichtige veterinärmedizinische Vorsorgemaßnahmen.
Auswahl eines Ostsibirischen Laika-Welpen
Erfahrene Laika-Züchter können schon früh etwas über den Charakter eines Hundes erkennen, doch seine Arbeitsfähigkeit entwickelt sich erst später und ist erblich bedingt. Daher sollte man bei der Welpenauswahl zunächst die Elterntiere betrachten. Natürlich spielen die spätere Erziehung und die Zeit, die der Hund mit ihm im Wald verbringt, eine wichtige Rolle, aber eine solide Grundlage ist unerlässlich.
Schon nach zwei oder drei Generationen verkümmern die Jagdeigenschaften, und der Hund ist arbeitsunfähig. Wenn die Eltern, insbesondere die Großeltern, nur auf Ausstellungen waren, kann man von den Welpen nichts erwarten.
Die Ostsibirische Laika ist deutlich weniger beliebt als dieselbe Russisch-Europäisch oder Westsibirische LaikaDie Suche nach einer Hundepension oder einem Züchter stellt jedoch kein Problem dar, ebenso wenig wie die Suche nach Welpen, die zum Verkauf stehen.
Das Gewicht von Laika-Welpen variiert stark. Einmonatige Welpen wiegen etwa 5 kg. Mit 2 Monaten können manche 6 kg, andere 8 kg wiegen. Bei der Welpenauswahl kommt es weniger auf die Größe an (der größte Hund ist nicht immer der arbeitsintensivste), sondern vielmehr auf seine Belastbarkeit: die Fähigkeit, schnell an die Mutterzitze zu gelangen, Aktivität in ungewohnter Umgebung und Führungsqualitäten, die er im Spiel mit seinen Geschwistern zeigt.
Preis
Der Preis für einen Ostsibirischen Laika-Welpen variiert stark je nach Region, Zuchterfolgen der Elterntiere und vielen anderen Faktoren. Welpen von Züchtern kosten in der Regel zwischen 25.000 und 35.000 Rubel. Bei privaten Züchtern liegen die Preise zwischen 5.000 und 15.000 Rubel. Ein ausgewachsener, arbeitstauglicher Laika kann 60.000 Rubel oder mehr kosten.
Fotos und Videos
Die Galerie zeigt Fotos von ostsibirischen Laikas unterschiedlichen Geschlechts, Alters und Fellfarbe.
Video über die Hunderasse Ostsibirische Laika
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