Osteuropäischer Schäferhund (VEO)

Der Osteuropäische Schäferhund wurde in der Sowjetunion entwickelt. Da die Rasse von der FCI nicht anerkannt wird, ist sie außerhalb ihrer Heimat wenig bekannt und unbeliebt. In Aussehen und Wesen ähnelt der Osteuropäische Schäferhund seinem nächsten Verwandten, dem Deutschen Schäferhund.

Foto eines Osteuropäischen Schäferhundes

Ursprungsgeschichte

Der Osteuropäische Schäferhund wurde aus der Rasse entwickelt Deutscher Schäferhund In den 1920er und 1930er Jahren wurde besonderes Augenmerk auf Kraft und Ausdauer gelegt, da diese Faktoren bei der Auswahl von Hunden für den Militär- und Polizeidienst von entscheidender Bedeutung sind. Trotz des Namens „Schäferhund“ wurde der Hund nie zum Hüten von Tieren eingesetzt.

1904 wurden Deutsche Schäferhunde nach Russland importiert, wo sie im Russisch-Japanischen Krieg als Sanitätshunde eingesetzt wurden. Um 1907 fanden sie auch im Polizeidienst Verwendung. Nach dem Ersten Weltkrieg schwollen die Ressentiments gegenüber allem Deutschen an. Die Sowjetunion benötigte Hunde mit den Merkmalen eines Deutschen Schäferhundes, doch das Wissen zur Entwicklung einer eigenen Rasse reichte nicht aus, und die bestehende Population degenerierte aufgrund inkompetenter Zucht. Erst 1924 begann mit der Gründung von Zuchtorganisationen für Diensthunde, Abteilungsschulen und Diensthundezwingern eine gezielte Zucht von „Ostdeutschen“. Leider gab es kaum Nachwuchs; die Population war sehr klein und konnte aufgrund der fehlenden Möglichkeit, Hunde aus anderen Ländern gegen Devisen zu erwerben, nicht erneuert werden. Viele dieser Hunde gingen im Krieg verloren.

Der Osteuropäische Schäferhund ist eine sowjetische Linie von Deutschen Schäferhunden, die mit Laika, Mastiff und einigen anderen Rassen gekreuzt wurden.

Nach 1945 begann dank des Imports von Trophäenhunden aus Deutschland ein Zustrom neuer Blutlinien und die Wiederherstellung der Population. Unter dem Einfluss klimatischer Bedingungen und durch gezielte Zucht entwickelte sich ein eigenständiger Typ. Armeegeneral G. P. Medwedew, Vorsitzender des Kynologenrats, bezeichnete den Osteuropäischen Schäferhund als „patriotischen Hund“ und schlug vor, dass Vereine in Großstädten die Bezeichnung „Osteuropäischer Schäferhund“ offiziell anerkennen sollten. 1964 wurde der Typ vom Verband der Diensthunde anerkannt, und 1976 wurde der Osteuropäische Schäferhund offiziell als eigenständige Rasse mit eigenem Standard anerkannt. Die aktiven Bemühungen zur Zuchtverbesserung wurden bis 1990 fortgesetzt.

Zweck

Der Osteuropäische Schäferhund wird erfolgreich im Sicherheitsdienst, bei polizeilichen Ermittlungen, Such- und Rettungsaktionen sowie im Grenzschutz eingesetzt. Vertreter dieser Rasse haben sich beim Militär und bei der Polizei bewährt. Osteuropäische Schäferhunde werden mitunter auch als Blindenhunde verwendet. Sie sind zudem ausgezeichnete Freunde und Begleiter. Ihre hohe Intelligenz, ihr sanftes Wesen, ihre Kraft und ihre extreme Ausdauer machen sie vielseitig einsetzbar.

Videorezension der Osteuropäischen Schäferhundrasse

Wie sollte ein Osteuropäischer Schäferhund dem Standard zufolge aussehen?

Der Osteuropäische Schäferhund ist ein mittelgroßer bis großer, kräftig gebauter Hund mit gut entwickelter Muskulatur. Der Geschlechtsdimorphismus ist ausgeprägt. Die bevorzugte Widerristhöhe liegt bei Rüden zwischen 66 und 76 cm und bei Hündinnen zwischen 62 und 72 cm.

Der Kopf ist proportional, massiv und keilförmig mit leicht zugespitzter Form. Seine Länge beträgt 40 % der Widerristhöhe. Der Schädel ist flach mit einer kaum sichtbaren Längsfurche. Die Stirn ist gerundet. Der Stop ist deutlich, aber nicht scharf. Die Schnauze ist keilförmig. Der Nasenrücken ist gerade oder leicht gewölbt. Die Lefzen sind trocken und liegen eng an. Die Nase ist schwarz und groß. Das Gebiss ist korrekt, und das Gebiss ist vollständig. Die Augen sind mittelgroß, oval, schräg eingesetzt und dunkel. Die Lider sind trocken und liegen eng an. Die Ohren sind gleichschenklig-dreieckig, aufrecht, mittelgroß und spitz.

Der Hals ist mittellang und in einem Winkel von 45° zur Horizontalen abgewinkelt. Der Widerrist ist gut ausgeprägt. Die Körperlänge ist 10–17 % länger als die Widerristhöhe. Der Rücken ist kräftig und breit. Die Lende ist leicht gewölbt und kurz. Die Kruppe ist gerundet und leicht abfallend.Im Gegensatz zum Deutschen Schäferhund weist der Östliche Schäferhund keine so ausgeprägte Neigung der Rückenlinie auf.Der Brustkorb ist breit, lang und oval. Seine Tiefe beträgt 47–50 % der Widerristhöhe. Der Bauch ist mäßig aufgezogen. Die säbelförmige Rute reicht bis zum Sprunggelenk oder etwas darunter. In Ruhe wird sie tief getragen; in Erregung ist das letzte Drittel nach oben gebogen. Die Vorderläufe sind gerade und parallel. Die Vorderlauflänge bis zum Ellbogen beträgt 50–53 % der Widerristhöhe. Die Hinterläufe stehen in mäßiger Armlänge und sind von hinten betrachtet parallel. Die Oberschenkel sind lang, breit und angewinkelt. Die Pfoten sind oval mit dunklen Ballen. Afterkrallen sollten entfernt werden.

Das Fell ist dicht, dick und mittellang und besteht aus geradem, grobem Haar und einer gut entwickelten, kürzeren Unterwolle. An den Hinterseiten der Oberschenkel und Schultern bilden die Deckhaare eine mäßige Befederung. Kürzeres Haar bedeckt Kopf, Ohren und Vorderseite der Läufe.

Mehrere Farben sind zulässig:

  • Sattelbrüstig mit Maske auf hellem Grund (von silbergrau bis sattem Rehbraun);
  • Komplett schwarz;
  • Stark ausgeprägte Zonengrau- und Zonenrottöne sind zulässig, aber nicht erwünscht.

Osteuropäischer Schäferhund im Wald

Charakter

Osteuropäische Schäferhunde sind sehr mutige und tapfere Hunde, die praktisch keine Angst kennen. Ihr unglaublich starker Wille und ihre Kühnheit verleihen ihnen Selbstvertrauen. Osteuropäische Schäferhunde sind treue Freunde und Begleiter, die ihren Besitzern von klein auf Zuneigung und Respekt entgegenbringen und diese ein Leben lang bewahren. Mit der richtigen Erziehung vertragen sie sich gut mit anderen Haustieren und sind kinderfreundlich. Sie sind unermüdliche Spielkameraden und Reisebegleiter oder zuverlässige Arbeitspartner. Sie sind energiegeladen und neugierig, aber bei Bedarf auch ruhig und zurückhaltend.

Der VEO hat einen sehr guten Charakter und ein treues Herz. Diese Hunde sind ausgeglichen, selbstbewusst und Fremden gegenüber misstrauisch; ihr Verteidigungsinstinkt ist ausgeprägt.

Otterhunde besitzen einen angeborenen Schutzinstinkt und ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Darüber hinaus sind diese Hunde in der Lage, auch ohne ihren Besitzer selbstständig zu denken und Entscheidungen zu treffen. Das Eindringen in ihr bewachtes Territorium gestaltet sich daher schwierig. In Rezensionen über die Rasse betonen Besitzer immer wieder die hohe Intelligenz und Loyalität der Osteuropäischen Schäferhunde sowie ihre Anspruchslosigkeit und ihre leichte Trainierbarkeit in jede Richtung.

Inhaltsmerkmale

Dank ihrer Ausdauer und Anpassungsfähigkeit eignen sich Osteuropäische Schäferhunde für jede Umgebung, ob Garten, Hundezwinger oder Wohnung. Wichtig ist jedoch stets der enge Kontakt zu Menschen. Bei der Wohnungshaltung benötigen Osteuropäische Schäferhunde ausreichend Bewegung und Spaziergänge im Freien. Welpen sind sehr aktiv und kauen ständig, besonders während des Zahnens. Daher sollten sie genügend Spielzeug zur Verfügung haben. Eine ausgewogene Ernährung ist für Osteuropäische Schäferhunde unerlässlich. Diese kann sowohl aus natürlichen Lebensmitteln als auch aus hochwertigem Fertigfutter bestehen.

Die Fellstruktur verändert sich je nach Jahreszeit. Im Winter wächst eine dichte Unterwolle, die im Sommer abgeworfen wird. Der Fellwechsel ist im Frühjahr am stärksten, daher kann ein Enteisungsmittel in dieser Zeit hilfreich sein. Hunde, die in Wohnungen leben, haaren weniger stark.

Bewegung ist für eine gesunde Entwicklung und ein gutes Wohlbefinden unerlässlich. Das Training eines Osteuropäischen Schäferhundes lässt sich in zwei Bereiche unterteilen: allgemeines Konditionstraining und Spezialtraining. Das allgemeine Training dient der Kräftigung und Verbesserung der körperlichen Verfassung. Dazu gehören vor allem Trab, Schwimmen und lange Spaziergänge. Manche Hunde haben eine schwache Hinterbeinstreckmuskulatur, was zu mangelndem Schub und kurzen Schritten führt. Um dies zu korrigieren, wird Spezialtraining eingesetzt, wie zum Beispiel Ziehen oder Bergläufe. Die Intensität des Trainings sollte schrittweise erhöht werden. Übungen und Anzahl der Zyklen werden individuell ausgewählt.

Schul-und Berufsbildung

Osteuropäische Schäferhunde sind sehr lernfähig. Ihre außergewöhnliche Intelligenz ermöglicht es ihnen, in komplexen und unerwarteten Situationen selbstständig Entscheidungen zu treffen. Der Osteuropäische Schäferhund ist intelligent und diszipliniert, lernbegierig und arbeitswillig. Doch wenn ihm das Training langweilig wird, wird er träge und befolgt bekannte Kommandos nicht mehr.

Selbst ein unerfahrener Hundezüchter kann die Aufzucht und Ausbildung eines VEO übernehmen.

Bei der Erziehung eines Osteuropäischen Schäferhundes ist es entscheidend, ihm Zurückhaltung und Toleranz beizubringen, damit er auch in der Nähe anderer Hunde und Katzen ruhig bleibt. Ebenso wichtig ist es, seine Scheu vor Fremden und seinen Territorialinstinkt zu kontrollieren.

Pflege

Der Osteuropäische Schäferhund hat ein sehr dichtes Fell, das wöchentliche, sorgfältige Pflege benötigt. Nur gründliches Kämmen sorgt für glänzendes und gepflegtes Fell. Außerhalb der Laufsaison wird der Hund täglich gebürstet. Die Ohren werden nach Bedarf gereinigt – bei manchen Hunden einmal wöchentlich, bei anderen seltener. Die Krallen nutzen sich durch ausreichend Bewegung und Spaziergänge auf Asphalt von selbst ab.

Schwarzer Osteuropäischer Schäferhund

Gesundheit und Lebenserwartung

Deutsche Schäferhunde leiden seit Generationen unter einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen, die auf den Osteuropäischen Schäferhund zurückgehen. Verschärft wurde dieses Problem durch die inkompetenten Zuchtpraktiken unerfahrener sowjetischer Hundezüchter. Moderne Züchter bemühen sich nach Kräften, die Zucht von Hunden mit gesundheitlichen Problemen zu verhindern, doch manche Probleme und Erbkrankheiten lassen sich nicht vollständig ausmerzen.

  • Ellenbogen- und Hüftdysplasie;
  • Neigung zur Magendrehung;
  • Diabetes mellitus;
  • Bandscheibenerkrankungen;
  • Dermatologische Erkrankungen;
  • Aortenstenose;
  • Hormoneller Kleinwuchs;
  • Augenkrankheiten;
  • VEO sind anfällig für intestinale Infektionen im Äquatorialgebiet.

Welpen unter 6 Monaten sind anfällig für Infektionskrankheiten und müssen geimpft werden. Jährliche Impfungen für erwachsene Hunde werden empfohlen. Sie werden außerdem regelmäßig gegen äußere und innere Parasiten behandelt. Bei artgerechter Pflege und Haltung beträgt die Lebenserwartung eines VEO in der Regel 10–12 Jahre.

Einen Welpen auswählen

Der Osteuropäische Schäferhund ist eine sehr verbreitete und beliebte Rasse. Das ist einerseits sehr praktisch, da potenziellen Besitzern eine große Auswahl an Welpen verschiedener Farben und Herkünfte zur Verfügung steht. Andererseits wird die Zucht, oder besser gesagt die Reproduktion, oft von Personen betrieben, die wenig bis gar keine Kenntnisse in Kynologie, geschweige denn in der Hundezucht haben. Der Charakter und die Arbeitsqualitäten des Osteuropäischen Schäferhundes lassen sich durch die falsche Verpaarung nur schwer beeinträchtigen, gesundheitliche Probleme können sich jedoch leicht entwickeln. Daraus lässt sich eine einfache Schlussfolgerung ziehen: Es ist am besten, einen Welpen von einer Zuchtstätte oder einem seriösen Züchter über einen Rasseclub zu erwerben.

Ein Arbeitsprüfungszertifikat garantiert, dass der Hund ein ausgeglichenes Wesen und gute Arbeitseigenschaften besitzt; ohne dieses Zertifikat darf der VEO nicht zur Zucht eingesetzt werden.

Preis eines VEO-Welpen

Der Preis eines Osteuropäischen Schäferhundes hängt stark vom Standort und der Erfolgsbilanz des Züchters ab. Reinrassige Hunde kosten zwischen 7.000 und 30.000 Rubel. Welpen ohne Papiere kosten in der Regel bis zu 5.000 Rubel.

Fotos

Fotos von Welpen und ausgewachsenen Osteuropäischen Schäferhunden. Die Fotos zeigen deutlich, wie Osteuropäische Schäferhunde in verschiedenen Altersstufen, Geschlechtern und Farben aussehen.

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