Was für ein Tier ist ein Wombat?
Wombats leben seit 18 Millionen Jahren auf der Erde und kommen heute nur noch in Australien vor. Sie sind die größten aller grabenden Säugetiere, und zu ihrer Familie gehören drei Arten: Lasiorhunus latifrons (Langhaarwombats), Vombatus ursinus (Kurzhaarwombats) und Lasiorhunus krefftii (Queensland-Wombats).

Erscheinungsbild und Lebensstil
Ein ausgewachsener Wombat ist etwa so groß wie ein kleines Bärenjunges (0,7–1,2 m lang und 20–40 kg schwer). Diese Tiere haben ein unglaublich attraktives Aussehen: Ein rundlicher Körper, bedeckt mit dichtem, grobem Fell, kurze, klumpfüßige Beine und runde, knopfartige Augen machen sie unwiderstehlich.
Die Natur hat dieses Beuteltier mit hervorragenden Grabwerkzeugen ausgestattet: Seine Pfoten besitzen große, kräftige Krallen, die sich perfekt zum Graben eignen. Daher verbringt der Wombat den Großteil des Tages unter der Erde und kommt nur für wenige Stunden zum Fressen und Sonnenbaden an die Oberfläche. Sein Lebensraum ist eine mehrkammerige, durch unterirdische Gänge verbundene Höhlenwohnung.
Einer Legende zufolge wurden Australiens Kupfervorkommen dank Wombats entdeckt – man fand Metallstücke in der Nähe ihrer Baue. Offenbar aus Dankbarkeit benannten die Bewohner von Südwales ein Dorf „Wombat“, und Astronomen gaben einem Asteroiden im Hauptgürtel denselben Namen.
Die von Wombats gegrabenen Tunnel und Gänge erreichen eine Länge von 20 Metern und eine Tiefe von 3,5 Metern, und ihre Streifgebiete können bis zu 25 Hektar umfassen. Diese Beuteltiere leben nicht in Rudeln, aber die Baue benachbarter Familien liegen meist nahe beieinander. Oftmals kreuzen sich die Tunnel verschiedener Familien, und die Tiere teilen sie sich dann.
Der Wombat ist von Natur aus eher langsam, kann aber in Notsituationen so schnell wie ein Auto rennen – bis zu 60 km/h – und schwimmen und klettern. Bei Gefahr flüchtet er in der Regel in seinen Bau, gräbt sich mit dem Oberkörper ein und verschließt den Eingang mit seinem kräftigen Hinterteil. Sollte ein Feind dennoch in den Bau eindringen, kann der Wombat ihn einfach mit seinem starken Hinterteil an die Wand pressen und so erwürgen. Tatsächlich hat der Wombat praktisch keine natürlichen Feinde, mit Ausnahme des Dingos, dem Schrecken aller australischen Beuteltiere.
Der Wombat ist ein Pflanzenfresser und ernährt sich von Gras, Wurzeln, Beeren und Pilzen. Er hat nur zwölf Zähne, aber seine gespaltene Oberlippe ermöglicht es ihm, Gras fast bis zum Boden abzuschneiden. Wombats haben einen sehr effizienten und daher langsamen Stoffwechsel. Sie benötigen fast zwei Wochen, um ihre Nahrung zu verdauen. Dieses Tier trinkt sehr wenig Wasser, nur 22 ml pro Kilogramm Körpergewicht und Tag – nur das Kamel ist in puncto Wassereffizienz noch effizienter.

Interessant: Der Verdauungstrakt des Wombats ist sehr ungewöhnlich. Seine Eingeweide sind mit horizontalen Rillen ausgekleidet, die den Kot zu Würfeln formen. Dieses grabende Beuteltier produziert täglich 80 bis 100 trockene, kompakte „Ziegel“. Diese würfelförmigen Kotballen rollen nicht von Steinen oder Baumstämmen, sodass das Tier sie zur Markierung seines Reviers nutzen kann.
Aufzucht der Nachkommen
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Vombatus beträgt 15-18 Jahre, die Geschlechtsreife wird mit 3 Jahren erreicht. Die Tragzeit eines Weibchens beträgt knapp einen Monat und führt zur Geburt eines, selten zweier Jungtiere mit einem Gewicht von etwa 0,5 kg.
Das Junge verbringt mehr als sechs Monate im Beutel der Mutter, wo es Wärme, Nahrung und Schutz erhält. Der Beutel des Wombats hat zwei Zitzen, und die Öffnung ist nach hinten gerichtet. Dadurch kann die Mutter graben, während ihr Junges im Beutel ist.
Sobald das Junge alt genug ist, sich selbst zu ernähren, zieht es in einen Bau, wo die Mutter ihm Gras und Wurzeln bringt und diese mit ihren Zähnen zerkleinert. Die Aufzucht dauert etwa ein Jahr, danach ist der junge Wombat auf sich allein gestellt.

Domestizierung und Gefangenschaft
Wombats sind friedlich und zeigen nur dann Aggression, wenn sie Situationen als gefährlich empfinden. In Australien werden diese Beuteltiere häufig als Haustiere gehalten. Zahme Tiere binden sich stark an ihre Besitzer und folgen ihnen wie treue Hunde. Stadtwohnungen sind für sie ungeeignet; der beste Lebensraum ist ein großes Gartengrundstück, wo sie Höhlen graben und sich verstecken können.
Witzige Wombat-Eigenheiten: Hauswombats entwickeln oft eine Vorliebe für Nahrungsmittel, die ihnen in freier Wildbahn nicht zur Verfügung stehen. In seinem Buch „Die Tierwelt“ beschrieb der englische Naturforscher Charles Cornish die wahre Geschichte eines milchsüchtigen Wombats, der ständig das Haus nach dem begehrten Getränk durchsuchte, so viel wie möglich trank und anschließend in den Resten badete.
Der Export von Wombats aus Australien ist verboten. Nur seriöse Zoos, die artgerechte Haltungsbedingungen garantieren, dürfen sie mit einer Sondergenehmigung erwerben. In ihrer Heimat kostet ein ausgewachsener Wombat zwischen 500 und 1.000 Dollar.
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