Saarloos Wolfshund

Der Saarloos-Wolfshund ist ein Begleit- und Jagdhund, der sich nicht für Wach- oder Personenschutz eignet. Er ist ein anhänglicher und treuer Begleiter mit einem wildtierähnlichen Aussehen. Er ist ein guter Hund für einen aktiven Lebensstil, eignet sich für Familien mit Kindern, ist sehr lernfähig und glänzt in Gehorsamkeitsprüfungen und anderen aktiven Hundesportarten.

Saarloos Wolfshund

Ursprungsgeschichte

Die Rasse geht auf den Niederländer Linder Sarloos (1884–1969) zurück, der mit seiner Frau und seiner Tochter Marijke in Dordrecht lebte. Er war Koch und arbeitete mehrere Jahre als Schiffskoch, doch seine zunehmende Taubheit zwang ihn zur Rückkehr an Land. Dort fand der Natur- und Tierliebhaber seine Berufung in der Hundezucht.

Saarloos war ein großer Liebhaber Deutscher Schäferhunde, glaubte aber, die Rasse habe viele wichtige Eigenschaften, darunter die Gesundheit, verloren. Er war überzeugt, die einzige Möglichkeit, diese wiederherzustellen, sei die Kreuzung mit einem wilden Verwandten. Er kreuzte seinen Deutschen Schäferhund Gerard, der aus einer renommierten preußischen Linie stammte (ein Nachkomme von Rettungshunden aus dem Ersten Weltkrieg), mit einer europäischen Wölfin namens Fleur (Saarloos gab all seinen Wölfinnen denselben Namen – Fleur). 1936 brachte Fleur Welpen zur Welt, die jedoch alle an Staupe starben. Ein Jahr später gebar die Hündin drei weitere Welpen. Der Rüde starb, aber zwei Hündinnen überlebten. Sie bildeten den Grundstock der zukünftigen Rasse und waren die Mütter von Gerards Nachkommen. Im Laufe seiner Karriere besaß Saarloos sechs Wölfinnen, aber es lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob alle zur Zucht eingesetzt wurden.

Anfang der 1940er-Jahre unternahm Saarloos erste Versuche, seine Holländischen Wolfshunde, wie er sie damals nannte, offiziell registrieren zu lassen, jedoch ohne Erfolg. Erst sechs Jahre nach Saarloos’ Tod wurde die Rasse vom Niederländischen Hundeverband anerkannt und zu Ehren ihres Begründers benannt – Saarloos-Wolfshund. 1981 wurde die Rasse auch von der Internationalen Kynologischen Vereinigung (FCI) anerkannt und erhielt den offiziellen Namen Saarloswolfhond. In Russland ist die Rasse praktisch unbekannt und wird in den Zuchtbestimmungen nicht aufgeführt.

Videorezension der Saarloos-Wolfshundrasse:

Aussehen

Saarloos-Hunde sind robust, kräftig und langbeinig, mit einem wohlproportionierten Körperbau und einem schlanken, gestreckten Rahmen. Der Geschlechtsdimorphismus ist deutlich ausgeprägt. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 65–75 cm, Hündinnen von 60–70 cm und wiegen etwa 36 kg. Sowohl im Aussehen als auch im Charakter unterscheiden sich Saarloos-Hunde deutlich von anderen Hybridrassen. Tschechoslowakischer Wolfshund, Russischer Wolfshund Und lupo italianoDie

Der Kopf ähnelt dem eines Wolfes. Der Schädel ist an der Stirn breit und verjüngt sich leicht zu den Augen hin. Die Wangenknochen sind flach. Scheitel und Fang sind gleich lang. Die Nase ist groß, breit und schwarz oder braun. Die Lefzen sind straff und trocken. Die Zähne sind sehr kräftig und weiß. Das Gebiss ist scherenförmig. Die Augen sind mandelförmig, gelb und mittelgroß. Die Ohren sind mittelgroß, an der Basis breit, aufrecht und leicht zur Seite gerichtet.

Der Hals ist kräftig und trocken. Die Brust ist mäßig breit und reicht nicht unter die Ellbogen. Der Rücken ist gerade und kräftig. Die Rückenlinie ist gerade. Die Lende ist muskulös. Der Brustkorb ist leicht abfallend. Die Rute ist tief angesetzt, wenig beweglich und wird meist tief getragen. Die Gliedmaßen sind schlank. Die Pfoten sind leicht nach außen gedreht, oval geformt, die Zehen leicht gewölbt und die Ballen sehr kräftig.

Wie sieht ein Saarloos-Wolfshund aus?

Das Fell ist dicht und besteht aus grobem Deckhaar und weicher Unterwolle. Es liegt glatt und gerade an. Die Farbe ist wolfsähnlich, zoniert, dunkelgrau oder bräunlich.

Charakter und Verhalten

In gewisser Hinsicht hat Sarloos sein Ziel erreicht; seine Hunde unterscheiden sich von vielen anderen Rassen durch ihr natürlicheres Verhalten, was jedoch ihr Einsatzpotenzial stark einschränkt und den Besitzer eines Welpen dieser Rasse dazu zwingt, sich eingehend mit dem Charakter und den Gewohnheiten von Wolfshunden auseinanderzusetzen.

Eine typische Eigenschaft dieser Rasse ist ihre Zurückhaltung und Scheu gegenüber Fremden. Eine unerwünschte Annäherung von Fremden weckt oft nur einen Wunsch: die Flucht. Aus diesem Grund sind Saarloos-Hunde völlig ungeeignet für die Rolle von Leibwächtern, Wachhunden und insbesondere Schutzhunden. Sie bellen fast nie, und wenn doch, dann eher ein gedämpftes, kurzes Heulen. Saarloos-Hunde meiden Konflikte um jeden Preis. Sie greifen weder andere Hunde noch Menschen grundlos an und zeigen keine feige Aggression. Ihr Verhalten kann jedoch je nach Situation von ruhig bis plötzlich aggressiv schwanken.

Die Beziehung zwischen Mensch und Sarloos-Hund lässt sich mit der zwischen Rudelführer und Gefolgsmann vergleichen. Diese Hunde reagieren sehr feinfühlig auf Stimmungen und gehorchen nur einem Rudelführer mit ausgeglichenem und konsequentem Wesen.

Saarloos-Hunde sind sehr soziale Tiere mit ausgeprägtem Rudelinstinkt. Sie brauchen viel menschliche Zuwendung, doch selbst ein liebevoller Besitzer kann einen vierbeinigen Begleiter nicht ersetzen. Daher empfiehlt es sich, Saarloos-Hunde in Gruppen von mehreren Tieren oder mit anderen Hunden ähnlicher Größe und ähnlichen Temperaments zu halten. Saarloos-Hunde vertragen Einsamkeit schlecht. Ein gelangweilter Hund beginnt, Dinge zu reparieren und unter dem Sofa nachzusehen. Wenn sie längere Zeit allein im Freien gelassen werden, ist ihr harmlosestes Übel übermäßiges Heulen. Saarloos-Hunde bauen sehr enge Bindungen zu ihren Besitzern auf, doch ohne ausreichende menschliche Zuwendung können sie schnell verwildern.

Viele Wolfshunde zeigen Jagdinstinkte und eine Vorliebe für die Jagd auf Kleintiere. Selbst ein gut sozialisierter Hund, der mit kleinen Haustieren aufgewachsen ist, gibt gelegentlich seinen Instinkten nach, beispielsweise indem er die Katzen der Nachbarn im Garten jagt. Freilaufend können sie Fährten über weite Strecken verfolgen. Saarloos-Wolfshunde sind ausgezeichnete Meutejäger. Sie nutzen ihren hervorragenden Geruchssinn zur Jagd, werden aber nicht als Jagdhunde eingesetzt.

Schul-und Berufsbildung

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Erziehung und einem guten Verhältnis zu diesem Hund liegt in einer umfassenden Sozialisierung und einem Training mit positiver Verstärkung. Aufgrund der Unabhängigkeit und Selbstständigkeit des Wolfshundes ist viel Geduld seitens des Besitzers erforderlich. Nur so, zusammen mit konsequenter und beharrlicher Arbeit, lässt sich ein gehorsamer und pflegeleichter Hund erziehen.

Sarloos-Hunde sind sehr lernfähig und erzielen gute Ergebnisse in Agility, Obedience und anderen Agility- und Obedience-Wettbewerben.

Sarloos-Hunde gelten als Assistenzhunde. Sie werden jedoch nur sehr selten von Regierungsbehörden eingesetzt. Linder Sarloos bildete einst erfolgreich seinen eigenen Hund aus. Wolfshunde Blindenhunde. Einige wurden bereits für Such- und Rettungseinsätze eingesetzt, doch nur wenige eignen sich für diesen Dienst. Ihre Scheu und Zurückhaltung gegenüber Fremden schränken ihren Nutzen ein.

Saarloos-Wolfshundrasse

Inhaltsmerkmale

Saarloos-Hunde fühlen sich im Garten eines Privathauses am wohlsten. Üblicherweise wird ihnen ein Gehege mit ausreichend Auslauf gebaut. Ist der Garten gut eingezäunt, können sie sich frei im Freien bewegen. Dort können sie putzen, Gegenstände tragen, buddeln und Tiere jagen. Sie sind zudem recht reinliche Hunde, die schnell lernen, sich an einem bestimmten Ort zu lösen. Saarloos-Hunde sind nicht dafür geeignet, an der Kette gehalten zu werden. Sie fühlen sich auch in einer Wohnung wohl, vorausgesetzt, der Besitzer sorgt für ausreichend Auslauf und ist bereit, gelegentliche Verluste aufgrund ihrer noch jungen Zähne zu tolerieren.

Der Saarloos-Hund ist eine sehr aktive und energiegeladene Rasse, die viel Auslauf braucht. Regelmäßige, ruhige Spaziergänge werden durch Spiele und Training ergänzt. Mindestens einmal pro Woche empfiehlt sich ein Ausflug aufs Land, wo er sich frei bewegen kann.

Sowohl das Aussehen als auch der Körperbau von Saarloos-Hunden ähneln stark ihren wilden Verwandten. Sie erreichen die Geschlechtsreife sehr spät. Hündinnen werden erst nach 1,5 bis 2 Jahren läufig, manchmal auch schon mit 3 Jahren. Rüden werden nach einem Jahr geschlechtsreif.

Pflege

Die Fellpflege von Saarloos-Hunden unterscheidet sich nicht von der anderer kurzhaariger Rassen. Um Haarausfall zu reduzieren, insbesondere bei Wohnungshaltung, ist regelmäßiges Bürsten unerlässlich. Während des Fellwechsels empfiehlt sich tägliches Bürsten. Baden ist nach Bedarf ratsam, in der Regel alle zwei bis drei Monate, bei Wohnungshaltung jedoch maximal einmal im Monat. Streunende Hunde werden bei kaltem Wetter nicht gebadet. Augen und Ohren sollten ebenfalls sauber gehalten werden. Die Zähne benötigen in der Regel keine besondere Pflege, und die dicken Krallen nutzen sich durch regelmäßige Bewegung von selbst ab.

Ernährung

Die Tatsache, dass Saarloos-Hunde in jüngerer Vergangenheit Wolfsvorfahren haben, bedeutet nicht, dass man ihnen lebende Kaninchen füttern sollte. Besitzer und Züchter bevorzugen oft hochwertiges Trockenfutter mit hohem Proteingehalt. Bei der Futtermenge orientieren sie sich an den Empfehlungen auf der Verpackung und passen diese individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Hundes an. Wolfshunde können, falls gewünscht, auch naturnah ernährt werden. Mindestens 60–70 % der Ernährung sollten aus Fleisch und proteinreichen Nebenprodukten bestehen. Das Fleisch wird größtenteils abends verfüttert. Fastentage werden alle ein bis zwei Wochen eingelegt.

Gesundheit und Lebenserwartung

Saarloos-Wolfshunde sind im Allgemeinen robust und gesund, besitzen ein von Natur aus starkes Immunsystem und sind pflegeleicht. Allerdings ist die Rasse bekanntermaßen anfällig für bestimmte Erbkrankheiten. Züchter sind verpflichtet, Gesundheitsuntersuchungen durchzuführen, bevor sie einen Hund in ihr Zuchtprogramm aufnehmen.

  • Ellenbogen- und Hüftdysplasie;
  • Degenerative Myelopathie;
  • Hypophysäres Zwergwuchssyndrom;
  • Augenkrankheiten (erblicher Katarakt, Glaukom, progressive Netzhautatrophie).

Saarloos-Hunde erreichen in der Regel ein Alter von 12 bis 15 Jahren. Hinsichtlich tierärztlicher Versorgung und Vorsorge unterscheiden sie sich nicht von anderen Rassen. Sie benötigen regelmäßige Impfungen gegen wichtige Infektionskrankheiten sowie eine Behandlung gegen äußere und innere Parasiten. Werden sie nicht artgerecht gehalten, gefüttert oder leben sie unter schlechten Bedingungen, sind sie anfällig für dieselben Krankheiten wie andere Hunde.

Saarloos Wolfshund-Charakter

Auswahl und Preisgestaltung eines Saarloos-Wolfshundwelpen

Saarlooswolfhunde sind außerhalb der Niederlande nahezu unbekannt; nur wenige Exemplare wurden exportiert. In Russland und der GUS sind Tschechoslowakische Wolfshunde beliebter und leichter erhältlich. Saarlooswolfhunde werden aus mehreren Gründen nicht gezüchtet: Die Rasse ist nicht kommerziell verfügbar, erfordert einen hohen Pflegeaufwand und weist nicht die von den meisten Menschen gewünschten Charaktereigenschaften auf.

Trotz seiner Größe taugt der Saarloos nie als Wachhund. Seine Fellfarbe erinnert an die Aggressivität eines Wolfes, und er zeigt Fremden gegenüber Scheu. Zudem übersteigt die Erziehung und Ausbildung eines Saarloos selbst die Fähigkeiten erfahrenster Hundehalter. über NeuankömmlingeDie

Wer sich für einen Saarloos-Hund interessiert, sollte in Erwägung ziehen, in seinem Heimatland, den Niederlanden, nach einem Welpen zu suchen. Dort einen qualitativ hochwertigen Welpen zu finden, dürfte kein Problem sein. Die Preise variieren stark und liegen im Durchschnitt bei 800 €.

Fotos

Die Galerie enthält Fotos von Welpen und erwachsenen Hunden der Saarlooswolfhund-Rasse (Saarlovolfhund).

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