Welsh Terrier
Der Welsh Terrier ist ein kompakter, jagdhundartiger Hund, der seinen ausgeprägten Arbeitsinstinkt bewahrt hat und oft für seinen ursprünglichen Zweck eingesetzt wird. Die Rasse hat ein lebhaftes und unabhängiges Wesen, doch mit konsequentem Training wird der Welsh Terrier zu einem zuverlässigen Begleiter und treuen Freund.
Inhalt
Ursprungsgeschichte
Die Rasse stammt aus England, wo ähnliche Hunde schon lange bekannt waren, die systematische Zucht jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann. Der erste Rassestandard für den Welsh Terrier wurde 1885 entwickelt und ein Jahr später, 1886, offiziell anerkannt. Wales gilt als die Heimat der Rasse, weshalb Welsh Terrier manchmal auch einfach Welsh Terrier genannt werden. Ursprünglich waren sie kräftige, mutige und recht aggressive Hunde, die zur Jagd auf Nagetiere und kleine Raubtiere gezüchtet wurden. Sie wurden aktiv zur Jagd in Bauten eingesetzt, unter anderem auf Füchse und Dachse, wobei Ausdauer, Beharrlichkeit und Furchtlosigkeit besonders geschätzt wurden.
Die Ausbildung des Welsh-Terrier-Phänotyps beinhaltete FoxterrierIrische Terrier und Lakeland Terrier. Welsh Terrier wiederum wurden von deutschen Züchtern zur Entwicklung des Jagdterriers verwendet.
Die modernen Welsh Terrier werden in zwei Typen unterteilt: Arbeits- und Ausstellungshunde. In manchen Ländern werden die Zuchtlinien getrennt geführt, in anderen vermischen sie sich regelmäßig. Der Arbeitstyp zeichnet sich durch seinen kräftigeren Knochenbau und sein raues Fell aus und wird zur Jagd auf Wühltiere eingesetzt. Welsh Shepherds sind gelegentlich auch beim Zoll anzutreffen. Ihr ausgeprägter Geruchssinn hilft Diensthunden beim Aufspüren von Drogen und Sprengstoffen. Der Showtyp hingegen besticht durch sein weicheres Fell, seinen leichteren Knochenbau und seine elegante Kopfhaltung.

Videorezension der Hunderasse Welsh Terrier
Wie sollte ein Welsh Terrier laut Standard aussehen?
Der Welsh Terrier ist ein kleiner, kompakter und kräftig gebauter Hund, dessen Erscheinungsbild gute Arbeitseigenschaften und ein lebhaftes Wesen unterstreicht. Die Widerristhöhe sollte 39,5 cm nicht überschreiten, und das Gewicht liegt zwischen 9 und 9,5 kg.
Der Schädel ist flach und zwischen den Ohren mäßig breit. Der Stop ist undeutlich. Die Schnauze ist mittellang mit kräftigen, gut definierten Kiefern, die in einem engen Scherengebiss zusammentreffen. Die Nase ist schwarz. Die Augen sind klein, dunkel und leicht eingesunken. Die Ohren sind hängend, dreieckig, klein, nicht zu dünn, relativ hoch und nah an den Jochbeinen angesetzt und nach vorn gerichtet.

Der Hals ist mittellang, mäßig kräftig, leicht gewölbt und geht fließend in die Schultern über. Der Rücken ist kurz. Die Lende ist kräftig. Die Brust ist mäßig breit und tief. Die Rippen sind gut gewölbt. Der Schwanz kann kupiert werden. In seinem natürlichen Zustand ist er mittellang, kräftig und spitz zulaufend. Die Vorderläufe sind gerade, gut bemuskelt und haben einen soliden Knochenbau. Die Hinterläufe sind kräftig, muskulös und von guter Länge, mit kurzen Mittelfußknochen und gut gewinkelten Sprunggelenken. Die Pfoten sind klein und rund.
Die Fellfarbe des Hundes ändert sich bis zum Alter von 2 Jahren vollständig, vorausgesetzt, das Fell wird regelmäßig getrimmt.
Das Fell ist sehr rau, dicht und dick. Es fühlt sich drahtig an. Ein einfarbiges Fell ist unerwünscht. Die Farbe kann rötlich-braun mit schwarzen oder schwarz-grauen Abzeichen sein. Die schwarzen Abzeichen sollten nicht bis unter die Sprunggelenke reichen.
Charakter
Der Welsh Terrier ist ein fröhlicher, etwas temperamentvoller und energiegeladener Begleiter. Er ist hochintelligent und gehorsam und lässt sich im Alltag problemlos führen. Er ist verspielt und furchtlos, aber niemals aggressiv. Er versucht, Konflikte zu vermeiden, verteidigt sich aber, wenn nötig.
Welsh Terrier sind liebenswürdig, gerissen, stur und einfallsreich. Sie schrecken vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen.
Das Zusammenleben mit anderen Tieren ist schwer vorherzusagen. Sie vertragen sich selten mit Hunden anderer Rassen. Mit Katzen kommen sie nicht gut zurecht, und Kleintiere und Vögel werden als potenzielle Beute betrachtet.
Der Welsh Terrier ist seinem Besitzer treu ergeben und liebt alle Familienmitglieder. Fremden gegenüber ist er misstrauisch oder gleichgültig. Er besitzt bemerkenswerten Mut und ist in der Lage, seinen Besitzer und dessen Eigentum zu verteidigen.
Welsh Terrier verstehen sich im Allgemeinen gut mit Kindern und sind bei allen möglichen Spielen gern dabei. Sie rennen stundenlang, apportieren Bälle oder Stöcke, spielen Fangen und verbringen viel Zeit mit ihren jungen Besitzern. Dennoch sollten Interaktionen zwischen Hunden und Kindern, insbesondere mit jüngeren Kindern, beaufsichtigt werden. Welsh Terrier können für Kleinkinder zu energiegeladen und temperamentvoll sein, daher ist es ratsam, einen Welsh Terrier in eine Familie mit älteren Kindern zu holen.
Neben seinen ausgeprägten Jagdfähigkeiten ist der Welsh Terrier auch ein hervorragender Wachhund. Er ist ein aufmerksamer und wachsamer Hund, der Fremden gegenüber in der Regel zurückhaltend und nicht aggressiv ist. Doch beim geringsten Anzeichen von Gefahr für seinen Besitzer oder dessen Familie ändert er augenblicklich sein Verhalten und beweist Mut und die Bereitschaft, seine Lieben bis zum Äußersten zu beschützen.

Ohne angemessene Erziehung können die natürlichen Instinkte dieser Rasse im Alltag zu Schwierigkeiten führen. Obwohl Welsh Terrier zu den ausgeglichensten Terriern zählen, kann sich ihr Jagdinstinkt im Jagen von Katzen und Nagetieren, dem Verfolgen interessanter Gerüche, dem Graben von Löchern im Garten oder dem Versuch, andere Hunde zu dominieren, äußern. Daher ist es nicht empfehlenswert, kleine Nagetiere im selben Haushalt wie einen Welsh Terrier zu halten. Am besten ist es, ihn schon früh an Katzen und andere Hunde zu gewöhnen. Mit rechtzeitiger Sozialisierung, konsequenter Erziehung und einem souveränen, autoritären Besitzer wird ein Welsh Terrier zu einem umgänglichen, ausgeglichenen und angenehmen Begleiter.
Schul-und Berufsbildung
Welsh Terrier sind sehr lernfähig; sie sind neugierig und aktiv. Jede Aufmerksamkeit ihres Besitzers verstehen sie als Spielaufforderung, daher sollten Trainingseinheiten spielerisch gestaltet sein. Wenn man das Interesse des Welpen am Training aufrechterhält, führt das zu guten Ergebnissen. Welsh Terrier hören in der Regel nur auf diejenigen, die sie als ihren Besitzer erkennen.
Man darf nicht zulassen, dass ein Welsh Terrier zu einem launischen und verwöhnten Hund heranwächst.
Während des Trainings ist es wichtig, eine Autoritätsperson für Ihren Hund zu sein, gleichzeitig aber eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Körperliche Gewalt und unfaire, harte Behandlung können den Hund verbittern und verhärten und ihn in ein unkontrollierbares Monster verwandeln.
Wartung und Pflege
Für einen Welsh Terrier ist eine Hundehütte ideal, vorausgesetzt, er bekommt ausreichend Auslauf und kann jagen. Wird er als Begleithund gehalten, ist eine Wohnung besser geeignet. Zuhause sind Welsh Terrier ruhig, sauber und unaufdringlich und bevorzugen abgelegene Plätze. Sobald sie an der Leine sind, entfaltet sich ihre unbändige Energie in Form von Springen, Jaulen und freudigem Bellen. Welsh Terrier vertragen strengen Frost gut und kommen auch mit Hitze gut zurecht.
Sie können Ihren Welsh Terrier mit Fertigfutter oder Naturfutter füttern. Bei intensiver körperlicher Aktivität sollten die Portionsgrößen und die Kalorienzufuhr erhöht werden. Sauberes Trinkwasser sollte stets verfügbar sein.
Welsh Terrier sind sehr aktiv und brauchen regelmäßige, ausgiebige Spaziergänge. Ein Spaziergang an der Leine reicht nicht aus – sie benötigen aktives Spielen, Abwechslung und die Möglichkeit, ihre Energie abzubauen. Ein Welsh Terrier jagt begeistert Spielzeug, spielt aktiv mit seinem Besitzer, schwimmt oder lernt neue Kommandos. Nur durch die Kombination von körperlicher Aktivität und geistiger Anregung bleibt ein Hund ausgeglichen und glücklich.
Ohne ausreichend Bewegung und Beschäftigung langweilt sich ein Hund schnell, was sich oft auf sein Verhalten auswirkt. Selbst das Leben in einem eigenen Haus löst das Problem nicht: Freilauf im Garten ist kein Ersatz für einen ausgiebigen Spaziergang. Welsh Terrier brauchen täglich mindestens eineinhalb bis zwei Stunden Auslauf außerhalb des Gartens. Diese Rasse eignet sich für Menschen, die gerne aktiv Zeit mit ihrem Hund verbringen, während diejenigen, denen dies nicht möglich ist, sich nach ruhigeren Hunden umsehen sollten.

Pflege
Welsh Terrier benötigen, wie viele andere drahthaarige Hunderassen, regelmäßiges Trimmen. Dabei wird das reife Fell von Hand oder mit einem speziellen Werkzeug gezupft. Das Trimmen beginnt im Alter von 2,5 bis 3 Monaten. In diesem Alter wird das Fell am ganzen Körper, außer an Schnurrhaaren und Bart, gezupft. Mit zunehmendem Alter des Welpen ändert sich das Trimmmuster. Hundeausstellungen werden nach dem Ausstellungsschema vorbereitet. Haustiere werden zwei- bis viermal jährlich getrimmt. Bei Arbeitshunden wie Terriern werden die Haare in Abständen gezupft, damit sie rechtzeitig für Training, Wettkämpfe oder die Jagd nachwachsen können. Die Haarwachstumsperiode beträgt 1,5 bis 2,5 Monate.
Baden Sie Ihren Hund alle drei bis vier Wochen. Verwenden Sie Shampoo und Spülung, die für seinen Felltyp geeignet sind. Hunde, die in Zwingern gehalten werden, sollten im Sommer nur Tropfen erhalten; im Winter ist das Bürsten des Fells mit Schnee hilfreich. Weitere Hygienemaßnahmen umfassen die wöchentliche Ohrenreinigung, das Schneiden der Krallen nach Bedarf und regelmäßiges Zähneputzen.
Gesundheit und Lebenserwartung
Welsh Terrier sind robuste Hunde mit starker Gesundheit und günstiger Genetik. Die Rasse ist nur für wenige erbliche Gesundheitsprobleme anfällig:
- Augenkrankheiten (Katarakt, Linsenluxation, Glaukom);
- Allergie;
- Schilddrüsenfunktionsstörung (Hypo- oder Hyperthyreose);
- Dermatologische Erkrankungen;
- EpilepsieDie
Für die Gesundheit eines Welsh Terriers sind eine artgerechte, ausgewogene Ernährung und regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen unerlässlich. Dazu gehören jährliche Impfungen, die regelmäßige Behandlung gegen äußere und innere Parasiten sowie routinemäßige Gesundheitschecks. Die Lebenserwartung liegt bei 14 bis 16 Jahren.
Ernährung des Welsh Terriers
Der Welsh Terrier ist eine aktive und temperamentvolle Rasse, daher hat eine ausgewogene Ernährung direkten Einfluss auf seine Gesundheit, Ausdauer und sein Aussehen. Zunächst müssen sich Besitzer für eine Fütterungsform entscheiden: Fertigfutter oder eine Ernährung aus natürlichen Zutaten.
Eine artgerechte Ernährung erfordert eine sorgfältige Planung und einen gewissen Ernst. Die richtige Futterration selbst zusammenzustellen, ist ohne Fachwissen äußerst schwierig. Daher empfiehlt es sich, einen Tierernährungsexperten zu konsultieren. Dieser berechnet den täglichen Kalorienbedarf, bestimmt das optimale Verhältnis von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten und berät hinsichtlich der geeigneten Futtermittel für die jeweilige Rasse, unter Berücksichtigung von Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand. Typischerweise umfasst eine artgerechte Ernährung gekochtes, mageres Fleisch, fermentierte Milchprodukte, Getreide wie Reis und Buchweizen, Pflanzenöle sowie geeignetes Gemüse und Obst.
Bei der Fütterung mit natürlichem Futter sollte besonderes Augenmerk auf Vitamin- und Mineralstoffpräparate gelegt werden. Eine Selbstmedikation ist nicht empfehlenswert: Eine falsche Dosierung kann sowohl zu Mangelerscheinungen als auch zu Überdosierungen bestimmter Elemente führen, was häufig Haut- und Fellprobleme oder allergische Reaktionen zur Folge hat. Die Auswahl der Präparate sollte daher von einem Tierarzt getroffen werden, der die individuellen Bedürfnisse des Hundes berücksichtigt.
Einen Welpen auswählen
Bevor Sie sich für einen Welpen entscheiden, sollten Sie sich überlegen, welche Rolle der Welsh Terrier spielen soll. Soll er ein Jagdbegleiter, ein Sporthund oder einfach ein Familienhund sein? Wenn Ihr Wissen über die Rasse sich auf Online-Artikel und Fotos beschränkt, ist es ratsam, den Hund persönlich kennenzulernen. Ob Sie einen Welpen aus einer Zuchtstätte oder von einem privaten Züchter kaufen, ist Ihre persönliche Entscheidung. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass ein Hund ohne Papiere keine Chance auf eine Ausstellungskarriere hat und nicht zur Zucht eingesetzt werden sollte. Es empfiehlt sich, die Elterntiere kennenzulernen und deren Intelligenz, Charakter, Gesundheit und Aussehen zu beurteilen. Seriöse Züchter vermeiden die Zucht von Hunden mit psychischen Problemen, Erbkrankheiten oder Fehlbildungen. Solche Hunde können jedoch von Hobbyzüchtern durchaus zur Zucht eingesetzt werden.
Achten Sie bei der Welpenauswahl auf seine Gesundheit. Der Welpe sollte aktiv, neugierig und nicht aggressiv sein und einen gesunden, gut genährten Eindruck machen. Im Alter von zwei bis drei Monaten sollte er entwurmt und geimpft sein; dies wird im Heimtierausweis vermerkt. Reinrassige Hunde besitzen eine Geburtsurkunde (Welpenpapiere), die später in einen Stammbaum umgewandelt wird.
Preis
Welsh-Terrier-Welpen der Liebhaberklasse kosten zwischen 10.000 und 20.000 Rubel. Vielversprechende Welpen gibt es ab 25.000 Rubel. Gebrauchte Welsh-Terrier-Welpen kosten zwischen 5.000 und 10.000 Rubel. Arbeitshunde können teurer sein.
Fotos
Fotos von Welsh-Terrier-Welpen und ausgewachsenen Hunden. Die Galerie enthält Fotos von Welsh Terriern bei der Jagd, im Haus und beim Spaziergang.
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