Weimaraner
Der Weimaraner ist eine dieser Rassen, die man einfach nicht übersehen kann. Atemberaubende Eleganz, außergewöhnliche Fellfarbe, ausdrucksstarker Blick und die unbändige Energie eines geborenen Jägers. Diese Rasse, so tugendhaft sie auch sein mag, ist nicht für jeden geeignet. Ein anderer Name für diese Rasse ist Weimaraner.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Graue Jagdhunde sind in Frankreich seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Die Rasse soll unter Ludwig IX., dem Heiligen Ludwig, entstanden und sich weiterentwickelt haben. Einige Historiker vermuten, dass der Monarch solche Jagdhunde vom Siebten Kreuzzug mitbrachte. Lange Zeit wurden sie sogar als „Ludwigs Hunde“ bezeichnet. Unter diesem Namen werden sie in Gaston de Foix’ „Buch der Jagd“ aus dem 14. Jahrhundert erwähnt. Hunde, die dem Weimaraner ähneln, sind auf vielen mittelalterlichen Wandteppichen und Gemälden abgebildet. Ihr Jagderfolg war so bemerkenswert, dass viele Königshöfe in Europa dem französischen Beispiel folgten und begannen, graue Jagdhunde zu züchten.
Die Rasse wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Weimaraner erwähnt. Damals waren graue Hunde in Deutschland, insbesondere in der Gegend um Weimar, beliebt. 1880 wurden Weimaraner erstmals in Berlin ausgestellt, galten aber als Mischlinge. Daraufhin beschloss Karl August, Herzog von Weimar, diese Ungerechtigkeit zu korrigieren. Er kreuzte seine Weimaraner mit dem Blut anderer Rassen und begann, eine eigenständige Rasse zu schaffen.
Jäger nennen Weimaraner „silberne Geister“, weil sie bei der Jagd katzenartig, treffsicher, schnell und lautlos sind.
1896 erkannte die Kommission die Rasse schließlich als eigenständige Rasse an. Mehrere Sportler und Jäger gründeten den Deutschen Weimaraner-Club und züchteten Hunde ausschließlich für Arbeitszwecke. Um einen Welpen zu erwerben, musste man Mitglied im Club werden. Schließlich wurde es selbst in Deutschland praktisch unmöglich, einen Weimaraner zu kaufen. Im Übrigen hat sich die deutsche Haltung bis heute kaum verändert: Arbeitseigenschaften werden höher bewertet, mitunter auf Kosten des Aussehens. In vielen Ländern, insbesondere in Russland, ist es deutlich einfacher, einen Welpen mit guten Arbeitseigenschaften und ansprechendem Aussehen zu finden.
Videorezension der Hunderasse Weimaraner:
https://youtu.be/AeLzl6Y29Sc
Erscheinungsbild und Standards
Der Weimaraner ist ein Arbeitshund, drahtig und muskulös, mit kräftigem, aber dennoch anmutigem Körperbau und überdurchschnittlicher Größe. Er wiegt 25–40 kg und hat eine Schulterhöhe von 50–70 cm, wobei das Geschlecht deutlich erkennbar ist. Sein Gang ist lang und fließend. Im Galopp ist er kraftvoll und raumgreifend, im Trab hält er den Rücken gerade.
Kopf und Schnauze
Der Schädel sollte im Verhältnis zu Kopf und Körper stehen. Die Jochbögen sind hinter den Augen sichtbar. Der Stop ist fließend. Die Schnauze ist lang und rechteckig. Der Nasenrücken ist gerade, kann leicht gewölbt, aber nicht konkav sein. Die Augen sind rund und bernsteinfarben (von dunkel nach hell). Die Hängeohren stehen eng beieinander und sind hoch angesetzt. Die Ohrmuscheln sind breit und lang. Die abgerundeten Spitzen reichen bis zum Mundwinkel. Wenn der Hund aufmerksam ist, sind die Ohren nach vorn gerichtet. Die Nase ist markant, breit und fleischfarben.
Körperbau
Der Hals ist trocken und verbreitert sich zu den Schultern hin, mit einer leicht konvexen Rückenlinie im Profil. Der Rücken ist fest und gerade. Die Kruppe ist mäßig abfallend. Die Brust ist breit und ausreichend tief. Die Rippen sind gut gewölbt und lang. Die Bauchlinie ist leicht aufgezogen. Die Läufe sind hoch, gerade und parallel gestellt. Die Zehen sind gut gewölbt. Die Krallen sind hell oder dunkel, und die Ballen sind pigmentiert und hart. Die Haut ist straff und liegt eng am Körper an.
Fell und Farben
Anhand der Qualität und Länge ihres Fells werden Weimaraner in zwei Typen unterteilt:
- Kurzhaarige Katzen zeichnen sich durch ein sehr dichtes, kurzes Deckhaar aus, das eng am Körper anliegt. Sie haben entweder keine oder nur eine sehr spärliche Unterwolle.
- Langhaarkatzen zeichnen sich durch ein weicheres, längeres Deckhaar mit spärlicher Unterwolle aus. Das Haar an den Ohransätzen ist leicht gewellt und fällt herab. Das Deckhaar ist 3–5 cm lang, an Hals, Bauch und Brust etwas länger, und an Schwanz und Beinen ist die Befederung deutlich sichtbar.
Das Fell ist in verschiedenen Grautönen erhältlich. Es gibt drei Hauptfarben: Silbergrau, Graubraun und Mausgrau. Das Fell an Kopf und Ohren ist etwas heller. Weiße Abzeichen sind nur an Brust und Zehen zulässig.

Charakter- und psychologisches Porträt
Weimaraner sind intelligente und fleißige Hunde, die ihren Besitzern treu ergeben sind, anderen Familienmitgliedern gegenüber anhänglich und Gästen gegenüber freundlich, Fremden gegenüber jedoch wachsam und misstrauisch. Sie verstehen sich gut mit Kindern, wenn sie frühzeitig mit ihnen in Kontakt kommen. Im Allgemeinen sind sie gesellig und freundlich, voller Energie und mit einem ausgeprägten Jagdinstinkt.
Der intelligente und kräftige Weimaraner ist sehr stolz und unabhängig und kann daher versuchen, eine dominante Position einzunehmen. Er erkennt schnell seine treuesten Gefährten und nutzt dies aus. Obwohl er von Natur aus nicht aggressiv ist, verteidigt der Weimaraner seine Familie, wenn nötig, und greift jeden Angreifer furchtlos an. Er versteht sich gut mit anderen Hunden, besonders wenn er von klein auf gut sozialisiert wurde, wird aber einer streunenden Katze wohl kaum unvorsichtig begegnen.
Weimaraner können mitunter sehr stur und unabhängig sein. Sie brauchen ständige Nähe zu Menschen und können weder in einer Box gehalten noch längere Zeit allein gelassen werden. Dies kann bei der Welpenerziehung oft erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Bekommt ein Hund zudem nicht die Möglichkeit, sich auszudrücken, kann er unerwünschte Charaktereigenschaften entwickeln, wie etwa irrationales Verhalten, Hartnäckigkeit, Zerstörungswut oder sogar Aggression.
Die Jagdfähigkeiten des Weimaraners sind natürlich am stärksten ausgeprägt, aber sein hohes Maß an Sozialisierung, Intelligenz und Anpassungsfähigkeit macht ihn zu einem hervorragenden Haustier und Begleiter.

Training und Übung
Der Weimaraner ist gut trainierbar, jedoch sollte beim Training keine körperliche Gewalt angewendet werden, da der Hund sonst misstrauisch und ängstlich werden kann. Wenn ein erfahrener Besitzer sich Zeit für ihn nimmt, kann er ihm helfen, sich gut zurechtzufinden. Ausbildung Bei ausreichend Zeit wird der Hund erstaunliche Gehorsamsleistungen vollbringen können, aber das wird viel Zeit und Mühe erfordern.
Dank ihres hochentwickelten Geruchssinns und ihrer Intelligenz werden Weimaraner bei Such- und Rettungseinsätzen eingesetzt, aber der Hauptzweck des Hundes bleibt die Unterstützung bei der Jagd.
Ausreichend Bewegung ist unerlässlich. Planen Sie täglich zwei Spaziergänge von jeweils ein bis zwei Stunden ein, inklusive Spielzeit und Freilauf. Es ist wichtig, dass Ihr Hund seine Energie abbauen kann, sei es durch die Jagd oder verschiedene Sportarten (Coursing, Frisbee, Agility, Pitch-Go). Vor der Jagdsaison ist eine gute Vorbereitung wichtig. Intensives Training, wie zum Beispiel Läufe von 5 bis 7 km, stärkt Herz und Lunge und macht Ihren Hund widerstandsfähiger und kräftiger.
Jagen mit einem Weimaraner
Weimaraner werden bereits im Welpenalter von sechs Monaten an die Jagd herangeführt. In diesem Alter ist ihr Jagdtrieb am stärksten ausgeprägt, und sie entwickeln und erlernen Fähigkeiten am schnellsten. Eine konsequente Ausbildung fördert die Disziplin im Revier. Weimaraner werden zunächst für die Vogeljagd ausgebildet. Nach zwei bis drei erfolgreichen Jagdsaisons werden sie zur Jagd mit der Spornschnauze ausgebildet.

Wartung und Pflege
Das ideale Zuhause für einen Weimaraner ist ein privates Haus mit viel Auslauf und einem warmen Schlafplatz in der Nähe der Familie. In der Stadt fühlt sich ein Weimaraner unwohl. Am wichtigsten für die Haltung eines Weimaraners ist ein großer Wald oder Park in der Nähe des Hauses oder der Wohnung, wo er aktiv ohne Leine spazieren gehen kann. Ein Weimaraner sollte einen geräumigen Schlafplatz mit einem ebenen, mäßig festen Untergrund haben. Für Winterspaziergänge bei Minusgraden ist ein warmer Overall oder eine Decke erforderlich.
Der Weimaraner ist ein energiegeladener Jagdhund, der sich für aktive Menschen mit viel Zeit oder für Jäger eignet. Die Rasse ist nicht die beste Wahl für ältere oder vielbeschäftigte Personen oder für Stadtfamilien mit kleinen Kindern.
Pflege
Die Fellpflege ist einfach. Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Haare mit einem speziellen Gummihandschuh für kurzhaarige Hunde oder einem feuchten Handtuch. Bürsten Sie das Fell während des Fellwechsels etwas häufiger. Baden Sie Ihren Hund nach Bedarf, in der Regel einmal im Monat. Halten Sie Augen und Ohren sauber.
Fütterung
Die Fütterung erfordert besondere Aufmerksamkeit, da diese Rasse anfällig für Futtermittelallergien und Magenblähungen ist. Der Besitzer entscheidet über die geeignetste Fütterungsmethode. Dies kann eine ausgewogene, natürliche Ernährung oder Fertigfutter umfassen. Wichtig ist ein regelmäßiger Fütterungsplan für Weimaraner. Sie sollten zwei Stunden vor oder nach dem Spaziergang portionierte Mahlzeiten erhalten. Das Futter sollte Zimmertemperatur haben und Trinkwasser jederzeit zur Verfügung stehen.

Gesundheit, Krankheit und Lebenserwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Weimaraners liegt bei 10–12 Jahren. Im Allgemeinen sind Weimaraner starke, robuste und widerstandsfähige Hunde, insbesondere wenn ihre Besitzer verantwortungsbewusst auf ihre Ernährung, ausreichend Bewegung und vorbeugende Maßnahmen achten.
Ein häufiges Problem sind Allergien. Darüber hinaus ist bekannt, dass die Rasse eine Reihe genetischer Defekte und eine Veranlagung zu verschiedenen Krankheiten aufweist:
- Magentorsion und Darm;
- Einstülpung des Augenlids;
- Districhiasis (Vorhandensein zusätzlicher Wimpern);
- Hornhautdystrophie;
- Hüftdysplasie;
- Kryptorchismus;
- Neigung zu Dermatitis (am häufigsten wird Interdigitaldermatitis beobachtet) sowie zu Demodikose;
- Im Erwachsenenalter ist die Entwicklung onkologischer Erkrankungen (Fibrosarkom, Melanom, Lipom) möglich.
Auswahl eines Weimaraner-Welpen und Preis
In den GUS-Staaten ist der Weimaraner keine sehr verbreitete Rasse. Welpen müssen oft im Voraus reserviert werden, am besten über einen seriösen Züchter. Vorsicht ist geboten, wenn man online einen Welpen auswählt. Betrüger und skrupellose Züchter geben häufig blaue und schwarze Welpen als Vertreter von Elitelinien mit ungewöhnlichen Farben aus. Tatsächlich entsprechen solche Farben nicht dem Rassestandard und führen zur Disqualifizierung.
Welpen von seriösen Züchtern reinrassiger Hunde sind im Durchschnitt für 800 US-Dollar erhältlich, wobei Exemplare mit hervorragenden Jagdeigenschaften deutlich mehr einbringen können. Hunde, die nicht für Ausstellungen oder die Zucht bestimmt sind, kosten im Durchschnitt 500 US-Dollar.
Fotos
Fotos von Weimaraner-Welpen und -Hunden:
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