Knoten unter der Haut bei Katzen: Was tun?
Bei Haustieren bilden sich häufig Wucherungen zwischen Haut und Muskeln. Diese können harmlos oder gefährlich sein. Sollten Sie also bei Ihrer Katze eine Beule unter der Haut bemerken, auch wenn diese nicht entzündet ist und keine Beschwerden oder Schmerzen verursacht, vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Tierarzt, um die Ursache der knotigen Verhärtung des Unterhautgewebes abzuklären und sie gegebenenfalls umgehend behandeln zu lassen.

Arten und Anzeichen subkutaner Formationen
Subkutane Neubildungen (Tumoren) können gutartig oder bösartig sein. Gutartige Tumoren stellen nur dann eine Gefahr dar, wenn sie eine beträchtliche Größe erreichen und benachbarte Organe komprimieren. Bösartige Tumoren (Sarkome und Fibrosarkome) verursachen Zellzerfall und Metastasierung und führen daher häufig zum Tod des Tieres.
Gutartige subkutane Tumoren werden je nach ihrer histologischen Struktur und ihren Entstehungsursachen in verschiedene Kategorien unterteilt:
- Ein Hämatom ist eine schmerzhafte Schwellung, die durch die Beschädigung kleiner Blutgefäße infolge einer Verletzung entsteht. Es ist typischerweise violett verfärbt („Bluterguss“), da sich Blut unter der Haut ansammelt, und kann mit einer lokalen Temperaturerhöhung einhergehen. Ein Hämatom kann sich entzünden und eine Zyste bilden.
- Infiltration nach der Injektion. Es bildet sich eine kleine Schwellung an der Injektionsstelle. Sofern keine Infektion vorliegt, verursacht diese dem Tier kaum oder gar keine Beschwerden und heilt von selbst ab.
- Ein Lipom ist ein weicher, subkutaner Knoten, der zum Wachstum neigt. Dieser Knoten, der sich unter der Haut einer Katze befindet, lässt sich bei Druck leicht verschieben und verursacht keine Beschwerden. Lipome entstehen aus Bindegewebe in Bereichen mit einer hohen Konzentration an Fettzellen und treten häufig am Bauch älterer Tiere auf.

- Kavernöses Hämangiom. Ein Gefäßwachstum, das als weiche, höckerige, knotige Gebilde von leuchtend roter oder bläulich-violetter Farbe erscheint.
- Syringoepitheliom. Dabei handelt es sich um eine veränderte Form eines Teils einer Schweißdrüse, die als bis zu 1,5 cm großer Knoten in Erscheinung tritt. Die Haut über dem Knoten behält in der Regel ihre normale Farbe, und der Tumor selbst verursacht dem Tier keine Beschwerden: Er ist weder schmerzhaft noch juckt er. Bei Katzen entwickelt sich diese Art von Neubildung häufig am Bauch.
- Abszess (Abszess, Abszess). Die Ursache für die Abszessbildung kann eine Wunde, ein Insektenstich, eine misslungene Injektion oder das Kratzen der Haut sein (zum Beispiel bei „Katzenräude“).» – NotoedroseAbszesse im Hals, Bauch oder Kopf einer Katze entstehen, wenn Bakterien in die geschädigte Haut eindringen. Sie sind schmerzhaft und können Fieber verursachen.
- Eine Zyste ist eine runde, mit Serom gefüllte Kapsel. Diese „Kügelchen“ können überall am Körper einer Katze auftreten und variieren in ihrer Größe von 2–3 mm bis zu mehreren Zentimetern. Zysten wachsen langsam und sind in der Regel schmerzlos. Meistens sind diese Wucherungen harmlos und entstehen durch eine verstopfte Talgdrüse (Atherome, Pilarzysten) oder einen verstopften Lymphknoten.

Eine kleine, kugelförmige Beule unbekannter Ursache unter der Haut am Hals oder Kopf einer Katze kann eine Zecke sein, die sich festgesaugt und Blut gesaugt hat. Sie sollte sorgfältig und vollständig entfernt werden, um zu verhindern, dass sich aus Insektenresten ein Abszess bildet. Eine Beule kann auch entstehen, wenn sich ein kleiner Fremdkörper unter der Haut der Katze festsetzt. Dieser Fremdkörper wird vom Unterhautgewebe eingeschlossen und erscheint als runde, harte Masse.
Diagnostik
Die Ursache mancher subkutaner Knoten bei Katzen lässt sich anhand ihres Aussehens bestimmen. So kann beispielsweise eine festsitzende Zecke durch eine sorgfältige Untersuchung des Besitzers leicht entdeckt werden. Ein erfahrener Tierarzt kann in der Regel ein Lipom, einen Abszess oder ein Hämatom sicher diagnostizieren.
Zur Diagnosestellung erhebt der Tierarzt zunächst die Krankengeschichte der Katze: Alter, Vorerkrankungen, Dauer des Befundes, Wachstum und Beschwerden des Tieres. Anschließend tastet er den Tumor und das umliegende Gewebe ab, um Größe, Verschieblichkeit und den Zustand der nahegelegenen Lymphknoten zu beurteilen.
Wichtig zu wissen! Die meisten gutartigen Tumore haben scharfe Ränder, eine geringe Dichte und eine glatte Oberfläche. Bösartige Tumore zeichnen sich durch unscharfe Ränder und eine unebene Oberfläche aus und wachsen in der Regel auch schnell.
In vielen Fällen sind weitere Untersuchungen erforderlich, um eine genaue Diagnose zu stellen. Dazu gehören histologische oder zytologische Untersuchungen zur Bestimmung der Struktur des Tumors sowie die Analyse des Tumorinhalts zum Nachweis von Bakterien, Pilzen oder anderen Erregern. Eine Biopsie, bei der eine kleine Gewebeprobe des Tumors zur zytologischen Untersuchung entnommen wird, ermöglicht eine eindeutige Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren.

Behandlung
Die Behandlung einer subkutanen Raumforderung bei einer Katze richtet sich nach der Art des Tumors, seiner Größe und den klinischen Symptomen. Einige gutartige subkutane Tumoren bedürfen keiner Behandlung. Beispielsweise benötigen ein Hämatom, ein unkompliziertes Infiltrat nach einer Injektion oder ein kleines, nicht wachsendes Lipom keine Behandlung. Große Lipome, kavernöse Hämangiome und Schweißdrüsenepithelome werden in der Regel unter örtlicher Betäubung operativ entfernt.
Subkutane Tumore wie Abszesse und Zysten erfordern eine komplexere Behandlung. Sollten bei Ihrer Katze subkutane Abszesse festgestellt werden, kontaktieren Sie bitte Ihren Tierarzt. Dort wird ein Spezialist die Abszesshöhle öffnen, den Eiter ablassen und die Höhle anschließend mit Furazilin oder Wasserstoffperoxid desinfizieren. Der Eingriff kann bei Bedarf wiederholt werden. Um einer Infektion vorzubeugen, kann Ihrer Katze eine Antibiotikabehandlung verschrieben werden.
Vorsicht! Viele Katzenbesitzer glauben, dass sie einen Abszess einfach ausdrücken können und die Wunde von selbst schnell verheilt. Tierärzte halten dies für gefährlich. Es besteht ein hohes Risiko, Krankheitserreger in die offene Wunde einzubringen, und unsachgemäße Bewegungen beim Entfernen des Wundsekrets können dazu führen, dass es tiefer in die Wunde eindringt, was ein erneutes Auftreten eines schweren Abszesses zur Folge haben kann.
Zysten treten, trotz der allgemeinen Bezeichnung für diesen Tumor, in verschiedenen Formen auf:
- Atherome sind kleine, bis zu 2,5 cm große, dichte Zysten, die mit Talg gefüllt sind;
- Pilarzysten entstehen durch Verstopfung der Talg- oder Schweißdrüsen;
- Keratinisierte Zysten sind hohle Tumore, die mit einer quarkartigen Substanz gefüllt sind: keratinisierte Epidermiszellen und Fettpartikel;
- Follikuläre Zysten. Sie sind die häufigste Art von subkutanen Zysten und bestehen aus mit seröser Flüssigkeit gefüllten Säckchen.
Vorsicht! Enthält eine Zyste eine Kolonie von Parasiten (Alveolarbandwürmer oder Echinococcus-Helminthen), kann sie für andere, einschließlich Menschen, gefährlich sein.
Ist die Zyste klein, weich, nicht ansteckend, nicht parasitär und verursacht keine Schmerzen oder Beschwerden, empfiehlt Ihr Tierarzt möglicherweise eine Beobachtung anstelle einer Entfernung. Kleine subkutane Zysten heilen oft von selbst ab; wächst die Zyste jedoch, ist eine Operation notwendig.

Das Einfrieren mit flüssigem Stickstoff und die Zerstörung mit Hochfrequenzströmen (Elektrokauterisation) sind heute weit verbreitete Methoden zur Entfernung gutartiger subkutaner Tumore. Diese Verfahren minimieren das mit chirurgischen Eingriffen verbundene Trauma.
Bösartige subkutane Tumoren im Frühstadium werden chirurgisch entfernt, wobei auch das umliegende Gewebe mitentfernt wird. Dadurch wird das Risiko eines erneuten Auftretens verringert. Im Anschluss an die Operation erhält das Tier eine regenerative Therapie. Chemotherapie und Strahlentherapie werden bei Katzen nur selten angewendet.
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