Können Katzen schwimmen?
Ein weit verbreitetes Vorurteil über Katzen ist, dass sie Wasser nicht mögen. Diese Annahme ist nicht unbegründet und hängt mit den natürlichen Gewohnheiten der Tiere zusammen. Aber können Katzen schwimmen? Wie viele andere Säugetiere sind sie diesem Element nicht hilflos ausgeliefert und können bei Bedarf ein Gewässer durchqueren. Einige Wildkatzen jagen sogar im Wasser, und bestimmte Hauskatzenrassen sind wasserliebender.
Einstellung zum Wasser
Die meisten Katzen mögen Baden und Nässe überhaupt nicht, obwohl einige Einzelgänger es lieben, im Wasser zu planschen und herumzutollen. Manchmal springen sie sogar von selbst in die Badewanne, wenn ihr Besitzer da ist. Das kommt aber selten vor.

Die Abneigung von Hauskatzen gegen Wasser ist genetisch bedingt und reicht bis in die Zeit vor der Domestizierung zurück. Warum entstand diese Verhaltensweise? Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Mögliche Unterkühlung. Katzen haben eine Luftschicht zwischen Fell und Haut. Diese wirkt wie eine Thermoskanne und schützt das Tier vor Überkühlung. Bei Nässe verliert diese Schicht ihre Schutzfunktion, und das Tier kann erfrieren. Haustiere sind diesem Risiko natürlich nicht ausgesetzt, doch die Angst vor Unterkühlung ist genetisch bedingt und kann lebensbedrohlich sein.
- Mögliche Überhitzung. Derselbe Luftspalt schafft optimale Bedingungen für die Aufrechterhaltung der normalen Körpertemperatur bei heißem Wetter. Funktioniert er nicht richtig, ist die Wärmeregulation beeinträchtigt.
- Es entsteht ein starker Geruch. Nasses Fell verströmt einen ausgeprägteren Geruch, der von Beutetieren wahrgenommen werden kann. Katzen jagen, indem sie ihre Beute anpirschen und aus dem Hinterhalt angreifen. Deshalb bewegen sie sich so leise. Der Geruch von nassem Fell kann auch ihren Standort verraten. Dies kann die Aufmerksamkeit eines größeren Raubtiers auf sich ziehen und die Katze zur Beute machen.
- Infektionsgefahr. Nasses Fell zieht mehr Schmutz an, der verschiedene Bakterien beherbergen kann. Beim Ablecken gelangen diese Bakterien in den Körper und können Krankheiten verursachen.
Großkatzen (Tiger, Pumas, Löwen) hingegen schwimmen gern und müssen sich keine Sorgen um Überhitzung oder Unterkühlung machen. Sie verfügen über ein effizienteres Wärmeregulationssystem, das auch im nassen Zustand seine Funktion nicht verliert.

Hinweis! Die Vorliebe eines Haustiers für Wasseraktivitäten hängt stark von seinem Charakter ab. Manche Tiere haben sogar Angst vor dem Geräusch von Wasser, während andere vergnügt in der Badewanne oder im Pool planschen.
Können Katzen schwimmen?
Trotz ihrer Abneigung gegen Wasser sind Katzen ausgezeichnete Schwimmer. Sie können hervorragend auf dem Wasser treiben, tauchen aber nur ungern hinein. Sie können Gewässer durchschwimmen und darin jagen.
Tiere können schon als Kätzchen schwimmen. Diese Fähigkeit hat sich im Laufe der Evolution entwickelt und ist mit dem Überleben verbunden. In bestimmten Situationen, in denen ihr Leben bedroht ist, können sie in ein Gewässer springen und normal schwimmen. Solche Situationen sind beispielsweise:
- Angriff durch ein großes Raubtier;
- Flut;
- Nahrungsbeschaffung in einem Gewässer (falls man an Land nichts fangen konnte);
- Die Umgebungstemperatur ist zu hoch.
Katzen schwimmen wie Hunde, indem sie mit ihren Pfoten Wasser unter sich schöpfen. Sie sind darin sehr geschickt und können, wenn nötig, längere Zeit im Wasser bleiben.
Sie sollten Ihr Haustier jedoch nicht zum Schwimmen zwingen oder es ins Wasser werfen, um seine Fähigkeiten zu testen. Dies verstärkt nur die negative Einstellung gegenüber Wasseraktivitäten, und wenn das Tier tatsächlich gebadet werden muss, wird es sich heftig wehren.

Rassemerkmale
Alle Katzen sind gute Schwimmer. Es gibt jedoch bestimmte Rassen, die Wasseraktivitäten besonders genießen. Dazu gehören:
- Maine Coons sind große, flauschige Haustiere, die in den Vereinigten Staaten beheimatet sind. Trotz ihrer Größe sind sie sehr freundlich und nicht aggressiv. Sie sind außerdem für ihre Gemütlichkeit bekannt und lieben es, zu schlafen und zu entspannen. Beim Baden sind sie jedoch besonders ausgelassen und verspielt. Besitzer sollten sich daher im Voraus darauf vorbereiten, da die Katze von Kopf bis Fuß nass werden kann.
- Amerikanischer BobtailDiese Rasse, ein weiterer Vertreter der Hauskatzenfamilie aus den Vereinigten Staaten, weist viele hundeähnliche Eigenschaften auf. Diese Katzen sind leicht zu erziehen, brauchen Spaziergänge und genießen es, gebadet zu werden.
- Türkischer LieferwagenDies ist eine einzigartige Wasservogelrasse. Ihre Vertreter besitzen sogar kleine Schwimmhäute an den Vorderpfoten. Ihre sechs Füße sind wasser- und schmutzabweisend, sodass ihnen Nässe nichts ausmacht. Die Türkisch Van ist aktiv und verspielt, jagt gerne kleine Nagetiere und Insekten und ist auch ein guter Begleiter beim Angeln.
- BengalkatzeSie haben kurzes, sehr weiches Fell mit einem markanten Muster, das sie einem Leoparden ähneln lässt. Bengalkatzen sind intelligent, neugierig und eigenwillig. Sie lieben Zuneigung, lassen sich diese aber nicht aufzwingen. Dasselbe gilt fürs Baden: Sie sind zwar von Natur aus gute Schwimmer, entscheiden aber selbst, wann sie baden gehen.
- Soukok (Afrikanische Kurzhaarkatze). Die Hauptmerkmale dieser Rasse sind ihr charakteristisches Fell (das an ein Wildtier erinnert) und die verlängerten Hinterbeine. Diese Katzen sind anhänglich und aktiv und spielen gerne an Land und baden. Sie lieben es, in der Badewanne herumzutollen und mit dem Wasserhahn oder ihrem Spielzeug zu spielen.

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