Staphylokokkeninfektionen bei Hunden: Symptome und Behandlung
Staphylococcus aureus ist immer im Körper von Hunden vorhanden, bleibt aber meist inaktiv und gehört zur normalen Hautflora des Tieres. Wenn das Immunsystem des Hundes geschwächt ist oder Staphylokokken in eine günstige Umgebung gelangen, vermehren sie sich und können Schäden verursachen. Je nach betroffenem Bereich treten unterschiedliche Symptome auf, die eine spezifische Behandlung erfordern.

Inhalt
Ursachen einer Staphylokokkeninfektion
Der Sommer gilt als „Staphylokokken-Saison“, da Spaziergänge und der Kontakt mit anderen Tieren häufiger und länger werden. Selbst wenn Tierhalter die Gesundheit ihres Haustiers sorgfältig im Auge behalten, können sie nicht garantieren, dass ihr Hund sich beim Spaziergang nicht mit aktiven Bakterien von anderen Tieren ansteckt.
Die Tücke von Staphylokokkeninfektionen liegt darin, dass die Erkrankung primär oder sekundär auftreten und sich im Rahmen anderer Erkrankungen entwickeln kann, was die Diagnose erheblich erschwert. Die Hauptursachen für eine Reaktivierung von Staphylokokkeninfektionen sind:
- Diabetes mellitus.
- Hoher Kohlenhydratgehalt im Körper.
- Avitaminoseinsbesondere ein Mangel an den Vitaminen A, B und E.
- Eine Erkrankung der inneren Organe, am häufigsten der Leber und der Nieren.
- Saisonale allergische Reaktionen des Körpers.
- Geschwächtes Immunsystem.
- Vergiftung.
- Floh- und Zeckenbefall, insbesondere Demodex.
- Dermatitis unterschiedlicher Pathogenese.
Nicht alle Hunde sind für diese Krankheit anfällig. Überraschenderweise besitzen Mischlinge das stärkste Immunsystem und können Infektionen widerstehen. Welpen, ältere Tiere und Hunde, die sich von einer Krankheit erholen, sind gefährdet.

Bakterienarten, die den Körper des Tieres infizieren
Kokken werden in zwei Typen unterteilt:
- Epidermale Bakterien. Diese Organismen verstoffwechseln keine Glukose und produzieren keine Koagulase. Staphylococcus epidermidis ist meist auf der Haut lokalisiert, kann aber unbehandelt in den Körper des Hundes eindringen und Erkrankungen lebenswichtiger Organe verursachen.
- Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das Glucose fermentiert. Kokken dieses Stammes sind nicht nur auf der Haut aktiv, sondern befallen auch innere Organe und den Blutkreislauf. Staphylococcus aureus ist bei Hunden besonders schwer zu behandeln, da selbst Spezialisten anfangs oft keine korrekte Diagnose stellen.
Infektionswege
Staphylococcus aureus ist eine faktorabhängige Erkrankung. Bakterien können lange Zeit symptomlos auf der Haut eines Tieres überleben; erst das Zusammenwirken zweier Faktoren löst die Erkrankung aus: die Aktivität des Erregers (Bakterien) und ein geschwächtes Immunsystem. Die Haut dient als Barriere gegen das Eindringen der Kokken in den Körper, doch eine Schädigung der Dermis verhindert nicht immer eine Infektion. Tiere besitzen Antikörper, die Bakterien abwehren können, und bei einem geschwächten Immunsystem sinkt deren Konzentration rapide.
Bei epidermalen Staphylokokkeninfektionen vermehren sich die Bakterien an der Stelle der Gewebeschädigung und verursachen eine Entzündung. Der Körper regt daraufhin die Produktion von Neutrophilen an, die nicht nur die Erreger bekämpfen, sondern auch beschädigte Blutgefäße verschließen und Fibrin absondern. Fibrin ist ein widerstandsfähiges Material, das eine Schutzbarriere bildet und so ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindert. An dieser Stelle bildet sich allmählich ein Abszess. Versagt das Immunsystem nicht, kommt die Infektion hier zum Stillstand.
Die Infektion mit dem goldenen Stamm verläuft deutlich einfacher, die Krankheit ist jedoch schwieriger zu erkennen. Hunde können mit den Bakterien verunreinigtes Wasser trinken oder sich im Freien mit etwas vom Boden infizieren. Ansonsten ähnelt der Infektionsverlauf dem der epidermalen Form.

Symptome von Staphylokokkeninfektionen bei Hunden
Je früher der Besitzer den Krankheitsverlauf bemerkt, desto schneller kann er sein Tier behandeln. Meistens beginnt die Erkrankung an den Pfoten, da diese beim Spaziergang am verletzungsanfälligsten sind. Ohren und Hals sollten ebenfalls genau beobachtet werden. Im Anfangsstadium einer Staphylokokkeninfektion beim Hund tritt starker Juckreiz auf, weshalb Besitzer Verhaltensänderungen bei ihrem Tier oft übersehen und sie fälschlicherweise Allergien oder einem Flohbefall zuschreiben.
Nach einiger Zeit treten Schwellungen und Rötungen an den Stellen auf, an denen sich die Bakterien vermehren. Dies lässt sich am einfachsten bei kurzhaarigen Tieren feststellen. Die Flecken sind meist rund und werden oft mit anderen Symptomen verwechselt. beraubtAn der betroffenen Stelle kann es zu Haarausfall kommen. Um eine Kokkeninfektion festzustellen, drücken Sie einfach auf die Stelle; dies verursacht dem Hund Schmerzen. Mit der Zeit bildet sich an der geröteten Stelle ein Abszess.

Die Gefahr besteht darin, dass die Haarfollikel in den pathologischen Prozess einbezogen werden und sich folgende Krankheiten entwickeln:
- Follikulitis, die sich durch die Bildung roter, eitriger Knoten äußert. Sie tritt am häufigsten am Kopf, in der Leistengegend und an den Pfoten auf;
- Furunkulose ist eine Läsion der Haarfollikel mit pathologischer Veränderung der Hautdrüsen. Sie entwickelt sich in Bereichen mit dünner Haut;
- Karbunkel sind tiefe Hautwucherungen, die bis ins Unterhautgewebe reichen. In diesem Stadium leiden Hunde unter starken Schmerzen und entwickeln häufig Fieber.
Diese Anzeichen sind charakteristisch für Staphylococcus epidermidis. Bei einer Infektion mit Staphylococcus aureus können neben lokalen Hautreaktionen auch Symptome einer allgemeinen Vergiftung auftreten. Bei jungen Hunden zeigen sich alle Vergiftungssymptome im Anfangsstadium, was die Diagnose erschwert. Mit fortschreitender Infektion wird das klinische Bild deutlicher. Je nachdem, wo der Erreger eingedrungen ist, treten spezifische Symptome auf.
- Entzündliches Hautsyndrom, bei dem die Dermis auf geringste Reizstoffe reagiert.
- Urogenitale Erkrankung. Das Tier wird unruhig, seine Körpertemperatur steigt, es uriniert häufiger, und bei weiblichen Tieren tritt vaginaler Ausfluss auf. In fortgeschrittenen Fällen ist die Nierenfunktion beeinträchtigt, was zu einem Ungleichgewicht im Wasser-, Elektrolyt- und Stickstoffhaushalt führt.
- Entzündung der BrustdrüsenDiese Erkrankung betrifft säugende Hündinnen. Hauptsymptome sind geschwollene Zitzen und allgemeine Unruhe. Die Hündin lässt die Welpen nicht an sich heran, und in der abgepumpten Milch kann Eiter vorhanden sein.
- Ohrenerkrankung. Erste Anzeichen sind, dass der Hund den Kopf schüttelt, als wolle er etwas aus den Ohren schütteln. Im weiteren Verlauf tritt Ausfluss aus den Ohren auf.
- Verdauungsstörungen. Treten am häufigsten bei Welpen auf, da sich deren Darmflora noch entwickelt.
- Herzkrankheiten, meist Entzündungen der Herzinnenhaut.
- Augenkrankheiten: Lidrandentzündung (Blepharitis) oder Hornhautschädigung. Dieses Symptom ist am einfachsten zu erkennen, da das Tier reichlich eitrigen Ausfluss hat. Wird es nicht umgehend behandelt, kann das Tier erblinden.

Diagnosemethoden
Die Diagnose allein anhand äußerlicher Anzeichen ist sehr schwierig. Bei Verdacht auf Staphylokokkeninfektionen ist eine tierärztliche Untersuchung unerlässlich. Der Tierarzt wird eine Bakterienkultur zur Identifizierung des Erregers anlegen und eine Hautbiopsie entnehmen. Ein Allergietest ist obligatorisch. Häufig sind weitere Tests erforderlich, um Immunerkrankungen auszuschließen. Die Wahl der Behandlung hängt von der korrekten Identifizierung des Erregers ab, da verschiedene Kokkenarten unterschiedlich auf Antibiotika reagieren.
Behandlung von Staphylokokkeninfektionen bei Hunden
Der Behandlungserfolg hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Als erstes Medikament wird ein Antihistaminikum zur Linderung des Juckreizes verschrieben. Bei der epidermalen Form wird meist Chlorophyllipt verordnet, während die Wunden mit Dimethylsulfoxid oder Novocain-Kompressen gespült werden.
Bei geschwächtem Immunsystem werden Immunstimulanzien verabreicht. Diese regen das Wachstum von Phagozyten und T-Zellen an und stärken so die Abwehrkräfte des Tieres. APS, ein polyvalentes Staphylokokken-Anatoxin, wurde speziell für Hunde entwickelt und dient der aktiven Immunstimulation. Zur passiven Behandlung wird Hyperimmunserum eingesetzt.
Die Behandlung einer Staphylokokkeninfektion erfolgt mit Antibiotika. Die Standardbehandlungsdauer beträgt 21 Tage. In fortgeschrittenen Fällen werden die Medikamente bis zu 1,5 Monate lang verschrieben. Meist müssen drei Antibiotikaklassen gleichzeitig eingesetzt werden. Folgende Medikamente sind wirksam: Baytril, Quinocol, Enrosept, Ciprinol.

Die vierte Behandlungsphase besteht in der Verabreichung eines Staphylokokken-Bakteriophagen. Auch dies ist ein Virus, aber im Gegensatz zum Erreger tötet es die Kokken ab, anstatt deren Funktion zu beeinträchtigen.
Eine Infektion mit Staphylococcus aureus erfordert einen Besuch beim Tierarzt, denn selbst durch den Vergleich der Symptome bei Hunden ist es unmöglich, zu Hause die richtige Behandlung auszuwählen und das Tier zu retten.
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