Abführmittel für Katzen
Verstopfung ist ein häufiges Problem bei Katzen. Die Ansammlung von Kot im Dickdarm verursacht Unbehagen, kann zu Vergiftungen führen, die Funktion innerer Organe beeinträchtigen und bei anhaltender Verstopfung sogar tödlich enden. Daher antworten Tierärzte auf die Frage „Kann man einer Katze ein Abführmittel geben?“, dass dies möglich und notwendig ist, um Verstopfung zu lindern. Entscheidend ist die Wahl des richtigen Abführmittels.

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Wenn eine Katze ein Abführmittel benötigt
Verstopfung tritt am häufigsten bei älteren Katzen, kastrierten Katzen und Langhaarkatzen auf (da diese beim Putzen viele Haare verschlucken). Allerdings kann diese Erkrankung aus verschiedenen Gründen auch bei jungen Katzen und Kätzchen auftreten. Woran erkennt man das? Ihre Katze hat Verstopfung.?
Eine gesunde Katze hat mindestens einmal täglich Stuhlgang. Sollte Ihre Katze mehrere Tage keinen Stuhlgang gehabt haben, empfiehlt es sich, diesen mit einem Abführmittel oder traditionellen Hausmitteln gegen Verstopfung anzuregen. Am besten fragen Sie Ihren Tierarzt, welches Abführmittel für Ihre Katze geeignet ist. Als Orientierungshilfe können Sie sich jedoch an allgemein anerkannten Tiermedikamenten orientieren.

Wie wirken Abführmittel?
Es gibt verschiedene Gruppen von Abführmitteln, die auf unterschiedliche Weise wirken können:
- Sie regen die Darmperistaltik an, indem sie die Nervenendigungen an der Darmoberfläche chemisch oder mechanisch stimulieren. Dazu gehören Medikamente mit Isophenin oder Phenolphthalein sowie natürliche Präparate auf Basis von Faulbaumrinde, Sennesblättern und Rhabarber.
- Sie machen den Stuhl weicher und verbessern seine Gleitfähigkeit. Pflanzliche Öle wie Olivenöl, Vaseline, Leinöl, Sonnenblumenöl und Rizinusöl gehören zu dieser Gruppe von Abführmitteln.
- Sie verringern die Wasseraufnahme durch die Darmwände und erleichtern so die Stuhlentleerung. Zu diesen Abführmitteln gehören Sorbit, Calciumcarbonat, Agar-Agar und Magnesiumsulfat.
Das ist wichtig! Alle Abführmittel wirken symptomatisch; sie lindern nur vorübergehend unangenehme äußere Symptome. Um Verstopfung zu beseitigen, muss die Ursache gefunden und beseitigt werden. Eine ungesunde Ernährung, zu geringe Flüssigkeitszufuhr, Bewegungsmangel, Wurmbefall oder innere Erkrankungen, auch solche, die nicht mit der Verdauung zusammenhängen, können Verstopfung verursachen. Zur Diagnose ist in manchen Fällen eine Untersuchung erforderlich, die Blut- und Stuhltests oder eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens umfassen kann.

Medikamente
Die beliebtesten Abführmittel für Katzen sind Medikamente auf Lactulosebasis: Lactusan, DuphalacDas Disaccharid Lactulose ist ein Präbiotikum; es stellt die nützliche Darmflora wieder her und unterdrückt gleichzeitig krankheitserregende Mikroorganismen. Laxanzien auf Lactulosebasis machen den Stuhl weicher, regen die Darmperistaltik an und fördern die Entgiftung.
Eine Besonderheit von Medikamenten auf Lactulosebasis ist, dass die Wirkung nicht unmittelbar nach der Verabreichung, sondern erst nach mindestens 24 Stunden eintritt. Diese Abführmittel werden Katzen zweimal täglich verabreicht. Die Einzeldosis wird anhand der Größe des Tieres berechnet und beträgt 0,5 ml Medikament pro Kilogramm Körpergewicht.
Für Katzen kann man auch ein auf Lactulose basierendes Abführmittel für Menschen namens Prelax verwenden. Dieser Sirup für Kinder hat einen angenehmen Geschmack und wird von Katzen gerne gefressen, wenn er unter ihr Futter gemischt wird.

Vorsicht! Medikamente mit Lactuloseanteil sollten nicht an Katzen mit Diabetes oder an Tiere mit einer diagnostizierten Störung des Wasser- und Salzhaushalts verabreicht werden.
Natriumpicosulfat gilt als wirksames Abführmittel für Katzen, da es kräftige, rhythmische Kontraktionen der Darmmuskulatur auslöst. Dieses Medikament wird Katzen üblicherweise nach der Kastration verschrieben, wenn starkes Pressen beim Stuhlgang unerwünscht ist. Dosierung und Häufigkeit der Anwendung werden vom Tierarzt festgelegt.
Ein weiteres Abführmittel für Katzen ist Magnesiumsulfat. Eine Einzeldosis für eine ausgewachsene Katze entspricht etwa einem halben Beutel Pulver. Dieses wird in Wasser verdünnt und mit einer Spritze ohne Nadel in die Wangentasche der Katze injiziert (das Medikament schmeckt bitter, und Katzen trinken es selbst nicht gern). Im Gegensatz zu Abführmitteln auf Lactulosebasis wirkt Magnesiumsulfat schnell und hält bis zu 6 Stunden an.
Nux vomica-Homaccord wird in der Veterinärmedizin zur Behandlung von spastischer Verstopfung mit Blähungen eingesetzt. Spezielle Pasten zur oralen Verabreichung dienen der Entfernung von Haarballen. Sie enthalten Substanzen, die den Haarballen aufweichen und befeuchten, sowie Phytomine, die zur Stärkung des Haarballens beitragen.

Hausmittel
Zwei volksmedizinische Abführmittel sind am beliebtesten. Beide sind für Katzen relativ unschädlich und können daher bedenkenlos zu Hause angewendet werden.
Als erstes Mittel können Sie Ihrer Katze eine Mischung aus Kondensmilch und rohem Wasser geben. Katzen reagieren auf Laktose (Milchzucker) als Abführmittel, und rohes Wasser verstärkt diesen Effekt. Da diese „Medizin“ nach Milch schmeckt, wird Ihre Katze sie wahrscheinlich annehmen. Wichtig ist, es nicht zu übertreiben: Geben Sie Ihrer Katze zunächst etwa 120 ml der Mischung und warten Sie ein paar Stunden. Falls keine Wirkung eintritt, können Sie die Anwendung wiederholen.
Ein weiteres Abführmittel, das sich über Generationen von Katzen- und Hundehaltern bewährt hat, ist Vaseline oder Pflanzenöl. Das Öl gelangt vom Magen in den Darm, überzieht dort die Darmwände, macht den Kot gleitfähig und beschleunigt und erleichtert so dessen Ausscheidung.

Tierärzte weisen darauf hin, dass Pflanzenöle mit Vorsicht und in kleinen Mengen verwendet werden sollten, da sie sich negativ auf die Leberfunktion auswirken können. Vaselineöl (Eine gereinigte Fraktion von Erdöl, die als „flüssiges Paraffin“ bezeichnet wird) ist für Katzen absolut harmlos, da sie nicht durch die Darmwände aufgenommen wird, sondern den Magen-Darm-Trakt im Rahmen der „Transit“-Phase passiert.
Für Katzen eignen sich auch Zäpfchen aus flüssigem Paraffin. Das Zäpfchen wird halbiert und in den After eingeführt. Um zu verhindern, dass es herausfällt, sollte der Schwanz der Katze einige Minuten lang festgehalten werden.
Bei leichter Verstopfung Ihrer Katze zählen Kräutertees und -aufgüsse, beispielsweise aus Holunder, Rhabarber, Borretsch und Knöterich, zu den sichersten und wirksamsten Abführmitteln. Sie können diese auch vorbeugend anwenden, indem Sie sie regelmäßig dem Trinkwasser Ihrer Katze beifügen.
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