Schwimmer-Syndrom bei Welpen: Symptome, Ursachen und Behandlung
Fleischfressende Säugetiere, insbesondere Hundeartige, neigen zu verschiedenen angeborenen anatomischen Fehlbildungen. Einige davon lassen sich durch rechtzeitige Behandlung korrigieren, darunter das Schwimmer-Syndrom (auch bekannt als Schildkrötenbrust- oder Flachbrust-Syndrom oder Schwimmerwelpen-Syndrom). In diesem Artikel untersuchen wir das Schwimmer-Syndrom beim Hund, seine Hauptursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Inhalt
Anzeichen des "Schwimmer-Syndroms"
Diese seltene neurologische Störung (auch bekannt als Liegehundsyndrom oder Schwimmhaltung) beeinträchtigt die Entwicklung und Koordination von Welpen. Sie zeigt sich körperlich innerhalb der ersten Lebensstunden, und ihre Anzeichen sind auf dem untenstehenden Foto deutlich zu erkennen.

Der Welpe hat einen flachen Brustkorb, eine asymmetrische, längliche Körperachse, nach außen gerichtete Beingelenke und verkümmerte Muskulatur. Er kann nicht stehen; versucht man, ihn auf die Seite zu legen, rollt er sich auf den Bauch. Seine Vorder- und Hinterbeine sind nicht angezogen, sondern seitlich ausgestreckt. Versucht er sich fortzubewegen, paddelt er daher mit den Pfoten über den Boden – eine Bewegung, die an eine Schildkröte oder einen Schwimmer erinnert.
Besonders große Welpen sind gefährdet. Das Risiko, dieses Syndrom zu entwickeln, ist auch bei Frühgeborenen oder Welpen aus Mehrlingsschwangerschaften erhöht.
Ursachen der Entstehung des „Flachbrustsyndroms“
Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung dieser Erkrankung. Die wichtigsten sind:
- Genetische Veranlagung zu körperlichen Defekten. Bestimmte Rassen haben aufgrund ihrer besonderen Anatomie (kurze und breite Vordergliedmaßen, die die Wirbelsäule und den Rücken zusätzlich belasten) ein höheres Risiko, dieses Syndrom zu entwickeln: Französische Bulldoggen, Pitbulls, Möpse, Dackel, Corgis, Lhasa Apsos und Cocker Spaniels.
- Frühes Absetzen. Mangelnde Sozialisierung kann die Entwicklung von Muskeln und Nervensystem beeinträchtigen und zum Floating-Puppy-Syndrom führen.
- Stoffwechselstörungen. Dies kann auf einen Mangel an Vitaminen (Retinol, Calciferol, Tocopherol) und Spurenelementen (Kalium, Selen) zurückzuführen sein, die für die Knochen- und Muskelentwicklung unerlässlich sind.
- Virale oder bakterielle Infektionen bei einer trächtigen Hündin.
- Mangelernährung der Mutter während der Schwangerschaft.
- Lebensbedingungen. Das sogenannte „Lügenhund-Syndrom“ kann durch ein zu enges Nest (eine zu enge Box) ausgelöst werden, das die Welpen zum Stillliegen zwingt, oder durch eine unzureichende Temperaturkontrolle in dem Raum, in dem die Neugeborenen gehalten werden.
- Trauma oder Verletzung. Dieser körperliche Zustand kann sich auch entwickeln, wenn ein Welpe infolge eines Sturzes Nerven-, Muskel- oder Knochenschäden an den Gliedmaßen erleidet.

Behandlung
Ein Hund mit Schwimmer-Syndrom hat die Chance auf teilweise oder vollständige Genesung, sofern seine Gelenke, Muskeln und sein Brustkorb keine wesentlichen anatomischen Veränderungen aufweisen. Die Behandlung kann langwierig sein und erfordert Geduld und Konsequenz; der Erfolg hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab.
Die primären Behandlungsmethoden umfassen Physiotherapie – die Wiederherstellung und Kräftigung atrophierter Muskeln sowie die Stabilisierung der Gliedmaßen in der gewünschten Position. Dazu gehören Hydrotherapie (Wasserbehandlung), therapeutische Übungen und der Einsatz spezieller Geräte. Die Behandlungen erfolgen unter der Aufsicht und Anleitung eines erfahrenen Tierarztes oder Rehabilitationsspezialisten.

Hier sind einige Methoden, die angewendet werden können:
- Schwimmen. Welpen mit Schwimmsyndrom bewegen ihre Pfoten im Wasser korrekt – nach unten, nicht gespreizt. Das Schwimmen kann zu Hause geübt werden. Stützen Sie den Welpen dabei mit Ihren Händen oder einem unter den Bauch gelegten Handtuch unter der Brust, um ein Verschlucken zu verhindern. Sie können ein spezielles Welpenbecken oder eine normale Badewanne verwenden; die Wassertemperatur sollte 26–28 °C betragen.
- Gliedmaßenstütze. Welpen mit Schwimmersyndrom benötigen möglicherweise spezielle Orthesen zur Unterstützung und Ausrichtung ihrer Gliedmaßen sowie einen Rollator oder Kinderwagen zur Unterstützung der Mobilität.
- Die „Ring“-Technik. Der Welpe wird, ähnlich wie ein Zirkusartist, an einem speziellen Geschirr oder einem unter Bauch und Brust befestigten Handtuch aufgehängt. Während dieser Übung arbeitet er aktiv mit den Pfoten und berührt dabei leicht den Boden. Diese Übung fördert die Muskulatur und unterstützt eine korrekte Pfotenhaltung.
- Ein Trainingskorridor. Auf dem Weg zum Wurfnest, wo die Mutter oder leckeres Futter wartet, wird ein Durchgang angelegt. Der Durchgang ist etwas breiter als die Welpen selbst. Mit gespreizten Beinen durch einen so engen Tunnel zu kriechen, ist unmöglich. Um das Nest zu erreichen, muss der Welpe daher zumindest kurz auf seinen Pfoten stehen.
- Massieren Sie die Muskeln und Gelenke der Beine und des Brustkorbs. Führen Sie diese Massage mehrmals täglich über 3–4 Wochen durch. Jede Sitzung dauert etwa 15 Minuten. Die Massagebewegungen beginnen an der Wirbelsäule entlang der Rippen in Richtung Bauch und Brustkorb. Sanfte, kreisende Bewegungen fördern die Durchblutung und stärken Muskeln und Bänder. Beginnen Sie die Massage möglichst früh.
Video: Korrekturmassage
Zusätzlich zur Physiotherapie kann ein Tierarzt bei Welpen mit Schwimmer-Syndrom eine mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Ernährung empfehlen. In manchen Fällen sind Medikamente erforderlich, beispielsweise zur Schmerzlinderung, Verbesserung der Muskelfunktion oder Entzündungshemmung.
Eine Operation zur Wiederherstellung der korrekten Gliedmaßenstellung und -funktion ist in relativ seltenen Fällen notwendig – wenn konservative Behandlungsmethoden keine Besserung bringen oder der Hund bereits anatomische Anomalien aufweist. Der chirurgische Eingriff kann eine Bandrekonstruktion oder die Implantation notwendiger Strukturelemente umfassen.

Verhütung
Die von Experten empfohlenen Maßnahmen können dazu beitragen, die Entwicklung des „Schwimmerwelpen-Syndroms“ zu verhindern, insbesondere bei Hunderassen, die dafür anfälliger sind.
Richtige Ernährung
Es ist wichtig, die Ernährung der Hündin während der Trächtigkeit und Säugezeit sorgfältig zusammenzustellen. Während der Trächtigkeit verdoppelt sich ihr Nährstoffbedarf, und Vitamin- und Mineralstoffpräparate sind unerlässlich. Eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung der Hündin, insbesondere reich an Kalzium und Vitamin D, trägt zu einer gesunden Muskel- und Skelettentwicklung der Welpen während der Trächtigkeit und der anschließenden Säugezeit bei.
Stimulation der motorischen Aktivität
Es ist wichtig, Welpen während ihres Wachstums und ihrer Entwicklung ausreichend Bewegung zu ermöglichen. Ihnen genügend Platz zum Herumtoben zu bieten, stärkt ihre Muskulatur und fördert ihre Koordination. Je größer sie werden, desto mehr Platz benötigen Welpen zum Spielen.

Haftbedingungen
Für die Einstreu im Welpennest empfiehlt es sich, zerkleinerte Eierkartons mit Stoffbezug, Styroporstücke oder zusammengeknülltes Papier zu verwenden. Diese Einstreu lässt sich häufig und kostengünstig wechseln. Sobald die Welpen stubenrein sind, kann eine Strohmatratze verwendet werden. Eine rutschfeste, trockene Oberfläche beugt Harninkontinenz vor: Sie stärkt die Muskulatur und regt die Welpen zum Pfotenaufstehen an.
Regelmäßige Besuche beim Tierarzt
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend für die Früherkennung des Schwimmer-Syndroms bei Welpen. Ihr Tierarzt wird sofort handeln, wenn er Anzeichen der Erkrankung bei Ihrem Tier feststellt. Hündinnen von Rassen, die für das Schwimmer-Syndrom prädisponiert sind, haben möglicherweise ein höheres Risiko, die Erkrankung an ihre Nachkommen weiterzugeben. Daher empfiehlt es sich, vor der Planung eines Zuchtprogramms den Züchter oder Tierarzt zu konsultieren.
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