Herzinsuffizienz beim Hund: Symptome und Behandlung

Wie alle Säugetiere besitzen auch Hunde ein vierkammeriges Herz, das Blut durch die Herzkammern pumpt. Manchmal, unter dem Einfluss ungünstiger Faktoren, kann das Herz nicht genügend Blut pumpen, um die normale Funktion des Tieres aufrechtzuerhalten. In diesem Fall wird eine Herzinsuffizienz diagnostiziert. Symptome und Behandlung einer Herzinsuffizienz beim Hund sind unterschiedlich. Daher ist es wichtig, einen Tierarzt aufzusuchen, selbst wenn der Tierhalter schon lange ähnliche Beschwerden hat.

Ein Tierarzt hört das Herz eines Hundes ab

Die Hauptursachen und Arten der Krankheit

In den meisten Fällen ist Herzinsuffizienz ein sekundäres Krankheitsbild einer schweren chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankung. Man unterscheidet zwei Hauptformen: die akute und die chronische. Bei der akuten Form entwickelt sich die Erkrankung innerhalb weniger Minuten und kann bei adäquater Behandlung das Tier dauerhaft beeinträchtigen. Die chronische Form ist deutlich gefährlicher: Offensichtliche Symptome können erst nach langer Zeit auftreten. Erhält das Tier in dieser Zeit keine angemessene Behandlung und Pflege, versagt das Herz unweigerlich.

Es gibt verschiedene Ursachen für Herzinsuffizienz. Manche Tiere haben eine genetische Veranlagung für Herzprobleme. Zu den Risikogruppen gehören:

  • Spaniels;
  • Pudel;
  • Malteser-Schoßhunde;
  • Pekinese;
  • Whippets.

Alle großen Hunderassen sind physiologisch anfällig für diese Krankheit, insbesondere wenn der Besitzer die Ernährung und die körperliche Aktivität des Tieres nicht überwacht. Ältere, übergewichtige Hunde erkranken deutlich häufiger an dieser Krankheit als jüngere Tiere.

Ein schwarzer Hund liegt auf dem Boden.

Symptome der Krankheit

Da die chronische Form der Erkrankung sich oft erst nach langer Zeit bemerkbar macht, muss ein verantwortungsbewusster Tierhalter selbst kleinste Verhaltensänderungen seines Tieres aufmerksam beobachten. Da das Tier möglicherweise keine wiederkehrenden Brustschmerzen verspürt, hängt die Erstdiagnose allein von der Aufmerksamkeit des Halters ab. Folgende Symptome einer Herzinsuffizienz sind besonders alarmierend:

  1. Unerklärliche Müdigkeit. Diese kann sich bei Hunden verschiedener Rassen und Temperamente unterschiedlich äußern. Ein übermäßig aktives Tier vermeidet möglicherweise das Laufen, wirkt aber nicht erschöpft. Ein anfangs passiver Hund kann sich buchstäblich hinlegen.
  2. Kardiales Asthma. Dieses Symptom tritt bei Hunden im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz auf. Wenn Ihr Tier ständig hustet und schwer atmet, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Sie können selbst nicht feststellen, ob die Atemprobleme Ihres Tieres auf eine Infektion oder eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge zurückzuführen sind.
  3. Bewusstlosigkeit. Wenn das Herz nicht genügend Blut ins Gehirn pumpen kann, fällt das Haustier in Ohnmacht.
  4. Verminderter Appetit.
  5. Blähungen (manifestiert sich in der kongestiven Form in den späteren Stadien).

Im Verlauf der Erkrankung werden die oben genannten Symptome deutlicher ausgeprägt sein, aber es ist am besten, mit der Behandlung zu beginnen, bevor die Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems irreversibel wird.

Ein Beagle liegt im Gras.

Ein Tierkardiologe kann anhand spezifischer Anzeichen wie beispielsweise folgende eine Diagnose stellen:

  • verminderte Kontraktilität des Herzmuskels;
  • Vorliegen einer Mitralklappeninsuffizienz;
  • schwere diastolische Dysfunktion.

Bei Herzinsuffizienz treten alle drei der oben genannten Anomalien gleichzeitig auf, aber im Frühstadium der Erkrankung kann ein Tierarzt möglicherweise nur ein bestimmtes Symptom feststellen.

Diagnostik

Um den Diagnoseprozess zu erleichtern, ist es wichtig, Ihren Tierarzt über jegliche Veränderungen im Verhalten Ihres Haustieres sowie über dessen tägliche Ernährung und Aktivitätsniveau zu informieren.

Wichtig! Falls Ihr Haustier in den letzten Monaten Medikamente eingenommen oder entwurmt wurde, informieren Sie bitte Ihren Tierarzt. Diese Information hat direkten Einfluss auf die Wahl des Behandlungsprogramms bei Herzinsuffizienz beim Hund.

Nach der Erhebung der ersten Informationen wird der Tierarzt den Herzschlag abhören und außerdem die folgenden Tests durchführen:

  • Blut- und Urinuntersuchungen (zum Ausschluss bakterieller oder viraler Infektionen);
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens;
  • EKG.

EKG für Hunde

Um Herzwurmbefall auszuschließen, kann auch eine Röntgenaufnahme angefertigt werden. Erst nach Erhalt der Ergebnisse kann der Tierarzt eine endgültige Diagnose stellen.

Behandlungsmethoden

Wenn eine genetische Veranlagung als Ursache der Erkrankung festgestellt wird, muss sich das Tier auf lebenslanges Leiden einstellen. Derzeit gibt es keine Heilung, die den Defekt vollständig beseitigen kann. Bestimmte Medikamente zur Behandlung von Herzinsuffizienz bei Hunden können jedoch die unangenehmen Symptome lindern und die Lebensdauer des Tieres deutlich verbessern und verlängern.

Wichtig! Geben Sie Ihrem Haustier die folgenden Medikamente nicht ohne vorherige Rücksprache mit einem Tierarzt. Dosierung und Behandlungsdauer hängen vom Vorliegen anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres ab.

Die Behandlung besteht üblicherweise aus einer Kombination mehrerer Medikamente. Dem Hund können folgende Medikamente verschrieben werden:

  • Diuretika. Diese Medikamente dienen dazu, überschüssige Flüssigkeit aus der Lunge oder dem Bauchraum zu entfernen. Furosemid ist ein bekanntes Beispiel für diese Gruppe.
  • ACE-Hemmer erweitern verengte Blutgefäße. Sie werden hauptsächlich bei Herzinsuffizienz mit begleitender Hypertonie verschrieben. Beispiele hierfür sind Enalapril, Benazepril und Ramipril.
  • Herztonika. Sie normalisieren die Kontraktionskraft des Herzmuskels und reduzieren so die Belastung eines geschwächten Herzens. Derzeit wird in der Veterinärmedizin nur ein Wirkstoff verwendet: Vetmedin (Pimobendan).

Vetmedin für Hunde

Sobald Ihr Hund die verschriebenen Medikamente einnimmt, ist es wichtig, sein Verhalten genau zu beobachten. Sollte keine Besserung eintreten, konsultieren Sie erneut einen Spezialisten, um den Behandlungsplan anzupassen. Ziel einer erfolgreichen Behandlung ist es, Ihrem Tier ein erfülltes, schmerzfreies Leben zu ermöglichen und das Risiko eines Herzinfarkts zu minimieren.

Pflege eines kranken Hundes

Wurde bei Ihrem Haustier eine so schwere Erkrankung diagnostiziert, ist eine grundlegende Umstellung seiner täglichen Pflege notwendig. Regelmäßige Tierarztbesuche sind unerlässlich. Wurde Ihr Hund zuvor mit natürlichem Futter ernährt, ist es wichtig, darauf zu achten, dass dieses kein Speisesalz enthält. Ist Ihr Haustier an Trockenfutter gewöhnt, benötigen Sie spezielle „therapeutische“ Futtersorten.

  • Royal Canin „Frühes Herz“
  • Hill's Prescription Diet „Herzgesundheit“;
  • Farmina Vet Life „Cardiac“.

Die oben genannten Lebensmittel enthalten kein Salz und bieten zudem eine optimale Kombination an essentiellen Vitaminen und Spurenelementen.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass Ihr Hund nicht zu viel trinkt. Überwachen Sie täglich die Herzfrequenz Ihres Tieres und achten Sie auf Atemprobleme. Der Vergleich der täglichen Herzfrequenzwerte hilft, Verbesserungen oder Verschlechterungen der Herzfunktion zu erkennen. Messen Sie die Herzfrequenz, während Ihr Tier schläft oder ruht. Steigt die Herzfrequenz täglich um mehr als 20 Prozent, konsultieren Sie einen Tierarzt.

Sie können auch dem Tierarzt auf unserer Webseite eine Frage stellen, die er Ihnen so schnell wie möglich im Kommentarfeld unten beantworten wird.

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3 Kommentare

  • Hallo, mein 13-jähriger Zwergpudel hat nach einer Sepsis und einer Operation Herzprobleme entwickelt. Diagnose: Endokarditis Stadium 2.
    Wir behandeln ihn: Vetmedin, Veroshpiron, Furosemid – zweimal täglich, dazu Inhalationen mit Kochsalzlösung. Er hatte Husten, aber es wurde ihm nichts dagegen verschrieben. Heute, nach der neuen Behandlung, schläft der Hund den ganzen Tag, seine Atemfrequenz liegt bei 10 und sein Puls bei 48.
    Ich bin geschockt. Der Husten ist immer noch da. Wie kann ich meinem Hund helfen?
    Was kann ich sonst noch spritzen oder trinken?

  • Guten Tag! Meine Hündin ist ein siebenjähriger Yorkshire Terrier. Der Tierarzt diagnostizierte Herzinsuffizienz und verschrieb ihr Concor + Cardisure 2,5 mg (ähnlich wie Vetmedin). Sie ist im Auto unruhig, atmet schwer und schnell, als ob sie ersticken würde (das Auto ist nicht warm). Wir ziehen demnächst um (mit Auto und Flugzeug). Könnten Sie uns bitte Tipps geben, wie wir ihr die Reise erleichtern können? Vielleicht könnte man ihr ein Beruhigungsmittel oder ein Schlafmittel geben.

    • Hallo! Schlaftabletten sind nicht empfehlenswert, da sie zu riskant sind. Alternativ können Sie Ihrem Tier ein Beruhigungsmittel verabreichen. Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten (z. B. Baldrian, Fospasim, Glycesid/Glycin-Analoga, für eine Woche). Manche geben KotBayun über einen längeren Zeitraum, um eine kumulative Wirkung zu erzielen. Konsultieren Sie jedoch unbedingt Ihren Tierarzt. Er kann den Schweregrad der Herzerkrankung am besten einschätzen und wird ein Medikament mit stärkerer oder schwächerer beruhigender Wirkung verschreiben.

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