Ein Hund wird niemals Schuldgefühle empfinden. Oder etwa doch?
Viele Menschen glauben, dass Hunde Schuldgefühle haben, da ihr Blick, die angelegten Ohren und ihr schuldbewusster Gang dies nahelegen. Obwohl dies unbestreitbar erscheint, vertreten Tierpsychologen eine ganz andere Meinung und liefern überzeugende Beweise.
Müllexperiment
Ein interessantes Experiment wurde mit einem Hund durchgeführt, der eine Vorliebe für Unordnung hatte, besonders wenn er allein zu Hause war. Nach der Arbeit begann sein Besitzer seine Freizeit oft damit, die in der Küche verstreuten Streureste aufzusammeln. Man beschloss, dem Tier diese schlechte Angewohnheit ernsthaft abzugewöhnen – nennen wir es Training. Jedes Mal, wenn der Besitzer die Unordnung sah, rief er den Hund zu sich und verbot ihm streng, dies zu wiederholen. Anschließend ging der Hund mit einem „schuldbewussten“ Blick davon.
Wenn der Besitzer nach Hause kam und den Müll unberührt vorfand, wurde das Haustier gelobt und bekam ein Leckerli. Doch gelegentlich benahm sich das Tier weiterhin daneben, und beim Anblick des Besitzers, der einen Blick in die Küche geworfen hatte, wich die freudige Begrüßung sofort diesem schuldbewussten Blick. Die Besitzer schlossen daraus, dass der Hund verstand, etwas falsch gemacht zu haben, und sich schuldig fühlte. Logisch, aber das Experiment war damit noch nicht beendet. Eines Tages verteilte der Besitzer den Müll selbst und rief das Haustier aus dem Nebenzimmer, um es das Spektakel bewundern zu lassen. Die Reaktion des Hundes war ein schuldbewusster Blick und ein verstohlenes Versteck unter dem Sofa.
Jedes Verhalten eines Hundes kann sowohl negative als auch positive Emotionen hervorrufen. Im ersten Fall wird der Hund dieses Verhalten vermeiden, im zweiten Fall führt selbst gutes Training nicht zu dauerhaften Ergebnissen. Ein Hund kann sich durchaus gut benehmen, aber nur in Gegenwart seines Besitzers; ohne Aufsicht wird er seinen Lieblingsbeschäftigungen ohne jegliche Reue nachgehen.
Ein Experiment von Wissenschaftlern aus Ungarn
Ein weiteres Experiment wurde von einer Gruppe Wissenschaftler aus Budapest durchgeführt. Ziel war es, zwei Fragen zu beantworten: Empfinden Hunde, die Straftaten begehen, Schuldgefühle? Und können Besitzer allein am Blick erkennen, ob sich ihr Hund in ihrer Abwesenheit gut oder schlecht benommen hat? Freiwillige mit gut erzogenen Hunden wurden zu dem Experiment eingeladen. Sie wurden angewiesen, einen Teller mit leckerem Futter in einem Raum bereitzustellen und ihren Hunden zu verbieten, es anzurühren. Anschließend verließen die Besitzer den Raum, der Hund blieb zurück.
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Manche Tiere aßen die „verbotene Frucht“, andere bekamen gar nicht erst die Chance dazu, denn der Teller wurde sofort nach dem Weggang des Besitzers, ohne dass dieser es bemerkte, abgeräumt und anschließend leer zurückgebracht. Nach einiger Zeit wurden die Besitzer eingeladen, und alle Hunde begrüßten sie freudig. Als die Besitzer den leeren Teller sahen, erkannten sie, dass ihr Haustier der Versuchung erlegen war, und waren bestürzt. Einige versuchten, den Hund zu beruhigen, andere sagten ihm, dass es nicht richtig sei, doch in jedem Fall passte sich der Hund der Reaktion seines Besitzers an und wurde, ohne eigenes Verschulden, niedergeschlagen.
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