Wie schnell können Katzen rennen?
Wir wollten herausfinden, wie schnell eine Katze maximal laufen kann und entdeckten, dass die Tiere Geschwindigkeiten erreichen können, die menschliche Weltrekorde übertreffen. Allerdings können sie diese Höchstleistung nicht lange durchhalten; extremes Laufen führt schnell zu Problemen – das Tier ringt nach Luft und verliert an Kraft. Daher nutzen Katzen ihre erstaunliche Geschwindigkeit hauptsächlich in zwei Situationen: der Flucht vor einem gefährlichen Gegner und der Jagd auf potenzielle Beute.
Wie schnell können Hauskatzen rennen?
Wildkatzen müssen ihre überragenden Lauffähigkeiten bei der Jagd auf Vögel und Nagetiere sowie bei der Flucht vor größeren Raubtieren unter Beweis stellen. Das heißt aber nicht, dass Hauskatzen nicht auch schnell laufen können.

Wie schnell du läufst, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Gewicht. Übergewichtige Haustiere können naturgemäß keine gute körperliche Fitness aufrechterhalten. Je mehr Fett sie haben, desto langsamer bewegen sie sich. Daher ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und Übergewicht durch regelmäßige Bewegung vorzubeugen.
- Größe. Größere Haustiere sind kräftiger, stoßen sich mit ihren Pfoten vom Boden ab und erreichen dadurch eine hervorragende Geschwindigkeit. Eine Maine Coon ist einer weniger agilen Munchkin oder Perserkatze immer überlegen.
- Vererbung. Ägyptische Mau-Hunde sind von Natur aus hervorragende Laufhunde. Sie besitzen eine zusätzliche Hautfalte an der Basis ihrer Hinterbeine, die den Eindruck eines leicht durchhängenden Bauches erweckt. Diese Eigenschaft ermöglicht es ihnen, mit deutlich größeren Schritten zu laufen und zu springen als andere Rassen.
- Evolution. Indem die Natur schwächere Exemplare aussortierte, hat sie Katzen mit einem ausgeklügelten Bewegungsapparat und einer hochentwickelten Lauftechnik ausgestattet, die es ihnen ermöglicht, fast vom ersten Schritt an unglaubliche Geschwindigkeiten zu erreichen.
Maine Coons, Bobtails, Orientalen, Abessinier, Somalis und Bengalkatzen gelten ebenfalls als ausgezeichnete Läufer.
Haustiere erreichen im Durchschnitt Laufgeschwindigkeiten von 13,5–13,8 km/h. Selbst beim gemütlichen Joggen sinkt die Geschwindigkeit selten unter 8 km/h. Spitzenkatzen können Geschwindigkeiten von 45–50 km/h erreichen und damit menschliche Leistungen übertreffen. Die Ägyptische Mau kann Usain Bolts Rekord von 44,72 km/h angreifen.
Lauftechnik
Beim Beschleunigen macht die Katze Schritte, die jeweils sechsmal so lang sind wie ihre Körperlänge. Alle vier Pfoten sind dabei im Einsatz. Von der Seite betrachtet, ist erkennbar, dass das Tier eine paarweise Hüpftechnik anwendet:
- Sie stößt sich mit den Hinterbeinen ab und fliegt förmlich, wobei sie ihren Körper so weit wie möglich streckt.
- Sie landet auf den Vorderbeinen, und in diesem Moment werden die Hinterbeine wieder aktiviert, was einen weiteren kraftvollen Schub ermöglicht.
Von den Ballen wachsen Krallen, die sich fest auf dem Untergrund verankern und so für mehr Vortrieb sorgen, was schnelles Laufen ermöglicht. Übrigens ist es genau wegen dieser langen Krallen, dass Katzen manchmal auf lackierten Böden, Laminat oder Linoleum ausrutschen. Ihre Krallen finden auf glatten Oberflächen keinen Halt und gleiten ab.

Eine weitere Hilfe ist der prächtige Schwanz. Seine Funktion besteht darin, die Manövrierfähigkeit zu erhalten. Beim Laufen hilft er dem Tier, das Gleichgewicht zu halten und die Richtung zu kontrollieren. Eine Rasse wie die Bobtail, die von Natur aus schwanzlos ist, benötigt keine zusätzliche Balancehilfe. Katzen, die ihren Schwanz aufgrund einer Verletzung verloren haben, können jedoch Schwierigkeiten haben, sich an das Laufen zu gewöhnen und ihre frühere Geschwindigkeit wiederzuerlangen.
Dauer des schnellen Laufens
Trotz ihrer hohen Geschwindigkeit können Katzen nicht lange rennen – ein Nachteil, der Wild- und Haustieren gleichermaßen gemein ist. Ein Löwe, der eine Antilope jagt, gibt die Verfolgung schnell auf, wenn er seine Beute nicht innerhalb weniger Minuten erlegt. Eine Katze, die vor einem Hund flieht, sucht einen hohen Baum, um sich vor ihrem Feind zu verstecken.
Die geringe Ausdauer wird durch den Herzmuskel verursacht, der physiologisch nicht für anhaltende Belastung geeignet ist. Extremes Laufen führt zu Stress und beschleunigter Atmung, was lebensbedrohlich sein kann.
Ein Video, das die schnellsten Vertreter dieser Spezies beim Laufen zeigt, verdeutlicht die erstaunliche Geschwindigkeit dieser Haustiere. Doch selbst die sonst so besonnene Katze kann in Gefahr Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h erreichen und damit oft die ihres Besitzers übertreffen.
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