Bänderriss beim Hund: Symptome und Behandlung

Bänder sind anatomische Strukturen aus dichtem Bindegewebe – den Proteinfasern Kollagen und Elastin. Diese Faserbänder verbinden die Knochen der Gelenke und begrenzen deren Bewegungsradius. Verstauchungen und Bänderrisse sind bei Hunden eine recht häufige Verletzung, da diese Tiere von Natur aus sehr aktiv und beweglich sind.

Ein Hund springt über einen Baumstamm.

Ursachen für Bänderrisse

Bänderverletzungen werden am häufigsten bei großen Hunderassen und hyperaktiven Welpen diagnostiziert, deren Körper noch nicht an schwere Belastungen gewöhnt sind. Mögliche Ursachen sind:

  • Verletzungen – misslungene Sprünge, Stürze, Zusammenstöße mit Autos und andere Arten von Schäden.
  • Übergewicht. Fettleibigkeit kann nicht nur zu Funktionsstörungen innerer Organe führen, sondern auch zu Problemen des Bewegungsapparates: Bänderrisse treten bei diesen Tieren viel häufiger auf.
  • Angeborene oder erworbene Skelettanomalien. Knochenpathologien, die sich während der pränatalen Phase entwickeln, oder degenerative Veränderungen infolge von Krankheiten oder Verletzungen führen zu einer ungleichmäßigen Belastung des Bandapparates.
  • Mangel in der Ernährung des Hundes Vitamine und Spurenelemente. Ein Mangel dieser Substanzen im Körper verringert die Festigkeit und Elastizität der Faserstoffe.
  • Krankheiten, die mit destruktiven Veränderungen des Gelenk- und Bandapparates einhergehen (Rachitis, Arthrose, Osteodystrophie).

Bänderverletzungen bei Hunden entstehen häufig durch zu intensives Training, insbesondere wenn das Tier nicht ausreichend vorbereitet wird. Auch eine genetische Veranlagung für diese orthopädische Erkrankung spielt eine Rolle. Besonders gefährdet sind Deutsche Schäferhunde, Deutsche Doggen, Basset Hounds, Bulldoggen und kleine Rassen wie Bologneser, Zwergterrier und Shih Tzus.

Shih Tzu liegt da

Arten und klinische Symptome

Zwei Drittel aller Gelenkverletzungen bei Hunden betreffen Risse der Patellarsehnenbänder. Diese beiden Faserbänder verlaufen kreuzförmig beidseits des Gelenks. Bei einer Verletzung dieser Bänder werden die knöchernen Gelenkköpfe durch die Reibung aneinander verschoben und verformt. Dies führt schließlich zu einem Riss der Gelenkkapsel, einer Verformung des Meniskus und der Entwicklung einer anhaltenden Entzündung.

Bei einem Kreuzbandriss leidet der Hund unter starken Schmerzen bei jeder Bewegung. Er lässt niemanden das betroffene Bein berühren, winselt und zeigt Aggression. Der Hund humpelt Oder der Hund läuft auf drei Beinen und liegt mit dem betroffenen Bein untergezogen da. Schwellungen im Gelenkbereich können auftreten, und erhöhte Temperatur kann auf eine Entzündung hindeuten. Gerissene Kniebänder in den Hinterbeinen sind stärker betroffen, da diese die tragenden Gliedmaßen sind.

Die Hüftgelenksverletzung ist bei Hunden die zweithäufigste Verletzungsstelle für Bänderrisse. Sie wird von der Hüftgelenkspfanne des Kreuzbeins und den Oberschenkelköpfen gebildet. Das fibröse Band, das aus äußeren und inneren Anteilen besteht, wird von beiden Oberschenkelköpfen gemeinsam genutzt.

Ein typisches Anzeichen einer Hüftbandverletzung ist ein unsicherer Gang und eine X-förmige Stellung der Hinterbeine beim Gehen: Das verletzte Bein kippt dabei immer wieder unter den Bauch des Hundes. Das Tier hockt oft, streckt das verletzte Bein zur Seite und steht im Stehen nur auf den Zehenspitzen.

Vorsicht! Für Laien ist es schwierig, zwischen einer Bänderzerrung und einem Bänderriss zu unterscheiden. Wenn Ihr Haustier humpelt und Sie eine Bänderverletzung vermuten, versuchen Sie nicht, es selbst zu behandeln; bringen Sie Ihren Hund zum Tierarzt. Sie können lediglich Erste Hilfe leisten, indem Sie das verletzte Bein ruhigstellen und die Schmerzen etwas lindern.

Erste Hilfe

Es kann mehrere Stunden dauern, bis Ihr Haustier einen Tierarzt sieht. Bis dahin muss die verletzte Gliedmaße unbedingt ruhiggestellt werden. Dazu sollte sie in der Position fixiert werden, in der das Tier sie hält; die Pfote darf nicht gewaltsam gebeugt oder gestreckt werden.

Bänderriss in der Pfote eines Hundes

Die Vorderpfote kann mit einer elastischen Binde oder einem dünnen Schaumstoffverband ruhiggestellt werden. Das Anlegen eines Verbandes an der Hinterpfote ist schwieriger. Ist dies nicht möglich, sollte der Hund zumindest nicht laufen dürfen und Futter und Wasser in seiner Nähe bereitgestellt werden. Um Schwellungen und Schmerzen etwas zu lindern, kann Eis, in ein Tuch gewickelt, 15–20 Minuten lang auf das verletzte Gelenk gelegt werden.

Wichtig! Die Gabe von Schmerzmitteln bei Bänderverletzungen wird nicht empfohlen. Wenn Ihr Tier keine Schmerzen mehr verspürt, wird es das verletzte Bein aktiv belasten und die Verletzung dadurch verschlimmern.

Diagnostik

Die Diagnose eines Bänderrisses beim Hund basiert auf der Krankengeschichte und einer klinischen Untersuchung. Diese erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung, bei größeren Hunden unter Vollnarkose. Die Untersuchung umfasst verschiedene Tests, um das Ausmaß der Bänderverletzung zu bestimmen. Röntgenaufnahmen werden angefertigt, um mögliche Veränderungen der Knorpel- und Knochenstruktur festzustellen. In manchen Fällen wird das Tier mittels Computertomographie (CT) oder Arthroskopie untersucht.

Behandlung und Rehabilitation

Bei Teilrupturen von Bänderverletzungen ist eine konservative Behandlung möglich, die typischerweise bei leichten Hunden angewendet wird. Wird die verletzte Pfote vollständig ruhiggestellt, kann sich das Bändergewebe schnell erholen. Zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung wird dem Tier eine Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) verschrieben.Loxicom, Rimadyl, PrevicoxZur Beschleunigung der Regeneration von Bindegewebe werden Chondroprotektoren und Glykosaminoglykane eingesetzt (Acti Vet, Excel Glucosamine, Canina Petvital GAG, Helvet Hondartron, Dolfos ARTROMAX).

Medikamente zur Behandlung von Bänderrissen

Große Hunde werden in der Regel sofort operiert, da das Risiko einer erneuten Bänderverletzung und Arthrose zu hoch ist. Während der Operation werden die Bänder mit Implantaten verstärkt. Nach dem Eingriff erhält der Hund Schmerzmittel, Antibiotika, nichtsteroidale Antirheumatika und Chondroprotektiva.

Vorhersage

Die Prognose bei Bänderrissen beim Hund hängt vom Ausmaß der Faszienverletzung, der Behandlungsmethode (Therapie oder Operation), dem Allgemeinzustand des Tieres und seinem Alter ab. Eine umgehende Behandlung ist entscheidend. Bei einem großen Hund mit einem kompletten Bänderriss ohne Operation sind die Heilungschancen sehr gering. Eine Operation ermöglicht dem Tier jedoch in den meisten Fällen die Wiedererlangung der normalen Gelenkbeweglichkeit.

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