Besonderheiten der Zucht von „Deutschen“
In der Welt der Deutschen Schäferhunde herrscht die Meinung vor, dass „Arbeitshunde“ ihren „Show“-Pendants überlegen seien. Gibt es tatsächlich Unterschiede zwischen diesen beiden Zuchtlinien? Ja, und es lohnt sich, mit dem Äußeren anzufangen.
Der ursprüngliche Rassestandard sah Folgendes vor: schlanker Körperbau, hohe Hinterhand, gerader Rücken, mittlere Größe und graues Fell. Arbeitshunde entsprechen genau diesem Standard. Ausstellungshunde zeichnen sich durch ein leuchtendes Fell, typischerweise schwarz-rot, eine abfallende Kruppe, eine kürzere Hinterhand und eine größere Statur aus. Sie haben zudem meist große, ausdrucksstarke, „bärenartige“ Köpfe, im Gegensatz zu den flachen Köpfen der DDR-Arbeitshunde. Liebhaber der letzteren behaupten, ihre Hunde wiesen eine größere Farbvielfalt auf. Dies ist jedoch nicht korrekt; Ausstellungshunde sind in ihrer Farbvielfalt genauso groß wie DDR-Schäferhunde: schwarz-rot, schattiert, grau-schattiert, sattelförmig, schwarz usw. Daher sind Streitigkeiten über Farbmuster zwischen Ausstellungshunden und ihren Konkurrenten – den Arbeitshunden – sinnlos.

Nervensystem
Ja, hier unterliegen die BRDs den DDRs. Das Problem ist die anfängliche Trennung. Deutsch Von Ausstellungshunden wurde erwartet, dass sie ideale anatomische Merkmale aufweisen. Nervensystem und psychische Stabilität spielten hingegen kaum eine Rolle. Das bedeutet aber nicht, dass ein Ausstellungshund ein fauler Stubenhocker ist. Mit dem richtigen, konsequenten Training lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. In einem Beißtest übertrifft ein solcher Ausstellungshund seinen Arbeitshund-Pendant, und das auch im Alltag. Der Schlüssel liegt in der richtigen Motivation des Hundes.
Arbeitshunde sind jedoch deutlich aktiver und zeigen großes Interesse an der Zusammenarbeit mit ihrem Besitzer und am Training. Sie sind sowohl körperlich als auch psychisch belastbarer als Ausstellungshunde. Letzteren fehlt es an Trieb; Deutsche Schäferhunde arbeiten für Spielzeug oder Leckerlis. Arbeitshunde hingegen dienen ihrem Besitzer einfach deshalb, weil er ihr Besitzer ist.
Genetischer Wettbewerb
Fast alle modernen Ausstellungshunde führen in ihrer Ahnentafel, wenn man die Zuchtdatenbank durchsieht, unweigerlich Kanto (2. Linie) und Quanto (3. Linie) Wienerau auf. Sie sind die Begründer der beiden Hauptblutlinien. Daneben gibt es eine 1. Blutlinie, deren Stammvater Mutz von Pelztierfarm ist. Die Nachkommen dieser Rüden werden heute häufig in der Ausstellungszucht eingesetzt.
Die Züchter „v.Haus Antverpa“, „v.Salztalblick“, „z Pohranicni Staze“, „vom Isarland“, „v.Weinbergerblick“, „v.Haus Pixner“ und „v.Schwarzen Milan“ sind allesamt Lieferanten von Gebrauchshunden. Einst zu Unrecht vergessen, erleben diese Hunde nun eine Renaissance. Unter den DDR-Hunden gilt ein Rüde namens Horand vom Grafrath als Stammvater dieser Rasse. Seine Kinder, Enkel und Urenkel führen das ehrenvolle Erbe ihres legendären Vaters fort.
Die Debatte zwischen Liebhabern von Gebrauchs- und Ausstellungshunden wird wohl nie enden. Der Vorteil der Gebrauchshunde liegt darin, dass sie direkte Nachkommen des Max-von-Stephanitz-Standards sind. Ausstellungshunde hingegen bestechen durch ihr deutlich imposanteres Erscheinungsbild. Vergleiche sind daher unangebracht; jeder Rasseliebhaber hat seinen eigenen Typ.

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