Puli (Ungarischer Schäferhund)
Der Puli ist eine ungarische Hütehundrasse mit einem charakteristischen, verfilzten Fell, das Zöpfe bildet. Erstaunlicherweise benötigen diese Hunde wenig Pflege und haben ein wunderbares Wesen. Die Rasse ist auch als Ungarischer Schäferhund bekannt.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Der Puli ist eine sehr alte Rasse, daher ist es schwierig, seine Ursprünge genau zu bestimmen. Man nimmt an, dass Hunde dieser Art mit Nomadenstämmen und ihren Herden nach Ungarn kamen. Während größere Hunde das Land bewachten, hüteten kleinere, wendige Hunde das Vieh. Pulis hüten Schafe übrigens auf eine ganz besondere Art: Sie springen den Tieren auf den Rücken oder über sie hinweg und beißen ihnen selten in die Fersen, wie es andere kleine „Hirtenhunde“ tun. Corgi.
Pulis werden heute nur noch selten als Hirtentiere eingesetzt, sondern hauptsächlich als Begleithunde gehalten.
Jahrhundertelange Zucht hat Eigenschaften wie außergewöhnliche Ausdauer, Einfallsreichtum und Fleiß bewahrt und gleichzeitig ihr Aussehen verfeinert und ihr zotteliges Fell in ein prächtiges, verfilztes Fell verwandelt. Amerikanische Wissenschaftler analysierten das Wort „puli“ und vermuteten, dass es im alten Sumerisch „getrieben“ oder „angreifend“ bedeutete.
Die gezielte Zucht von Hütehunden in Ungarn begann erst im 18. Jahrhundert. 1924 wurde der erste nationale Rasseclub gegründet und ein Zuchtbuch angelegt. Die erste Beschreibung der Rasse erfolgte etwas früher, im Jahr 1912. Seit 1930 werden Pulis aktiv in andere europäische Länder sowie nach Amerika und Japan exportiert. In Russland tauchte die Rasse nach den 1950er Jahren auf, ist dort aber weiterhin selten.
Videorezension der Hunderasse Puli
Aussehen
Der Puli ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Hund mit schlanker, aber muskulöser Statur. Aufgrund seines dichten, zottigen Fells ist es schwierig, seinen Körperbau optisch einzuschätzen. Der Puli erreicht eine Schulterhöhe von 36–45 cm und wiegt 10–15 kg. Der Geschlechtsdimorphismus ist deutlich ausgeprägt; Rüden sind etwas größer und schwerer als Hündinnen.
Die Norm hebt mehrere wichtige Proportionen hervor:
- Quadratischer Körperbau (Körpergröße entspricht Körperlänge);
- Die Brusttiefe beträgt etwas weniger als die Hälfte der Körperhöhe;
- Die Länge der Schnauze beträgt 1/3 der Gesamtlänge des Kopfes.
Der Kopf wirkt von vorn betrachtet rundlich, von der Seite oval. Der Schädel ist klein und schmal mit gut ausgeprägten Überaugenwülsten. Der Stop ist leicht ausgeprägt. Die Schnauze hat einen geraden, nicht spitzen Nasenrücken. Der Nasenspiegel ist klein und schwarz. Die Lefzen liegen eng an. Es handelt sich um ein Scherengebiss. Die Augen sind dunkelbraun, mittelgroß, weit auseinanderstehend und leicht schräg. Die Ohren sind mittelhoch angesetzt und an der Basis breit. Der herabhängende Teil der Ohrmuschel ähnelt einem „V“ mit abgerundeten Spitzen.
Der Hals ist kurz und in einem Winkel von 45° zur Horizontalen angesetzt. Die Rückenlinie ist gerade. Der Widerrist ist leicht ausgeprägt. Die Kruppe ist kurz und leicht abfallend. Die Brust ist tief und lang. Die Unterlinie steigt sanft nach hinten an. Die Rute ist hoch angesetzt und eng über der Kruppe eingerollt. Die Gliedmaßen sind mittellang, schlank und gut bemuskelt.
Die Haut ist glatt. Freiliegende Hautpartien sind stark pigmentiert. Das Fell besteht aus Deckhaar und Unterwolle, die sich zu verfilzten Strähnen (Dreadlocks) kräuseln und verfilzen. Das Deckhaar ist gröber. Das Verhältnis von Deckhaar zu Unterwolle beträgt etwa 1:1. Die Ausbildung der Kordstränge ist nach 2-3 Jahren abgeschlossen. Bei ausgewachsenen Hunden bedecken die längsten Zöpfe (20–30 cm) die Lenden und die Kruppe. Verschiedene Farben sind zulässig:
- Schwarz;
- Schwarz mit einem grauen oder rostfarbenen Schimmer;
- Kitz mit schwarzer Maske;
- Weiß.
Das Fell entwickelt sich erst mit etwa zwei Jahren vollständig. Die Dreadlocks beginnen sich ab dem ersten Lebensjahr zu bilden und wachsen ein Leben lang, wobei sie mit jedem Jahr länger und dichter werden. Welpen haben dieses Fell normalerweise nicht; sie sehen aus wie flauschige Knäuel aus weichem, kurzem und lockigem Fell.
Ähnliche Rassen
Der Puli weist äußerliche Ähnlichkeit mit Hunden dieser Rasse auf. KomondorDer Puli, auch bekannt als Ungarischer Wolfshund, unterscheidet sich in Charakter und Aufgabe deutlich. Der Puli ist ein aktiver Hund, der die Herde hütet, zusammentreibt und zusammenhält. Der Komondor hingegen kümmert sich regelmäßig um das Vieh und schützt es vor Wildtieren und Eindringlingen. Während der Puli arbeitet, kann der Komondor im Schatten liegen und beobachten. Im Gefahrenfall verteidigt sich der Puli nicht, sondern stößt einen lauten, leicht heiseren Ruf aus.

Charakter
Pulis haben ein lebhaftes und ausgeglichenes Wesen; sie sind energiegeladen und freundlich, sehr neugierig und gesellig. Sie bauen enge Bindungen zu allen Familienmitgliedern auf und sind kinderlieb. Sie sind intelligent und gehorsam und können, wenn nötig, eigene Entscheidungen treffen, insbesondere bei Arbeitsaufgaben. In der Regel verstehen sie sich gut mit anderen Tieren.
Als Begleithund eignet sich die Rasse für jeden, der genügend Zeit für Spiele, Spaziergänge, Pflege und aktive Beschäftigung aufbringen kann.
Sie sind Fremden gegenüber misstrauisch, aber nicht aggressiv. Sie bellen, um vor Eindringlingen in ihr Revier zu warnen. Sie beschützen ihre Herde, ihre Familie und ihren Besitzer sehr. Pulis sind wachsame Wachhunde, die gerne Wachhunde wären, aber ihre Größe hindert sie daran.
Inhaltsmerkmale
Pulis passen sich gut an verschiedene Lebensbedingungen an. Begleithunde fühlen sich in Wohnungen jeder Größe wohl. Arbeitshunde können mit ihren Schützlingen in Scheunen leben und vertragen sowohl Hitze als auch Kälte gut.
Der energiegeladene Puli beteiligt sich an allen Hausarbeiten. In einer Wohnung sind Hunde zwar etwas zurückhaltender als im Freien, aber selbst auf engstem Raum kommen ihre Agilität, Wendigkeit und Sprungkraft gut zur Geltung. Die unbestreitbaren Vorteile dieser Rasse sind die Geruchs- und Felllosigkeit.
Training und Übung
Puli-Hunde benötigen viel Bewegung, darunter regelmäßige, lange Spaziergänge, die Möglichkeit zum Toben mit anderen Hunden und zum Freilauf. Tägliche Spaziergänge sollten durch Spiele und Training ergänzt werden.
Sie sind sehr leicht zu trainieren und merken sich Kommandos schnell. Beim Training ist es ratsam, Belohnungen in den Vordergrund zu stellen. Lob für gutes Verhalten ist effektiver als Schimpfen für schlechtes. Pulis sind zudem sehr sensibel. Besitzer können mit ihnen verschiedene Hundesportarten ausüben, wie Freestyle, Agility und Hundetanz. Wichtig ist, dass Pulis ständige geistige Anregung benötigen. Kommandos werden mit der Zeit leicht vergessen.

Pflege
Die Fellpflege von Hunden mit solch ungewöhnlichem Fell ist erstaunlich einfach. Im Alter von 8–12 Monaten erreicht das Flaumfell des Welpen die gewünschte Länge und beginnt sich um die Deckhaare zu kräuseln, wobei es sich in einzelne Strähnen auflöst. Die Strähnen bilden sich auf natürliche Weise, dennoch sollte das Fell regelmäßig kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass sich die Strähnen nicht verheddern. Falls dies doch passiert, sollten sie vorsichtig entwirrt werden. Der Zustand des Fells sollte insbesondere zwischen dem 8. und 18. Monat genau beobachtet werden. Bürsten und Trimmen sind nicht notwendig. Baden Sie Ihren Hund alle 1–2 Monate. Augen und Ohren sollten wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Die Krallen sollten alle 3–4 Wochen geschnitten werden.
Fütterung
Die Ernährung eines Pulis sollte den allgemeinen Fütterungsrichtlinien für Hunde entsprechen. Dazu gehören sowohl natürliche als auch Fertigfutter. Natürliche Nahrung sollte abwechslungsreich und ausgewogen sein. Fleisch und Getreide bilden die Hauptbestandteile, ergänzt durch Obst und Gemüse sowie mehrmals wöchentlich fermentierte Milchprodukte und Eier. Eine natürliche Ernährung wird üblicherweise durch Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine und Mikronährstoffe ergänzt. Bei der Futterwahl sind Premium-, Super-Premium- oder ganzheitliche Produkte die erste Wahl. Pulis sollten Futter erhalten, das für mittelgroße Hunderassen entwickelt wurde. Die unnötige Fütterung von Spezialfutter wird nicht empfohlen.
Gesundheit und Lebenserwartung
Pulis sind robuste und widerstandsfähige Hunde mit hervorragender Genetik. Die Rasse ist frei von schweren Erbkrankheiten. Bei mangelhafter Pflege treten jedoch häufig Dermatitis und Ohrenentzündungen auf. Wie jeder andere Hund benötigen auch Pulis regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen, einschließlich Impfungen, Entwurmung und Behandlung gegen äußere Parasiten. Ihre Lebenserwartung liegt bei 12 bis 14 Jahren.

Auswahl und Preisgestaltung eines Welpen
In Russland und der GUS finden aufgrund der geringen Populationsdichte keine Rasseausstellungen statt, jedoch sind gelegentlich einige Exemplare auf größeren Ausstellungen zu sehen. In vielen Großstädten gibt es renommierte Zuchtstätten, wobei der Großteil der Population in Dänemark, Finnland und natürlich Ungarn konzentriert ist. Puli-Welpen aus dem Ausland sind zwar deutlich teurer, aber wahre Rasseliebhaber haben die Möglichkeit, einen guten Welpen in der gewünschten Farbe auszuwählen.
Puli-Welpen haben kurzes, weiches Fell, das erst nach drei Monaten richtig zu wachsen beginnt und mit drei Jahren ausgewachsen ist. Dies erschwert die Auswahl eines Ausstellungshundes erheblich. Junge Welpen werden oft für Ausstellungen und die Zucht gekauft, sind aber deutlich teurer als ältere Welpen. Bei der Hundeauswahl ist es wichtig, die Lebensbedingungen und das Aussehen aller Welpen und Elterntiere zu berücksichtigen; alle Welpen sollten aktiv, gut genährt und gesund sein.
Die Preise für Welpen variieren stark, abhängig von Region, Abstammung und Nachfrage. Welpen in Zwingern kosten zwischen 500 und 1000 Euro. Anzeigen für den Verkauf eines Pulis ohne Papiere sind sehr selten, was zweifellos ein Vorteil für die Rasse ist, aber ein Nachteil für diejenigen, die sich nicht für die Rasse interessieren, sondern nur für die äußere Ähnlichkeit und den niedrigen Preis.
Fotos
In der Galerie sind Fotos von Welpen und erwachsenen Hunden der Rasse Puli gesammelt.
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