Schwitzen Hunde?
Thermoregulation ist für alle Warmblüter, auch für Hunde, lebenswichtig. Doch nach einem ausgiebigen Spaziergang mit dem Hund stellt der Besitzer fest, dass dessen Fell völlig trocken ist, während seine eigene Kleidung schweißnass ist. Und dabei war der Vierbeiner noch aktiver unterwegs… Dasselbe Phänomen tritt bei heißem Wetter auf: Man ist schweißgebadet, während der Hund völlig trocken ist, lediglich schneller atmet und die Zunge heraushängt. Schwitzen Hunde also tatsächlich gar nicht? Tatsächlich schwitzen sie, aber aufgrund ihrer anatomischen Unterschiede anders als Menschen.

Prinzipien der Thermoregulation bei Hunden
Experimente belegen, dass Hunde Temperaturen von 40 bis -40 °C vertragen. Für große Rassen Körpertemperatur Die Körpertemperatur liegt zwischen 37,5 und 39 °C, bei kleinen Rassen sogar zwischen 38,5 und 39,5 °C. Daher ist das Risiko einer Überhitzung bei kleinen Hunden höher als bei großen. Im Vergleich zum Menschen haben Hunde bei heißem Wetter etwas mehr Schwierigkeiten – ihre physiologischen Mechanismen zur Wärmeabgabe sind deutlich weniger ausgeprägt. Hunde besitzen Schweißdrüsen lediglich an den Pfotenballen und in den Gehörgängen, wobei letztere bei der Wärmeregulation nur eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Tiere geben Wärme hauptsächlich über ihre Atmung ab.
Die Hundezunge ist von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen. Sowohl die Zunge als auch die Schleimhäute der Wangen und des Gaumens enthalten die Ausführungsgänge der Ohrspeicheldrüse, der Unterkieferspeicheldrüse, der Unterzungenspeicheldrüse und der Wangenspeicheldrüse. Beim Atmen verdunstet das Sekret dieser Drüsen und kühlt so das in den Gefäßen zirkulierende Blut.
Bekanntlich atmen Hunde durch die Nase ein und durch den Mund aus. Dieser natürliche Gegenstrommechanismus gewährleistet eine effiziente Luftzirkulation: Die Luft strömt durch die feuchten Nasengänge und gelangt so bereits gekühlt in die Lunge. Gleichzeitig sorgt die Kondensation des Wasserdampfs an der Schnittstelle zwischen warmer und kalter Luft für eine gleichbleibende Feuchtigkeit der Schleimhäute.

Hunde tauschen Wärme automatisch über die Atmung aus, je nach Bedarf ihres Körpers. Bei normalen Temperaturen und ohne zusätzliche körperliche Aktivität atmet ein Hund 30-40 Mal pro Minute; bei heißem Wetter kann diese Zahl 300-400 erreichen.
Die Schweißdrüsen an den Pfoten lassen sich leicht nachweisen. Hundepfotenabdrücke sind bei heißem Wetter feucht, was darauf hindeutet, dass Ihr Tier geschwitzt hat. In den Ballen verlaufen Arterien und Venen dicht beieinander. Das venöse Blut kühlt sich durch den Bodenkontakt ab und senkt so die Temperatur des arteriellen Blutes. Dies trägt zur Kühlung des Tierkörpers bei.
Bei den nördlichen Wölfen, deren Lebensräume keiner extremen Hitze ausgesetzt sind, sind die Schweißdrüsen an ihren Pfotenballen aufgrund ihrer Nutzlosigkeit teilweise oder vollständig verkümmert.
Hunde nutzen eine große Drüse in der Nasenhöhle zur Befeuchtung. Menschen besitzen keine solche Drüse. Ihre einzige Funktion besteht darin, die Nase des Tieres zu befeuchten, um die eingeatmete Luft zu kühlen. Man kann sagen, dass die Nasendrüse dieselbe Funktion wie Schweißdrüsen erfüllt.

Ein Hund mit dichtem Fell benötigt also keinen Schweiß, der von seiner Körperoberfläche verdunstet. Sein Wärmeaustausch erfolgt auf anderem Wege. Ein Hund, der durch einen anstrengenden Spaziergang überhitzt ist oder unter einem Hitzschlag leidet, öffnet sein Maul und lässt die Zunge heraushängen, um die Verdunstung des „Kühlmittels“ – des Speichels – zu erhöhen. Er atmet schneller und flacher und schwitzt nur noch über die Pfoten.
Lesen Sie auch:
- Wie man einen Hund bei extremer Hitze abkühlt
- Warum streckt ein Hund bei heißem Wetter die Zunge heraus?
- Welche Bedeutung hat der Schwanz eines Hundes?
Einen Kommentar hinzufügen