Nach der Kastration nässt der Hund ein: Warum und was kann man dagegen tun?

Die Kastration von Hunden ist ein häufiger, aber nicht der einfachste chirurgische Eingriff. Er wird unter Vollnarkose durchgeführt und ist mit gewissen Risiken verbunden. Eine häufige Komplikation ist HarninkontinenzDie

Gründe

Wenn ein Hund nach der Kastration anfängt zu urinieren, ist dies ein Anzeichen für ernsthafte Probleme. Ein Tierarzt sollte zur Untersuchung aufgesucht werden. Um die Ursache der Harninkontinenz zu ermitteln, wird ein Spezialist folgende Tests und Untersuchungen anordnen:

  • Blutprobe;
  • Urinanalyse;
  • Urinkultur zum Nachweis bakterieller Infektionen;
  • Ultraschalluntersuchung des Urogenitalsystems;
  • Röntgenaufnahme des Abdomens;
  • Kontrastmitteluntersuchung bei angeborenen Blasenanomalien.

Ein Schäferhund uriniert nach der Kastration.

Eine gründliche diagnostische Untersuchung trägt zu einer korrekten Diagnose bei. Ein Hund kann aus vielen Gründen einnässen, unter anderem:

  • altersbedingte Veränderungen;
  • Schwäche der glatten Muskulatur der Harnröhre;
  • Nervenkrankheiten;
  • Diabetes mellitus (eine Krankheit, die den Konsum großer Flüssigkeitsmengen erfordert);
  • Wirbelsäulenverletzungen;
  • Infektionen des Urogenitaltrakts;
  • Ektopie der Harnleiter;
  • Urolithiasis;
  • Prostataerkrankungen (bei Männern);
  • schwache Blase.

Klinische Studien haben gezeigt, dass das Risiko einer Harninkontinenz bei unkastrierten Tieren sehr gering ist – nur 1 %. Bei kastrierten Hunden steigt das Risiko jedoch deutlich auf 5–20 %. Bei bestimmten Rassen (insbesondere großen) erreicht es sogar 60 %. Dies ist vermutlich auf eine angeborene Schwäche des Harnröhrenschließmuskels zurückzuführen.

Die Harninkontinenz meines Haustieres nach der Kastration war nicht auf einen Operationsfehler zurückzuführen. Das Problem liegt in einem hormonellen Ungleichgewicht. Hormone (Östrogen und Progesteron) beeinflussen die Schließmuskelfunktion und die Empfindlichkeit der glatten Muskulatur. Auf zellulärer Ebene laufen Prozesse ab, die die Harnkontinenz unmöglich machen.

Der Hund ist krank

Diese Erkrankung kann unmittelbar nach der Operation oder auch erst später (sogar nach 3–5 Jahren) auftreten. Problematisch ist, dass der Schließmuskeltonus allmählich abnimmt. Daher sollte der Zustand des Tieres nach der Kastration engmaschig überwacht werden.

Symptome

Harninkontinenz, also das unwillkürliche Urinieren eines Hundes, lässt sich leicht an einer Reihe charakteristischer Symptome erkennen:

  • Unwillkürliches Wasserlassen zu unpassenden Zeiten und an unpassenden Orten (zu Hause);
  • Urinverlust, dessen portionierte Freisetzung;
  • nasse Wolle;
  • Feuchte Stellen, wo der Hund schläft;
  • übertriebene Sauberkeit;
  • Reizung und Hautausschlag im Genitalbereich.

Was zu tun

Ist der Hund gesund und jung, besteht die Möglichkeit, dass sich das Problem von selbst löst. Dies ist jedoch selten. In allen anderen Fällen benötigt das Tier tierärztliche Hilfe. Nach der Diagnose und dem Ausschluss anderer möglicher Ursachen für Harninkontinenz legt der Tierarzt den optimalen Behandlungsplan fest. Die wichtigsten Methoden sind:

  1. Die Verschreibung von Medikamenten zur Normalisierung des Hormonspiegels erzielt zwar eine gute therapeutische Wirkung, beeinträchtigt aber die allgemeine Gesundheit des Tieres.
  2. Bei diesem endoskopischen Eingriff wird durch die Bauchdecke ein Medikament direkt in die Blasenwand eingebracht. Ein großer Schnitt ist nicht erforderlich; alle Eingriffe erfolgen durch eine kleine Öffnung. Daher gilt diese Methode als minimalinvasiv und schonend. Die Erholungszeit ist kurz.
  3. Offene Bauchoperation zur Verlagerung der Blasenposition und Wiederherstellung des Muskeltonus durch Vernähen.

Der Tierarzt bereitet die Operation vor.

Wenn Ihr Arzt Ihnen eine Operation empfiehlt, sollten Sie die Klinik und den Chirurgen sorgfältig auswählen. In der postoperativen Phase ist es wichtig, alle Anweisungen Ihres Arztes genau zu befolgen, um eine erfolgreiche Genesung zu gewährleisten. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Kastrierten Tieren wird häufig eine lebenslange Behandlung verschrieben. PropalinaDer Hauptwirkstoff des Medikaments ist Phenylpropanolaminhydrochlorid. Es handelt sich um ein Sympathomimetikum, das an adrenergen Rezeptoren wirkt. Das Medikament ist als Suspension zum Einnehmen erhältlich. Die benötigte Dosis wird anhand des Gewichts des Tieres berechnet.

Das Medikament heilt die Krankheit nicht, sondern lindert lediglich die Symptome. Es stärkt die glatte Muskulatur der Blase und der Harnwege. Anschließend normalisiert sich deren Funktion. Das Medikament hat keine Nebenwirkungen. Es reichert sich nicht im Körper des Hundes an und wird innerhalb von 24 Stunden nach der Verabreichung auf natürliche Weise ausgeschieden. Auch die Langzeitanwendung von Propalin ist für die Gesundheit des Tieres unbedenklich. Es gibt jedoch Gegenanzeigen. Hier ist eine Liste davon:

  • niedriger Blutdruck;
  • schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
  • schwere Erkrankungen des Verdauungstraktes;
  • Organische Läsionen des Harnröhrenschließmuskels.

Zeigt Ihr Hund Anzeichen von Harninkontinenz, sollten Sie umgehend einen Spezialisten aufsuchen. Eine möglichst frühzeitige Behandlung ist ratsam, um spätere negative Folgen und schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Nützliches Video: Pflege der Nahtstellen von Haustieren nach einer Operation

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