Warum könnte ein Hund rote Augen haben?

Wenn ein Hund rote Augen hat, kann die Ursache eine leichte Verletzung sein, die von selbst heilt, oder ein Glaukom, das unbehandelt zur Erblindung führt. In jedem Fall sollte das Problem nicht ignoriert werden. Ein Besuch beim Tierarzt ist unerlässlich, wenn die Rötung länger als 24 Stunden anhält. Von einer Behandlung zu Hause wird dringend abgeraten. Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann das rote Auge lediglich mit Kochsalzlösung gespült werden.

Warum könnte ein Hund rote Augen haben?

Begleitsymptome

Es gibt viele Gründe, warum die Augen eines Hundes rot werden können. Um dem Tierarzt eine genaue Diagnose zu ermöglichen, ist es wichtig, dass Besitzer den allgemeinen Gesundheitszustand ihres Tieres genau beobachten, da selbst geringfügige Verhaltensänderungen auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen können.

Folgende Symptome sollten besondere Besorgnis auslösen:

  • Juckreiz im Augenbereich, der den Hund dazu veranlasst, sich mit den Pfoten das Gesicht zu reiben;
  • Trübung der Hornhautoberfläche;
  • ständiges Zusammenkneifen der Augen und häufiges Blinzeln;
  • allgemeine Schwellung der Schnauze;
  • das Auftreten von eitrigem oder weißlichem Ausfluss in den inneren Augenwinkeln;
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit;
  • asymmetrische Pupillen.

Es ist außerdem wichtig darauf zu achten, ob ein oder beide Augen gerötet sind. Auch die jüngsten Ereignisse spielen eine Rolle: War der Hund in einen Kampf verwickelt oder hatte er Kontakt zu Katzen oder anderen Tieren? Diese Details können helfen, die Ursache des Problems schnell zu ermitteln.

5 Hauptursachen der Pathologie

Von einer Selbstbehandlung Ihres Haustieres ist dringend abzuraten, da es Dutzende von Diagnosen gibt, deren Hauptsymptom eine Rötung des Augenweißes ist. Im Folgenden sind die häufigsten Erkrankungen aufgeführt.

Allergische Bindehautentzündung

Die Erkrankung tritt am häufigsten im Frühling und Sommer auf, wenn Hunde viel Zeit im Freien verbringen und mit potenziellen Allergenen in Kontakt kommen. Begleitsymptome (tränende Augen, Niesen) klingen in der Regel innerhalb einer Stunde ab, nachdem das Tier einen sauberen Raum betreten hat.

Bindehautentzündung beim Hund

Behandlungsmethoden

Wird eine allergische Bindehautentzündung bestätigt, muss dem Hund Antihistaminika verabreicht werden. Außerdem ist es notwendig, die Infektionsquelle zu identifizieren, um weiteren Kontakt mit dem Allergen zu verhindern.

Hornhautreizung

Eine weitere häufige Ursache für gerötete Augen kann eine mechanische Reizung der Hornhaut sein. Beispielsweise leiden Rassen mit dünnem, drahtigem Fell (wie Pinscher und Griffons) oft darunter, dass einzelne Haare in ihre Augen reiben. Auch ein Fremdkörper im Auge kann die Ursache sein.

Hornhautreizung bei einem Hund

Behandlungsmethoden

Sie können die Augen Ihres Haustieres mit Kochsalzlösung spülen. Sollte der Tierarzt bestätigen, dass die Hornhaut durch grobes Haar geschädigt ist, müssen Sie Ihr Haustier zu einem Hundefriseur bringen, um das überschüssige Haar kürzen zu lassen.

Infektionskrankheit

Dringen Bakterien in ein verletztes Auge ein, rötet sich das Weiße des Auges. Das Tier reibt möglicherweise seine Schnauze am Boden und blinzelt häufig.

Behandlungsmethoden

Eine intensive Therapie kann erforderlich sein (stündliche Augenspülung, Antibiotika alle fünf bis sechs Stunden). Die Augenwinkel sollten zudem mit einem in antibakterieller Lösung getränkten Wattestäbchen behandelt werden.

Trockenes Auge-Syndrom

Eine mögliche Ursache für gerötete Augen beidseits beim Hund sind verstopfte Tränenkanäle oder das vollständige Fehlen von Tränendrüsen. Weitere Symptome sind Schwellungen und eine Trübung der Hornhaut.

Trockenes Auge bei Hunden

Behandlungsmethoden

Als kostengünstige (aber vorübergehende) Lösung des Problems könnte der Tierarzt die Verwendung spezieller Mittel vorschlagen. FeuchtigkeitstropfenUm die Lebensqualität des Hundes langfristig zu verbessern, wird jedoch eine Operation empfohlen.

Krebserkrankungen

Es gibt verschiedene Krebsarten, die bei Hunden eine Rötung des Augenweißes verursachen können. Am häufigsten sind Lymphome und Retikulosarkome.

Behandlungsmethoden

Wenn onkologische Erkrankung Wird die Krankheit in einem frühen Stadium diagnostiziert, werden Chemotherapie und Strahlentherapie eingesetzt. Andernfalls werden Medikamente verschrieben, um die unangenehmen Symptome zu lindern.

Diagnosemethoden

Wenn Ihr Hund an einem oder beiden Augen gerötet ist, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Es ist besonders gefährlich, professionelle Hilfe zu ignorieren, wenn die Rötung nicht innerhalb weniger Tage abklingt. Ihr Tierarzt wird die Krankengeschichte Ihres Tieres sorgfältig prüfen und eine vollständige Anamnese erheben.

Untersuchung des Hundes durch einen Augenarzt

Es wird empfohlen, die Antworten auf die folgenden Fragen im Voraus vorzubereiten:

  • Wann wurde die Rötung zum ersten Mal bemerkt?
  • Haben Sie in den letzten Stunden eine deutliche Verschlechterung Ihrer Symptome bemerkt?
  • Hat sich das Verhalten Ihres Haustieres verändert?
  • Wie häufig kommt der Hund mit anderen Tieren in Kontakt?

Nach Erhebung der ersten Informationen führt der Tierarzt eine vollständige augenärztliche Untersuchung durch. Dabei beurteilt er den Zustand verschiedener Augenbestandteile, darunter Bindehaut, Hornhaut, Tränenkanäle, Netzhaut und Augenlider.

Zusätzlich wird ein Schirmer-Test durchgeführt. Dabei überprüft der Arzt die Tränenproduktion und kann ein trockenes Auge bestätigen oder ausschließen. Keine Sorge, es ist nicht schmerzhaft: Der Arzt führt lediglich einen kleinen Papierstreifen zwischen Augenlid und Auge ein. Dieser Streifen reizt die Augeninnenseite. Die austretenden Tränen färben den Teststreifen, sodass die Tränenflüssigkeitsmenge bestimmt werden kann.

Bei Verdacht auf Glaukom wird eine Tonometrie (Messung des Augeninnendrucks mit einem speziellen Gerät) durchgeführt. Um zu verhindern, dass sich das Tier während des Eingriffs bewegt, kann eine örtliche Betäubung verabreicht werden.

Fluorescein wird zur Erkennung von Mikrorissen eingesetzt. Ein kleiner Tropfen des gelbgrünen Farbstoffs wird auf die Augenoberfläche aufgetragen. Die beschädigten Stellen werden anschließend mit einer speziellen Lampe beleuchtet.

Untersuchung des Hundes durch einen Augenarzt

Manchmal wird auch eine umfassende Blutuntersuchung angeordnet. In seltenen Fällen kann eine Rötung des Augenweißes beider Augen auf eine Nieren- oder Leberfunktionsstörung oder ein hormonelles Ungleichgewicht hinweisen.

Problemdiagnose

Rote Augen bei Hunden erfordern eine sorgfältige und professionelle Untersuchung, da dieses Symptom auf verschiedene Erkrankungen hinweisen kann. Daher sollte die Diagnose von einem Tierarzt gestellt werden.

Die Untersuchung wird üblicherweise nach folgendem Algorithmus durchgeführt:

  1. Visuelle Untersuchung. Der Arzt beurteilt Farbe, Form und allgemeinen Zustand der Augenschleimhaut und achtet dabei auf Rötung, Reizung, Schwellung, Ausfluss und das mögliche Vorhandensein eines Fremdkörpers.
  2. Eine detailliertere Augenuntersuchung. Der Augeninnendruck wird gemessen, um ein Glaukom auszuschließen. Fluorescein kann ebenfalls eingesetzt werden, um den Zustand der Hornhaut zu überprüfen und eventuelle Schäden oder Geschwüre zu erkennen.
  3. Labortests. Bei Verdacht auf eine Infektion wird ein Abstrich des Auges zur mikrobiologischen Analyse entnommen, um den Erreger zu identifizieren und die geeignete Behandlung festzulegen.
  4. Zusätzliche Diagnostik. In einigen Fällen können Röntgenaufnahmen erforderlich sein (zum Beispiel bei Verdacht auf eine Verletzung oder einen Tumor), sowie allgemeine Tests zur Beurteilung des Körperzustands und zur Identifizierung systemischer Erkrankungen.

Wenn das Weiße in den Augen eines Hundes gerötet ist, ist eine vollständige Diagnose zwingend erforderlich.

Wie und womit werden Pathologien behandelt?

Eine Behandlung der Augenrötung ist nur nach Feststellung der Ursache und nach strikter Anweisung eines Tierarztes möglich.

Je nach Diagnose können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • regelmäßiges Spülen der Augen mit abgekochtem Wasser oder speziellen Mitteln, wie z. B. Furacilinlösung oder Veterinärlotionen;
  • die Anwendung lokaler oder systemischer Medikamente: Antibiotika, Antimykotika, entzündungshemmende Medikamente – je nach Art der Erkrankung;
  • Chirurgischer Eingriff bei mechanischer Beschädigung oder Eindringen eines Fremdkörpers.

Unabhängig von der Ursache der Augenrötung ist es wichtig, Ihrem Hund eine ruhige und angenehme Umgebung, Zugang zu sauberem Wasser und eine ausgewogene Ernährung zu bieten. Eine gesunde Ernährung stärkt das Immunsystem, und regelmäßige Augenpflege hilft, Reizungen und Beschwerden zu lindern.

Wenn ein Welpe rote Augen hat

Augenentzündungen treten bei Welpen seltener auf als bei erwachsenen Hunden, sind aber dennoch ein Problem, das nicht ignoriert werden sollte. Da sich das Immunsystem junger Tiere noch entwickelt, können Infektionen schwerwiegender verlaufen.

Rötungen der Augen bei einem Welpen können von folgenden Symptomen begleitet sein:

  • Schwellung der Augenlider;
  • häufiges Blinzeln;
  • Unruhe, Angstzustände oder Anzeichen von Unbehagen aufgrund von Schmerzen oder Juckreiz.

Im Allgemeinen ist die Vorgehensweise bei Diagnose und Behandlung von Welpen die gleiche wie bei erwachsenen Hunden, aber Sie sollten so schnell wie möglich einen Tierarzt konsultieren.

Medikamentöse Therapie und chirurgische Behandlung

Rötung des Augenweißes ist lediglich ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung. Daher wird die Behandlung erst nach gesicherter Diagnose festgelegt. Zunächst werden topische Behandlungen wie Augensalben, -tropfen und -lösungen verschrieben. Ohne Rezept können nur Kochsalzlösung, künstliche Tränen und antibakterielle Salben (nur in die Augenwinkel einmassieren) verwendet werden. Spülungen sollten 2-3 Mal täglich, künstliche Tränen 5-6 Mal täglich und Salben maximal zweimal täglich angewendet werden.

Um zu verhindern, dass sich das Tier die Augen reibt, sollte es mit einem speziellen Halskragen im elisabethanischen Stil ausgestattet werden.

Wenn diese erste Behandlung nicht hilft, muss das Tier unverzüglich einem Tieraugenarzt vorgestellt werden.

Der Arzt wird Ihnen Medikamente zum Einnehmen verschreiben und Sie, falls keine Besserung eintritt, zu einer Operation überweisen. Ignorieren Sie die Empfehlungen des Spezialisten nicht. Wird die Ursache des Problems nicht frühzeitig behandelt, kann später die operative Entfernung des Auges (Enukleation) notwendig werden.

Um zu verhindern, dass eine Rötung des Augenweißes beim Hund zur Erblindung führt, ist eine rechtzeitige tierärztliche Behandlung sehr wichtig.

Sie können auch dem Tierarzt auf unserer Webseite eine Frage stellen, die er Ihnen so schnell wie möglich im Kommentarfeld unten beantworten wird.

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