Warum wälzen sich Hunde in verrottetem Fleisch und Exkrementen?
Warum wälzen sich Hunde in verrottetem Fleisch und Exkrementen und springen vergnügt in Pfützen und Schlamm? Man sollte meinen, sie wären domestiziert, wohlerzogen und würden ihre Kommandos kennen, und doch benehmen sie sich so!

Instinkt oder schlechte Angewohnheit
Der Mensch domestizierte Hunde vor fast 14.000 Jahren, und seither haben diese vierbeinigen Gefährten ihren Herren treu gedient. Man sollte meinen, dass Hunde ihre alten Gewohnheiten längst abgelegt hätten, doch ihre Vorliebe für Schmutz beweist das Gegenteil. Je widerlicher der Geruch, desto besser für den Hund: So überdeckten einst ihre Vorfahren ihren Geruch bei der Jagd. Warum also wälzen sich Hunde heute noch in verrottenden Kadavern, wo sie doch nicht mehr in den Wäldern nach Nahrung suchen müssen? Es gibt verschiedene Theorien dazu:
- Instinkt. Das ist die erste und plausiblere Theorie. Beobachten Sie Ihr Haustier; es sucht wahrscheinlich nach fremden Exkrementen und reibt sich genüsslich damit ein. Früher wälzten sich Wölfe bei der Jagd im Kot ihrer potenziellen Beute. Der Jagdtrieb ist bei modernen Hunden zwar verschwunden, ihre Vorliebe für intensive Gerüche aber geblieben. Ein Hund mag Parfüm oder Gewürze vielleicht nicht, doch der Duft von Gras, Aas und Tierkot ist für ihn besonders anziehend. Erfahrene Hundehalter werden Ihnen bestätigen, dass Jagdhunderassen besonders gerne im Dreck wühlen.
- Der Wunsch, aufzufallen. Seltsamerweise empfinden Hunde üble Gerüche als angenehmer als die duftenden Shampoos ihrer Besitzer. Synthetische Duftstoffe können ihren Geruchssinn reizen, weshalb das Tier versucht, sie loszuwerden. Genau wie Menschen Parfüm kaufen, um gut zu riechen, wälzen sich Hunde aus demselben Grund in Aas und Exkrementen. Beobachtet man seinen Hund, fällt auf, dass er sich nicht nur von Schmutz, sondern auch von bestimmten üblen Gerüchen angezogen fühlt. Ein weiteres Beispiel für seine Vorliebe für unangenehme Gerüche ist sein Instinkt, sein Revier mit Urin zu markieren. Pflanzenfresser urinieren übrigens sogar vor dem Fressen auf ihr Futter.

- Saisonbedingter Fellwechsel. Durch Wälzen auf dem Boden putzt sich der Hund und entfernt lose Haare. Hunde suchen sich dafür eher saubere Plätze und meiden Müllhalden. Am besten wälzt man sich auf Gras oder Feldwegen, damit sich der angesammelte Schmutz nicht im Fell verfängt.
- Der Jagdinstinkt. Zoologen versuchen seit Langem, die Ursache für das seltsame Verhalten von Hunden zu ergründen und haben verschiedene Experimente durchgeführt. Amerikanische Wissenschaftler haben die Theorie entwickelt, dass das Tier durch das Wälzen in Aas und Exkrementen versucht, seinen Bezugspersonen etwas Wichtiges mitzuteilen. Wölfe sind Rudeltiere. Die Aufgabe jedes Wolfes ist es, Beute zu finden und die anderen dorthin zu führen. In einem Experiment wurde ein Wolf in einem Zoo über einen längeren Zeitraum mit scharfem Futter gefüttert und anschließend in ein Gehege mit anderen Tieren entlassen. Die anderen Rudelmitglieder nahmen den neuen Geruch wahr und folgten dem „duftenden“ Wolf in der Annahme, er würde sie zur Futterquelle führen. Wenn sich Ihr Haustier regelmäßig in Aas wälzt, überlegen Sie, ob es Sie als nächste Bezugsperson zu einem Ort ruft, an dem es eine Leckerei finden kann.
- Stress. Schlammbäder helfen Menschen, ihre Nerven zu beruhigen. Hunde hingegen suchen Zuflucht vor Stress. Indem sie sich tarnen, schützen sie sich vor der Außenwelt.

Ist Abstillen möglich?
Das Problem lässt sich nicht vollständig beseitigen, aber es ist möglich, das Verhalten Ihres Haustieres zu korrigieren.
- Meiden Sie beim Gassigehen mit Ihrem Jagdhund Müllhalden und Abfall. Suchen Sie sich ein offenes Gelände abseits von Häusern, sonst übernimmt der Jagdinstinkt die Kontrolle und Sie bringen einen stinkenden Hund mit nach Hause. Ist dies nicht möglich, führen Sie Ihren Hund immer an der Leine.
- Wenn Ihr Hund beim Spaziergang regelmäßig nach Dreck und Pfützen sucht oder sich einfach im Gras und auf dem Boden wälzt, sollten Sie über einen Wechsel Ihrer Pflegeprodukte nachdenken. Wählen Sie ein parfümfreies Shampoo, um den Geruchssinn Ihres Tieres nicht zu reizen.
- Wenn Ihr Hund anfängt zu haaren, bürsten Sie sein Fell gründlich, damit er sich nicht selbst putzt. Behandeln Sie ihn außerdem regelmäßig gegen Parasiten.
- Wenn das Wälzen im Kot einfach nur eine schlechte Angewohnheit ist, versuchen Sie, Ihr Haustier zu sinnvolleren Aktivitäten zu bewegen. Steigern Sie die körperliche Aktivität, spielen Sie zusammen, Ausbildung All das hilft, den Hund von sinnlosem Herumrennen und der Suche nach Schmutz abzulenken. Das kann auch Stress abbauen.
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