Warum werden Hunde grau?
Es ist schwer zu sagen, warum Hunde ergrauen. Normalerweise betrifft dies ältere Tiere ab einem Alter von fünf bis sieben Jahren. Graue Haare können jedoch auch bei jüngeren Tieren auftreten. Wissenschaftler und Tierärzte können nicht eindeutig erklären, warum das Fell seine natürliche Farbe verliert und ein Vierbeiner ergraut. Bekannt ist lediglich, dass die Ursache in einer verminderten Melaninproduktion liegt, dem Farbstoff, der für die Fellfarbe verantwortlich ist.
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Ursachen für graues Fell bei Hunden
Bei Menschen und Tieren hängt die Haarfarbe von Melanin ab, einem natürlichen Pigment, das von den Melanozyten im Haarfollikel produziert wird. Dieses Pigment ist ungleichmäßig über den Haarschaft verteilt, wobei die Konzentration zur äußeren Schicht des Haarschafts hin abnimmt und es in der Kutikula praktisch nicht mehr vorhanden ist.

Ergrauen entsteht durch eine unzureichende oder gar keine Pigmentproduktion. Die Melaninproduktion nimmt typischerweise mit dem Alter ab, kann aber auch schon im frühen Erwachsenenalter auftreten. Das Problem entsteht durch ungünstige Umwelteinflüsse, die genauer untersucht werden sollten.
Die genauen Ursachen für vorzeitiges Ergrauen sind noch nicht geklärt. Es gibt jedoch Theorien über den Einfluss von Stress, Umweltbedingungen und Veränderungen der Haarstruktur auf die Haarfarbe:
- Die Granne besteht zu bis zu 78 % aus Keratin, das winzige, fest aneinanderliegende Schuppen bildet. Gelangen Luftblasen zwischen diese Schuppen, wird die Struktur gestört, wodurch der Eindruck einer Verfärbung entsteht.
- Die Haarfollikel produzieren zu wenig Wasserstoffperoxid, dessen Abbau wird gehemmt, was zu einem aktiven Ergrauen führt.
- Eine graue Schnauze ist bei Hunden und Katzen oft ein Zeichen von starkem Stress. Seltener wird die Ergrauung durch Adrenalin und Noradrenalin verursacht und zeigt sich vor allem an den Seiten und am Rücken.
Die Fachzeitschrift „Applied Animal Behavior Science“ führte eine Studie mit 400 Hunden durch. Das Experiment zeigte, dass Hunde, die ständig gestresst, von Natur aus nervös und 3-4 Jahre alt sind, das höchste Risiko haben, frühzeitig zu ergrauen.
Welche Stresssituationen begünstigen das Ergrauen?
- anhaltende Einsamkeit;
- Angst vor Menschen oder anderen Haustieren;
- übermäßiger Stress bei intensiver körperlicher Anstrengung;
- Angst vor lauten Geräuschen und unbekannten Orten.
Alle an der Studie teilnehmenden Tiere zeigten ängstliches und unruhiges Verhalten. Es konnte kein Zusammenhang mit Training, Kastration oder dem Vorhandensein anderer Haustiere im Haushalt festgestellt werden. Die Ergrauung war jedoch bei Weibchen stärker ausgeprägt als bei Männchen.
Wann ist ein grauer Hund normal?
Man geht im Allgemeinen davon aus, dass gesundheitliche Probleme keinen Einfluss auf das Ergrauen des Fells haben. Neuere Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass graues Haar ein Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion sein kann. Auch wenn graues Fell bei Ihrem Hund kein Grund zur Sorge sein sollte, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam, um sicherzustellen, dass Ihr Vierbeiner gesund ist.
Ohne erkennbare Auslöser gilt das Ergrauen des Fells ab einem Alter von 4 Jahren als normal. Junge Welpen sind nicht anfällig für Melaninmangel, aber im Alter von 1–2 Jahren kann sich die Fellfarbe verändern.
Mit zunehmendem Alter beginnt der Prozess bei Haustieren meist mit der Verfärbung der Schnurrhaare bei Hunden und Katzen. Cocker Spaniels, Pomeranians und Chihuahuas neigen besonders zu ergrauendem Fell an der Schnauze. Nach und nach breitet sich die Ergrauung auf den gesamten Körper aus. Anfangs treten nur einzelne weiße Haare auf, deren Anzahl jedoch allmählich zunimmt und so ungleichmäßig gefärbte Stellen im Fell entstehen. Graue Haare am Schwanz sind äußerst selten.
Wie man graue Haare entfernt
Es gibt spezielle Produkte, die graue Haare schnell und effektiv abdecken. Sie sind ammoniakfrei und daher unbedenklich für Tiere. Von handelsüblichen Haarfarben sollte man jedoch absehen und die Behandlung stattdessen im Salon durchführen lassen – Hautreizungen und kleine, unter dem Fell verborgene Wunden sind Kontraindikationen. Dunkles Haar sollte man nicht färben, da eine Vorbehandlung mit Bleichmittel erforderlich ist, die zu chemischen Verbrennungen führen kann.

Graue Haare sind nicht unbedingt ein Zeichen von Alter; sie treten häufig auch bei jungen Haustieren auf. Stressvermeidung kann vorzeitigem Ergrauen vorbeugen. Sind viele graue Haare vorhanden und selbst bei hellem Fell auffällig, kann eine Fellpflege in Betracht gezogen werden, die jedoch ausschließlich in einem professionellen Salon durchgeführt werden sollte.
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