Warum bringen Katzen ihre Beute zu ihren Besitzern?

Viele Katzenbesitzer wundern sich, warum ihre Katzen tote Tiere mit nach Hause bringen, obwohl ihr Napf stets mit leckerem Futter gefüllt ist. Nach dem Spaziergang finden sie oft einen baumelnden Mäuseschwanz oder einen kleinen Vogel im Maul ihrer geliebten Katze. Manchmal erwartet sie morgens ein Leckerli auf dem Boden neben dem Bett oder sogar auf dem Kissen. Um in solchen Situationen angemessen zu reagieren, ist es wichtig, die Beweggründe des Tieres zu verstehen.

Die rote Katze fing den Vogel

Warum tragen Katzen tote Tiere nach Hause?

Die Katzen, die seit Jahrtausenden mit dem Menschen zusammenleben, haben die meisten ihrer von den wilden Vorfahren geerbten Instinkte bewahrt. Viele dieser Instinkte erklären, warum Katzen ihre Beute manchmal zu ihren Besitzern zurückbringen. Dazu gehören:

  • Jagdinstinkt. Raubtiere wie Katzen benötigen viel Protein. Die Hauptnahrung einer Katze sollte aus Fleisch bestehen. Daher ist der Jagdinstinkt diesem Tier angeboren. Interessanterweise geht es primär darum, die Beute zu fangen, nicht sie zu fressen. Indem eine Katze ihrem Besitzer eine Maus oder einen Vogel bringt, demonstriert sie stolz ihren Jagderfolg, behauptet sich und zeigt ihre Männlichkeit. Viele Haustiere sind erstaunlich geschickt im Jagen von Mäusen, aber auch von Aquarienfischen, Insekten und Eidechsen.
  • Elterninstinkt. Dieses Verhalten zeigen weibliche Katzen. In freier Wildbahn bringen Raubtiere erlegte Kleintiere und Vögel zu ihren Jungen und lehren sie so die richtige Nahrungsaufnahme und später die Jagd. Auch moderne Hauskatzen besitzen einen ähnlichen Elterninstinkt. Katzen mit Jungen bringen oft halbtote Beutetiere zu ihren Kleinen nach Hause, die darauf mit großem Interesse reagieren. Gibt es keine eigenen Jungen, denen sie diese Erfahrung weitergeben kann, wählt die Katze ihren menschlichen Wirt für diese Rolle. Die Katze bringt die Beute zurück und beweist so ihre Fürsorge.
  • Mäuse und Vögel, die auf dem Boden oder im Bett des Besitzers verstreut liegen, symbolisieren den Wunsch der Katze, ihren Nutzen zu beweisen und etwas Lob und Anerkennung zu erlangen. Dies ist ein weiterer Instinkt, der domestizierten Vierbeinern gemein ist.

Eine Katze mit einer gefangenen Maus zwischen den Zähnen

Unabhängig davon, was der Grund für das Auftauchen von Tieren ist, die von einer Katze im Haus getötet wurden, sollten Sie sie dafür weder bestrafen noch ausschimpfen.

Was tun mit der Beute?

Wenn man versteht, warum eine Katze ein totes Tier mit nach Hause gebracht hat, ist es wichtig, dieses wertvolle „Geschenk“ mit Würde anzunehmen. Das Tier sollte sorgfältig und hygienisch in ein Glas gegeben und entsorgt werden. Natürlich sollte dies so geschehen, dass die Katze es nicht sehen kann. Man sollte ihr das Gefühl geben, dass ihr Geschenk sehr geschätzt und gefressen wurde. Am besten ist es jedoch, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass regelmäßig tote Tiere ins Haus gelangen. Manchmal stellt dies eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit und das Leben des Haustiers dar.

Gefahren der Jagd

Jagdtrieb führt jedes Jahr bei Hunderten von Hauskatzen zu Krankheit und Tod. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Rattenvergiftung. Auch vorbeugende Nagerbekämpfung kann zum Tod von Haustieren führen.
  • Von Katzen gefangene Mäuse oder Ratten übertragen oft gefährliche, manchmal sogar tödliche Krankheiten. Bisse dieser Tiere, die man sich im Kampf zuzieht, können zu Eiterbildung und Abszessen führen.
  • Vögel infizieren Haustiere mit Pilzinfektionen und Milben.
  • Jedes von einer Katze erbeutete lebende Beutetier kann zu einer Quelle für Wurmbefall werden.

Darüber hinaus läuft ein Haustier während der Jagd Gefahr, in gefährliches Gebiet zu geraten, Opfer eines Hundes oder eines Eindringlings zu werden oder von einem Auto angefahren zu werden.

Hunde jagen eine Katze

Solche Folgen des Jagdverhaltens lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit und Fürsorge für Ihr Haustier vermeiden. Ein Halsband mit Glöckchen ist eine effektive Methode, Begegnungen mit Vögeln zu verhindern. Alternativ bietet sich ein interaktives Spielzeug an, das dem Jagdinstinkt Ihres Tieres entgegenkommt. Die Kastration Ihrer Katze schützt sie zudem vor Revierkämpfen und längeren Abwesenheiten.

Beim Aufstellen von Vogelfutterhäuschen muss darauf geachtet werden, dass diese an Orten angebracht werden, die für Katzen unzugänglich sind.

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