Warum putzen sich Katzen so oft?

Katzen gelten zu Recht als eines der saubersten Tiere der Welt. Sie verbringen fast ein Viertel ihres Lebens mit der Fellpflege. Warum putzen sich Katzen so oft? Dafür gibt es mehrere Erklärungen.

Eine graue Katze putzt sich

Hauptgründe

Viele von Ihnen haben sicher schon bemerkt, dass Katzen wohl die einzigen Tiere sind, die ihre gesamte Freizeit – nicht etwa Schlafen oder Spielen – der Fellpflege widmen. Warum Katzen sich so oft putzen, lässt sich nicht eindeutig erklären. Diese natürliche Reinlichkeit hat mehrere Ursachen.

Genetisches Gedächtnis

Der erste und wichtigste Grund ist der Instinkt, den Hauskatzen von ihren wilden Vorfahren geerbt haben. Alle Katzen sind von Natur aus Raubtiere und können stundenlang regungslos verharren, um auf die Jagd zu gehen. Um zu verhindern, dass potenzielle Beutetiere ihren Geruch wahrnehmen, lecken Katzen ihr Fell etwa eine halbe Stunde lang.

Aus demselben Grund waschen Katzen sich nach dem Fressen immer das Gesicht mit den Pfoten. Schließlich sind die Gesichter von Raubtieren in freier Wildbahn nach einer Mahlzeit oft mit dem Blut ihrer Beute befleckt.

Die Zunge einer Katze hat eine raue Oberfläche. Dadurch lassen sich abgestorbene Haare, Hautschuppen und andere Ablagerungen beim Putzen leicht aus dem Fell entfernen.

Katzensprache

Persönliche Hygiene

Katzen sind äußerst reinliche Tiere. Sie sind sehr empfindlich gegenüber Fremdgerüchen. Dies zeigt sich besonders deutlich, wenn sie nach dem Streicheln durch Menschen die Stelle ausgiebig ablecken. Damit erreichen sie zwei Ziele gleichzeitig: Sie pflegen ihr Fell und entfernen Fremdgerüche.

Auch die natürlichen Bedürfnisse von Katzen enden stets mit einem Putzritual. Sie reinigen sich sorgfältig mit ihrer Zunge und nutzen ihre Vorderpfoten, um anhaftenden Schmutz aus ihrem Fell zu entfernen.

Katzen verbringen im Herbst und Frühling, wenn der Fellwechsel in vollem Gange ist, die meiste Zeit mit der Fellpflege. Sie benutzen ihre rauen Zungen, um abgestorbene Haare von ihrem Körper zu entfernen.

Es fällt auf, dass sich Kater deutlich seltener putzen als Katzen. Dies lässt sich durch ihre größere Faulheit und sogar eine gewisse Nachlässigkeit erklären.

Die rote Katze wäscht sich

Körperthermregulation

Einer der Hauptgründe, warum Katzen sich so oft putzen, ist das Bedürfnis, eine feuchtigkeitsabweisende Schicht auf ihrem Fell zu bilden, die den Prozess der Wärmeregulierung unterstützt.

Regelmäßige Fellpflege aktiviert die Talgdrüsen an der Basis der Haarfollikel. Dieses ölige Sekret bildet eine feuchtigkeitsabweisende Barriere, die das Fell wirksam vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen in der Umgebung schützt.

Im Winter hilft die Fellpflege den Tieren, warm zu bleiben, und in den Sommermonaten vergrößert sie den Abstand zwischen den Haaren, sodass frische Luft an die erwärmte Haut gelangen kann.

Die Katze leckt sich selbst

Selbstzufriedenheit

Auch Tiere verspüren den Drang, sich sofort zu putzen, wenn sie gestresst sind. Dies tritt am häufigsten auf, wenn sie umziehen oder ein neues Haustier hinzukommt.

Das sanfte Lecken hat eine ähnliche Wirkung wie eine entspannende Massage. Wenn ein Tier nervös ist, steigt seine Körpertemperatur. Das Befeuchten des Fells mit der Zunge hilft, sie wieder zu normalisieren.

Besorgnis zeigen

Fast alle Katzen vertragen sich gut mit anderen Haustieren, auch mit Hunden. Indem sie ihre Artgenossen und „Nachbarn“ ablecken, drücken Katzen Zuneigung und Liebe aus. Es ist eine einzigartige Form der Kommunikation.

Die gegenseitige Fellpflege zwischen Katzen, die im selben Haushalt leben, ist ein deutliches Zeichen für ein harmonisches Zusammenleben. Dabei konzentrieren sich Katzen typischerweise auf die am schwersten erreichbaren Stellen – Hals und Kopf.

Eine Katze wäscht eine andere Katze

Das Ablecken der Jungen durch die Mutterkatze dient nicht nur der Hygiene. Indem sie mit ihrer rauen Zunge über den Körper der Jungen streicht, aktiviert sie Rezeptoren, regt die Atmung an und normalisiert die Durchblutung. Das Ablecken des Anal- und Genitalbereichs der Jungen fördert zudem den Kot- und Urinabsatz.

Darüber hinaus enthält Katzenspeichel Bestandteile mit antiseptischer Wirkung. Die Behandlung von Neugeborenen mit Speichel fördert eine schnellere Heilung von Geburtsverletzungen.

Warum hören Katzen auf, ihr Fell zu lecken?

Die Fellpflege ist ein natürliches Verhalten für Katzen. Wenn Sie also bemerken, dass Ihre Katze sich nicht mehr putzt, sollten Sie genauer hinschauen. Eine Verweigerung der regelmäßigen Fellpflege kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hindeuten.

  • Entzündung des Zahnfleisches oder der Zähne;
  • Übergewicht, das das Tier daran hindert, alle Körperbereiche zu erreichen;
  • Arthritis der Gelenke, was bei einer Änderung der Körperposition zu schmerzhaften Empfindungen führt;
  • übermäßig Stress, woraufhin das Tier die übliche Prozedur einfach vergisst.

Das Gegenteil tritt ebenfalls auf, wenn Katzen sich übermäßig lecken. Dieses ungewöhnliche Verhalten kann auf allergische Reaktionen, die Unbehagen verursachen, oder auf Parasitenbefall hindeuten.

Wie sich eine Bengalkatze putzt: Video

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