Warum leckt sich eine Katze ständig?

Wenn Ihre Katze sich ständig putzt, ist es wichtig, die Ursache für dieses ungewöhnliche Verhalten abzuklären. Möglicherweise leckt sich Ihr Tier aufgrund einer Erkrankung, die tierärztliche Behandlung erfordert, so häufig. Normalerweise verbringen Haustiere viel Zeit mit der Fellpflege, diese ist jedoch nicht störend und verursacht weder Hautreizungen noch -schäden.

Natürliche Fellpflege

Eine gesunde Katze pflegt sich sorgfältig – Beobachtungen zeigen, dass die Fellpflege etwa 30–50 % ihrer Wachzeit in Anspruch nimmt. Es gibt mehrere natürliche Gründe, warum Haustiere ihr Fell lecken.

Reinheit

Die Oberfläche der Katzenzunge ist mit kleinen, steifen Borsten bedeckt, die abgestorbene Haare, Futterreste und Schmutz entfernen. Das Lecken lässt sich mit der für den Menschen unerlässlichen Körperpflege vergleichen.

Katze auf dem Boden

Diese Art der Hygiene ist besonders wichtig für langhaarige Rassen. Wenn eine Perserkatze nicht genügend Zeit für die Fellpflege aufwendet, verfilzt ihr Fell schnell. Besonders anfällig für Verfilzungen ist das Fell am Rücken zwischen den Schulterblättern, da die Katze diese Stellen nicht mit ihrer Zunge erreichen kann.

Geruch

Jedes Haustier hat einen einzigartigen Duft, der von Drüsen produziert wird. Durch die Fellpflege verteilt eine Katze ihren Duft über ihren ganzen Körper und wird so für andere Tiere erkennbar. Streichelt man eine Katze, bleibt eine Spur menschlichen Geruchs an ihr haften. Deshalb verbringen Haustiere nach dem Streicheln durch ihren Besitzer oft viel Zeit mit der Fellpflege – sie müssen ihren natürlichen Duft wiederherstellen.

Nach dem Fressen wäscht sich eine Katze instinktiv den Futtergeruch aus dem Gesicht, und zwar aus zwei Gründen. Als Raubtier muss sie alle Gerüche entfernen, die sie bei der Jagd verraten könnten. Da sie selbst eine potenzielle Beute für ein gefährlicheres Tier ist, verbessert sie ihre Tarnung, indem sie den verlockenden Duft des Futters beseitigt.

Schöne Erinnerungen

Eine Katzenmutter leckt ihre Jungen unmittelbar nach der Geburt. Die Kätzchen verstehen schnell, dass die Fellpflege mit angenehmen Empfindungen verbunden ist und verspüren dieses Bedürfnis auch als erwachsene Katzen ständig. Der Zusammenhang zwischen Fellpflege und Zuneigung zeigt sich auch darin, dass die Katze ihren Menschen ableckt. Als Reaktion auf Streicheleinheiten leckt sie oft die Hände ihres Besitzers.

Reaktion mit Wasser

Die meisten Katzen baden nicht gern – sie mögen kein nasses Fell. Deshalb trocknen sie es sorgfältig ab und lecken es ausgiebig. Erzwungenes Baden kann für manche eine der unangenehmsten Prozeduren sein. In den letzten Jahren haben Tierärzte immer häufiger darauf hingewiesen, dass Baden nicht notwendig ist – Katzen sind sehr reinliche Tiere und halten ihr Fell auch ohne Shampoos und Gels sauber.

Sexuelle Jagd

Das Putzen der Genitalien ist ein natürliches Verhalten – es entfernt Kot- und Urinreste nach dem Toilettengang und fördert die Funktion der Analdrüsen. Während der Rolligkeit lecken Katzen jedoch so intensiv unter ihrem Schwanz, dass kahle Stellen oder Hautreizungen im Genitalbereich entstehen können. Dieses Problem tritt bei geschlechtsreifen, noch nicht gedeckten Rüden und Hündinnen auf. Tierärzte empfehlen, die Katze direkt nach der ersten Rolligkeit kastrieren zu lassen, um zu verhindern, dass sich der Sexualtrieb verfestigt.

Thermoregulation

Katzen besitzen keine Schweißdrüsen und haben daher Schwierigkeiten, mit Hitze umzugehen. Um ihre Körpertemperatur zu senken, lecken sie ihr Fell. Dadurch werden die Haare mit Speichel befeuchtet und biegen sich, sodass Luft an die Haut gelangen kann.

Nervöse Reizung

Lecken beruhigt eine Katze nach einem Streit mit ihren Artgenossen, wenn sie nicht spielen will oder übermüdet ist. Das Lecken des Fells erhöht die Ausschüttung von Endorphinen, den Glückshormonen. Es fördert die Entspannung und lindert stressbedingte Anspannung.

Übermäßiges Lecken kann jedoch für Tierhalter Anlass zur Sorge geben. Es ist möglich, dass das Tier erhebliche Beschwerden oder Schmerzen hat und tierärztliche Hilfe benötigt.

schmerzhafter Zustand

Apathisches Verhalten, einschließlich mangelnder Fellpflege, wird häufig im Zusammenhang mit verschiedenen Katzenkrankheiten beschrieben. Allerdings zeigen Haustiere während einer Krankheit oft gesteigerte Aktivität – sie lecken sich nicht nur, sondern miauen laut, beißen sich in die Haut und rupfen sich die Haare aus. Tritt dieses Verhalten auf, sollten Besitzer ihr Tier genau beobachten und gegebenenfalls einen Tierarzt konsultieren, um die empfohlene Behandlung zu erhalten.

Graue Katze

Wann Handlungsbedarf besteht:

  1. Die Katze beißt sich ins Fell und leidet unter Juckreiz. Ektoparasiten wie Flöhe sind häufig die Ursache für dieses unerwünschte Verhalten. Das Problem lässt sich leicht beheben: Tierarztpraxen und Fachgeschäfte verkaufen wirksame Medikamente und Halsbänder, um Haustiere von diesen Parasiten zu befreien.
  2. Die Katze leckt sich aktiv unter dem Schwanz, reibt ihr Hinterteil am Boden und nimmt an Gewicht zu oder ab. Dieses Verhalten kann durch starken Analjucken infolge eines Wurmbefalls verursacht werden. Manchmal sind die Würmer im Kot deutlich sichtbar. Die Behandlung erfolgt mit Wurmmitteln, jedoch ist vor deren Anwendung eine tierärztliche Untersuchung ratsam. Im Gegensatz zu Hautparasiten sind Wurminfektionen auf Menschen ansteckend, und eine Behandlung ist sowohl für das Tier als auch für seinen Besitzer notwendig.
  3. Das Tier leckt nicht nur, sondern beißt und kratzt die Haut, bis sie blutet. Es bilden sich große kahle Stellen mit Anzeichen von Reizung. Ursache hierfür sind allergische Reaktionen und Stress. Ist das Tier aufgrund einer veränderten Umgebung oder der Ankunft eines anderen Haustiers extrem nervös, sollten ihm vom Tierarzt verschriebene Beruhigungsmittel verabreicht werden. Bei Allergien sollte zunächst das Futter umgestellt werden.
  4. Neurodermitis äußert sich auch durch Juckreiz, Hautausschläge im betroffenen Bereich und Haarausfall. Die Erkrankung wird durch Entzündungen verursacht und erfordert eine sorgfältige medikamentöse Behandlung.

Alle Probleme, die durch übermäßige Fellpflege entstehen, lassen sich vermeiden, indem man auf die Gesundheit seines Haustieres achtet. Regelmäßige Tierarztbesuche zur Vorsorge, Entwurmungen drei- bis viermal jährlich und eine stressarme Umgebung sind unerlässlich.

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