Pyrenäenmastiff

Der Pyrenäenberghund vereint alle besten Eigenschaften eines Wach- und Begleithundes: groß, kräftig, zuverlässig, leicht zu erziehen, kinderlieb, robust und pflegeleicht.

zwei Pyrenäenberghunde

Ursprungsgeschichte

Der Pyrenäenberghund ist eine sehr alte Hunderasse, die im 20. Jahrhundert beinahe ausgestorben wäre, sich aber erholt hat. Heute erfreut sie sich in ihrer Heimat und darüber hinaus wachsender Beliebtheit. Die Rasse entwickelte sich in den Pyrenäen während des Königreichs Aragon, weshalb Spanien heute als ihr Ursprungsland gilt. Es lässt sich nicht genau sagen, wann Schäfer erstmals Hunde dieser Art einsetzten. Es gibt praktisch keine verlässlichen Daten, um die frühe Geschichte der Rasse nachzuvollziehen.

Die Vorfahren des Pyrenäenberghundes wurden stets nur zum Hüten von Herden eingesetzt, niemals zur Jagd. Sie waren Fremden gegenüber besonders scheu, da sie in dünn besiedelten Bergregionen lebten, gehorchten ihren Hirten aber bedingungslos.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in Spanien verschiedene Mastiff-Arten. Jede hatte ihren eigenen Namen, doch der Pyrenäenberghund war schon lange vor der Festlegung des ersten Rassestandards im Jahr 1890 eine eigenständige Rasse. Das Verschwinden der Wölfe, der Rückgang anderer Raubtiere und wirtschaftliche Schwierigkeiten führten zu einem Populationsrückgang dieser großen Hütehunde. Sie wurden nicht mehr benötigt, und es machte keinen Sinn, ein zusätzliches, nicht gerade kleines Maul zu füttern. Nur wenige Pyrenäenberghunde blieben auf abgelegenen Bauernhöfen zurück.

In den 1970er Jahren erlangte die Rasse Bekanntheit. 1977 wurde der Pyrenäenberghund-Club Spaniens gegründet, der Züchter zusammenbrachte. 1981 genehmigte die Königliche Hundegesellschaft Spaniens den Rassestandard. Die Internationale Kynologische Vereinigung erkannte die Rasse 1982 an. Heute gehören folgende Rassen zur Pyrenäenberghund-Familie: Pyrenäenberghund, Spanisch und den Pyrenäenberghund. Aber man darf nicht unerwähnt lassen, dass… Pyrenäen-Schäferhund, das seit Jahrhunderten mit diesen großen Molossern zusammenarbeitet.

Aussehen

Der Pyrenäenberghund ist ein sehr großer, überdurchschnittlich großer Hund mit harmonischem Körperbau, ausgewogenen Proportionen und kräftigem Knochenbau. Sein Fell ist nicht übermäßig lang. Trotz seiner Größe sollte der Pyrenäenberghund weder träge noch schwerfällig wirken. Die Widerristhöhe beträgt bei Rüden mindestens 77 cm und bei Hündinnen mindestens 72 cm. Das Gewicht liegt typischerweise zwischen 55 und 75 kg.

Der Kopf ist groß und kräftig. Die Breite des Fangs an der Basis entspricht in etwa dem Abstand zwischen den Schläfen. Von der Seite betrachtet wirkt der Kopf tief. Die Schädelbreite entspricht der Länge oder ist etwas größer. Der Stop ist sichtbar, aber nicht abrupt. Der Fang hat einen geraden Nasenrücken, der dreieckig geformt ist und sich zur Spitze hin verjüngt, jedoch nicht spitz zuläuft. Die breite und große Oberlippe bedeckt die Unterlippe vollständig und ohne Lücke oder Hängen. Die Unterlippe bildet einen ausgeprägten Winkel. Die Schleimhaut ist schwarz. Der Biss ist scherenartig. Die Zähne sind kräftig und weiß. Die Augen sind mandelförmig, braun und klein, mit schwarz pigmentierten Lidern, die eng am Augapfel anliegen. Im Ruhezustand gibt das Unterlid die Bindehaut leicht frei. Die Ohren sind mittelgroß, dreieckig, hängend und auf Augenhöhe angesetzt. Früher wurden sie traditionell kupiert.

Der Hals ist breit und kräftig, kegelförmig mit locker hängender Haut und einer deutlich ausgeprägten, doppelten Wamme. Der Körper ist rechteckig, kräftig, aber dennoch beweglich und flexibel. Die Rückenlinie verläuft horizontal. Der Widerrist ist gut ausgeprägt. Der Rücken ist muskulös und kräftig. Die Lende ist lang, breit und verjüngt sich allmählich. Die Kruppe ist kräftig, breit und fällt in einem Winkel von 45 Grad zur Horizontalen ab. Widerristhöhe und Kruppenhöhe entsprechen einander. Die Brust ist tief und breit mit einem prominenten Brustbein. Der Bauch ist mäßig aufgezogen, die Leiste tief. Der Schwanz ist hoch angesetzt, am Ansatz dick und beweglich. In Ruhe hängt er bis zu den Sprunggelenken herab, wobei das letzte Drittel hakenförmig gebogen ist. In Bewegung biegt er sich wie ein Säbel mit einem deutlich ausgeprägten Haken am Ende. Die Läufe sind von vorn betrachtet gerade und parallel, mit sichtbaren Muskeln und Sehnen; die Unterarme sind dreimal so lang wie die Fesseln. Die Hinterbeine sind muskulös, kräftig und gut gewinkelt. Die Pfoten sind oval, wobei die Hinterbeine etwas länger sind als die Vorderbeine.

Pyrenäenberghunde rangieren unter den größten Hunden der Welt an vierter Stelle, zeichnen sich aber durch ihren leichten, schwungvollen Trab und ihre Wendigkeit aus.

Das Fell ist doppelt und besitzt dichtes, dickes Deckhaar von mittlerer Länge. Am Körperrumpf ist das Haar 6–9 cm lang. Hals, Schultern, Bauch, Hinterläufe und Rute sind mit längerem Haar bedeckt. Das Deckhaar ist steif. Das Fell ist weiß mit einer deutlichen Maske. Deutlich abgegrenzte Abzeichen in der gleichen Farbe wie die Maske können vorhanden sein. Die Ohren sind stets gefleckt. Die Rutenspitze und das untere Drittel der Gliedmaßen sind weiß. Die bevorzugte Farbe ist Reinweiß mit Abzeichen in Mittelgrau, intensivem Gelb, Braun, Silbergrau, Schwarz, Hellbeige, Marmoriert oder Sandfarben.

Pyrenäenberghund-Rasse

Charakter und Verhalten

Der Pyrenäenberghund ist ein Arbeitshund, unberührt von Massenzucht, ein zuverlässiger Wachhund und treuer Begleiter. Ruhig und freundlich gegenüber Familienmitgliedern, betrachtet er nur eine Person als seinen Herrn, gehorcht aber allen im Haushalt etwa gleich häufig. Er ist sehr sanft und vorsichtig mit Kindern und hat viel Geduld mit deren Streichen. Es wäre keine Übertreibung, den Pyrenäenberghund als edel zu bezeichnen. Er verhält sich kühn und mutig, weicht niemals vor Gefahren zurück und ist sich seiner Stärke und Überlegenheit gegenüber anderen Hunden bewusst. Er ist nicht aggressiv, aber wenn nötig, stellt er sich tapfer einem Kampf. Dies ist selten nötig; normalerweise genügt allein sein Erscheinungsbild, gepaart mit seinem tiefen, sonoren Bellen und seinem lebhaften Ausdruck, um jeden Übeltäter abzuschrecken. Der Mastiff liebt alle Familienmitglieder, Spaziergänge und Spiele, verlangt aber nicht ständig Aufmerksamkeit und kann auch längere Zeit allein gelassen werden.

Trotz seiner scheinbaren Robustheit ist der Pyrenäenberghund bei Bedarf recht agil und wendig. Er besitzt außergewöhnliche Intelligenz und trifft Entscheidungen zum Schutz oft selbstständig.

Moderne Pyrenäenberghunde haben ihre Wolfshundeigenschaften verloren, sind aber nach wie vor hervorragende Wachhunde. Tagsüber ruhen sie und beobachten gelassen das Geschehen. Nachts sind sie wachsam und verteidigen ihr Revier gegen Eindringlinge. Sie erinnern sich an alle Tiere und die Arbeiter auf dem Bauernhof und betrachten sie als Teil ihres Besitzes. Sie verstehen sich gut mit anderen Tieren, insbesondere mit solchen, mit denen sie aufgewachsen sind. Konflikte zwischen gleichgeschlechtlichen Hunden sind möglich.

Schul-und Berufsbildung

Der Pyrenäenberghund ist leicht zu erziehen. Kurze, regelmäßige Trainingseinheiten genügen. Ein ausgewachsener Hund kann etwa 20 Minuten jeden zweiten Tag trainiert werden. Eine Grundausbildung ist in der Regel ausreichend. Wach- und Schutzinstinkte sind ihm angeboren und erfordern nur gelegentlich kleinere Korrekturen.

Bei der Aufzucht eines Pyrenäenberghund-Welpen ist es wichtig zu bedenken, dass es sich um einen großen Hund mit einem von Natur aus unabhängigen Wesen handelt. Eine klare Rangordnung muss frühzeitig etabliert werden. Pyrenäenberghunde sind mäßig dominant und akzeptieren menschliche Führung relativ bereitwillig.

Pyrenäenberghunde

Inhaltsmerkmale

Der Pyrenäenberghund ist nicht für das Stadt- oder Wohnungsleben geeignet. Er ist ein großer Hund, der ein eigenes Revier braucht. Ein freistehendes Haus mit großem Garten ist ideal. Der Hund sollte jedoch nicht ständig in einer Box eingesperrt sein. Normalerweise sabbert er mäßig, bei Aufregung jedoch recht stark.

Pyrenäenberghunde sind sehr groß und benötigen viel Auslauf, besonders im jungen Alter. Ein Hund, der in einem geräumigen Garten lebt und sich frei mit anderen Hunden bewegen kann, hat ausreichend Bewegung. Diese wird durch Spielen und die körperliche Aktivität beim Erkunden des Gartens ergänzt. Ist der Hund allein, sind Spaziergänge außerhalb des Gartens und regelmäßiges Spielen mit seinem Besitzer unerlässlich.

Pflege

Die Fellpflege eines Pyrenäenberghundes ist sehr einfach, besonders wenn man ihn schon früh daran gewöhnt und ihn mindestens einmal wöchentlich bürstet. Baden ist in der Regel alle zwei bis drei Monate nötig. In manchen Fällen kann häufigeres Baden erforderlich sein, im Winter seltener. Welpen sollten alle drei bis vier Wochen die Krallen geschnitten bekommen, erwachsene Hunde nach Bedarf. Augen und Ohren sollten ebenfalls sauber gehalten werden. In den wärmeren Monaten empfiehlt es sich, Fell und Haut wöchentlich gründlich auf Rötungen, kahle Stellen und Parasiten zu untersuchen.

Ernährung

Es herrscht die weitverbreitete Annahme, dass große Wachhunde wie der Pyrenäenberghund so robust und anspruchslos seien, dass sie sich praktisch selbst versorgen könnten. Dies ist jedoch ein gefährlicher Irrtum. Eine artgerechte Ernährung ist unerlässlich, insbesondere während der aktiven Wachstums- und Entwicklungsphase bis zum Alter von 1,5 bis 2 Jahren.

Pyrenäenberghunde leiden selten an Allergien, neigen aber zu Magendrehung, daher sollten Besitzer über vorbeugende Maßnahmen gegen diese Erkrankung informiert sein.

Hundehalter können zwischen natürlichem oder Fertig-Trockenfutter wählen. Selbst zubereitete Mahlzeiten bestehen zu einem Drittel aus Fleisch und Fleischprodukten, der Rest aus Getreide, Gemüse und Obst. Fermentierte Milchprodukte werden je nach Verträglichkeit hinzugefügt, ebenso Fisch und Eier. Die benötigte Futtermenge wird anhand folgender Formel berechnet: Gewicht (in kg) x 0,7 - 15 %, geteilt durch die Anzahl der Fütterungen pro Tag, um die ungefähre Portionsgröße zu erhalten. Der Großteil der Fleischprodukte wird abends verfüttert. Bei kaltem Wetter wird der Kalorien- und Fettgehalt der Tagesration um 50–70 % erhöht, um ein gutes Überleben in der Kälte zu gewährleisten. Welpen im Wachstum benötigen Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Entwicklung ihres Bewegungsapparates. Anschließend werden Vitamin- und Mineralstoffpräparate in Kuren verabreicht. Die Fütterung von Welpen hat ihre eigenen spezifischen Anforderungen; eine Rücksprache mit einem Tierarzt oder Züchter wird empfohlen.

Pyrenäenberghund-Welpe

Gesundheit und Lebenserwartung

Der Pyrenäenberghund gilt als gesunde Rasse. Die meisten Hunde sind frei von Erbkrankheiten. Hüftdysplasie ist selten. Im Erwachsenenalter neigen sie zu Magendrehung, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Augenproblemen.

Um die Gesundheit des Pyrenäenberghundes zu erhalten, ist es wichtig, dem Hund eine ausgewogene Ernährung, gute Lebensbedingungen, regelmäßige Entwurmungen und rechtzeitige Impfungen zu bieten. Die Lebenserwartung beträgt 11-12 Jahre.

Auswahl eines Pyrenäenberghund-Welpen

Der Pyrenäenberghund ist in Russland selten. Der Großteil seiner Population konzentriert sich auf Spanien und Frankreich. Eine bedeutende Anzahl von Hunden und Zuchtstätten befindet sich in den baltischen Staaten.

Wer sich einen Pyrenäenberghund anschaffen möchte, sollte sich im Vorfeld über Geschlecht, Farbe und Verwendungszweck des Hundes im Klaren sein. Möchte man ihn auf Ausstellungen präsentieren, züchten oder wünscht man sich einfach einen Wach- und Begleithund? Rüden sind in der Regel dominanter, während Hündinnen besser für Familien mit Kindern geeignet sind. Für Zucht oder Ausstellungen empfiehlt sich ein Jungtier; bei einem 2-3 Monate alten Welpen lässt sich ein potenzieller Champion nur schwer erkennen.

Die Wahl des Züchters ist ebenso wichtig. Ein erfahrener Hundetrainer wird Sie sicher beraten, welcher Welpe hinsichtlich Temperament und Aussehen am besten zu Ihnen passt, und Ihnen Empfehlungen zu Aufzucht, Training und anderen Angelegenheiten geben.

Es wird empfohlen, Welpen frühestens mit 2,5 Monaten abzuholen. Dabei wird auf ihr Aussehen, die Einhaltung des Rassestandards und ihre Lebensbedingungen geachtet. Freilauf wird bevorzugt. Die Fütterung wird stets überprüft. Eine ausgewogene Ernährung für Mutter und Welpen ist der Schlüssel zu ihrer späteren Gesundheit. Jeder Welpe erhält eine Tätowierung und eine Welpenkarte, die später gegen einen Stammbaum und einen EU-Heimtierausweis mit Vermerken zu Vorsorgemaßnahmen und Impfungen eingetauscht wird. Auch der psychische Zustand der Elterntiere, zumindest der Mutterhündin, wird beurteilt. Ihr Verhalten nach der Geburt und der Säugezeit gibt Aufschluss über die Einstellung des Züchters zu seinen Hunden.

Preis

Ein reinrassiger Pyrenäenberghund-Welpe kostet in Russland üblicherweise um die 70.000 Rubel. Geschlecht, Wert der Vatertiere, Standort des Züchters und viele weitere Faktoren spielen dabei eine Rolle. In Europa liegt der Durchschnittspreis für einen Pyrenäenberghund bei 2.000 Euro.

Fotos

Die Fotografien in der Galerie zeigen Pyrenäenberghunde unterschiedlichen Geschlechts, Alters und Fellfarbe.

Video über die Hunderasse Pyrenäenberghund:

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