Pinscher: Eine eigene Rasse oder eine Gruppe?

Pinscher ist keine eigene Rasse, sondern die Bezeichnung für eine Gruppe von fünf in Deutschland entwickelten Hunderassen. Neben ihrem Ursprungsland weisen sie Ähnlichkeiten in Aussehen und Temperament auf. Der größte Pinscher ist der Dobermann, der kleinste der Zwergpinscher.

Der Platz der Pinscher in der FCI-Klassifizierung

Alle Pinscher gehören zur 2. Gruppe, die als „Pinscher“ bezeichnet wird. SchnauzerMolosser und Schweizer Sennenhunde gehören zu dieser Gruppe. Sie ist sehr vielfältig und zahlreich und wird daher in mehrere Untergruppen unterteilt. Uns interessiert die Untergruppe der Pinscher und Schnauzer. Diese Hunde ähneln in ihren Eigenschaften Schäferhunden. Alle Rassen, auch Jungtiere, sind Arbeits- und Assistenzhunde und zumindest trainierbar. Die meisten Rassen entstanden durch Kreuzung mit Terriern.

Ursprünglich wurden alle Pinscher als Wachhunde, Rattenfänger, Sicherheitshunde und landwirtschaftliche Helfer gezüchtet – kurzum, als mäßig spezialisierte Hunde. Heute werden sie als Assistenzhunde oder einfach als Begleithunde eingesetzt.

Allgemeine Merkmale von Pinschern

Pinscher zeichnen sich durch einen athletischen Körperbau, gut entwickelte Muskulatur und starke Knochen aus. Sie sind sehr robust und beherrschen vielfältige Bewegungen, darunter hohe Sprünge und schnelle Richtungswechsel beim Laufen. Da Pinscher kurzes Fell haben, können sie nur in gemäßigten Klimazonen ganzjährig im Freien leben.

Zu ihren typischen Charaktereigenschaften zählen Wachsamkeit, Mut, Treue zum Besitzer und eine gewisse Scheu vor Fremden. Hunde dieser Gruppe haben ein lebhaftes, energiegeladenes Temperament. Sie besitzen einen ausgeprägten Territorialinstinkt und einen starken Jagdinstinkt. Gegenüber anderen Hunden können sie aggressiv sein. Pinscher sind fröhlich, energiegeladen und voller Begeisterung, benötigen aber Aufsicht und konsequente Erziehung. Sie eignen sich für verschiedene Hundesportarten und sind besonders für aktive Menschen geeignet. Das Foto unten zeigt deutlich das Aussehen und die Ähnlichkeiten der Pinscher.

Hunderassen, die zur Pinschergruppe gehören

Kynologen vermuten, dass der Name „Pinscher“ vom englischen Wort „pinch“ (kneifen) stammt. Was die Züchter damit genau bezweckten, ist umstritten. Eine Theorie besagt, dass man das Aussehen des Hundes verändern wollte; traditionell wurden Pinschern Ohren und Rute gestutzt. Es ist aber auch möglich, dass man damit ihr Verhalten und ihren Charakter beeinflussen wollte; schließlich konnte der stolze kleine Wachhund ja nichts anderes tun, als in ein Bein zu zwicken. Dies trifft sicherlich nicht auf den Dobermann zu, aber dieser kam auch viel später auf.

Hunderassen, die zur Pinschergruppe gehören:

  • Österreichischer Pinscher;
  • Affenpinscher;
  • Deutscher Pinscher;
  • Dobermann;
  • Zwergpinscher (Zwergpinscher).

Im Folgenden werden wir all diese Rassen genauer kennenlernen.

Österreichischer Kurzhaarpinscher

Österreichischer Pinscher – eine seltene Rasse, die außerhalb ihrer Heimat kaum bekannt ist. Man geht davon aus, dass sie in Österreich aus älteren Pinschern und einheimischen Hunden entstanden ist. 1928 wurde sie als eigenständige Rasse anerkannt.

Wie Sie auf dem Foto sehen können, ist der Österreichische Pinscher ein kleiner, stämmiger, mittelgroßer Hund mit einer kräftigen, dicht behaarten Rute, die er ringförmig trägt. Die Widerristhöhe beträgt 40–50 cm, das Gewicht bis zu 18 kg. Das Fell ist kurz und liegt glatt an, wobei das Deckhaar kurz bis mittellang ist. Die Unterwolle ist kurz und dicht. Es gibt vier Farben: Rotbraun, Braungelb, Falbfarben oder Schwarz mit rötlichen Abzeichen. Weiße Flecken können an Brust, Hals, Pfoten, Schnauze und Rutenspitze vorkommen.

Österreichische Pinscher waren lange Zeit bei Bauern beliebt. Sie sind robust, aktiv und fröhlich, ihren Besitzern treu ergeben, betrachten Menschen aber nicht als Autoritätspersonen. Sie sind sehr selbstständig und eigensinnig. Sie können bei der Fuchs- und Kaninchenjagd hilfreich sein. Österreichische Pinscher sind sehr eigenwillig und benötigen viel Auslauf und Platz.

Der durchschnittliche Preis für einen Welpen einer seltenen Rasse beträgt 40.000 Rubel.

Österreichischer Pinscher
Österreichischer Kurzhaarpinscher

Affenpinscher

Affenpinscher Der Affenpinscher ist besonders in Deutschland und Frankreich beliebt. Man geht davon aus, dass er von Schnauzer-artigen Hofhunden abstammt. Auch Möpse, Pinscher und Belgische Griffons trugen zur Entwicklung der Rasse bei. 1896 wurde er als eigenständige Rasse anerkannt.

Affen unterscheiden sich von anderen Pinschern. Sie sind klein, kräftig gebaut, mit langem, drahtigem Haar und einer flachen, affenartigen Schnauze, die fast vollständig von dichten Augenbrauen, einem Schnurrbart und einem Bart verdeckt wird. Das Wort „Affen“ bedeutet übrigens im Deutschen „Affe“. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 25–28 cm und wiegen maximal 6 kg. Ihr Fell besteht aus kurzer, dichter Unterwolle und mindestens 2,5 cm langem, drahtigem Deckhaar. Nur eine Farbe ist zulässig: Schwarz. Auch die Unterwolle des Hundes muss schwarz sein.

Trotz ihrer Größe sind Affenpinscher sehr aktiv und brauchen regelmäßige Spaziergänge. Sie sind mutig, willensstark und eigensinnig. Wie andere Pinscher verteidigen sie ihr Revier, ihr Spielzeug und ihr Futter vehement und können dabei schnappen oder sogar die Zähne fletschen. Daher ist es nicht empfehlenswert, einen Affenpinscher als Begleithund für Kleinkinder zu halten.

Ein Affenpinscherwelpe ist nicht billig. Ein Welpe vom Züchter kostet zwischen 70.000 und 100.000 Rubel.

Affenpinscher
Affenpinscher (Affenpinscher)

Dobermann

Viele sind überrascht zu erfahren, dass der Zwergpinscher keine Miniaturausgabe des Dobermanns ist, sondern vielmehr dessen Gegenteil. Der Züchter der Rasse, Friedrich Louis Dobermann, wollte eine größere und verbesserte Version der kleineren Pinscher schaffen. Er begann seine Arbeit Mitte des 19. Jahrhunderts. Beaucerons, Deutsche Pinscher, Rottweiler und einige Jagdhunde trugen zur Entwicklung des Dobermanns bei. Die Rasse wurde 1863 als eigenständige Rasse anerkannt. Ursprünglich hieß sie Thüringer Pinscher. Nach dem Tod ihres Begründers wurde der Name Dobermann für die Hunde neu definiert.

Dobermänner Es handelt sich um große, kräftige Hunde mit robustem Körperbau. Sie vereinen Kraft und Anmut auf perfekte Weise, was durch ihre stolze Haltung unterstrichen wird. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 60–70 cm und ein Gewicht von 35–45 kg. Ihr Fell ist rau, kurz und glatt, ohne Unterwolle. Zwei Farben sind zugelassen: Braun und Schwarz-Loh.

Vertreter dieser Rasse sind typischerweise sehr temperamentvoll und verbergen ihre Gefühle nicht, können sich aber dennoch beherrschen. Dobermänner sind furchtlose und wachsame Wachhunde, die, anders als andere Pinscher, Eindringlinge ernsthaft verteidigen können. Insgesamt sind sie hervorragende Wachhunde und treue Begleiter.

In vielen Ländern werden Dobermänner als Diensthunde bei Polizei, Armee und Zoll eingesetzt.

Der Preis für einen Dobermannwelpen beim Züchter liegt zwischen 25.000 und 40.000 Rubel. Da die Rasse so verbreitet ist, kann man problemlos einen Hund ohne Papiere auf Tiermärkten oder online erwerben. Diese Welpen kosten in der Regel nicht mehr als 10.000 bis 15.000 Rubel.

schwarzer Dobermann
Dobermann

Deutscher Pinscher

Deutsche Pinscher Sie tauchten im 18. Jahrhundert in Deutschland auf und gelten als Vorfahren aller Pinscher außer den Österreichischen Pinschern, mit denen sie sich parallel entwickelten. Über ihre Vorfahren ist nichts bekannt. Man weiß lediglich, dass sich die Rasse vom Südwesten des Landes aus verbreitete, wo sogenannte Sumpfhunde verbreitet waren.

Pinscher wurden früher häufig von Bauern und später von Postkutschenbesitzern eingesetzt. Der Hund war für seine Ausdauer und seinen Arbeitseifer bekannt und konnte unermüdlich den ganzen Tag hinter einer Kutsche herlaufen und das Anwesen bewachen. Die Rasse wurde 1884 offiziell anerkannt. Heute werden sie meist als Begleithunde gehalten; die Rasse ist recht selten. Der Deutsche Pinscher ist auch als Standardpinscher bekannt. Äußerlich ähnelt er dem Dobermann und dem Zwergpinscher. Der auffälligste Unterschied ist seine Größe: 45–50 cm Schulterhöhe, 14–20 kg Gewicht.

Deutsche Pinscher kosten im Durchschnitt 20-25 Tausend Rubel.

Deutscher Pinscher
Deutscher Pinscher

Zwergpinscher

Zwergpinscher Sie tauchten in Deutschland etwa zur gleichen Zeit auf, als die Zucht von Pinschern in Standardgröße begann. Diese kleinen Hunde erfreuten sich schnell großer Beliebtheit, da sie nicht weniger geschickt im Fangen von Nagetieren waren und ihre Besitzer und deren Eigentum ebenso selbstlos beschützten, dabei aber deutlich weniger fraßen. Mit der Zeit verbreiteten sich diese kleinen Hunde rasch im ganzen Land und drangen in die Städte vor, wo sie ausschließlich als Haustiere gehalten wurden. 1895 wurde in Deutschland ein Pinscher-Liebhaberverein gegründet.

Ein Zwergdobermann wird oft von Menschen gewählt, die sich vor einem größeren Hund scheuen. Der Zwergpinscher besitzt ähnliche Eigenschaften, ist aber temperamentvoller, und sein Territorialverhalten sowie seine Aggressivität gegenüber anderen Hunden können oft problematisch werden. Der Zwergpinscher ist ein wahrer Wirbelwind.

Das elegante Erscheinungsbild dieser Hunde wird perfekt durch ihre Wendigkeit, Ausdauer und gut entwickelte Muskulatur ergänzt. Sie sind unglaublich agil. Der Einfluss von Italienischem Windspiel und Dackel ist deutlich erkennbar. Zwergpinscher sollten nicht größer als 30 cm und nicht schwerer als 6 kg sein.

Zwergpinscher sind intelligent und schlagfertig, aber aufgrund ihrer hohen Erregbarkeit und ihres großen Energielevels sehr schwer zu erziehen. Aus denselben Gründen ist es auch schwierig, sie auf Ausstellungen zu präsentieren.

Zwergpinscher sind sehr beliebt, und es ist einfach, einen Welpen zu finden und zu kaufen. Welpen vom Züchter kosten 20.000 bis 25.000 Rubel. Ein gebrauchter Zwergpinscher ist für 2.000 bis 10.000 Rubel erhältlich.

Zwergpinscher
Zwergpinscher (Zwergpinscher)

Zeitweise wurden Hunde einer nicht existierenden Rasse – des „Fuchspinschers“ – aktiv im Internet verkauft. Einige Menschen wurden so zu glücklichen Besitzern von Mischlingshunden, die sie anhand von Fotos erworben hatten. Andere wiederum stellten durch ihre Wachsamkeit fest, dass eine solche Rasse nicht existiert und nie existiert hat. Seien Sie daher wachsam, wenn Sie sich einen Hund Ihrer Wahl anschaffen, egal ob klein oder groß.

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