Kann das Coronavirus von Hunden und Katzen auf Menschen übertragen werden?
Viruserkrankungen sind gefährlich, weil sie zwar hoch ansteckend sind, viele aber auch anthropozoonotisch, also sowohl Menschen als auch Tiere befallen. Ein solcher Erreger ist das COVID-19-Coronavirus, das Ende 2019 eine Pandemie auslöste – die weltweite Ausbreitung einer schweren, potenziell lebensbedrohlichen Krankheit. Daher sind viele Haustierbesitzer besorgt darüber, ob das Coronavirus von Katzen oder Hunden auf Menschen übertragen werden kann und ob eine infizierte Person sich selbst anstecken kann. Ein Mensch kann sein Haustier anstecken.Die
Inhalt
Coronaviren und ihre Arten
Viren sind mikroskopisch kleine, parasitäre Organismen, die nur überleben und sich vermehren können, indem sie in lebende Zellen eindringen. Der Körper eines RNA-Virus (Virion) ist zwischen 20 und 300 nm groß und besteht aus einem Nukleinsäurekern und einer Proteinhülle (Kapsid). Außerhalb des Wirtsorganismus sind Viren sehr instabil: Sie sterben bei Temperaturen über 56 °C schnell ab und werden durch nahezu jedes Desinfektionsmittel sofort zerstört.
Coronaviren (Orthocoronavirinae), Mitglieder der Virusfamilie, verdanken ihren Namen der einzigartigen Struktur ihres Kapsids, das einer Krone ähnelt. Derzeit sind etwa 40 Arten der Orthocoronavirinae bekannt, die beim Menschen verschiedene Erkrankungen auslösen können, von zahlreichen Grippeformen bis hin zu akuten Atemwegserkrankungen und atypischer Lungenentzündung. Die Hauptübertragungswege sind Tröpfcheninfektion und direkter Kontakt von Mensch zu Mensch.
Zur Wahrscheinlichkeit einer COVID-19-Infektion beim Menschen durch Haustiere
Die meisten Coronaviren sind wirtsspezifisch: Einige befallen nur Menschen, andere nur Katzen oder nur Hunde. Hunde- und Katzen-Coronaviren stellen im Allgemeinen keine Gefahr für den Menschen dar.
In manchen Fällen jedoch, wenn ein Virus von einer Säugetierart auf eine andere übergeht, mutiert der Mikroorganismus und kann so in der neuen Umgebung überleben. Beispielsweise führte der Verzehr von Hühner- und Schweinefleisch zur Entstehung der für den Menschen relevanten Erreger der Vogel- und Schweinegrippe.
Die gängigste Theorie besagt, dass COVID-19 von Fledermäusen oder einer bestimmten Echsenart, den Schuppentieren, auf den Menschen übertragen wurde. Man geht davon aus, dass das Wuhan-Coronavirus extrem schnell mutieren und so neue Arten infizieren kann. Dieses Virus ist noch immer wenig erforscht, und die Informationen darüber ändern sich fast täglich. Während Wissenschaftler noch vor einem Monat behaupteten, Katzen und Hunde seien immun gegen COVID-19, wurden inzwischen bereits Fälle von Tieren dokumentiert, die von Menschen infiziert wurden.

Im New Yorker Bronx Zoo wurde beispielsweise die Tigerin Nadia mithilfe der präzisesten PCR-Diagnostikmethode (Polymerase-Kettenreaktion) des Nationalen Veterinärdienstes positiv auf COVID-19 getestet. Man geht davon aus, dass sich die Tigerin bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt hat.
Auch bei einer Katze in Belgien wurde COVID-19 nachgewiesen. Das Tier litt unter Durchfall und Atemproblemen. Die Besitzerin hatte eine Woche zuvor Symptome entwickelt und die Katze angesteckt.
Zwei Hunde in China haben sich ebenfalls bei ihren Besitzern mit dem Virus infiziert. Ein älterer Pomeranian wurde positiv auf COVID-19 getestet; sein Besitzer war zuvor aufgrund des Virus im Krankenhaus gewesen. Er erholte sich und kehrte nach Hause zurück, doch der Hund verstarb. Auch bei einem Deutschen Schäferhund in Hongkong wurde COVID-19 diagnostiziert. Der Hund zeigte keine Symptome, und der Test wurde aufgrund der Erkrankung seines Besitzers durchgeführt.
Viele angesehene Wissenschaftler sind sich einig, dass der Nachweis geringer Konzentrationen von COVID-19-RNA-Fragmenten in Haustieren keinen überzeugenden Beweis für eine Infektion darstellt. Es ist möglich, dass die untersuchte Probe durch äußere Einflüsse verunreinigt wurde oder dass ein falsch-positives Ergebnis vorlag. Darüber hinaus handelte es sich in allen beschriebenen Fällen um eine Übertragung von Menschen auf Hunde oder Katzen, nicht um eine Infektion von Tieren auf Menschen.

Die Forschungsergebnisse sind eindeutig:
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Es gibt keine dokumentierten Fälle einer Übertragung des Virus von Tieren auf Menschen im häuslichen Umfeld.
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Die CDC und die WHO bestätigen, dass das Übertragungsrisiko von Hunden und Katzen auf den Menschen extrem gering ist.
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Der Kontakt mit Wolle und das Ablecken sind unbedenklich; das Virus stirbt in der äußeren Umgebung recht schnell ab.
Kann eine Katze also einen Menschen mit dem Coronavirus infizieren? Auch hier gilt: Nein. Es gibt keine Beweise dafür, dass dies bei Katzen oder Hunden der Fall ist.
Es besteht kein Grund zur Panik – Haustiere erkranken selten an COVID-19 und stellen keine Infektionsquelle dar.
Warum dies geschieht (und warum es nicht geschieht)
Das Coronavirus ist wirtsspezifisch:
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Das humane Virus (SARS-CoV-2) unterscheidet sich von den Coronaviren von Hauskatzen und -hunden.
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Die Übertragung von Tieren auf Menschen erfordert eine Anpassung, die jedoch nicht stattfand.
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Die einzigen Fälle einer Tierinfektion sind vom Menschen zum Tier.
Risiko für Eigentümer
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Kann ein Hund einen Menschen mit dem Coronavirus infizieren? | Keine Beweise |
| Kann eine Katze einen Menschen mit dem Coronavirus infizieren? | Auch nicht bestätigt |
| Kann ein Mensch einen Hund/eine Katze anstecken? | Ja, aber selten und asymptomatisch |
| Kann man sich durch Wolle mit dem Coronavirus anstecken? | Nein, das Virus verliert schnell an Aktivität. |
Diese Tabelle fasst die aktuelle Lage zusammen: Das Risiko durch Haustiere ist minimal.
Warum werden dann Haustiere erwähnt?
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Manche Hausbesitzer fragen sich: Ist es möglich, sich zu Hause mit dem Coronavirus zu infizieren?
Nein. Der inländische Typ des Coronavirus ist nicht auf Menschen übertragbar. -
Während der COVID-19-Pandemie können Haustiere jedoch vorübergehend zu Überträgern werden, wenn der Besitzer erkrankt ist.
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Ihr Fell kann das Virus enthalten, insbesondere unmittelbar nach dem Kontakt. Dieses Risiko ist jedoch nicht ausreichend, um Haustiere als Infektionsquelle zu betrachten.
Offizielle Stellungnahme der Weltgesundheitsorganisation:
Bislang gibt es keine Beweise dafür, dass Haustiere das Coronavirus übertragen, und es sind keine Fälle bekannt, in denen Haustiere COVID-19 übertragen haben.
Vorsichtsmaßnahmen
Aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit des COVID-19-Virus wurden in fast allen Ländern besondere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung eingeführt. Zusätzlich zu den allgemein anerkannten Quarantänemaßnahmen – unnötige Ausgänge vermeiden, wenn möglich im Homeoffice arbeiten und Schutzmasken tragen – sollten Tierhalter folgende weitere Empfehlungen beachten:
- die Zeit, die für tägliche Spaziergänge mit Tieren aufgewendet wird, begrenzen;
- Nach dem Spaziergang sollten Sie Ihre Hände gründlich waschen und die Pfoten Ihres Hundes mit Reinigungsmitteln behandeln;
- Beim Spaziergang können Hunde Einwegsocken tragen, die aus dünnem Stoff oder Vliesstoff (Spinnvlies) hergestellt sein können;
- Für die Sauberkeit der Räumlichkeiten, in denen Haustiere gehalten werden, ist sorgfältig zu sorgen;
- Behandeln Sie Tiernäpfe und -tabletts häufiger als üblich mit Desinfektionslösungen.
Was tun, wenn der Besitzer krank ist?
Zu den Empfehlungen der CDC, der Mayer Clinic und der UCSF gehören folgende Maßnahmen:
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Isolieren Sie sich, indem Sie den Kontakt zu Ihrem Haustier einschränken.
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Kein Umarmen, kein Ablecken des Gesichts.
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Beobachten Sie Ihr Haustier auf Symptome (Husten, Lethargie).
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Wenn Ihr Haustier gesund ist, lassen Sie es zu Hause mit einem anderen gesunden Familienmitglied.
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Achten Sie auf Hygiene: Waschen Sie sich nach dem Kontakt die Hände.
Während der COVID-19-Pandemie sollten Hauskatzen und -hunde nicht frei herumlaufen. Das Virus kann auf das Fell oder die Haut des Tieres und dann durch Kontakt auf die menschlichen Schleimhäute übertragen werden.
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