Lungenödem bei Hunden
Ein Lungenödem beim Hund ist eine gefährliche Erkrankung, bei der sich Flüssigkeit im Lungengewebe, den Alveolen und dem Interstitium ansammelt. Da ein Lungenödem beim Hund oft plötzlich auftritt, ist es wichtig, dass Hundehalter die Hauptursachen und charakteristischen Symptome dieser Erkrankung kennen. Ein Lungenödem ist lebensbedrohlich, und ohne sofortige Behandlung kann sich der Zustand des Tieres rasch verschlechtern und zum Tod führen.
Inhalt
Gründe
Die Ursachen eines Lungenödems beim Hund sind vielfältig. Die häufigsten Ursachen dieser Erkrankung sind:
- erhöhte Gefäßpermeabilität;
- Bluthochdruck (mit Herzfehlern, Kardiopathie, Endokarditis);
- signifikanter Unterschied in den Messwerten der Interstitialflüssigkeit und des Blutdrucks.

Ein Lungenödem bei Hunden kann folgende Ursachen haben:
- Trauma (nicht nur der Lunge, sondern auch jedes anderen Organs);
- Vergiftung (Gifte, einschließlich Schlangengift, einige Medikamente, Einatmen von Rauch oder giftigen Gasen);
- das Eindringen von saurem Mageninhalt in die Lunge (Aspiration);
- Sepsis;
- Urämie;
- Pankreatitis.
Die Lunge ist für den Gasaustausch im Körper verantwortlich, daher ist jede Alveole dicht mit einem Netz winziger Kapillaren ausgekleidet. Werden die Gefäßwände durchlässig, treten Blut und Gewebeflüssigkeit in die Alveolen aus und stören den Gasaustausch.
Zu den Faktoren, die zur Entstehung von Ödemen beitragen, gehören:
- Thromboembolie;
- Hirnverletzungen (insbesondere solche, die zu Nervenstörungen führen, Krämpfe);
- Entzündungsprozesse in der Lunge (infektiöser und nicht-infektiöser Natur);
- Neubildungen (Tumore);
- Dehydratation aufgrund von Hunger, Leber- und Nierenerkrankungen (insbesondere Glomerulopathie), Verluste über den Magen-Darm-Trakt (Durchfall);
- Herzinsuffizienz.
Auch Tiere mit chronischer Niereninsuffizienz oder solche, die kürzlich medizinisch behandelt wurden, sind gefährdet. Fälle von Lungenödemen bei Hunden als Folge einer Bluttransfusionsreaktion wurden berichtet.

Auch häusliche Verletzungen können die Entwicklung des pathologischen Prozesses auslösen:
- Sonnenstich oder Hitzschlag;
- allergische Reaktion;
- Schock aufgrund heftigen Schreckens;
- Insektenstich;
- Stromschlag.
Stadien der Krankheitsentwicklung
Die Entwicklung eines Lungenödems bei Hunden erfolgt typischerweise in zwei aufeinanderfolgenden Phasen: der interstitiellen und der alveolären Phase.
Im ersten Stadium sättigt sich das Interstitium mit Flüssigkeit. Das Interstitium ist das Bindegewebe der Lunge, das den Raum zwischen dem Arbeitsgewebe und der Lungenwand ausfüllt und so für Stabilität sorgt. Schreitet der pathologische Prozess fort, entwickelt sich das Lungenödem beim Hund zum alveolären Stadium. Diese Form ist durch die Ansammlung von Flüssigkeit direkt in den Alveolen – den für den Gasaustausch verantwortlichen Hohlräumen des Lungengewebes – gekennzeichnet.
Der Übergang von einem Stadium zum nächsten geht mit einer merklichen Verschlechterung des Zustands des Tieres einher. Hunde entwickeln schaumigen Ausfluss aus Nase und Maul und nehmen eine verkrampfte Haltung ein. Meist sitzt das Tier in diesem Stadium mit weit gespreizten Vorderbeinen und hochgezogener Schnauze da und versucht, leichter atmen zu können.
Symptome eines Lungenödems
Die Symptome eines Lungenödems beim Hund sind sehr vielfältig und hängen von der zugrunde liegenden Ursache der Erkrankung sowie vom Ausmaß der Flüssigkeitsfüllung der Alveolen ab.
Zu den wichtigsten Anzeichen zählen laut Tierärzten:
- depressiver Zustand;
- Nahrungsverweigerung;
- niedrige Temperatur;
- Kurzatmigkeit;
- schnelle Atmung (das Tier versucht, kurze, abrupte Atemzüge zu nehmen);
- Der Hund nimmt eine charakteristische Pose ein (mit gespreizten Vorderbeinen und gestrecktem Hals);
- trockener Husten;
- blasses oder bläuliches Zahnfleisch;
- blassrosa Ausfluss aus Nase und Mund (manchmal in Form von blutigem Schaum);
- Krämpfe;
- Verlust der Schöpfung.
Die Symptome können sich im Laufe der Zeit allmählich verstärken oder plötzlich auftreten, obwohl der Hund ansonsten scheinbar in gutem Zustand ist.
Wichtig! Treten die Symptome plötzlich auf oder verschlechtert sich der Zustand des Hundes rapide, muss das Tier unbedingt sofort in eine Klinik gebracht werden, da ein Atemstillstand zum sofortigen Tod führen kann.
Sauerstoffmangel entsteht durch eine erhebliche Verringerung der Lungenoberfläche. Der Körper kann nicht ausreichend Sauerstoff aufnehmen, was zu einem schweren Sauerstoffmangel in Zellen und Geweben führt. Anhaltende Hypoxie führt zum Zelltod und somit zum Tod des Tieres. Nervenzellen reagieren als erste auf Sauerstoffmangel, was Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Koordinationsstörungen und andere Symptome des Nervensystems zur Folge haben kann.

Bei der Untersuchung des Hundes stellt der Arzt außerdem Folgendes fest:
- Abschwächung der Bläschenatmung (beim Abhören mit einem Stethoskop);
- Keuchen;
- Arrhythmie;
- Herzgeräusche;
- ein dumpfer Klang beim Klopfen auf die Brust.
Im Anfangsstadium fehlen die Atemgeräusche. Sie entwickeln sich erst, wenn sich die Alveolen mit Flüssigkeit füllen. Mit der Zeit ist ein kaum hörbares Keuchen beim Übergang von der Aus- zur Einatmung feststellbar. Bei einem bereits schweren Lungenödem ist das Keuchen sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen hörbar. Entwickelt sich ein Lungenödem aufgrund einer Herzinsuffizienz, zeigen sich beim Abhören Herzrhythmusstörungen, Herzgeräusche und ein kaum hörbares Keuchen.
Die Symptome der verschiedenen Formen des Lungenödems beim Hund sind unterschiedlich, und es ist selten, dass alle Anzeichen gleichzeitig auftreten. Die schwerste Form ist jedoch der Schock, der kurz nach den ersten Symptomen eintreten kann, wenn keine Notfallbehandlung erfolgt.
Charakteristische Schocksymptome bei Hunden mit Lungenödem sind:
- Unbeweglichkeit und fehlende Reflexe;
- schwache, flache Atmung;
- schwacher Puls (kaum wahrnehmbar);
- verengte Pupillen;
- Zyanose der Schleimhäute.
Wichtig! Diese Symptome deuten darauf hin, dass der Zustand des Tieres äußerst ernst ist und sofortige tierärztliche Behandlung erfordert.
Diagnose des Lungenödems bei Hunden
Um ein Lungenödem zu diagnostizieren, bevor Symptome offensichtlich werden und die Erkrankung lebensbedrohlich wird, wird Ihr Tierarzt jedes Symptom detailliert analysieren und eine Untersuchung durchführen, die Folgendes umfasst:
- Auskultation (Abhören);
- Blutuntersuchung auf Leberenzymaktivität, Hyperazotämie, Leukozytose;
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs;
- EKG (zum Ausschluss oder zur Bestätigung des Vorliegens von Herzproblemen).

Die effektivste Diagnosemethode ist eine Röntgenuntersuchung. Sie kann nicht nur ein Lungenödem bei Hunden nachweisen, sondern auch dessen Art bestimmen. Es ist entscheidend, dass Ihr Tierarzt die Erkrankung Ihres Tieres korrekt diagnostiziert, da ein Ödem mit Bronchopneumonie, Lungentumoren, Thromboembolie oder sogar einer Prellung verwechselt werden kann.
Bei Verdacht auf ein Lungenödem wird eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs in zwei zueinander senkrechten Ebenen angefertigt. Die Diagnose wird gestellt, wenn das Lungengewebe im Röntgenbild beeinträchtigt ist, Unregelmäßigkeiten vorliegen und eine Vergrößerung im Bereich der Lungenhilusregion besteht. Meist ist das gesamte Lungengewebe betroffen, es können aber auch fokale Läsionen auftreten.
Behandlung
Ein Lungenödem ist eine schwerwiegende Erkrankung mit hoher Sterblichkeitsrate. Nur ein erfahrener Tierarzt mit einer rechtzeitigen Diagnose kann einem Hund helfen, bei dem diese Erkrankung gerade erst beginnt oder sich rapide verschlimmert.
Als erstes kann ein Tierarzt zur Linderung des Zustands eines Hundes eine Sauerstofftherapie (Sauerstoffinhalation) verabreichen. Je nach Zustand des Tieres können auch folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Beruhigungsmittel;
- Nitroglycerin;
- Bronchodilatatoren;
- Glukokortikoide;
- Diuretika.
Die intensive Therapie wird fortgesetzt, bis sich der Zustand stabilisiert hat. Doch in den meisten Fällen ist der Kampf um das Leben und die Gesundheit des Tieres damit noch nicht beendet, da ein Lungenödem nach Absetzen der Medikamente erneut auftreten kann, sofern die zugrunde liegende Ursache nicht behandelt wird. Die weitere Behandlung erfordert voraussichtlich zusätzliche Untersuchungen und die strikte Einhaltung der tierärztlichen Empfehlungen unter Berücksichtigung der festgestellten Probleme.

Allgemeine Empfehlungen für Hunde in der Erholungsphase nach einem Lungenödem umfassen:
- Minimierung der körperlichen Aktivität;
- Stresssituationen minimieren;
- ausgewogene Ernährung und strikte Einhaltung des Ernährungsplans.
Verhütung
Die beste Vorbeugung für Ihr Haustier ist:
- gute Lebensbedingungen;
- richtige Ernährung;
- regelmäßige, mäßige körperliche Aktivität;
- obligatorische Ruhezeiten;
- Stressminimierung;
- regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durch einen Tierarzt;
- rechtzeitige Erkennung und Behandlung verschiedener Krankheiten.
Jeder Züchter, dem die Gesundheit seiner Tiere am Herzen liegt, sollte auch die grundlegenden Notfallmaßnahmen für Hunde kennen. Die Vorbereitung auf unvorhergesehene Situationen bewahrt Sie vor Panik und spart Ihnen wertvolle Zeit. So können Sie schnell und effizient alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ein Leben zu retten.
Ist eine vollständige Genesung möglich?
Natürlich ist das möglich, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und die zugrunde liegende Ursache beseitigt wird. Liegt die Ursache jedoch in einer chronischen Herzerkrankung, kann die Krankheit ohne unterstützende Therapie erneut auftreten. Weitere Informationen zur Pflege eines Hundes mit verschiedenen Herzproblemen finden Sie in anderen Artikeln auf unserer Website.
Wenn Sie Fragen zum Lungenödem bei Hunden haben, stellen Sie diese bitte in den Kommentaren und wir werden unser Bestes tun, sie zu beantworten!
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4 Kommentare
Karina
Hallo, mein Welpe atmet seit einiger Zeit jede Nacht sehr schwer. Es ist zunehmend schlimmer geworden, seine Atmung ist unregelmäßig, und er schläft am Fenster. Vor einem Monat hatte er aufgrund von Staupe eine Lungenentzündung. Wir haben ihn in zwei Phasen behandelt: Zuerst bekam er drei Tage lang ein Immunstimulans und ein Antibiotikum. Nach einer Woche Pause kehrte sein eitriger Nasenausfluss zurück, und der Tierarzt verschrieb ihm Ceftriaxon und Demidrol für weitere vier Tage. Die gleichen Symptome – angestrengte Atmung in der Nacht und ein schneller, unregelmäßiger Puls – waren von Anfang an vorhanden und bestehen weiterhin. Beim Ausatmen gibt er ein leises Stöhnen von sich. Nach der Antibiotikagabe hat der Tierarzt seine Lunge abgehört und gesagt, alles sei in Ordnung. Jetzt hat er ihm Euffelin verschrieben, eine Viertelflasche abends. Ich habe die Packungsbeilage gelesen und mir ist klar geworden, dass sich sein Zustand verschlimmern könnte, falls es Komplikationen mit dem Herzen gibt. Sollte ich mit ihm in die Tierklinik fahren?
Daria ist Tierärztin.
Hallo! Ja, das ist unbedingt notwendig. Eine Röntgenaufnahme ist erforderlich, um den Zustand der Lunge zu beurteilen. Eine unbehandelte Lungenentzündung kann weiterhin bestehen und Atemprobleme verursachen. Es kann sich ein Lungenödem entwickeln, das eine Notfallbehandlung erfordert. Warum werden Antibiotika nur für so wenige Tage verschrieben? Das Antibiotikum sollte 2–3 Tage nach vollständigem Abklingen der klinischen Symptome abgesetzt werden. Die zugrunde liegende Ursache sollte ebenfalls untersucht werden. Möglicherweise sind weitere symptomatische Medikamente erforderlich. Eine forcierte Diurese kann notwendig sein, um Schwellungen zu reduzieren. Gleichzeitig sollte der Kaliumspiegel im Blut überwacht werden, um Herzprobleme zu vermeiden.
Natasha
Mein Hund wurde von einem Auto angefahren. Zuerst war alles mehr oder weniger normal. Einen Tag später atmete sie plötzlich schwer und unregelmäßig und konnte sich nicht mehr hinlegen. Sie stand sofort wieder auf. Alle Symptome deuten auf ein Lungenödem hin. Wie kann ich sie behandeln? Welche Medikamente kann ich ihr geben oder spritzen? Ich kann sie momentan nicht zum Tierarzt bringen und habe Angst, dass es ihr dadurch noch schlechter geht.
Dasha ist Tierärztin.
Sie dürfen Ihr Haustier nicht selbst zu Hause behandeln! Das geht nur nach einer gründlichen tierärztlichen Untersuchung. In meiner Heimatstadt gibt es keine Kliniken mit Röntgen- oder Ultraschallgeräten. Deshalb bringen wir Tiere in solchen Fällen zur Untersuchung in eine benachbarte Klinik (die zwar viel kleiner ist als unsere, aber über ausreichend Personal verfügt). Gibt es in Ihrer Stadt keine Tierärzte? Warum fahren Sie nicht in die Nachbarstadt? Bei einem Lungenödem ist eine tierärztliche Behandlung innerhalb von 24 Stunden unerlässlich. Andernfalls stirbt das Tier.
Zusätzlich zum Lungenödem könnte der Hund versteckte Verletzungen erlitten haben: Prellungen und Erschütterungen innerer Organe, innere Blutungen könnten aufgetreten sein, Knochenbrüche (einschließlich Rippenbrüche).
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