Welche Pflanzen können für Hunde gefährlich sein?

In den meisten Fällen sind Hunde bei der Futterwahl nicht wählerisch. Neugierige Welpen beschnüffeln und kauen alles an, was sie sehen. Hundehalter sollten vorsichtig sein, da dies eine Gefahr darstellt. Vergiftung Pflanzen, warnt der Deutsche Tierschutzbund.

Nicht alle Pflanzen sind für Tiere ungefährlich. Viele Zimmerpflanzen können bei Haustieren schwere Vergiftungen verursachen. Auch auf Spaziergängen lauern viele Gefahren. Deshalb ist es wichtig, dass Tierhalter wissen, wovor sie ihren Hund schützen müssen.

Hunde fressen Pflanzen nicht nur aus Neugier. Manche Tiere greifen bei Stress, Langeweile oder Verdauungsbeschwerden zu Kräutern oder Blättern. Dieses Verhalten mag natürlich erscheinen, doch bei Kontakt mit einer giftigen Pflanze können die Folgen schwerwiegend sein. Schon ein einziges Kauen an einem giftigen Blatt oder einer Blüte kann eine heftige Reaktion auslösen, insbesondere bei überempfindlichen Tieren.

Tierhalter bringen den sich verschlechternden Zustand ihres Tieres oft nicht sofort mit dem Kontakt zu Pflanzen in Verbindung. Symptome wie Apathie, Zittern, abnorme Pupillen, Lethargie, Erbrechen oder Atemnot können sich allmählich entwickeln, manchmal mit einer Verzögerung von bis zu 24 Stunden. Dies erschwert die Diagnose und kann die Behandlung verzögern. Währenddessen schädigen die Pflanzengifte weiterhin die inneren Organe, insbesondere Leber, Nieren und Nervensystem. Einige Gifte greifen den Herzmuskel und die Blutgefäße an und können so einen Herzstillstand oder Schlaganfall verursachen.

Kategorien gefährlicher Pflanzen nach Risikoquelle

Tiere begegnen Pflanzen in zwei Hauptlebensräumen:

  1. Zimmerpflanzen– Ficus, Dieffenbachie, Aloe, Monstera, Azalee, Weihnachtsstern, Kaladie, Lilie.

  2. Garten und Wildnis– Tulpen, Narzissen, Misteln, Hortensien, Oleander, Tollkirsche, Buchsbaum, Eisenhut, Efeu, Bärenklau, Wandelröschen, Aprikosen-/Kirschkerne, Nachtschattengewächse und Gräser.

Bärenklau

Waldefeu

Zimmer und Gärten stellen Risikobereiche dar und erfordern jeweils eine individuelle Herangehensweise.

Welche Teile der Pflanze sind gefährlich?

Verschiedene Pflanzenarten sind auf unterschiedliche Weise giftig: Blätter, Zwiebeln, Beeren, Samen und Rinde können giftig sein:

-Glühbirnen(Narzissen, Tulpen, Amaryllis) – verursachen starkes Erbrechen, Durchfall und Schmerzen.
-Blätter(Dieffenbachia, Philodendron, Oleander) – Bei Kontakt verursachen sie Verätzungen der Schleimhäute und Herzrhythmusstörungen.
-Samen/Beeren(Mistel, Stechpalme, Kirsche/Aprikose) – können Krampfanfälle, neurologische Symptome und Leberversagen verursachen.
-Wurzeln und Stängel(Belladonna, Aconitum) – können zu schweren Organschäden und Herz-Kreislauf-Versagen führen.
-Blüten/Blütenstände (Hortensien, Rittersporn) – verursachen Dermatitis, Übelkeit, Atembeschwerden.

Tabelle: Symptome und Folgen einer Vergiftung

Symptome Art der Pflanzen/Pflanzenteile Mögliche Folgen
Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss Zwiebeln, Blätter, Grünzeug Dehydration, Magen-Darm-Blutung
Bauchschmerzen, Lethargie, Schwäche Blätter, Samen, Beeren Lebertoxizität, Herz, Nieren
Herzrhythmusstörungen Oleander, Belladonna Herzrhythmusstörungen, Kollaps, Tod
Krämpfe, Koma Wurzeln, Samen (Eisenhut, Tollkirsche) Neurologisches Versagen, tödlicher Ausgang
Verbrennungen der Haut/Schleimhaut Dieffenbachia, Philodendron Schwellung, Reizung, mögliche Intubation
 

Besonders gefährlich für Welpen und kleine Hunderassen.

Welpen neigen besonders dazu, Pflanzen zu probieren, und kleine Rassen entwickeln bei der gleichen Menge Pflanzenmaterial schneller schwere Symptome. Selbst gewöhnliche Tulpen oder Narzissen können bei kleineren Hunden stärkere Symptome hervorrufen als bei größeren.

Was tun bei Verdacht auf Vergiftung?

  1. Entfernen Sie alle verbliebenen Pflanzenreste aus dem Mund.

  2. Kontaktieren Sie umgehend Ihren Tierarzt oder zumindest die Giftnotrufzentrale der ASPCA.

  3. Bringen Sie ein Foto oder eine Probe der Pflanze mit.

  4. Die Klinik kann Kohlenmonoxid oder eine Magenspülung verschreiben; falls diese nicht verfügbar sind, sollte Erbrechen nur auf ärztliche Anweisung herbeigeführt werden.

Je früher die Intervention beginnt, desto höher ist die Chance auf eine vollständige Genesung ohne Komplikationen.

Prävention: Wie man für Sicherheit sorgt

  • Pflanzen sollten möglichst wenig Zugang zu Fenstern und Fensterbänken haben.

  • Gefährliche Zimmerpflanzen sollten für Haustiere unzugänglich sein.

  • In der Datscha sollten Sie auf sichere Sorten setzen: Pfingstrose, Rose, Lavendel, Sonnenblume.

  • Vermeiden Sie Tollkirsche, Oleander, Eisenhut, Stechpalme, Wandelröschen und Mistel im Garten.

  • Erstellen Sie eine Liste mit "verbotenen Pflanzen" und überprüfen Sie nach jedem Spaziergang kurz, ob Ihr Haustier ein Blatt oder eine Beere mitgebracht hat.

  • Alternativen zu giftigen Zimmerpflanzen sind beispielsweise Grünlilie, Spinnenblume, Bergpalme, Vanilleorchidee, Spargel, Strohblume und ungiftige Sukkulenten.

Besonders gefährlich ist es, wenn ein Hund an Wurzeln, Knollen oder Zwiebeln von Pflanzen kaut. Diese Pflanzenteile enthalten oft die höchste Konzentration an Giftstoffen, selbst wenn der oberirdische Teil der Pflanze relativ harmlos ist. Bei Narzissen oder Tulpen beispielsweise ist es die Zwiebel, die die größte Gefahr darstellt, bei Zierkartoffeln hingegen die Knollen. Auch wenn ein Hund einfach Erde aufwühlt, die Düngerreste und verrottendes Pflanzenmaterial enthält, können Vergiftungen auftreten, da diese giftige Verbindungen freisetzen.

Eine weitere, oft übersehene, aber dennoch gefährliche Gefahr stellen vertrocknete Pflanzen dar. Selbst wenn eine Blume verwelkt und weggeworfen wurde, können ihre Blätter oder Blüten, die auf dem Boden oder im Mülleimer liegen bleiben, Haustiere anlocken. Vertrocknete Blütenblätter enthalten noch giftige Substanzen und können beim Verschlucken gefährlich sein. Dies gilt insbesondere für Zimmerpflanzen wie Weihnachtsstern, Feigenkakteen und Einblatt, deren getrocknete Blätter Mund und Verdauungstrakt reizen können.

Hunde nehmen Giftstoffe oft indirekt auf, beispielsweise durch Kontakt mit Wasser, das zuvor in giftigen Pflanzen gestanden hat. So können Lilien, Narzissen oder Hortensien in einer Vase Giftstoffe ins Wasser abgeben. Trinkt ein Haustier diese Flüssigkeit, selbst in kleinen Mengen, kann dies zu einer Vergiftung mit schwerwiegenden Folgen führen. Daher ist es wichtig, nicht nur Pflanzen zu entfernen, sondern auch den Inhalt offener Behälter zu kontrollieren.

Besondere Aufmerksamkeit sollte auch öffentlichen Grünflächen gelten. In vielen Parks, insbesondere in Städten, sind Blumenbeete mit beliebten, aber potenziell gefährlichen Pflanzen wie Krokussen, Schwertlilien, Immergrün und Buchsbaum geschmückt. Zudem werden die Pflanzen oft mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt. Diese Substanzen werden von Blättern und Stängeln aufgenommen und verbleiben dort lange, selbst nach Regen. Leckt ein Hund die Blätter ab oder frisst er versehentlich Gras in einer behandelten Fläche, kann dies zu einer kombinierten Vergiftung durch die Pflanze und die Chemikalien führen.

Wenn Ihr Haustier Interesse am Fressen von Gras oder Blättern zeigt, ist es wichtig, es nicht nur davon abzuhalten, sondern ihm auch eine sichere Alternative anzubieten. Sie könnten beispielsweise speziell für Ihr Haustier eine unbedenkliche Grassorte wie Weizen, Gerste oder Katzenminze anpflanzen. Diese sind sicher und stillen seinen Kauinstinkt.

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