Deutscher Pinscher (Standardpinscher)
Deutscher Pinscher (Standardpinscher)Der Pinscher ist ein mittelgroßer, kurzhaariger Begleithund aus Deutschland. Einst begleiteten sie Postkutschen, bewachten Stallknechte und wurden zur Rattenjagd eingesetzt. Obwohl sie seit über 100 Jahren nicht mehr als Arbeitshunde genutzt werden, sind viele Charaktereigenschaften ihrer mutigen und zuverlässigen Vorfahren noch immer erkennbar. Pinscher haben viele Vorzüge, aber auch einige Nachteile, über die sich jeder potenzielle und jetzige Besitzer im Klaren sein sollte.

Inhalt
Geschichte der deutschen Pinscher-Rasse
Die Geschichte des Deutschen Pinschers reicht Jahrhunderte zurück. Vermutlich stammen sie von alten Torfhunden aus Südwestdeutschland ab und verbreiteten sich von dort aus im ganzen Land. Im Mittelalter dienten sie als treue Begleiter von Postkutschen und eilten den Wagen den ganzen Tag über zur Seite. Sie beschützten Kutscher und deren Besitz vor Eindringlingen, hüteten Pferde und fingen Ratten, weshalb sie auch Stallpinscher genannt wurden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus der Hundepopulation mehrere unterschiedliche Rassen, die sich in Größe, Farbe, Charakter und Fellbeschaffenheit unterscheiden.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Deutsche Pinscher lediglich eine eigenständige Linie innerhalb der Rassegruppe. SchnauzerIn einem Wurf wurden rauhaarige Welpen geboren, die Schnauzer genannt wurden, und glatthaarige, die man glatthaarig nannte. PinscherBeide Typen galten einst als eine einzige Rasse. 1879 entschieden Züchter jedoch, sie in zwei eigenständige Rassen zu trennen. Heute haben Schnauzer und Pinscher nur noch einen gemeinsamen Vorfahren.
Der erste Rassestandard wurde 1880 entwickelt. Die Rasse wurde 1884 offiziell anerkannt. 1890 fand in Stuttgart eine Ausstellung statt, auf der 93 Pinscher präsentiert wurden. Der erste Pinscher-Club wurde 1895 in Köln gegründet. Sein Gründer war Josef Bertha, ein bekannter Schnauzerzüchter. Mehrere Züchter begannen gleichzeitig mit der Pinscherzucht. Einige versuchten, Hunde mit der Fellzeichnung „Pfeffer-Salz“ zu züchten, was jedoch erfolglos blieb und ihre Bemühungen beendete. In den Nachkriegsjahren verlor der Pinscher völlig an Popularität. Seine Zucht kam praktisch zum Erliegen. Während in den 1920er- und 1940er-Jahren in Deutschland etwa 900 Hunde registriert waren, wurde von 1952 bis 1957 kein einziger Wurf gezüchtet.
Der Präsident des Pinscher-Schnauzer-Clubs, Karl Werner Jung, beschloss ohne die Unterstützung der Züchter, die fast ausgestorbene Rasse persönlich wiederzubeleben. 1958 ließ er fünf Hunde in das Zuchtbuch des Clubs eintragen. Nur einer davon war ein Pinscher-Mischling; die übrigen waren zu groß geratene Zwergpinscher. In den 1980er-Jahren wurde eine Hündin in das Zuchtprogramm aufgenommen, um das genetische Potenzial zu erhöhen und Aggressionen zu reduzieren. DobermannInsgesamt kann man davon ausgehen, dass die Bemühungen zur Wiederherstellung der Rasse ein Erfolg waren.
Videorezension der Hunderasse Deutscher Pinscher:
Erscheinungsbild gemäß Standard
Der Deutsche Pinscher ist ein mittelgroßer, kurzhaariger Hund mit stolzer Haltung, anmutigen Linien und gut entwickelter, definierter Muskulatur, die besonders in der Bewegung zur Geltung kommt. Die Widerristhöhe beträgt 45–50 cm, das Gewicht 14–20 kg. Der Geschlechtsdimorphismus ist mäßig.
Der Schädel ist kräftig und länglich, der Hinterhauptshöcker nicht ausgeprägt, die Stirn flach und der Stop leicht abgegrenzt. Die Schnauze ist keilförmig mit geradem Nasenrücken. Der Nasenspiegel ist schwarz und gut entwickelt. Die Lefzen sind trocken, anliegend und schwarz. Das Gebiss ist kräftig mit Scherengebiss. Die Augen sind oval, dunkel mit schwarzen, anliegenden Lidern. Die Ohren sind dreieckig, hängen an Knorpel und sind hoch angesetzt. Die Innenränder der Ohren liegen nahe an den Jochbeinen. Die Ohrfalten sollten nicht höher als der Schädelansatz sein und parallel zueinander verlaufen.
Beim Deutschen Pinscher können Ohren und Rute kupiert oder naturbelassen werden.
Der Hals ist gewölbt, von normaler Länge und geht fließend in den Widerrist über, ohne Wamme. Der Körper ist kräftig und annähernd quadratisch. Die Rückenlinie fällt leicht zum Rutenansatz hin ab. Der Rücken ist kurz und kräftig. Die Lende ist tief und kurz. Die Kruppe ist leicht gerundet und geht sanft in den Rutenansatz über. Die Brust ist im Querschnitt oval und breit. Die Unterlinie ist mäßig aufgezogen und bildet eine harmonische Linie. Die Rute ist sichel- oder säbelförmig. Die Läufe sind kräftig, gerade und parallel. Von der Seite betrachtet sind die Hinterläufe schräg, von hinten betrachtet parallel. Die Pfoten sind rund, kurz und haben eng anliegende Zehen. Die Hinterläufe sind etwas länger als die Vorderläufe. Ballen und Krallen sind schwarz.

Die Haut ist straff und elastisch. Das Fell ist dick, dicht, kurz, glatt und glänzend. Es kann einfarbig (braun, rotbraun oder rot) oder schwarz-lohfarben sein. Deutlich abgegrenzte, farbintensive rote oder braune Abzeichen befinden sich über den Augen, an Kehle, Brust, Pfoten, Innenseiten der Hinterbeine und unterhalb des Rutenansatzes.
Charakter
Der Deutsche Pinscher besitzt ein ausgeglichenes Wesen, das Intelligenz, Energie, Unabhängigkeit, Mut und Ausdauer harmonisch vereint. Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Treue, Geselligkeit und Verspieltheit machen ihn zu einem wunderbaren Begleiter. BegleiterDer Pinscher besitzt einen ausgeprägten Territorialinstinkt und ein starkes Besitzgefühl. Er ist ein wachsamer Wachhund und bellt nicht unnötig. Aufgrund seiner Größe eignet er sich nicht als Leibwächter, doch wenn nötig, setzt er alles daran, seinen Besitzer und sein Revier vor Eindringlingen zu schützen. Oft verteidigt er Futter und Spielzeug eifersüchtig, sogar vor Artgenossen. Fremden gegenüber ist er misstrauisch und selten aggressiv.
Der Standard Pinscher besitzt einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Obwohl er nicht häufig als Jagdhund eingesetzt wird, sollte diese Eigenschaft bei der Ausbildung und beim Spaziergang berücksichtigt werden.
Der Deutsche Pinscher ist bekannt für seine Sturheit, Unabhängigkeit und seinen Scharfsinn. Übermäßige Verwöhnung wirkt sich negativ auf seinen Charakter aus. Der Pinscher wird übermäßig selbstständig, ungehorsam und möglicherweise sogar aggressiv. Er wird vom ersten Moment an, in dem er in ein neues Zuhause kommt, versuchen, die Führung zu übernehmen, und wenn ihm das gelingt, wird er alle beherrschen und versuchen, die Welt nach seinen Vorstellungen zu formen. Der Besitzer muss klarstellen, wer das Sagen hat, Autorität etablieren und seine Führungsrolle behaupten.
Deutsche Pinscher mögen keine Einsamkeit und Routine. Sie lieben laute, aktive Spiele und Reisen. Ein gut erzogener Hund ist im Familienkreis freundlich und anhänglich, braucht aber Respekt für sich und seinen persönlichen Freiraum. Er spielt gern mit älteren Kindern, ist aber nicht immer tolerant gegenüber den Streichen kleiner Kinder. Wird ein Kind in eine Familie mit einem älteren Hund geboren, sollten die Interaktionen der beiden streng beaufsichtigt werden.
Das Verhältnis zu anderen Tieren ist unterschiedlich. Pinscher haben aufgrund ihres hohen Bewegungsdrangs Schwierigkeiten, eine Bindung zu Katzen aufzubauen. Mit anderen Hunden verstehen sie sich in der Regel gut, doch Konflikte können durch Eifersucht, Revierkämpfe und Hierarchien entstehen. Pinscher betrachten Kleintiere und Vögel als potenzielle Beute und erreichen selten ein hohes Alter, wenn sie zusammen gehalten werden.
Schul-und Berufsbildung
Der Pinscher ist sehr intelligent und leicht zu erziehen. Die Herausforderung besteht darin, dass er nichts tut, was er nicht will. Es ist wichtig, die richtige Motivation zu finden und ihm Konzentration beizubringen. Der Pinscher mag keine harten Trainingsmethoden. Bei Anwendung solcher Methoden zieht er sich zurück. Während des Trainings muss der Besitzer konsequent und bestimmt auftreten und seine Position beibehalten. Einmal gegebene Befehle müssen befolgt werden.
Besitzer berichten, dass ihre Hunde geschickte Manipulatoren sind. Ihre schnellen Reflexe, ihre hohe Intelligenz und ihre Unabhängigkeit zwingen ihre Besitzer dazu, stets aufmerksam, ausdauernder, stärker und schneller als ihre Hunde zu sein. Aus diesem Grund lässt sich ein Pinscher nicht von einem sanftmütigen Menschen kontrollieren.
Der Pinscher ist menschenbezogen, aber nicht auf jeden. Er erkennt nur einen Besitzer an, zu dem er eine enge Bindung aufbaut. Der Besitzer muss dem Hund den richtigen Umgang mit Menschen beibringen. Er muss ihm zeigen, dass er Streicheleinheiten vermeiden und Fremde ignorieren kann, aber nicht knurren oder beißen soll. Es ist entscheidend, den Welpen von klein auf zu sozialisieren. Ohne den Umgang mit Menschen und Tieren kann der Welpe ängstlich oder im Gegenteil aggressiv werden.
Inhaltsmerkmale
Der Deutsche Pinscher ist aufgrund seiner geringen Kältetoleranz nicht für die Haltung in Zwingern geeignet, fühlt sich aber in einem Haus oder sogar einer kleinen Wohnung wohl, sofern er ausreichend Auslauf bekommt. Er ist ein Hund für aktive Menschen, die bereit sind, nicht nur zweimal täglich mit ihrem Hund Gassi zu gehen, sondern auch aktiv am Alltag teilzunehmen. Der Pinscher ist anhänglich und braucht viel Aufmerksamkeit; er folgt seinem Besitzer auf Schritt und Tritt. Während manche dies als amüsant empfinden, kann die ständige Verfolgung für andere anstrengend und nervig sein. Zuhause sollte der Pinscher einen eigenen, privaten Schlaf- und Ruhebereich mit einem Hundebett, eigenen Futternäpfen und Spielzeug haben.
Pinscher sind hochintelligente Hunde, die nicht gern allein zu Hause sind. Um destruktives Verhalten zu vermeiden, sollten Sie ihnen verschiedene Spielzeuge zur Auswahl anbieten. Interaktives Spielzeug und solches, das intelligent ist und mit Leckerlis belohnt, sind ideal.
Die Vergangenheit des Deutschen Pinschers spiegelt sich in seinem heutigen Verhalten wider. Als geborene Rattenfänger mit einem ausgeprägten Geruchssinn graben sie mit Vorliebe. Ein Hund, der eine Maus im Garten wittert, kann innerhalb von Sekunden ein riesiges Loch mitten in einem Blumenbeet graben. Der Pinscher hat außerdem die Angewohnheit, Autos zu jagen und ihnen wie einst Kutschen zu folgen – furchtlos und oft überfahren.
Der Pinscher ist sehr aktiv und energiegeladen und braucht lange Spaziergänge und ausgiebiges Spielen. Er ist ein toller Begleiter beim Joggen oder Radfahren. Viele Hunde spielen gerne mit einem Napf oder Ball, können diese Beschäftigung aber nicht eintönig ausführen und sind daher für Leistungssportarten weniger geeignet.
Pflege
Deutsche Pinscher sind pflegeleicht und benötigen lediglich regelmäßige, einfache Hygienemaßnahmen. Bürsten Sie ihr Fell 2-3 Mal pro Woche mit einer speziellen Bürste oder einem Bürstenhandschuh für kurzhaarige Rassen. Baden Sie sie einmal im Monat. Kontrollieren Sie regelmäßig Augen und Ohren auf Verschmutzungen und reinigen Sie diese bei Bedarf. Pinscher haben selten Probleme mit der Zahngesundheit; dennoch ist es ratsam, sie schon früh an das Zähneputzen zu gewöhnen und es mindestens einmal wöchentlich durchzuführen. Achten Sie außerdem darauf, die Krallen regelmäßig zu schneiden.
Ernährung
Ein Deutscher Pinscher kann mit natürlichem oder industriell hergestelltem Futter ernährt werden. Der Besitzer entscheidet über die Futterart. Beide Optionen sind akzeptabel, solange das Futter hochwertig ist. Eine natürliche Ernährung orientiert sich an den gängigen Richtlinien für Hundeernährung. Industrielles Futter wird anhand der Größe, des Alters und des Aktivitätsniveaus des Hundes ausgewählt. Ein normalgroßer Pinscher sollte ein Futter erhalten, das mindestens der Premiumklasse für aktive, mittelgroße Hunde entspricht.

Gesundheit und Lebenserwartung
Im Allgemeinen sind Deutsche Pinscher robuste und widerstandsfähige Hunde mit einem guten Immunsystem. Allerdings sind auch sie nicht frei von Erbkrankheiten. Das Vorhandensein genetischer Erkrankungen bereitet Züchtern und Besitzern gleichermaßen Sorgen. Hunde mit ungünstiger genetischer Veranlagung werden von der Zucht ausgeschlossen, doch einige Pathologien und Prädispositionen für bestimmte Krankheiten konnten noch nicht vollständig ausgerottet werden.
- Von-Willebrand-Krankheit;
- Hüft- und Ellenbogendysplasie;
- Augenkrankheiten (Katarakt, Hornhautdysplasie);
- Störung des Verdauungssystems (Pankreatitis, Enterokolitis);
- Schleimbeutelentzündung.
Viele andere Krankheiten kommen ebenfalls häufig vor, werden aber meist durch mangelhafte Pflege, Haltung oder Ernährung verursacht und hängen daher vollständig vom Besitzer ab. Der Standardpinscher benötigt regelmäßige Impfungen und eine Behandlung gegen äußere und innere Parasiten. Auch die Frage der Fellaufhellung ist für Züchter wichtig. Die Lebenserwartung beträgt in der Regel 13-15 Jahre.
Einen Welpen auswählen
Bei der Wahl eines Deutschen Pinscher-Welpen ist es wichtig, sich im Vorfeld über einige wichtige Faktoren klar zu werden: die gewünschte Farbe, das Geschlecht, das Aussehen und der Charakter. Manche Pinscher sind energiegeladener und aktiver, während andere besser für die Wohnungshaltung geeignet und deutlich ruhiger und freundlicher sind. Natürlich lässt sich der Charakter eines zwei Monate alten Welpen nur schwer vorhersagen, da viel von den Aufzuchtbedingungen und der Erziehung abhängt. Was das Temperament betrifft, ist es ratsam, dem Züchter zu vertrauen. Achten Sie auf den Charakter und das Verhalten seiner Hunde. Die Vererbung spielt bekanntermaßen eine wichtige Rolle. Was das Aussehen betrifft, werden die Ruten der Welpen im Alter von 3–5 Tagen kupiert. Die gewünschte Länge sollte daher unbedingt im Vorfeld mit dem Züchter besprochen werden. Die Ohren werden nach 3 Monaten kupiert.
Ein Stammbaum bestätigt die Herkunft der Welpen und ermöglicht die Rückverfolgung der Verwandtschaftsverhältnisse ihrer Eltern. Historisch gesehen stammen alle modernen Pinscher von einer kleinen Gruppe von Hunden ab und sind daher mehr oder weniger miteinander verwandt. Weitere Inzucht erhöht das Risiko erblicher Krankheiten und Pathologien erheblich.
Bei der Auswahl eines Welpen aus einem Wurf sollte man auf die Lebensbedingungen und die Sozialisierung der Hunde achten. Hat der Züchter den Welpen in den ersten zwei Lebensmonaten viel Aufmerksamkeit geschenkt und sie entsprechend trainiert, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, einen ausgeglichenen und gehorsamen Hund zu erziehen. Selbstverständlich sollten die Welpen auch einen gesunden Eindruck machen. Vom Verhalten her sollten sie aktiv und neugierig sein, nicht scheu oder aggressiv.
Preis
Der Durchschnittspreis für einen Deutschen Pinscherwelpen vom Züchter liegt bei 35.000 Rubel. Welpen ohne Stammbaum, deren Eltern jedoch Papiere besitzen, kosten üblicherweise zwischen 10.000 und 15.000 Rubel. Der Preis für einen Mischling aus Deutschem Pinscher und Deutschem Pinscher liegt in der Regel unter 1.000 Rubel.
Fotos
Diese Galerie zeigt Fotos von Welpen und ausgewachsenen Standard Deutschen Pinschern. Die Fotos zeigen Hunde in verschiedenen Farben, mit kupierten und naturbelassenen Ruten und Ohren.
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