Dürfen Hunde Milch trinken?
Die heilende Wirkung von Milch ist allgemein bekannt. Sie liefert wertvolle Mikronährstoffe sowie den essenziellen Baustein Protein. Doch dürfen Hunde Milch trinken, und worauf sollte man achten, wenn man Milchprodukte in ihren Speiseplan einführt?

Inhalt
Milch in der Hundeernährung: Vor- und Nachteile
Tiere, die sich natürlich ernähren, benötigen Milchprodukte. Welpen haben einen besonders hohen Bedarf daran. Die nährstoffreiche Flüssigkeit versorgt heranwachsende Tiere mit einem Komplex an Mikronährstoffen, die direkt zur Bildung von Skelett und Muskulatur beitragen. Jeder Tierhalter möchte seinem Tier nicht schaden. Daher ist es bei der Zusammenstellung des Futters wichtig, nicht nur die Eigenschaften des Produkts, sondern auch die individuellen Bedürfnisse des Tieres zu berücksichtigen.
Die Meinungen darüber, ob erwachsene Hunde Milch trinken dürfen, gehen auseinander. Der Grund liegt in der Zusammensetzung des Produkts. Kuhmilch enthält viel Laktose, einen Milchzucker. Das Enzym Laktase ist an ihrer Verdauung beteiligt.
Produziert der Körper eines Welpen zu viel Laktase, nimmt diese Menge mit zunehmendem Alter allmählich ab. Der Spiegel dieses Enzyms sinkt ab einem Alter von 3–4 Monaten. Daher bekommen erwachsene Hunde nach dem Milchtrinken oft Verdauungsbeschwerden.

Einer der Gründe, warum Hunde keine Milch trinken dürfen, ist, dass dieses Produkt allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Normalerweise geben Tiere dieses Produkt von selbst auf, sobald sie erwachsen sind. Es gibt jedoch Fälle, in denen Vierbeiner eine Vorliebe dafür behalten. Was ist in diesem Fall zu tun? Die Lösung lautet wie folgt:
- Reduzieren Sie den Fettgehalt des Produkts. Verdünnen Sie dazu die Milch mit abgekochtem Wasser. Dieses Getränk kann Tieren ohne Durchfall verabreicht werden, jedoch nicht öfter als einmal alle zwei bis drei Tage.
- Ersetzen Sie Kuhmilch durch Ziegenmilch. Dadurch verringert sich das Allergierisiko, da Ziegenmilch einen geringeren Laktosegehalt aufweist. Falls der Besitzer sich pflanzlich ernährt, können Sie alternativ Mandel-, Kokos- oder Sojamilch verwenden.
- Verwöhnen Sie Ihr Haustier mit laktosefreier Milch – einem Produkt, bei dem die Laktose hydrolysiert oder entfernt wurde. Sie ist in Tierhandlungen oder Babyfachgeschäften erhältlich.
Tierärzte empfehlen gesündere und gleichzeitig sicherere fermentierte Milchalternativen als Kalzium- und Proteinquelle.

Fermentierte Milchprodukte
Bei Produkten, die durch Milchsäuregärung hergestellt werden, wird Laktose durch Bakterien abgebaut. Die dabei freigesetzte Milchsäure führt zur Gerinnung des Kaseins. Daher sind fermentierte Milchprodukte deutlich hypoallergener als unfermentierte Milch.
Kefir
Kefir für Ihren Vierbeiner ist nicht nur empfehlenswert, sondern sogar notwendig. Das Getränk kann bedenkenlos in die Ernährung von Welpen eingeführt und erwachsenen Hunden täglich verabreicht werden, da es sich positiv auf den Verdauungstrakt auswirkt.
Der einzige Nachteil fermentierter Milchprodukte besteht darin, dass sie nicht nur die Darmperistaltik anregt, sondern auch den Darm entspannt. Daher ist zu beachten, dass manche Hunde bei häufigem Kefirkonsum Durchfall bekommen können.
Am einfachsten lässt sich dieser Mangel minimieren, indem man dem Haustier Kefir gibt, der nur eine minimale Menge Fett enthält, oder indem man fettarme Getränke bevorzugt.
Hüttenkäse
Hüttenkäse gilt zu Recht als Milchkonzentrat mit einem hohen Gehalt an Kalziumsalzen. Daher ist er ein wichtiger Bestandteil der täglichen Welpenernährung. Tierärzte empfehlen sogar, eine Mahlzeit komplett durch Hüttenkäse zu ersetzen.

Um Rachitis vorzubeugen und die Muskulatur Ihres Haustieres zu erhalten, empfiehlt sich kalzinierter Hüttenkäse. Dieses Produkt lässt sich selbst herstellen, indem man pulverisiertes Calciumlactat oder Calciumchlorid (als Lösung erhältlich) in normalen Hüttenkäse einrührt, oder man kann es fertig im Zoofachhandel kaufen.
Wenn Sie erwachsenen Hunden Hüttenkäse anstelle von Milch füttern möchten, reichen 1–2 Portionen pro Woche aus. Neben seiner Hauptfunktion, den Körper mit Kalzium anzureichern, fördert Hüttenkäse – wie jedes andere fermentierte Milchprodukt – eine normale Verdauung.
Käse
Käse ist bei vielen Tieren ein beliebter Leckerbissen. Er wird erfolgreich als Belohnung beim Training eingesetzt. Für Hunde eignen sich am besten Sorten ohne künstliche Zutaten und Aromazusätze. Fettarme Varianten sind vorzuziehen.
Wenn Sie Ihr Haustier mit diesem Leckerli verwöhnen, ist es wichtig, es nicht zu übertreiben. Die Tagesration sollte 100–150 Gramm nicht überschreiten. Eine höhere Menge kann zu Darmverschluss führen und allergische Reaktionen wie Rötungen und Juckreiz auslösen.

Joghurt
Dieses fermentierte Milchprodukt wird durch die Fermentation von Milch mit Joghurtbakterien hergestellt und ähnelt in Geschmack und Konsistenz fettarmer Sauerrahm. Die darin enthaltenen Laktobazillen sind wertvoll, da sie Niacin und Folsäure produzieren. Diese Inhaltsstoffe schaffen optimale Bedingungen für eine normale Verdauung bei Tieren.
Indem man sich entscheidet, Hunden Joghurt statt Milch zu füttern, kann man mehrere Probleme auf einmal lösen:
- Darmstörungen normalisieren, insbesondere während der Genesungsphase nach einer Infektion;
- den Körper mit Protein, Kalzium und B-Vitaminen sättigen;
- Verringerung der Gasbildung im Darm;
- Giftstoffe und Abfallprodukte aus dem Körper entfernen.
Zur Verbesserung der Verdauung genügen 2-3 Esslöffel täglich.
Sauerrahm
Der Fettgehalt von Produkten aus Sauerrahm begrenzt deren Anwendungshäufigkeit. Um die Gesundheit Ihres Haustieres nicht zu gefährden, verwenden Sie am besten Sauerrahm mit einem Fettgehalt von 10–15 %.

Saure Sahne wird Welpen als Ergänzung zu einzelnen Portionen und nicht als vollwertige Mahlzeit beigemischt. Bei erwachsenen Hunden dient sie zum Würzen von Hüttenkäse.
Die Bedeutung fermentierter Milchprodukte in der Tierernährung kann kaum überschätzt werden. Sie schaffen ein gesundes präbiotisches Milieu, das für die Entwicklung der natürlichen Darmflora unerlässlich ist. Entscheidend ist die Auswahl der richtigen Produkte und eine sorgfältig zusammengestellte, ausgewogene Ernährung.
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