Massage der Hinterbeine des Hundes
Die Hinterbeinmassage wird in der Veterinärmedizin zur Behandlung und Rehabilitation von Gliedmaßenproblemen eingesetzt und kann sowohl von Fachleuten als auch von Tierhaltern angewendet werden. Kenntnisse der Technik, grundlegende Massagetechniken und die rechtzeitige Anwendung können das Wohlbefinden eines Tieres verbessern, die primäre Behandlung ergänzen und in manchen Fällen die Erkrankung vollständig heilen.

Inhalt
Warum braucht man eine Massage?
Die Massage ist ein vielseitiges Verfahren mit zahlreichen positiven Effekten, das die Wiederherstellung der Gewebefunktion ohne Medikamente ermöglicht. Sie kann Hunden als therapeutische Behandlung bei Hinterbeinlähmung und einfacher Gliedmaßenschwäche, die durch verschiedene Faktoren (Arthrose, …) verursacht werden, verschrieben werden. Arthritis(Verstauchungen, Sehnenrisse, Rückenverletzungen, degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule usw.).
Mithilfe einer Massage lassen sich folgende positive Effekte erzielen:
- Die Verbesserung der Durchblutung im betroffenen Bereich stimuliert Stoffwechselprozesse, sättigt das Gewebe mit Sauerstoff und beschleunigt somit den Heilungsprozess.
- Die mechanische Stimulation von Bereichen, die (ganz oder teilweise) keine neuronale Steuerung erhalten, erhöht den Muskeltonus, aktiviert Sehnenreflexe und stärkt die Muskulatur. Dadurch werden Muskelfasern aktiviert und deren Atrophie gestoppt oder verlangsamt.
- Schmerzlinderung bewirken manueller Druck auf das subkutane Fettgewebe. Dadurch werden biologisch aktive Substanzen (Histamin usw.) freigesetzt, die eine schmerzlindernde und gefäßerweiternde Wirkung haben und den Zustand des Hundes vorübergehend lindern.
- Die Steigerung der Leitfähigkeit peripherer Nervenstämme fördert die Wiederherstellung der Nervenfunktion und eine erfolgreiche Rehabilitation. Mit fachkundiger Vorgehensweise und rechtzeitigen Maßnahmen kann in manchen Fällen die frühere motorische Aktivität des Tieres wiederhergestellt werden.
- Sorgt für eine allgemein beruhigende und entspannende Wirkung.
Wie bei anderen medizinischen Eingriffen gibt es auch bei der Hinterbeinmassage eine Reihe von Kontraindikationen. Dazu gehören offene Verletzungen, eitrige Infektionen, Entzündungsprozesse, jegliche Neubildungen, hohe Körpertemperatur, Blutungen, Schock und Epilepsie.

Durchführungstechnik
Sie können die Hinterbeine Ihres Hundes in einer Tierarztpraxis massieren lassen oder die Technik selbst erlernen. Letzteres ersetzt jedoch nicht den obligatorischen Besuch beim Tierarzt, der den Zustand Ihres Tieres beurteilt und eine geeignete Behandlung verschreibt. Diese kann eine Massage, Medikamente oder eine Kombination aus beidem umfassen.
Es ist für Ihr Haustier deutlich stressfreier, wenn die notwendigen Massagen von einer Ihnen vertrauten und Ihnen nahestehenden Person durchgeführt werden. Um Vertrauen aufzubauen, sollten alle Bewegungen anfangs sanft sein. Steigern Sie die Intensität allmählich, da sanfte Streicheleinheiten nicht ausreichend sind. Die folgenden Empfehlungen helfen Ihnen, alles richtig zu machen und Ihrem Haustier etwas Gutes zu tun. Sollten Sie jedoch nicht die Zeit, die Energie oder die Lust haben, eine professionelle Massage durchzuführen, ist es ratsam, diese Fachleuten anzuvertrauen.
Vorbereitungsphase
Die Behandlung sollte idealerweise 30 Minuten nach der Fütterung des Hundes durchgeführt werden. Wählen Sie dafür täglich die gleiche Zeit an einem ruhigen, vertrauten Ort ohne äußere Reize. Bereiten Sie eine ebene, leicht weiche Unterlage für den „Patienten“ vor. Decken und Kissen sind hierfür nicht geeignet. Warme Hände sind für das Wohlbefinden des Tieres unerlässlich.
Das Vorgehen in der Vorbereitungsphase:
- Legen Sie den Hund auf die Seite und streicheln Sie ihn sanft mit offenen Handflächen vom Kopf bis zum Schwanz. Zur zusätzlichen Entspannung können Sie die Streicheleinheiten mit beruhigenden Worten begleiten. Mit der Zeit können Sie den Druck leicht erhöhen, sodass die Bewegungen einem Reiben ähneln.
- Massieren Sie den Rücken von den Schultern bis zum Steißbeinansatz und bearbeiten Sie dabei alle Muskeln. Die Massage der Wirbelsäule und jeglicher Knochenstrukturen ist strengstens untersagt.
- Reiben Sie den Sakralbereich mit leichten kreisenden Bewegungen der offenen Handfläche.
- Streicheln Sie den Bauch. Sollte der Hund dabei merkliche Beschwerden verspüren, kann dieser Schritt ausgelassen werden.
- Massieren Sie die Kopfhaut. Legen Sie Ihre Handflächen an die Seiten der Kopfhaut und bewegen Sie sie langsam hin und her. Bei kleinen Haustieren können Sie Ihre Finger benutzen.
- Streichen Sie mehrmals mit den Händen vom Schwanzansatz bis zur Schwanzspitze und drücken Sie ihn dabei sanft. Vermeiden Sie es, am Schwanz zu ziehen oder zu viel Druck auszuüben, da dies Ihr Tier zu plötzlichen Bewegungen verleiten kann, die zu weiteren Verletzungen (z. B. an der Wirbelsäule) und einem Vertrauensverlust führen können.

Gliedmaßenmassage
Sobald Ihr Hund völlig entspannt ist, können Sie mit der Massage seiner Hinterbeine beginnen. Die Technik ist wie folgt:
- Nehmen Sie die Pfote in die Hände und streichen Sie sie mehrmals von oben nach unten und umgekehrt. Um die Durchblutung anzuregen, können Sie die Intensität der Bewegungen allmählich steigern, um die Gliedmaßen ausreichend zu massieren, ohne dem Tier Unbehagen zu bereiten.
- Fassen Sie die Basis und Spitze der Gliedmaße mit beiden Händen und führen Sie 10-15 sanfte Beuge- und Streckbewegungen durch. Achten Sie dabei besonders auf die Reaktion Ihres Tieres. Sollten Anzeichen von Unbehagen oder Schmerzen auftreten, verringern Sie den Bewegungsumfang und die Anzahl der Wiederholungen.
- Drehen Sie Ihre Pfote im Hüftgelenk kreisförmig. Führen Sie die Drehung im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn bis zu 5 Mal in jede Richtung aus.
- Kneten Sie alle Muskeln der Extremität mit drei Fingern der Hand (Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen) durch und widmen Sie jedem Bereich mindestens 1-2 Minuten.
- Üben Sie 20-30 Mal Druck auf die Ballen der Zehen des Hundes aus, indem Sie das Ende der Pfote mit den Händen umfassen.
- Massieren Sie die Zwischenräume zwischen den Zehen.

Die letzte Phase der Massage besteht aus streichenden Bewegungen am ganzen Körper, was insbesondere dazu beiträgt, ein unruhiges Haustier zu beruhigen.
Zur Information: Aquamassage wird manchmal als zusätzliche Behandlung eingesetzt. Dabei wird der Hund für 10–15 Minuten in einen Behälter mit warmem, sprudelndem Wasser gesetzt. Die Hydromassagewellen regen die Durchblutung an, stärken die Skelettmuskulatur und fördern die Entspannung.
Dauer der Verfahren
Die richtige Massagetechnik und -häufigkeit sind entscheidend für die Wirksamkeit. Regelmäßige Massagen sind wichtig, wobei jede Sitzung mindestens 15–20 Minuten dauern sollte. Ein Behandlungszyklus umfasst in der Regel 15–20 Sitzungen, die nach einer Pause von 10–14 Tagen fortgesetzt werden.
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