Fliegender Hund
Die Flughundfledermaus ist ein geheimnisvolles Tier, um das sich viele Aberglauben und Mythen ranken. Lange Zeit galt sie als Vorbote böser Geister. So glaubte man beispielsweise in Schottland, ihr unerwarteter Flug kündige das Zeitalter der Hexen an, während man in Oxford annahm, dass, wenn eine Flughundfledermaus dreimal über ein Haus flog, bald jemand dort sterben würde.
Heute haben viele Menschen ihre Einstellung zu diesen geheimnisvollen nachtaktiven Fliegern überdacht, und manche halten sie sogar als Haustiere, ähnlich wie Meerschweinchen oder Hamster. Flughunde werden in vielen Zoos gehalten und gezüchtet, was die Erforschung ihrer Ernährung, ihres Verhaltens und ihrer Pflege ermöglicht. Dieses Wissen ist hilfreich für alle, die sich ein exotisches Haustier zu Hause halten möchten.
Beschreibung
Die Flughunde sind Säugetiere mit spitzer Schnauze, kleinen, ovalen Ohren, Krallen an den Zeigefingern ihrer Vorderbeine und einem kurzen oder fehlenden Schwanz. Ihre Größe variiert stark: Die größten Exemplare erreichen eine Länge von 45 Zentimetern und eine Flügelspannweite von 1,7 Metern, während andere zwischen 6 und 17 Zentimeter lang werden. Ihr Fell ist bräunlich, wobei die Unterseite des Körpers deutlich heller ist. Ihr natürlicher Lebensraum erstreckt sich über die tropischen und subtropischen Breiten Afrikas und Asiens.
Fruchtfledermäuse besitzen Flughäute und können nachts nahezu lautlos fliegen und dabei bis zu 100 Kilometer zurücklegen. Sie kehren jedoch stets zu ihrem Schlafplatz zurück. Nach Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv, tagsüber hingegen verharren sie fast regungslos, oft kopfüber an einem Baum oder Dach hängend und ihren Körper in ihren Flughäuten verbergend. Bei hohen Temperaturen können Fruchtfledermäuse ihre Flughäute wie einen Fächer nutzen und sich so vor der Hitze schützen.
Wenn man ein Foto einer Flughundfledermaus sieht, könnte man meinen, es handele sich um eine Unterart der Fledermaus, aber das wäre ein Irrtum, trotz der frappierenden Ähnlichkeit.

Der Hauptunterschied zwischen Fruchtfledermäusen und Flughunden liegt im Fehlen eines spezialisierten „Radars“ (Echolot), das ihnen nachts die Orientierung und Jagd erleichtert. Dafür besitzen sie ein besseres Sehvermögen und einen ausgeprägteren Geruchssinn, was ihnen bei der Nahrungssuche hilft. Ein weiterer Unterschied zu Mäusen besteht darin, dass sie Vegetarier sind und sich von reifen Früchten, Blütennektar und Pollen ernähren.
Diese Tiere pflanzen sich den ganzen Sommer über fort, und der Nachwuchs besteht in der Regel aus einem (selten zwei) Jungen. Anfangs trägt die Mutter das Junge auf ihrem Rücken, doch schon bald lernt es, sich selbst festzuhalten, und selbst dann wird es noch von der Mutter gesäugt.
Besonderheiten der Haushaltsführung
Trotz ihres exotischen Aussehens sind Flughunde pflegeleicht. Diese Tiere brauchen Gesellschaft, daher ist die Haltung mehrerer Tiere oder zumindest eines Paares ideal. Bei der Einzelhaltung muss der Besitzer viel Zeit für die Interaktion mit seinem exotischen Haustier einplanen und es regelmäßig ausführen. Aufgrund ihrer geringen Größe können sie in einem kleinen Käfig gehalten werden, sofern sie regelmäßig Auslauf bekommen. Ist jedoch mehr Platz vorhanden, empfiehlt sich ein Gittergehege mit erhöhtem Dach und einer Rückwand, an der sie sich aufhalten können. Flughunde vertragen kein direktes Licht, daher ist keine helle Lampe im Gehege nötig.
Nach einem Mittagsschlaf wachen die Flughunde abends auf und bewegen sich aktiv in ihrem Käfig – dann ist Fütterungszeit. Sie können mit einer Auswahl an saftigen Früchten gefüttert werden, die in kleine Stücke geschnitten sind: Orangen, Bananen, Pflaumen, Weintrauben, Birnen usw.

Es wird oft berichtet, dass Feigen die Lieblingsspeise von Flughunden seien, aber in Wirklichkeit sind es Bananenstücke, die als erstes aus dem Futtertrog verschwinden.
Dank dieser Ernährung riecht der Kot der Flughunde nicht stark, aber der Käfig muss aufgrund ihrer Fressgewohnheiten trotzdem täglich gereinigt werden: Sie zerkauen das saftige Fruchtfleisch, schlucken den Saft und spucken die Überreste wieder aus.
In Gefangenschaft erreichen Flughunde ein Alter von bis zu 20, manchmal sogar 30 Jahren. Sie vermehren sich gut und bekommen zweimal jährlich Nachwuchs: im Herbst und im Frühling. Drei Monate nach der Geburt können die Jungtiere fliegen und sich selbst ernähren.

Ihr niedliches Aussehen, ihre Geselligkeit, der fehlende Geruch bei Haltung in Innenräumen, die generell geringen Pflegekosten und ihre lange Lebenserwartung machen Nil-Flughunde trotz ihrer Exotik zu nahezu idealen Haustieren. Die Haltung eines solchen Tieres hat jedoch ihren Preis. Der Preis für einen Nil-Flughund liegt zwischen 10.000 und 15.000 Rubel.
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