Allgemeine Fakten zum Kupieren von Ohren und Rute bei Hunden
Etwa ein Drittel aller Hunderassen werden einem solchen Eingriff unterzogen, Ohren- und Schwanzkupieren bei HundenEs handelt sich dabei hauptsächlich um Wach-, Jagd- und Kampfhunderassen, einige auch um Hütehunde. Ursprünglich war das Kupieren von Ohren und Rute nicht nur eine ästhetische Notwendigkeit, sondern in vielerlei Hinsicht auch eine lebenswichtige Maßnahme. Heutzutage werden Hunde jedoch häufiger als Freunde und Begleiter gehalten, sodass bestimmte ästhetische Anforderungen an Bedeutung verloren haben.
Kampfhunderassen kämpfen nur dann, wenn man in einem Land lebt, in dem es erlaubt ist, und man besonders an seinem Tier hängt. Wachhunde wirken natürlich weniger bedrohlich, aber auch das kann eine clevere Täuschung sein, da ihre Kiefer intakt bleiben. Viele Jagdhunde haben noch nie eine Ente oder einen Fuchs gesehen und verletzen sich daher im Kampf kaum den Schwanz an Ästen oder die Ohren.
Alle Vor- und Nachteile
Die Notwendigkeit dieses Eingriffs wird seit langem heftig diskutiert. In Deutschland beispielsweise wurde in den 1930er Jahren ein Gesetz zum Verbot des Ohrenkupierens erwogen, das letztendlich aber nur zu einem Verbot des Schwanzkupierens bei Pferden führte.
Tierschützer sind der Ansicht, dass es objektiv keine Notwendigkeit gibt, Hunde zu kupieren. Die meisten Züchter widersprechen dem und befürchten, dass solche Maßnahmen zum Aussterben der Rasse führen könnten.
Und in gewisser Hinsicht haben sie Recht. In Ländern, in denen das Kupieren von Ohren oder Ruten verboten ist, sind Hunderassen, die kupierte Ohren oder Ruten erfordern, weniger beliebt geworden.
Dem Welpenbesitzer bleibt oft nur die Entscheidung, die Ohren zu kupieren, da die Schwänze der Tiere sehr früh entfernt werden.
Schwanzkupieren
Das optimale Alter zum Kupieren des Schwanzes liegt bei 3-10 Tagen nach der Geburt.
In diesem Alter sind die Schwanzwirbel noch nicht vollständig verknöchert und bestehen noch aus weichem, empfindlichem Knorpel. Man geht davon aus, dass die Operation in diesem Alter am schmerzärmsten und sichersten ist. Der Eingriff wird häufig mit der Entfernung der fünften Zehe kombiniert. Selbstverständlich wird die Operation in diesem Alter ohne Narkose durchgeführt.
Manchmal wird die Rute durch Abbinden kupiert. Dabei wird die Rute an einer rassespezifischen Stelle fest verbunden. Dies unterbricht die Blutzufuhr, und innerhalb weniger Tage trocknet die Rutenspitze aus und stirbt ab. Bei älteren Hunden ist das Kupieren deutlich schwieriger. Es wird stets eine Narkose durchgeführt und die Wunde vernäht.
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Ohrenkupieren
Ohren werden im Alter von zwei bis drei Monaten kupiert, wenn der Knorpel bereits etwas rau ist. Wird früher kupiert, ist es sehr schwierig, die korrekten Proportionen beizubehalten. Die Ohren können unterschiedlich groß sein und nicht die gewünschte Form annehmen. Im höheren Alter ist das Narbengewebe oft sehr rau und die Nähte sind deutlich sichtbar. Außerdem besteht ein hohes Risiko, dass sich die Ohren nach der Operation nicht mehr anheben.
Heute setzen sich viele Organisationen aktiv für Tierrechte ein und lehnen das Kupieren von Ohren und Schwänzen ab. Auch einige junge Tierärzte unterstützen diese Ansicht und führen diesen Eingriff nicht durch.
In einigen europäischen Ländern, wie Frankreich, Großbritannien, Österreich, Deutschland und Polen, ist das Kupieren von Ohren und Schwänzen bei Hunden ein strenges Tabu.
Hunde, die aus anderen Ländern mitgebracht werden, selbst aus solchen, in denen dies erlaubt ist, werden nicht nur nicht bewertet, sondern dürfen auch nicht ausgestellt werden.
Während in Großbritannien ein Hund mit kupierter Rute als „Modeopfer“ gilt und in Deutschland ein Besitzer für kurze Ohren eine hohe Geldstrafe zahlen muss, liegt die Entscheidung zum Kupieren von Ohren und Rute in der GUS weiterhin beim Besitzer. Und Tiere werden unabhängig von der Länge ihrer Ohren und Rute gleichwertig behandelt.
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