Lockenkatzenrassen

Die Vielfalt der Katzenrassen ist erstaunlich. Jeder Katzenliebhaber findet das perfekte Haustier: flauschig oder haarlos, klein oder groß, mit Leopardenmuster oder dreifarbig. Und wer außergewöhnliche Tiere mag, kann sich für eine Lockenkatze entscheiden: Manche haben ein gepflegtes, gewelltes Fell, andere hingegen wilde, lockige Locken.

Merkmale von Lockenkatzen

Die meisten Katzen mit lockigem Fell werden als Rexkatzen bezeichnet, was auf das Vorhandensein des Rex-Gens hinweist, das für die Lockenbildung verantwortlich ist. Das charakteristische Merkmal dieser Tiergruppe war eine natürliche Genmutation, die bei verschiedenen Rassen aus unterschiedlichen Teilen der Welt auftrat. Sie erregten die Aufmerksamkeit von Laien und Züchtern gleichermaßen, denen es gelang, die Lockenbildung als unverwechselbares Merkmal zu erhalten und zu festigen. Durch verschiedene Kreuzungstechniken konnten lockige Haustiere mit unterschiedlichem Aussehen gezüchtet werden.

Lockenkatze

Ein besonderes Merkmal aller lockigen Katzen ist, dass ihr Fell keinen spezifischen Geruch hat und sie nicht haaren. Trotzdem benötigen sie regelmäßiges Bürsten (mindestens zweimal pro Woche). Bei der Fellpflege ist zu beachten, dass das Föhnen nach dem Baden die Locken auflösen kann.

Lockenkatzenrassen

Lockenkatzen bilden keine einheitliche Rasse, sondern eine ganze Gruppe, von denen jede ihre eigene Entstehungsgeschichte und weitere Merkmale aufweist.

Cornish Rex

Diese Rasse Die Cornish Shorthair gilt als die älteste und vollständig entwickelte Katzenrasse. Ihre Geschichte begann 1950 mit der Geburt eines Wurfes Kätzchen in Cornwall, Großbritannien. Eines dieser Kätzchen hatte ein gewelltes, feines Fell. Um die Rasse weiterzuentwickeln, wurden Cornish Shorthairs mit Hauskatzen, Britisch Kurzhaar und Siamkatzen gekreuzt. Das Ergebnis ist ein anmutiges Tier mit schlankem Körperbau, großen Ohren an einer länglichen Schnauze, langen Pfoten und einem langen Schwanz. Ihr charakteristisches Merkmal ist das fehlende Deckhaar. Das Fell besteht aus einer einzigen Unterwolle, deren Wellenstruktur dem Tier ein „karakulartiges“ Aussehen verleiht.

Cornish Rex

Cornish Rex-Katzen lieben den Kontakt zu Menschen und sind daher ideale Haustiere für Familien oder Menschen, die ihnen viel Aufmerksamkeit schenken können. Sie sind gesellige und intelligente Tiere und können sogar darauf trainiert werden, Kommandos zu befolgen und kleine Gegenstände zu apportieren.

Devon Rex (Devonshire Rex)

Trotz der Tatsache, dass Devon Rexes Obwohl sie dem Cornish-Kater in Alter und Aussehen ähneln, haben sie nichts mit ihm gemeinsam. Sie besitzen ein völlig anderes Mutationsgen, das für lockiges Fell verantwortlich ist. Daher ergeben sich aus der Kreuzung eines Cornish-Katers mit einem Devon-Kater Kätzchen mit glattem Fell. Ihr Aussehen ist sehr ungewöhnlich und anmutig: ein kleiner, flacher Kopf mit großen, schräg stehenden Augen, einer leicht aufgeworfenen Nase und weit auseinander stehenden, großen Ohren sowie langen, zierlichen Gliedmaßen. Der Körper ist praktisch frei von Deckhaaren, und die welligen „Schnürungen“ bestehen ausschließlich aus der Unterwolle.

Aus bis heute ungeklärten Gründen zeigen selbst Allergiker keine allergischen Reaktionen auf Devon Rex-Hunde.

Devon Rex

Devon Rex-Katzen sind sehr intelligent und aktiv und zudem leicht zu erziehen. Sie klettern und springen gern, beispielsweise von Sofas und Sesseln. Allerdings reagieren sie sehr empfindlich auf Unterkühlung und Zugluft und eignen sich daher am besten für Stadtwohnungen.

Selkirk Rex

Die Geschichte der Rasse begann 1987 in den USA, als eine Katze ein lockiges Kätzchen zur Welt brachte. Sie wurde von Jerry Newman, einem Perserkatzenzüchter, adoptiert und später mit seinem eigenen reinrassigen Kater verpaart. Drei der sechs geborenen Kätzchen hatten lockiges Fell. Selkirk-Katzen gibt es in kurz- und langhaarigen Varianten, wobei der Grad der Lockenbildung von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, darunter die Jahreszeit, das Klima und der Hormonspiegel des Tieres. Unterschiedliche Lockengrade werden bis zum Alter von zwei Jahren toleriert: So können beispielsweise Kätzchen, die mit lockigem Fell geboren werden, innerhalb weniger Tage glattes Fell bekommen, nur um einige Monate später ihre Locken wiederzuerlangen. Es ist auch möglich, dass Kätzchen mit normalem Fell – eine „Selkirk Rex Straight“ – im selben Wurf geboren werden.

Fellart eines neugeborenen Kätzchens Selkirk Rex Das lässt sich leicht an den Schnurrhaaren erkennen: Die lockigen haben lockige Schnurrhaare, die glatten hingegen gerade.

Selkirk Rex

Selkirk-Katzen sind für ihr ruhiges und zurückhaltendes Wesen bekannt, vertragen Einsamkeit jedoch schlecht und schnurren gern. Sie haben keine Angst vor Fremden, sind sehr anhänglich gegenüber ihrer Familie (auch Kindern) und vertragen sich gut mit anderen Katzen im selben Haushalt.

Ural Rex

Diese eigenständige russische Rasse zählt möglicherweise zu den ältesten Populationen lockiger Katzen weltweit. Ältere Einwohner erinnern sich, schon vor dem Krieg lockige Haustiere in der Region Swerdlowsk gesehen zu haben. Damals galten sie als krank und wurden oft getötet, was zeitweise zum Aussterben dieser Art führte. Eine Wiedergeburt Ural Rex Der erste Vorfall ereignete sich in den 1980er Jahren, als Mura, eine Katze aus der Stadt Sarechny, drei Kätzchen zur Welt brachte, von denen zwei ungewöhnliche Locken hatten. Heute sind sie muskulöse, kräftige Haustiere mit mandelförmigen Augen und einer klassischen Schnauze und Ohren. Laut dem 1994 festgelegten Standard gibt es Ural Rex-Katzen in zwei Varietäten:

  • mit dichtem, kurzem, seidigem Haar, das den ganzen Körper mit elastischen, welligen Locken bedeckt;
  • mit halblangem, dickem Haar mit weniger ausgeprägter Wellung, dafür aber mit einer markanteren Mähne und Locken am Schweif.

Ural Rex

Ural Rex-Hunde haben einen ausgeglichenen, sanftmütigen Charakter, sind hochintelligent und können die Stimmung ihres Besitzers stets genau erfassen und verstehen, was von ihnen erwartet wird.

Herman Rex

Eine weitere Linie der Rex-Gruppe, die in Deutschland durch die Kreuzung von Türkisch Angora und Russisch Blau entstand. Sie haben einen muskulösen, kräftig gebauten, mittelgroßen Körper, einen runden Kopf mit proportionalen Augen und großen Ohren. Deutsche Rex-Katzen besitzen keine Unterwolle, und ihr kurzes, fein gelocktes Fell ist sehr weich und angenehm anzufassen.

Vertreter dieser Rasse sind sehr neugierig, aktiv, äußerst gesprächig und geben ständig die verschiedensten Laute von sich. Sie stehen gern im Mittelpunkt und sind daher oft Einzelgänger, die sich nicht gut mit anderen Haustieren vertragen.

Hermann Rex (Deutscher Rex)

Bohemian Rex

Diese Haustiere stammen aus Tschechien, wo in den 1980er Jahren ein Perserkatzenzüchter plötzlich mehrere lockenhaarige Kätzchen hatte. Er war so beeindruckt vom verspielten Aussehen der Kätzchen, dass er beschloss, dieses ungewöhnliche Merkmal zu erhalten und zu verstärken. Das Ergebnis ist eine Rasse, die Persern in jeder Hinsicht ähnelt, außer im Fell: Böhmische Rex-Eisen Die Bohemian-Katze hat ein mittellanges bis sehr langes Fell mit zahlreichen, unregelmäßig verteilten Locken. Sie besitzt einen muskulösen Körperbau, kurze, kräftige Gliedmaßen und eine ähnliche Fellfarbe wie Perser. Vertreter der Bohemian-Linie zeichnen sich durch ein ruhiges, anhängliches Wesen aus und lieben es, viel Zeit im Arm ihres Besitzers zu verbringen.

Bohemian Rex

LaPerm

Name LaPerm Das Wort „permanent“ lässt sich wörtlich mit „dauerhaft“ übersetzen (das Präfix „perm“ in „permanent“ bedeutet „dauerhafte Locke“, „la“ ist französisch) und beschreibt treffend das Aussehen mit seinen vielen Spiralen und Locken. Diese eigenständige Linie tauchte erstmals 1982 in den USA auf, als auf einer Farm in Oregon ein völlig haarloses Kätzchen in einem Wurf entdeckt wurde. Die Besitzerin wollte das ungewöhnliche Kätzchen nicht schnell wieder loswerden, und schon bald entwickelte es lockiges, seidiges Fell, wodurch es den Namen Curly (vom englischen „curly“) erhielt. Auch ihre Nachkommen brachten ähnlich ungewöhnliche Kätzchen hervor, die haarlos geboren wurden und später Locken und sogar lockige Schnurrhaare entwickelten.

LaPerm

LaPerms haben kurzes oder halblanges, weiches und deutlich lockiges Fell. Sie sind sehr gesellig und anhänglich und somit wunderbare Begleiter, bleiben aber gleichzeitig echte Raubtiere und behalten ihren natürlichen Jagdinstinkt.

Neue Rassen

Die anhaltende Beliebtheit von Haustieren mit lockigem Fell hat Züchter dazu angeregt, neue Linien lockiger Katzen zu entwickeln. Dazu gehört die Skookum (auch bekannt als Zwerg-LaPerm), eine relativ neue Rasse, die durch die Kreuzung einer LaPerm mit einer Munchkin entstanden ist. Letztere verleiht der Skookum ihre Miniaturgröße. Sie hat einen stämmigen Körperbau, kurze Beine und langes, lockiges Fell. Diese Katzen sind in der Regel ruhig und haben ein ausgeglichenes Temperament, genießen es aber auch, im Haus herumzutoben und mit beweglichen Gegenständen zu spielen.

Aktuell werden in der experimentellen Selektionsphase folgende Varianten entwickelt:

  • Maine Coon Rex – riesige Maine Coons mit unglaublichen Locken;
  • Manx Rex – Katzen ohne Schwanz und mit lockigem Fell;
  • Ruffle – der Versuch, eine Cornish Rex mit gekräuselten Ohren durch Kreuzung mit einer American Curl zu züchten.

Es ist möglich, dass im Laufe der Zeit Vertreter neuer, erstaunlicherer Rassen auftauchen, mit einer einzigartigen genetischen Linie und einem einzigartigen Aussehen und Charakter.

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