Kooikerhondje (Kooker, niederländischer Spaniel)
Der Kooikerhondje ist eine seltene Hunderasse aus den Niederlanden. Ursprünglich wurde er zur Entenjagd eingesetzt. Heute hat er sich als Begleithund für aktive Menschen, als Jagdhund und als Familienhund bewährt. Dank seiner geringen Größe eignet er sich auch für die Wohnungshaltung und benötigt wenig Pflege. Er ist freundlich, fröhlich, energiegeladen und sehr intelligent.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Kooikerhondjes sind in den Niederlanden auch als Entenlockhunde bekannt. Doch ihre Jagdkünste sind nicht der einzige Grund für ihren Ruhm. Einem Kooikerhondje wird die Rettung Wilhelms II. von Oranien im Jahr 1591 zugeschrieben. Der Legende nach weckte der Hund den Prinzen während eines Überraschungsangriffs der spanischen Armee auf sein Lager. Sein Name ist unbekannt, doch seine Heldentat prägte die Geschichte des Landes. Seitdem gilt dieser mutige kleine Hund als Nationalheiligtum des Königreichs. Darstellungen kleiner, rot-weißer Hunde mit schwarzen „Ohrringen“ finden sich auf Gemälden niederländischer Meister ab dem 16. Jahrhundert. Die Rasse könnte bereits früher existiert haben, doch dafür gibt es keine Beweise. Der moderne Kooikerhondje stammt aus der Provinz Friesland im Norden der Niederlande.
Der Name Kooikerhondje stammt von den niederländischen Wörtern "Kooikerund „Hond“, was wörtlich „Hund des Entenjägers“ bedeutet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Popularität der Treibjagd auf Enten ab, und damit auch die Zahl der Kooikerhondjes. 1942 begannen unter der Führung von Baronin Van Hardenbroeck Van Ammerstol die Bemühungen, die fast ausgestorbene Rasse wiederzubeleben. Auf ihren Wunsch hin suchten Liebhaber in den gesamten Niederlanden nach Hunden des alten Typs. 1966 wurde ein vorläufiger Rassestandard verfasst, und 1971 wurde die Rasse offiziell anerkannt.
Zweck
Traditionell wurde der Kooikerhondje in den Niederlanden zur Entenjagd eingesetzt, nicht mit dem Gewehr, sondern mit Treibfallen. Diese Fallen, sogenannte Endenkois, wurden an Kanal- und Sumpfufern errichtet. Sie bestanden aus einem sich verjüngenden Tunnel, der oben mit einem Netz abgedeckt war und in einem kleinen Käfig endete. Ein Foto dieser Konstruktionen ist in der Galerie zu sehen. Die Aufgabe des Kooikerhondjes besteht darin, am Ufer entlangzuspazieren und mit seinem buschigen Schwanz zu wedeln, um so Enten in die Falle zu locken. Warum die Vögel so stark von dem wedelnden Schwanz angezogen werden, ist noch immer nicht vollständig geklärt, aber es ist ein bekanntes Phänomen. Diese Jagdmethode wird als „Tolling“ bezeichnet. Interessanterweise wendet neben dem Kooikerhondje nur eine weitere Rasse diese Methode an: die Tolling-Rasse. Nova Scotia Duck Tolling Retriever (Toller)Die
Kooiker jagen keine Enten direkt; sie scheuchen sie nicht auf und eignen sich nicht als Apportierhunde. Ihre Aufgabe ist es, sich entlang der Küste zu bewegen und die Vögel dann mit fröhlich wedelndem Schwanz in die Falle zu führen.
Wenn sie nicht gerade Enten jagten, jagten Kooikerhondjes Nagetiere und andere Fressfeinde der Vögel, wie Füchse und Wildkatzen. Sie dienten auch als Wachhunde, indem sie Eindringlinge meldeten und vertrieben, sofern diese nicht deutlich stärker oder größer waren. Moderne Kooikerhondjes sind in erster Linie hervorragende Begleithunde für aktive Menschen und Sportler. Zu den am besten geeigneten Disziplinen zählen Agility, Freestyle und Flyball.
Aussehen
Der Kooikerhondje ist ein kompakter, wohlproportionierter Hund mit rot-weißem Fell. In der Bewegung trägt er den Kopf hoch und wedelt fröhlich mit seiner buschigen Rute. Die Ohrspitzen sind mit schwarzen Haaren, den sogenannten Kehllappen, geschmückt. Seine Widerristhöhe beträgt 36–43 cm. Er wiegt etwa 10 kg.
Der Kopf ist von mittlerer Länge. Der Schädel ist recht breit und gerundet. Der Stop ist deutlich ausgeprägt. Die Schnauze ist keilförmig, unter den Augen gut gefüllt und verjüngt sich nicht zu stark. Die Nase ist schwarz mit einem gut entwickelten, schwarzen Nasenspiegel. Die Lefzen sind straff anliegend und vorzugsweise schwarz. Ein Scherengebiss ist vorhanden, ein Zangengebiss ist jedoch ebenfalls zulässig. Die Augen sind mandelförmig, dunkelbraun und haben einen wachen, freundlichen Ausdruck. Die Ohren sind mittelgroß, etwas oberhalb der Augenlinie angesetzt, wobei die Vorderkante eng an den Wangen anliegt.
Der Hals ist recht lang und muskulös. Die Rückenlinie ist gerade. Der Rücken ist kräftig und kurz. Die Lende ist lang und breit. Die Kruppe ist leicht abfallend und breit. Die Brust reicht bis zu den Ellbogen und ist gut entwickelt. Der Bauch ist mäßig aufgezogen. Die Rute ist hoch angesetzt und wird waagerecht oder fast senkrecht getragen. Der letzte Wirbel reicht bis zum Sprunggelenk. Die Läufe sind kräftig und von normaler Länge. Die Vorderläufe sind gerade und parallel. Die Hinterläufe sind korrekt gewinkelt. Die Pfoten sind klein, oval und kompakt.
Das Fell ist mittellang, glatt oder leicht gewellt, weich und hat eine dichte Unterwolle. Die Rückseite der Vorderläufe ist mit langem Behaarung bedeckt, die bis zu den Fesseln reicht, während die Hinterläufe relativ lange „Hosen“ aufweisen. Die Vorderseite der Läufe und des Kopfes ist kurz behaart, die Unterseite des Schwanzes ist sehr lang. Auch an Kehle und Brust ist das Haar länger. Das Fell ist zweifarbig: deutliche orange-rote Flecken auf weißem Grund. Eine weiße Blesse befindet sich auf dem Kopf, und die Ohren sowie die Augenpartie müssen gefärbt sein. Schwarze Ohrspitzen sind erwünscht.

Charakter und Verhalten
Der Kooikerhondje ist ein sehr fröhlicher, aktiver und selbstbewusster Hund, ausdauernd, widerstandsfähig und freundlich. Er baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf, betrachtet aber in der Regel nur eine Person als seinen Herrn. Mit der richtigen Erziehung und dem passenden Training ist er sehr menschenbezogen und hilfsbereit.
Der kleine, aufmerksame Kooikerhondje verteidigt sein Revier tapfer, lässt Fremde nicht an seine Grenzen heran und warnt seinen Besitzer vor jedem Eindringen. Er ist Fremden gegenüber misstrauisch, aber im Allgemeinen nicht aggressiv. Er ist Fremden, Hunden und Kindern gegenüber misstrauisch. Er läuft nicht auf den ersten Menschen zu, dem er begegnet, und lässt sich auch nicht streicheln. Aggressiv ist er nur gegenüber kleinen Nagetieren und anderen Verkehrsteilnehmern. Er versteht sich gut mit Haustieren, verjagt aber selbstlos die Katzen der Nachbarn. Vögeln gegenüber hegt er keinerlei Groll. Wichtig zu wissen ist, dass der Kooiker kein Apportierhund ist; er apportiert kein erlegtes Wild, sondern streift am Ufer entlang und lockt lebende Enten lautlos in Fallen. Insgesamt ist dieser Hund ruhig und neigt nicht zu übermäßigem Bellen.
Ein Kooiker blüht körperlich und geistig auf, wenn er eine Aufgabe bekommt. Steht kein Ententeich zur Verfügung, kann dies regelmäßige Spaziergänge und Training mit dem Besitzer, Wettkampftraining, Apportierübungen und Ähnliches umfassen.
Der Kooikerhondje liebt Aufmerksamkeit, ist aber relativ ruhig und unaufdringlich. Er ist ein hervorragender Begleiter für Erwachsene. Für Kinder ist er weniger geeignet und wird kein Wachhund, aber wenn er mit einem Kind aufwächst, spielt er gerne mit.
Schul-und Berufsbildung
Eine frühe Sozialisierung ist für den Kooikerhondje unerlässlich. Dieser intelligente Hund braucht einen fürsorglichen Besitzer. Das Training sollte konsequent und sanft sein. Jeglicher Zwang oder körperliche Bestrafung führt dazu, dass sich der Kooiker zurückzieht und Konflikte meidet. Grundkommandos werden früh beigebracht. Es empfiehlt sich, den Kooikerhondje in eine Hundeschule zu bringen, wo er lernt, mit Menschen zusammenzuarbeiten und mit anderen Hunden zu interagieren.
Dank seiner Energie, Wendigkeit und hohen Intelligenz ist der Kooikerhondje in der Lage, in verschiedenen Sportarten gute Ergebnisse zu erzielen: Agility, Freestyle, Frisbee.

Wartung und Pflege
Der Kooikerhondje eignet sich auch für kleine Wohnungen, fühlt sich aber in einem Haus mit großem Garten am wohlsten. Er braucht viel Auslauf. Regelmäßige, lange Spaziergänge mit Spielen und Training helfen ihm, seine überschüssige Energie abzubauen. In den ersten Minuten eines freien Spaziergangs tobt er herum, aber sobald er sich ausgetobt hat, beruhigt er sich und wird sehr umgänglich und gehorsam.
Kooikerhondje wird sich nicht mit ruhigen Spaziergängen am Rande des Parks zufriedengeben.
Es benötigt keine aufwendige Pflege. Regelmäßiges Bürsten und Baden genügen, ebenso wie die Reinigung der Ohren und Augen sowie das Schneiden der Krallen.
In Sachen Ernährung gehen die Meinungen von Kooikerhondje-Züchtern und -Besitzern auseinander. Die meisten bevorzugen heute die BARF-Methode, einige hingegen Trockenfutter. Letztendlich entscheidet der Besitzer, was er seinem Kooikerhondje füttert. Wichtig ist, dass das Futter hochwertig und ausgewogen ist und den Bedürfnissen des Hundes vollumfänglich entspricht. Manche Kooikerhondjes neigen, insbesondere im Erwachsenenalter, zu Übergewicht.

Gesundheit und Lebenserwartung
Der Kooikerhondje gilt als relativ gesunde Rasse. Die meisten Hunde sind frei von Erbkrankheiten, haben ein starkes Immunsystem und keine Verdauungsprobleme. Einige haben jedoch weniger Glück. Zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen zählen:
- Von-Willebrand-Krankheit;
- Nekrotisierende Myelopathie;
- Patellaluxation;
- Hüftdysplasie;
- AugenkrankheitenKatarakt(progressive Netzhautatrophie).
Andere rassespezifische Krankheiten sind relativ selten und können durch Screening nicht erkannt werden:
- Epilepsie;
- Polymyositis;
- Glomeruläre Nierenerkrankungen.
Für die Gesundheit Ihres Kooikerhondjes sind jährliche, lebenslange Impfungen und eine rechtzeitige Parasitenbehandlung unerlässlich. Eine jährliche, gründliche tierärztliche Untersuchung wird empfohlen, um eventuelle Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die Lebenserwartung beträgt in der Regel 12-14 Jahre.
Einen Kooikerhondje-Welpen auswählen
Der Großteil dieser Rasse ist in den Niederlanden beheimatet. Große Zuchtbetriebe gibt es auch in anderen europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada. In Russland und der GUS ist die Rasse selten, und nur wenige Züchter sind aktiv. Zuchtbetriebe befinden sich in Moskau, St. Petersburg und einigen anderen Städten.
Es empfiehlt sich, einen Kooikerhondje-Welpen von einem professionellen Züchter zu erwerben. Es ist ratsam, die Elterntiere des Wurfs auf wichtige Erbkrankheiten untersuchen zu lassen. Bei der Welpenauswahl ist es wichtig, den körperlichen und seelischen Zustand von Mutter und Welpen sowie die Haltungs- und Fütterungsbedingungen zu beurteilen. Achten Sie auf die vollständigen Dokumente: Welpenurkunde, EU-Heimtierausweis mit Impfnachweisen und Nachweisen über weitere Vorsorgemaßnahmen, Tätowierung und gegebenenfalls Mikrochip. Es gibt keine wesentlichen Unterschiede im Charakter zwischen Rüden und Hündinnen. Ein Welpe sollte frühestens im Alter von 2,5 Monaten in sein neues Zuhause umziehen. Er sollte kerngesund, neugierig und verspielt sein und keine Anzeichen von Scheu oder Aggression zeigen. Außerdem wird er auf die Einhaltung des Rassestandards geprüft.
Ein kompetenter Züchter wird Sie stets beraten, welcher Welpe die beste Persönlichkeit für eine bestimmte Person und deren Familie hat.
Preis
Der Durchschnittspreis für einen Kooikerhondje-Welpen liegt bei 50.000 Rubel. Bei einem Welpen mit einem Defekt, beispielsweise einer Farbabweichung, reduziert der Züchter den Preis üblicherweise auf 30.000 bis 35.000 Rubel. Vielversprechende Welpen und Junghunde für Ausstellungen oder die Zucht können 60.000 Rubel oder mehr kosten.
Fotos und Videos
Die Galerie zeigt Fotos typischer Kooikerhondjes unterschiedlichen Geschlechts und Alters. Schon die Bilder verdeutlichen das energiegeladene und fröhliche Wesen dieser kleinen Hunde. Das letzte Bild ist ein Gemälde eines niederländischen Künstlers, das die traditionelle Entenjagd und die Kooikerjagd jener Zeit darstellt.
Video über die Hunderasse Kooikerhondje (Kooker, Holländischer Spaniel):
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