Der Karakal ist eine Großkatze für Liebhaber exotischer Tiere.

Karakal oder Steppenkakal Luchs Der Karakal ist ein Raubtier aus der Familie der Katzen, das vom Menschen gezähmt wurde. Gezähmte Karakale sind recht freundlich und gesellig. Doch gerade die Kombination aus seinem imposanten Aussehen und seinem sanftmütigen Wesen hat ihn zu einem der begehrtesten Haustiere gemacht.

Karakalluchs

Karakale in freier Wildbahn

In freier Wildbahn bewohnen Karakale die Savannen, Wüsten, Steppen und Vorgebirge Afrikas, der Arabischen Halbinsel, Kleinasiens, Zentralasiens und des Nahen Ostens. Diese Katzen leben in Felsspalten und nutzen mitunter die verlassenen Baue anderer Tiere. Karakale sind vorwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv, können aber auch tagsüber jagen.

Karakale sind insofern einzigartig, als sie lange Zeit ohne Wasser auskommen und ihren Flüssigkeitsbedarf ausschließlich über die Nahrung decken. Wie Geparden nutzen sie hohe Bäume, um Nahrung zu lagern. Karakale schleppen die Beute hinter sich her und verstecken sie auf einem Ast, um sie vor anderen Raubtieren zu schützen.

Karakale pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Ein Weibchen kann während der Balzzeit bis zu drei Partner haben. Die Tragzeit beträgt 78–81 Tage, danach werden bis zu sechs Junge geboren. Einen Monat nach der Geburt, wenn die Jungen beginnen, sich ans Licht zu wagen, bringt die Mutter sie einmal täglich von einem Bau in einen anderen. Nach sechs Monaten verlassen die Jungtiere ihr elterliches Zuhause und suchen sich ein neues.

wilder Karakal

Wie Karakale domestiziert wurden

Karakale lassen sich leicht zähmen. In der Antike wurden in einigen asiatischen Ländern zahme Karakale sogar zur Jagd auf Hasen, Pfauen, Fasane und kleine Antilopen eingesetzt.

Die Jagd auf Wildkatzen, insbesondere auf Geparden, war im Osten sehr beliebt, doch da ihre gefleckten Verwandten teuer waren, fingen und hielten arme Leute Steppenluchse, die als „Gepard des armen Mannes“ bekannt waren. Mit der Zeit wurde diese Art der Jagd selten, und die Domestizierung dieser Katzen wurde vorübergehend aufgegeben.

Noch vor 10 bis 20 Jahren fand man Karakale ausschließlich in Wüsten, Savannen und Zoos, ganz sicher aber nicht in Wohnungen oder Landhäusern. Zudem sind diese Katzen in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. Doch in den 1980er-Jahren änderte sich alles. Im Moskauer Zoo brachte ein Karakal, der versehentlich oder absichtlich mit einer Hauskatze zusammengeführt worden war, ein wunderschönes Junges zur Welt. Quasten an den Ohren und eine ungewöhnliche Färbung. Der Hybridjunge war steril, und die Geschichte hätte dort enden können, aber nein.Hauskarakal

Natürlich entging die Nachricht von der erfolgreichen Kreuzung verschiedener Arten nicht der Aufmerksamkeit von Katzenforschern und Züchtern. In der Folge gab es viele weitere Versuche, eine neue Rasse zu entwickeln. Gleichzeitig erregte die Karakal-Katzenrasse, genauer gesagt die Art selbst, die Aufmerksamkeit zahlreicher Liebhaber exotischer Tiere, die kein Interesse an der Zucht hatten. Das schöne Aussehen der Wildkatzen, ihre relativ geringe Größe und die Tatsache, dass selbst in freier Wildbahn geborene Kätzchen leicht zu zähmen sind, trugen zu ihrer raschen Popularität bei.

Übrigens waren zahlreiche Versuche, Karakale und Hauskatzen zu kreuzen, letztendlich erfolgreich. Die Hybridrasse ist bereits offiziell registriert und heißt Karaket (cara(cal)+cat).

Aussehen

Lange Zeit wurden Karakale aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Luchsen als diese klassifiziert. Ihre prächtigen Ohrbüschel, ihre Größe und ihre rötliche Färbung waren irreführend. Später wurden sie aufgrund verschiedener genetischer Merkmale als eigene Gattung eingestuft.

Karakale sind Katzen, die die Schönheit und Anmut echter Raubtiere besitzen. Sie sind recht groß. Ihre Widerristhöhe kann bis zu 50 cm erreichen, ihr durchschnittliches Gewicht beträgt 15 kg und ihre Körperlänge etwa 1 Meter. Sie sind kräftig und muskulös gebaut. Besonders bemerkenswert sind ihre gut entwickelten Hinterbeine, die es ihnen ermöglichen, aus dem Stand bis zu 4 Meter weit zu springen.

Karakale haben kurzes, sehr dichtes Fell mit rauer Textur und einer ausgeprägten Unterwolle. Ihre Farbe variiert je nach Lebensraum leicht von Braun bis fast Rot, die Unterseite ist jedoch stets hell und mit zahlreichen kleinen Flecken verziert. Schwarze Abzeichen um die Augen sind an der Schnauze deutlich sichtbar. Die Ohren sind mit langen schwarzen Haarbüscheln geschmückt, und der Rücken ist mit kurzem, schwarzem Haar bedeckt, was der Katze ihren Namen gibt (vom türkischen „kara-kulak“, was „schwarzes Ohr“ bedeutet, oder dem kasachischen „karakal“, was „schwarze Bürste“ bedeutet).

Karakal

Charakter und Gewohnheiten

Bei artgerechter Aufzucht und liebevoller Erziehung sind Karakale gutmütige und verspielte Tiere, die vielleicht nur aufgrund ihres Aussehens einschüchternd wirken. Karakale sind sehr energiegeladen, neugierig und intelligent. Sie behandeln alle Familienmitglieder gut und sind sehr kommunikativ. Fremden gegenüber sind sie zurückhaltend und können sogar aggressiv werden, wenn sie ihr Revier verteidigen müssen. Karakale bauen eine sehr starke Bindung zu ihren Besitzern auf und erkennen nur einen einzigen an. Obwohl Karakale relativ leicht zu zähmen sind, verhalten sie sich nie wie gewöhnliche Hauskatzen, auch wenn sie schnurren, wenn man sie hinter dem Ohr krault.

Die ersten beiden Jahre der Pubertät sind die schwierigsten. In dieser Zeit sind Karakale, ähnlich wie Menschen in der Pubertät, besonders emotional. Gleichzeitig sind sie verletzlich und ängstlich und können für ihre Besitzer und andere gefährlich werden. Daher ist es wichtig, ihnen so viel Zeit wie möglich für ihr Training zu widmen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit Erreichen der Geschlechtsreife beginnen Karakale, ihr Revier zu markieren und zu verteidigen. Dies tun sowohl Männchen als auch Weibchen.Karakal zu Hause

Karakale lieben es zu schwimmen, Spielzeug zu apportieren und an der Leine zu laufen. Ihr verspieltes Wesen ähnelt dem von Hunden, doch sie besitzen auch die Anmut von Katzen. Sie verstehen sich gut mit anderen Katzen und Artgenossen. Ihr Verhältnis zu Hunden lässt sich schwer vorhersagen. Vögel und kleine Nagetiere gehören jedoch immer zu den potenziellen Beutetieren dieser roten Katze.

Familien mit kleinen Kindern sollten bei der Anschaffung eines Karakals Vorsicht walten lassen. Das Tier ist ein Raubtier mit einem unabhängigen und eigensinnigen Charakter.

Einen Karakal zu Hause halten

Wer sich für ein rotes Karakal-Kätzchen interessiert, sollte wissen, dass diese Katze viel Platz, hochwertiges Naturfutter sowie ausreichend Bewegung und Pflege benötigt. Die Haltung einer Wildkatze in einer Wohnung ist nicht empfehlenswert. Am besten eignet sich ein Haus mit angeschlossenem Gehege und leichtem Zugang. Das Gehege sollte mindestens 2,5 Meter hoch und mindestens 15 Quadratmeter groß sein.

Karakale sind ziemlich zerstörerisch und können beim Spielen ein ganzes Haus auf den Kopf stellen und unzählige Dinge beschädigen oder zerstören. Die meisten Katzenspielzeuge sind für einen Karakal ungeeignet. Sie sind zu zerbrechlich und zu klein. Geeignet sind Spielzeuge für mittelgroße Hunde oder Kinderspielzeuge. Ein Karakal als Haustier ist nicht billig, ebenso wie die laufenden Kosten für seine Haltung.

Video über die Pflege von Karakalen. Fallstricke.

Die Ernährung des Karakals

In freier Wildbahn ernähren sie sich von Vögeln, Nagetieren, Hasen und kleinen Reptilien. Dies sollte bei der Zusammenstellung des Futterplans berücksichtigt werden. Es gibt verschiedene Futteroptionen für Karakale, wobei Fleisch stets die Hauptnahrungsquelle darstellt: Huhn, Rind, Geflügel, Kaninchen, Ratten und Mäuse sowie gelegentlich rohe Eier. Manche Halter bevorzugen die ausschließliche Fütterung mit Lebendfutter und bieten Kätzchen Mäuse und Wachteln, erwachsenen Katzen Ratten und Hühner an. In seltenen Fällen erhalten Karakale hochwertiges Katzenfutter mit minimalem Getreide- und Zusatzstoffanteil, dies ist jedoch nicht die optimale Lösung für eine Wildkatze.

Die Ernährung eines Karakals muss Lebendfutter, darunter Fell/Federn, Knochen und Innereien, umfassen. Dies ist notwendig, um eine normale Verdauung und Darmflora aufrechtzuerhalten.

In den ersten drei Lebensjahren sind Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel mit einem vollständigen Spektrum an Mikro- und Makronährstoffen unerlässlich. Karakale werden ein- bis zweimal täglich gefüttert, jedoch zu unterschiedlichen Zeiten, damit sie sich nicht an einen festen Rhythmus gewöhnen. Eine Wildkatze braucht regelmäßig Hunger. Außerdem muss sie verstehen, dass sie nur durch die liebevolle Fürsorge ihres Besitzers an Nahrung gelangt.

Die Futtermenge richtet sich nach Gewicht und Alter des Tieres. Die tägliche Fleischportion beträgt etwa 3–5 % des Körpergewichts der Katze. Eine 10 kg schwere Katze benötigt demnach 300–500 g Fleisch pro Tag. In den wärmeren Monaten kann der Appetit etwas abnehmen, in den kälteren Monaten hingegen steigen. Wasser sollte stets frei zur Verfügung stehen. Alle 7–14 Tage sollte ein Fastentag eingelegt werden, an dem die Katze ausschließlich Zugang zu Wasser hat.

Was kostet ein Karakal?

Kauf eines Karakal-Kätzchens: Auswahl und Preis

Wie bei anderen exotischen Haustieren findet man Karakale nicht auf Vogelmärkten oder in Online-Kleinanzeigen unter dem Suchbegriff „Karakalkatze Preis in Rubel“. Die Suche nach einem Kätzchen sollte bei Züchtern exotischer Tiere oder Hybridrassen bzw. spezialisierten Katzenzuchten beginnen. Generell gilt: Wer das nötige Kleingeld und den Wunsch hat, kann sich problemlos einen Karakal anschaffen.

Es empfiehlt sich, einen Karakal von einem Züchter zu adoptieren, der die Tiere privat hält, anstatt von einem aus einer Voliere. Wichtig ist, dass das Jungtier von Geburt an ständigen Kontakt zu Menschen hat. Das ist zwar keine Garantie, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem zahmen, freundlichen und anhänglichen Tier heranwächst.

Kaufe ein Karakal-Kätzchen

Es wird empfohlen, ein Kätzchen vor dem sechsten Lebensmonat zu kaufen. Ein von Menschen aufgezogenes Kätzchen gewöhnt sich schnell an eine neue Familie und Umgebung. In puncto Anpassungsfähigkeit ähnelt ein Karakal einem Welpen: Er ist freundlich, gesellig und weniger empfindlich gegenüber Veränderungen seines Tagesablaufs und seiner häuslichen Umgebung als beispielsweise ein Serval.

Sie sollten keine Tiere von Wiederverkäufern oder von Personen kaufen, die keine offiziellen Dokumente vorlegen können.

Es ist wichtig, sich gleich zu Beginn zu entscheiden, ob man das Kätzchen als Haustier oder zur Zucht halten möchte. Erstens beeinflusst dies den Preis. Zweitens ist es ratsam, das Tier im Alter von drei bis fünf Monaten kastrieren/sterilisieren zu lassen, falls keine Paarung geplant ist. Andernfalls sind Probleme wie Markieren, Aggression und der Drang, das Haus zu verlassen, unvermeidlich.

Der Preis für ein Karakal-Kätzchen in offiziellen Zuchtstätten liegt zwischen 8.500 und 12.000 US-Dollar. Zuchtkätzchen sind in der Regel teurer. Das Geschlecht spielt eine Rolle; Kater sind oft günstiger als Kätzinnen. Die Preise in Russland können je nach Standort der Zuchtstätte variieren.

Fotos

Eine Auswahl wunderschöner und lebendiger Fotografien, die den Karakal, eine Katze in ihrer ganzen Pracht, sowohl als Haustier als auch in freier Wildbahn, zeigen:

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