Calicivirus-Infektion bei Katzen: Symptome und Behandlung
Viele menschliche Krankheiten treten auch bei Tieren auf. Das Calicivirus gehört nicht dazu; es befällt weder Menschen noch Hunde oder andere Haustiere, sondern ausschließlich Katzen. Diese akute Viruserkrankung gilt als gefährlich: Ohne sofortige Behandlung kann die Sterblichkeitsrate bis zu 30 % betragen. Besonders gefährdet sind Katzenwelpen unter einem Jahr sowie Katzen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen. Wenn Sie eine Katze besitzen, sollten Sie wissen, wie das Virus übertragen wird, wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen können, welche Symptome auf einen Krankheitsverlauf hindeuten und wie die Erkrankung behandelt wird.

Inhalt
Krankheitserreger und Infektionswege
Die Infektion mit dem felinen Calicivirus befällt die oberen Atemwege und wird durch das RNA-haltige feline Calicivirus verursacht. Nach einer Infektion beträgt die Inkubationszeit bis zu drei Wochen, was auch der Dauer der Erkrankung selbst entspricht. Katzen, die die Infektion überstehen, entwickeln eine starke Immunität gegen das Virus. Die meisten Tierärzte gehen davon aus, dass diese Immunität lebenslang anhält.
Die Infektion mit dem Katzen-Calicivirus wird durch Kontakt und Tröpfcheninfektion übertragen. Die größten Mengen des Katzen-Calicivirus finden sich in den Speichel-, Nasen- und Augensekreten eines infizierten Tieres. Diese Sekrete kontaminieren leicht das Fell der infizierten Katze, Pflegeutensilien, Möbel und Kleidung von Personen im selben Raum. Kot und Urin enthalten zwar geringere Mengen des Virus, dieser Übertragungsweg gilt jedoch nicht als Hauptübertragungsweg.
Dieser Erreger kann je nach Luftfeuchtigkeit mehrere Tage bis zu vier Wochen in der Umwelt überleben und ist recht resistent gegenüber Temperatur- und pH-Wert-Schwankungen. Wenn Ihre Katze nicht ins Freie geht oder Kontakt zu anderen Katzen hat, ist das Risiko einer Calicivirus-Infektion praktisch null. Natürlich ist es möglich, dass Sie ein anderes infiziertes Tier gestreichelt oder angefasst und das Virus so auf Ihr Haustier übertragen haben.

Symptome des Calicivirus
Die Hauptsymptome dieser Viruserkrankung sind starker Speichelfluss, seröser Ausfluss aus Augen und Nase, Husten und Niesen. Es treten Lethargie und Fieber auf, wobei die Temperatur auf 39–40 °C ansteigen kann. Das feline Calicivirus befällt vorwiegend das Epithel der Mundschleimhaut und der oberen Atemwege und verursacht bei Katzen Zahnfleischentzündung (Gingivitis), Mundschleimhautentzündung (Stomatitis), Bronchitis, Luftröhrenentzündung (Tracheitis) und Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Auf Zunge, Gaumen und Nasenspitze bilden sich Bläschen unterschiedlicher Form und Größe, die schnell aufplatzen und Geschwüre und Erosionen verursachen.
In schweren Fällen kann das Virus durch Infektion von Blutgefäßzellen, Lungengewebe und anderen inneren Organen Lungenentzündung, Hepatitis, Pankreatitis und sogar Darm- oder Nasenblutungen verursachen. Bei dieser generalisierten Form der Calicivirus-Infektion stirbt mehr als die Hälfte der Tiere.
Das ist wichtig zu wissen! Bei Katzenwelpen schreiten die Symptome einer Calicivirus-Infektion sehr schnell voran: Atemnot, beschleunigte Atmung, Futterverweigerung, Durchfall und Erbrechen. In solchen Fällen kann nur eine sofortige und angemessene Behandlung das Leben Ihres Tieres retten.

Diagnostik
Zur Diagnose einer Calicivirus-Infektion bei einer Katze reichen die Krankengeschichte, die Symptome und eine tierärztliche Untersuchung nicht aus. Viele der Anzeichen einer Calicivirus-Infektion sind auch typisch für andere Krankheiten:
- Herpes (Pathogen - Zytomegalievirus);
- Panleukopenie (Pathogen - Parvovirus);
- Tollwut (Erreger - Tollwutvirus);
- Chlamydien (Erreger der Infektion Chlamydia trachomatis);
- Stomatitis (Krankheitserreger - Kosaki-Virus, Streptokokken, Staphylokokken).

Zur Erstellung einer Differenzialdiagnose werden Laboruntersuchungen für die Katze angeordnet. Der wichtigste diagnostische Test zur Bestätigung der Diagnose ist ein serologischer Test auf Antikörper gegen das feline Calicivirus. Zusätzlich wird ein komplettes Blutbild erstellt. Eine Calicivirus-Infektion bei Katzen ist durch eine schwere Anämie (einen Abfall des Hämoglobinspiegels um 25–30 %) und Lymphopenie (einen Mangel an weißen Blutkörperchen, den sogenannten Lymphozyten) gekennzeichnet.
Behandlung
Die Behandlung einer Infektion mit dem Katzen-Calicivirus zielt primär auf die Linderung der Symptome ab, insbesondere auf Fiebersenkung und die Beseitigung von Entzündungen in Maul, Bronchien und Augenschleimhaut. Die Behandlung erfolgt in der Regel zu Hause; bei schwerer Lungenentzündung wird die Katze stationär aufgenommen. Die Medikamente zur inneren oder äußeren Anwendung werden vom Tierarzt je nach Lokalisation und Ausmaß der Infektion ausgewählt. Entzündungshemmende Medikamente wie Ketofen oderLoxicom".
Zur Zerstörung des Virus wird ausnahmslos spezifisches Immunglobulin verschrieben.Vitafel"gewonnen aus dem Blut hyperimmunisierter Katzen oder Präparaten des gleichen Typs "Immunofan",Fosprenil„Zur Unterdrückung von Sekundärinfektionen, die sich im Körper einer geschwächten Katze leicht entwickeln, werden Breitbandantibiotika (wie Flemoxin) sowie Vitamin- und Mineralstoffkomplexe mit Schwerpunkt auf den Vitaminen A, E und B eingesetzt.“
Wenn die Krankheit schwerwiegend ist und die Katze nicht fressen oder trinken kann, werden ihr intravenöse Flüssigkeiten verabreicht, und um einer Austrocknung vorzubeugen, werden mehrmals täglich subkutane Injektionen von Kochsalzlösungen (Natriumchlorid, Glukose oder Ringer-Lösung) verabreicht.
Wichtig! Katzen, die von einer Calicivirus-Infektion genesen sind, gelten mindestens einen Monat lang als Virusträger. Während dieser Zeit sollte die vollständig genesene Katze von anderen Katzen isoliert werden.

Vorbeugung von Calicivirus bei Katzen
Als wichtigste Maßnahmen zur Vorbeugung der Krankheit gelten die Minimierung des Kontakts des Tieres mit anderen Tieren, die Einhaltung der Hygieneregeln durch den Besitzer (Händewaschen nach dem Kontakt mit anderen Katzen) und die rechtzeitige Impfung des Haustieres.
Um eine aktive Immunität gegen das feline Calicivirus zu entwickeln, werden Katzen geimpft. Kombinationsimpfstoffe gegen Calicivirus, Katzenseuche (Panleukopenie) und virale Rhinotracheitis: «Nobivac Tricket«, «Multifel-4„Felovax“. Die erste Impfung wird für Kätzchen im Alter von 1,5 Monaten empfohlen und anschließend jährlich wiederholt. Bei der Eingewöhnung einer neuen Katze in den Haushalt sollte diese einen Monat lang von anderen Katzen getrennt gehalten und anschließend gegen Calicivirus-Infektionen geimpft werden.
Eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Erkrankung, da es verschiedene Stämme des felinen Calicivirus gibt und der Impfstoff nicht alle abdeckt. Dennoch verringert die Impfung das Infektionsrisiko deutlich, und falls es doch zu einer Infektion kommt, verläuft diese in der Regel mild und unkompliziert.
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