Welche Geschmäcker können Katzen nicht wahrnehmen?
Jeder Katzenbesitzer kennt den raffinierten und exquisiten Geschmack von Katzen. Die exotischen Vorlieben dieser charismatischen Tiere können es mit denen schwangerer Frauen aufnehmen: Sie verschmähen hochwertiges Fertigfutter oder natürliches Fleisch und verspeisen stattdessen mit Genuss Kartoffelschalen oder Wassermelone. Was treibt eine Katze bei der Futterwahl an? Wie gut ist ihr Geschmackssinn entwickelt, und kann sie alle Geschmacksnuancen unterscheiden?

Inhalt
Welche Geschmacksrichtungen werden unterschieden?
Die Geschmackszentren befinden sich im Gehirn, das bei Katzen im Verhältnis zum Körpergewicht schwerer ist als bei anderen fleischfressenden Säugetieren. Informationen über den Geschmack von Nahrungsmitteln werden über Papillen an der Unterseite, den Seiten und der Spitze der Zunge an die Gehirnzentren weitergeleitet. Katzen besitzen deutlich weniger dieser Papillen als Menschen: Schätzungen zufolge etwa 500 im Vergleich zu unseren 9.000. Jede dieser pilzförmigen Geschmacksrezeptoren verfügt jedoch über eine Vielzahl von Rezeptoren, die selbst feinste Geschmacksnuancen wahrnehmen können.
Säugetiere unterscheiden vier Geschmacksrichtungen: süß, salzig, sauer und bitter, wobei jede über separate Rezeptoren verfügt. In den 1970er Jahren entdeckten Wissenschaftler eine Geschmacksrichtung, die viele Raubtiere, darunter auch Katzen, praktisch nicht wahrnehmen können. fühle dich nicht süßEs stellte sich heraus, dass sie nur sehr wenige der Rezeptoren besitzen, die zur Erkennung von Zucker benötigt werden. Dies lässt sich offenbar durch ihre spezifischen Ernährungsgewohnheiten erklären. Pflanzenfresser benötigen Kohlenhydrate, die in süßen Nahrungsmitteln reichlich vorhanden sind. Fleischfresser hingegen müssen nicht unbedingt süße Nahrungsmittel auswählen können; sie benötigen Proteine, also Fleisch. Katzen sind jedoch wahre Meister im Erkennen von Proteinen.
Abgesehen von Süßem, das Katzen kaum wahrnehmen, sind ihnen alle anderen Geschmacksrichtungen zugänglich. Darüber hinaus besitzen diese Tiere Rezeptoren, die in der Lage sind, mehrere spezielle, zusätzliche Geschmacksrichtungen zu unterscheiden. Die Attraktivität der einzelnen Geschmacksrichtungen variiert jedoch stark.

Gut zu wissen: Katzen erinnern sich lange an den Geschmack bestimmter Nahrungsmittel. Sie verknüpfen das gefressene Futter mit den daraus resultierenden Folgen. Bei der zukünftigen Futterwahl orientieren sie sich an diesen Erfahrungen. Daher wird eine Katze, die in der Vergangenheit eine Essstörung verursacht hat, künftig kein Futter mehr fressen.
Bitter
Katzen reagieren sehr negativ auf Bitterstoffe. Darüber hinaus besitzen Katzen eine sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber bitteren Geschmacksrichtungen, höher als Hunde, Waschbären oder Bären. Experten empfehlen, diese Empfindlichkeit zu nutzen, um Haustiere vom Anknabbern von Kabeln oder anderen Gegenständen abzuhalten. Dazu besprüht man sie einfach leicht mit einer bitteren Lösung.
Sauer
Katzen hingegen lieben saure Speisen und fressen daher mit Begeisterung Sauerrahm und fermentierte Milchprodukte sowie Fertiggerichte, die mit Säuren konserviert wurden. Säurerezeptoren befinden sich über die gesamte Zunge. Allerdings kann der ständige Verzehr von Nahrungsmitteln mit hohem pH-Wert zur Bildung von Nierensteinen (Urolithiasis) führen.
Salzig
Katzen können diesen Geschmack zwar wahrnehmen, reagieren aber nicht sehr empfindlich darauf. Tatsächlich ist der Natriumchloridgehalt in Tierfutter optimal für den Körper eines Fleischfressers, sodass eine zusätzliche Aufnahme in der Regel kein Problem darstellt. Ihre Katze frisst also salziges Futter, aber ohne große Begeisterung, und wird übermäßig gesalzenes Futter wahrscheinlich ignorieren. Salz im Futter kann Ihre Katze dazu anregen, mehr zu trinken – salziges Futter macht sie immer durstig.

Weitere Geschmacksrichtungen
Neben den „grundlegenden“ Geschmacksrichtungen salzig, sauer und bitter unterscheiden Katzen noch einige andere Geschmacksrichtungen:
- "Umami." Es hat einen leicht salzigen Geschmack, der auch als brühe- oder fleischähnlich beschrieben wird. Wie jedes Raubtier reagieren Katzen positiv darauf.
- Der Geschmack von Wasser. Es mag überraschen, aber Katzen besitzen spezielle Geschmacksrezeptoren auf der Zunge, mit denen sie den Geschmack von Wasser erkennen können. Das erklärt, warum Katzen so gerne Leitungswasser trinken – es ist immer frisch. Wechseln Sie daher den Wassernapf Ihres Haustiers mindestens zweimal täglich.
- Aminosäure. Katzen besitzen von Natur aus die Fähigkeit, Carboxylamin-Verbindungen – Aminosäuren – in Nahrungsmitteln zu erkennen. Fleisch enthält große Mengen dieser Substanzen, sodass Ihr Haustier die Frische, den Fettgehalt und andere Eigenschaften von Fleischprodukten leicht bestimmen kann.
Das ist interessant. Katzen können die Frische ihrer Beute nicht nur am Geschmack erkennen, sondern auch feststellen, ob sie noch lebt und wie lange sie schon tot ist. Deshalb bevorzugt Ihre Katze Futter mit einer Temperatur von 35–40 °C – der Temperatur von frisch erlegtem Wild. Gekühltes Futter mögen Katzen nicht, weil sie Angst vor einer Erkältung haben; sie glauben einfach, dass die „Beute“ schon zu lange tot ist, und ihr Instinkt sagt ihnen, dass sie giftig sein könnte.
Die Entwicklung der Geschmacksknospen bei Tieren beginnt bereits im Mutterleib. Mit sechs Monaten können Kätzchen schon alle Geschmacksrichtungen vollständig unterscheiden. Studien zufolge erneuern sich die Geschmacksrezeptorzellen bei Fleischfressern alle vier Tage. Experten gehen davon aus, dass Kätzchen in den meisten Fällen die Futtervorlieben ihrer Mutter erben.
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