Wie Hunde unsere Welt sehen
Tiere sehen und empfinden die Welt völlig anders als Menschen. Um ihr Haustier besser zu verstehen und effektive Trainingspläne zu entwickeln, ist es wichtig, dass Besitzer wissen, wie Katzen und Hunde sehen, worauf sie am besten reagieren usw. Dieses Wissen erleichtert es, das Verhalten des Tieres zu deuten und es nicht zu überfordern. Versuchen wir also, die Frage zu beantworten: Wie sehen Hunde und wie nehmen sie ihre Umwelt wahr?
Inhalt
Wie Haustiere uns sehen
Sicherlich möchte jeder Hundebesitzer wissen, wie sein geliebter Hund ihn sieht? Die Illustratorin Kelly Engel hat darüber nachgedacht, wie ein Haustier seinen Besitzer wahrnimmt, und eine ganze Reihe von Zeichnungen zu diesem Thema geschaffen. Oftmals betrachten wir diese Beziehung so: Der Mensch ist der Besitzer, und das Tier ist nur ein Haustier. Doch aus einer anderen Perspektive betrachtet, ist der Besitzer für das Tier nicht einfach nur ein Mensch, sondern die Verkörperung all dessen, was das Beste auf der Welt ist: ein Superheld, ein Meisterkoch, der Schönste, Erfolgreichste und eine wahre Führungspersönlichkeit.
Wenn du dich unerwünscht und nutzlos fühlst, sieht dein Hund dich als den besten und stärksten Menschen auf Erden. Deshalb wird es dir in Momenten tiefer Traurigkeit und Selbstzweifel sofort guttun, dich daran zu erinnern, was dein Haustier von dir denkt.
Hunde legen keinen Wert auf materielle Dinge; die bloße Anwesenheit ihres geliebten Besitzers genügt ihnen, um glücklich zu sein. Sie bewerten Gegenstände nur nach ihrem Nutzen. Beispielsweise sind teure Schuhe aus echtem Leder weich und laden zum Kauen ein, was sie ideal zum Zähneputzen macht.
Anatomische Merkmale
Der Unterschied in der Art und Weise, wie Hunde und Menschen die Welt sehen, beruht auf erheblichen Unterschieden im Aufbau ihrer Sehorgane. Ihre Netzhaut ist in zwei Hälften unterteilt:
- Die obere ist für die Schärfe und Sichtbarkeit von Objekten verantwortlich. im Dunkeln;
- Die untere Linse wird tagsüber aktiviert und dient als Filter, der helles Licht und Sonnenlicht abblockt. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer Sonnenbrille, obwohl einige Hersteller versuchen, daraus Profit zu schlagen.
Interessant: Die Struktur der Netzhaut ist dafür verantwortlich, dass Hundeaugen im Dunkeln leuchten. Wie bei anderen nachtaktiven Tieren befindet sich zwischen der Schicht der Zapfen und Stäbchen eine zusätzliche Schicht aus Filamenten und Kristallen, die das einfallende Licht reflektieren. Dadurch erscheint das Auge zu leuchten.
Wie Hunde Farben sehen
Bis vor kurzem war man allgemein davon überzeugt, dass Hunde die Welt in Schwarz-Weiß sehen, doch amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen zu beweisen, dass diese Tiere den umgebenden Raum in helleren Farben wahrnehmen.
Das menschliche Auge besitzt drei Arten von Zapfen, die die rot-orangen, blau-violetten und gelb-grünen Spektralbereiche wahrnehmen. Hunden fehlen die Zapfen für die Wahrnehmung rot-oranger Farben (langwellige Strahlen), was ihre Farbpalette einschränkt. Für einen Hund sehen ein roter Apfel und grünes Gras identisch aus, und auch Ampeln sind nicht zu unterscheiden. Blindenhunde orientieren sich nicht an Farben, sondern an der Abfolge von Signalen. Es ist wahrscheinlich, dass Hunde weitere Farbtöne sehen und die Welt anders wahrnehmen. in einer anderen FarbeDie

Ein Mensch mit Farbenblindheit (Rot-Grün-Farbenblindheit) kann ungefähr nachvollziehen, wie ein Hund die Welt um sich herum wahrnimmt.
Hinweis: Die kontrastreichsten Farben für einen Hund sind Gelb und Blau. Dies sollte beim Training berücksichtigt werden (z. B. bei der Auswahl der Ausrüstung).
Sichtfeld und Sichtweite
Neben Stäbchen und Zapfen enthält die Netzhaut Rezeptoren, die die Bewegung von Objekten, das Erscheinen und Verschwinden von Lichtsignalen und andere Phänomene erfassen. Die Augen dieser Tiere empfangen lediglich Informationen, während das Gehirn diese verarbeitet und ein Gesamtbild erzeugt, indem es die von den Augen unabhängig voneinander kommenden Daten analysiert (beide Augen sehen unabhängig voneinander, und das Bild wird anschließend kombiniert). Hunde und Menschen besitzen binokulares Sehen, bei dem ein Bild aus sich teilweise überlappenden Informationen beider Augen entsteht. Dies ermöglicht es ihnen, Reliefs zu unterscheiden, Tiefe wahrzunehmen und die Entfernung eines Objekts zu den Augen abzuschätzen.
Im Gegensatz zum Menschen fehlt Hunden die Fovea mit ihren Zapfen, die für maximale Sehschärfe sorgt. Dadurch können Hunde die gesamte Netzhaut gleichmäßig scharf sehen. Ihre Augen ermöglichen ihnen einen Panoramablick auf die Welt, sodass sie keinem sich schnell bewegenden Objekt folgen müssen.
Das Fehlen dieser Fovea erklärt auch die geringere Sehschärfe von Haustieren. Dies gilt insbesondere für nahe Objekte, die in einer Entfernung von weniger als 30 cm verschwommen erscheinen. In dieser Entfernung ist ihr Geruchssinn jedoch hochsensibel, sodass sie selbst verschwommene Bilder erkennen können, sei es ein Futternapf oder das Gesicht ihres Besitzers.
Hunde können mittelgroße Objekte in einer Entfernung von 100 bis 150 Metern erkennen. Diese Entfernung ist jedoch nicht so wichtig wie bei anderen Raubtieren, da sie stärker auf Bewegungen reagieren, einschließlich Gesichtsausdrücken und Gesten ihrer Hundeführer.
Im Vergleich dazu kann ein Hund eine laufende Person auf eine Entfernung von bis zu 400 Metern (und mit speziellem Training sogar bis zu 800 Metern) wahrnehmen. Bleibt die Person bewegungslos, bemerkt der Hund sie möglicherweise selbst auf eine Entfernung von 100 Metern erst, wenn er ihren Geruch aufnimmt.
Besonderes Augenmerk sollte auf das periphere Sehvermögen von Hunden gelegt werden. Ihr Sichtfeld ist im Allgemeinen größer (250 Grad) als das des Menschen (180 Grad), während ihr optimaler Sehbereich kleiner ist. Dies lässt sich ebenfalls durch evolutionäre Faktoren erklären: Ein Raubtier muss geradeaus schauen und sich auf seine Beute konzentrieren können, gleichzeitig aber seine Umgebung im Blick behalten.
Die Merkmale des Sichtfelds hängen auch von der Rasse ab und KörperstrukturIndividuen mit breiter Schnauze und kleiner Nase haben im Vergleich zu Vertretern von Jagdhunderassen ein kleineres Sichtfeld.

Sichtbarkeit in der Dunkelheit
Das Sehvermögen von Hunden in der Dunkelheit oder Dämmerung ist deutlich besser als das des Menschen. Ihre Sehorgane besitzen eine wesentlich höhere Anzahl und Empfindlichkeit der Stäbchenzellen, die für das Nachtsehen verantwortlich sind. Daher benötigen sie weniger Licht, um Größe und Form eines Objekts sowie dessen Geschwindigkeit und Richtung zu bestimmen. Bei schwachem Licht sehen Hunde die Welt drei- bis viermal schärfer als Menschen.
Die Sehschärfe bei Nacht hängt auch von der Fähigkeit ab, dank einer zusätzlichen Membran, dem Tapetum lucidum, im oberen Teil der Netzhaut fast 40 Graustufen zu unterscheiden. Während Objekte für Menschen in der Dunkelheit verschwimmen, können Haustiere jedes einzelne Detail klar erkennen und sich gut orientieren. Ein Foto kann Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, wie Hunde die Welt im Dunkeln sehen.

Weitere Merkmale der Weltwahrnehmung
Beim Menschen liefern die Augen etwa 90 % der Informationen über die Umwelt, während unsere besten Freunde vor allem über Geruch und Gehör Informationen aufnehmen. Welcher Sinn für ein bestimmtes Individuum wichtiger ist, Gehör oder Geruch, lässt sich anhand der anatomischen Struktur der Ohren bestimmen.
- mit aufrechten Ohren (wie die von Hirten) – Gehör;
- mit hängenden Ohren (wie ein Spaniel) - Geruchssinn.
Ein Gegenstand, der weder Geräusche noch Gerüche von sich gibt, kann völlig unbemerkt bleiben. Ein Mensch kann beispielsweise selbst aus einem Schwarz-Weiß-Foto viele Informationen gewinnen, für einen Hund ist es aber nur ein Stück Papier, das nach Chemikalien und Reagenzien riecht.
Die Nase eines Hundes enthält über 200 Millionen Rezeptoren, wodurch sein Geruchssinn 100.000 Mal schärfer ist als der des Menschen. Dank dieses ausgeprägten Geruchssinns kann ein Hund seinen Besitzer aus bis zu 1,5 Kilometern Entfernung erkennen und riechen. Die genaue Anzahl der Rezeptoren variiert je nach Rasse. Dackel haben etwa 125 Millionen, Deutsche Schäferhunde über 225 Millionen. Den Rekord hält der Bloodhound mit 300 Millionen Rezeptoren.

Mitglieder dieser Rasse können die Moleküle einer Substanz, die einen Geruch erzeugt, bis zu 300 Stunden nach ihrer Freisetzung aufspüren. Sogar US-Gerichte nutzen diese Fähigkeiten und erkennen Bluthunde als glaubwürdige Zeugen im Gerichtssaal an. Dank der Arbeit und des ausgeprägten Geruchssinns von Nick Carter, einem Bluthund, konnten bereits über 600 Kriminelle hinter Gitter gebracht werden.
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