Hovawart - Hunderasse
Der Hovawart ist eine Hunderasse deutscher Herkunft, die die Eigenschaften eines zuverlässigen Wachhundes und eines treuen Begleiters vereint. Die Rasse ist leicht zu erziehen und zeichnet sich durch ein stabiles Wesen und einen ausgeglichenen Charakter aus. Hovawarte sind Menschen gegenüber nicht aggressiv, bleiben aber aktiv, aufmerksam und diszipliniert. Obwohl es sich nicht um eine weit verbreitete Rasse handelt, werden die meisten Hovawarte nach wie vor in Deutschland gezüchtet.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Die Geschichte dieser Rasse reicht Jahrhunderte zurück. Die erste Erwähnung solcher Hunde findet sich in der deutschen Chronik „Der Schwabenspiegel“ (1274). Die darin beschriebenen Ereignisse trugen sich im Jahr 1210 zu. Als die Ordensritterburg von Stämmen aus dem Norden belagert wurde, vertraute der Burgherr die Rettung seines kleinen Kindes einem Hund an. Er schnallte das Baby auf den Rücken eines Hovawarts und ließ es vor der Burg frei. Der treue Hund rettete nicht nur den Erben, sondern kehrte auch mit Verstärkung zurück. Das Kind hieß Eike von Repkow. Als Erwachsener hielt er es für wichtig, diese Begebenheit historisch festzuhalten.
Der Name Hovawart leitet sich vermutlich von zwei Wörtern ab: hof (Hof, Anwesen), wachter (Wache, Wächter).
Im 15. Jahrhundert zählten die als Hovawarts bekannten Hunde zu den angesehensten Rassen Deutschlands. Seit dem Mittelalter erlebte die Rasse Höhen und Tiefen, geriet aber nie ganz in Vergessenheit. Hovawarts wurden im Laufe ihrer Geschichte immer wieder in der kynologischen Literatur erwähnt. Eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Rasse spielen Kurt und Bertram König, Vater und Sohn, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Wiederbelebung der Rasse begannen. Diese Arbeit erfolgte in mehreren Etappen.
Im Jahr 1915 wählten Züchter robuste Bauernhunde aus, um den genetischen Grundstock zu bilden. Anschließend begannen sie mit der für Deutschland typischen Akribie, das Aussehen zu verfeinern und die gewünschten Merkmale festzulegen. Laut einigen Quellen… Leonberger, NeufundlandKuvasz. Die erste Zuchtstätte wurde bereits 1922 registriert. Bis 1937 verzeichnete das Zuchtbuch 125 Würfe. Das Zuchtprogramm galt als nahezu abgeschlossen, doch der Zweite Weltkrieg brachte erhebliche Rückschläge. Die Population wurde fast vollständig vernichtet und erholte sich erst ab 1949. 1959 erkannte Deutschland die Rasse Hovawart offiziell an und verlieh ihr den Status eines Diensthundes. Die FCI erkannte den Hovawart 1964 als Diensthunderasse an. Danach erlangte er internationale Anerkennung.
Videorezension der Hunderasse Hovawart
Wie sollte ein Hovawart laut Standard aussehen?
Das Erscheinungsbild des Hovawarts bestätigt seinen ursprünglichen Zweck als Arbeitshund. Er ist ein kräftiger, energiegeladener, langhaariger Hund mittlerer Größe mit einem etwas gestreckten Körperbau. Der Geschlechtsdimorphismus ist sehr ausgeprägt, insbesondere in Körperbau und Kopfform. Die Körperlänge beträgt 110–115 % der Widerristhöhe. Die optimale Widerristhöhe liegt bei Rüden bei 60–70 cm und bei Hündinnen bei 58–65 cm. Das Gewicht ist im Standard nicht festgelegt; die Proportionen des Körperbaus sind entscheidend.
Der Kopf ist proportional zum Körper, mit einer breiten, gerundeten Stirn. Der Stop ist deutlich ausgeprägt. Die Schnauze verjüngt sich leicht zur Nase hin. Der kräftige Nasenrücken verläuft am Oberkopf parallel zum Schädel. Schädel und Schnauze sind in etwa gleich lang. Der Nasenspiegel hat gut geformte, offene Nasenlöcher. Die Pigmentierung kann bei Hunden der entsprechenden Farbe schwarz oder hell sein. Die Lefzen hängen nicht herab. Das Gebiss ist vollständig. Es handelt sich um ein Scherengebiss. Die Augen sind oval, mittelgroß und haben straff anliegende Lider. Die Augenfarbe ist dunkelbraun. Die dreieckigen Ohren sind weit und hoch angesetzt und liegen locker am Kopf an. Von vorn betrachtet, lassen sie den Kopf optisch breiter wirken. Sie sind lang und reichen bis zu den Mundwinkeln. Die Ohrspitzen sind leicht abgerundet. Im entspannten Zustand hängen sie herab; im erregten Zustand werden sie auf Knorpelgewebe angehoben und nach vorn gerichtet.
Der Hals ist mittellang und kräftig. Der Rücken ist gerade. Die Lende ist etwas länger als die Kruppe, die mäßig abfallend ist. Die Brust ist tief, breit und kräftig. Der Schwanz ist normal lang, reicht bis zu den Sprunggelenken und ist sehr dicht behaart. Seine Haltung ändert sich je nach Stimmung: Er wird tief getragen oder über den Rücken eingerollt. Die Gliedmaßen sind kräftig und aufrecht. Die Pfoten sind rund und kompakt. Die Zehen stehen eng beieinander und sind leicht gewölbt. Afterkrallen In Ländern, in denen dies nicht verboten ist, ist es üblich, die Ballen und Krallen zu entfernen. Schwarze und schwarz-lohfarbene Hunde sollten schwarze Ballen und Krallen haben.
Die Haut liegt eng an, ist bei rehbraunen Tieren typischerweise rosa und bei schwarzen dunkel mit einem bläulichen Schimmer. Das Fell besteht aus einem langen, leicht gewellten, mittelharten Deckhaar, das eng am Körper anliegt, und einer mäßigen Unterwolle. An Brust, Hinterbeinen und Bauch ist das Fell länger. Rute, Kopf und Vorderbeine haben kurze Haare. Insgesamt ist das Fell sehr dicht und dick.
Es gibt drei Farben
- Schwarz – Das Fell ist einheitlich schwarz und glänzend. Weiße Flecken auf der Brust und einzelne helle Haare an der Schwanzspitze oder den Zehen sind zulässig.
- Schwarz-lohfarben – die Grundfarbe ist Schwarz mit vereinzelten rehbraunen Abzeichen. Die Abzeichen befinden sich am Kopf (das Muster beginnt knapp unterhalb des Nasenrückens, verläuft um die Lefzen herum und fällt zum Hals hin ab). Die Abzeichen sollten oberhalb der Augen, an den Vorderläufen als breiter Streifen, an den Hinterläufen als breiter Streifen unterhalb des Sprunggelenks und ein schmaler darüber bis zum Bauch verlaufen. Abzeichen sind auch am Rutenansatz und auf der Brust vorhanden.
- Rehbraun – Das Fell ist glänzend und rehbraun, je satter die Farbe, desto besser. Es wird zum Bauch und zu den Pfoten hin heller als zum Rücken. Einzelne weiße Flecken auf der Brust sowie weiße Haare an den Zehen und der Schwanzspitze sind zulässig. Rehbraune Hovawarte werden oft mit anderen Rassen verwechselt. Golden Retriever aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit.

Charakter
Der Hovawart ist ein ausgeglichener, ruhiger Hund mit einem mäßig aufgeregten Temperament, aber keinesfalls phlegmatisch. Selbstbewusst, widerstandsfähig und aufmerksam, besitzt er einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Dank seines robusten Nervensystems kann er sich an Kleinigkeiten nicht stören und die Familie nicht durch unnötiges Bellen belästigen. Seine Stimme ist übrigens sehr laut und kräftig.
Der Hovawart ist aktiv, agil und aufmerksam und zeichnet sich durch einen ausgeprägten Arbeitswillen aus. Zuhause ist er ruhig, doch bei Spaziergängen ist er ein verspielter Begleiter, der gerne im Gras tollt, springt und herumtollt wie ein Welpe. Lebt der Hovawart eng mit seinem Besitzer zusammen, zeigt er alle Vorzüge eines treuen Begleiters. Wenn nötig, verteidigt er seinen Besitzer und dessen Eigentum ohne zu zögern. Im Schutzempfinden ist er furchtlos, mutig und entschlossen. Bei Spaziergängen in einer größeren Gruppe muss der Hovawart besonders verantwortungsbewusst sein und regelmäßig alle Teilnehmer zählen, um sicherzustellen, dass niemand verloren geht.
Ihr Charakter ist geprägt von Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Selbst gut erzogene Hunde neigen dazu, eigene Entscheidungen zu treffen. Der Hovawart, wie seine Besitzer ihn liebevoll nennen, ist allen Familienmitgliedern sehr verbunden, gehorcht aber in der Regel nur einem, den er als Anführer betrachtet. Man sollte bedenken, dass der Hovawart oft leicht gekränkt ist und sich zurückziehen kann, wenn er das Gefühl hat, sein Besitzer habe seine Grenzen überschritten.
Der Hovawart ist ein geborener Anführer mit einem ausgeprägten Territorialinstinkt. In Gesellschaft anderer Hunde strebt er stets danach, die Führung zu übernehmen, weshalb er sich gut mit Rassen verträgt, die nicht nach einer Rudelführerrolle streben. Mit dominanten Hunden kommt es hingegen immer wieder zu Konflikten, insbesondere zwischen Rüden. Der Hovawart passt sich gut an neue Umgebungen an und ist daher ein unkomplizierter Reisebegleiter. Er ist anspruchslos unterwegs und findet sich schnell in einer neuen Umgebung zurecht.
Für wen sind diese Hunde geeignet?
Der Hovawart ist eine ausgezeichnete Wahl für Hundebesitzer, die:
- Sie sind in der Lage, Ihrem Haustier genügend Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen;
- Sie planen, einen zuverlässigen Wachmann für ihr Haus und ihre Familie zu engagieren;
- Sie lieben lange Spaziergänge und einen aktiven Lebensstil mit Hund;
- Bereit, regelmäßig Schulungen und Weiterbildungen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit des Hovawarts durchzuführen;
- Sie schätzen das imposante Erscheinungsbild und den edlen Charakter der Rasse;
- Sie wünschen sich von ihrem Haustier einen emotional reaktionsfähigen und sensiblen Begleiter;
- Teenagerkinder erziehen;
- Suche einen festen Begleiter zum Wandern, Reisen und für Outdoor-Aktivitäten;
- Treibe Sport, laufe oder fahre Rad;
- Sie haben bereits Katzen oder andere Hunde;
- Sie wohnen in einem Landhaus oder einer geräumigen Wohnung;
- Sie benötigen einen Blindenhund oder eine Assistenzperson?
- Sie sind an Such- und Rettungsaktionen beteiligt.
Der Hovawart ist nicht geeignet für Besitzer, die:
- Sie leben in kleinen Wohnungen und können dem Hund nicht genügend Platz bieten;
- Sie haben keine Möglichkeit für lange Spaziergänge und regelmäßige Ausflüge außerhalb der Stadt;
Sie suchen eine dekorative oder „Sofa“-Rasse; - Sie sind noch nicht bereit, Zeit für die Erziehung und Aufzucht Ihres Haustieres aufzuwenden.
Schul-und Berufsbildung
Es ist wichtig zu wissen, dass der Hovawart relativ spät ausgewachsen ist. Ein erwachsener Hund kann daher noch welpenhafte Verhaltensweisen zeigen. Die Erziehung sollte geduldig und sanft erfolgen; zu harte Methoden können dazu führen, dass sich das Tier zurückzieht und nicht mehr erziehbar ist. Hovawarte zeigen oft schon früh Wachhundqualitäten und benötigen daher meist keine spezielle Ausbildung für Wachhundaufgaben.
Der Hovawart befolgt Befehle, ohne seine Würde zu verlieren, und bleibt stets ein Freund, kein Diener.
Der Hovawart besitzt einen angeborenen Disziplingeist, außergewöhnliche Intelligenz und ist sehr lernfähig. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem sehr angenehmen Begleiter. Ein Hovawart strebt nicht danach, die Familie zu dominieren, aber wenn er sieht, dass sein Besitzer seiner Führungsrolle nicht gerecht wird, versucht er, diese Position einzunehmen und dann in verschiedenen Situationen sein Verhalten selbst zu bestimmen.
Hovawarte, die zur Zucht bestimmt sind, werden Arbeitsprüfungen unterzogen und auf ihre Wach- und Schießfähigkeiten getestet.
Merkmale der Wartung und Pflege
Der Hovawart ist ein kräftiger, robuster Hund, der sich in jeder Umgebung bewährt. Die Rasse ist am besten für ein Leben im Freien geeignet, allerdings nicht an der Leine. Es sollte keine Zwischenlösungen geben; der Hund lebt entweder drinnen oder draußen. Eine Hundebox ist optional, aber der Hund sollte keinesfalls seine Freizeit hauptsächlich darin verbringen. Hovawarte sind intelligent genug und nicht so ehrgeizig, dass sie über Zäune springen oder sich mit Nachbarshunden prügeln würden. In letzter Zeit sieht man Hovawarte immer häufiger in Wohnungen, was jedoch einen erheblichen Zeitaufwand für Spaziergänge erfordert.
Hovawarte brauchen viel Auslauf. Selbst wenn der Hund im Garten lebt, sollte er regelmäßig ins Freie geführt werden. Spaziergänge sollten durch Spiele und Bewegung ergänzt werden. Hovawarte lieben Wasser und springen gerne in jedes Gewässer. Es ist jedoch wichtig, dem Hund schon im Welpenalter beizubringen, dass nicht jeder Schwimmer gerettet werden muss.
Pflege
Das Fell des Hovawarts ist mittellang und verfilzungsfrei, haart aber recht stark, besonders außerhalb der Fellwechselzeit. Wöchentliches Bürsten und regelmäßiges Baden sorgen dafür, dass der Hund stets gepflegt aussieht. Ein Entfilzungsgerät mit einer Arbeitsfläche von ca. 10 cm ist eine hervorragende Lösung für Hovawart-Besitzer.
Gesundheit und Lebenserwartung
Hovawarte erfreuen sich ausgezeichneter Gesundheit; kranke Hunde dieser Rasse sind dank strenger Zuchtpraktiken selten. Experten sehen im Hovawart ein Vorbild im Kampf gegen Erbkrankheiten. Züchtern ist es gelungen, Schilddrüsenunterfunktion, Hüftdysplasie und Herzinsuffizienz nahezu vollständig zu eliminieren. Dennoch müssen Zuchttiere geröntgt werden, um das Fehlen pathologischer Zustände zu bestätigen.

Gute Gene und ein starkes Immunsystem ersetzen keine angemessene Gesundheitsvorsorge. Vorbeugende Behandlungen gegen innere und äußere Parasiten sowie Impfungen gegen wichtige Infektionskrankheiten sind unerlässlich. Ihre Lebenserwartung beträgt 12–13 Jahre.
Welpenauswahl und Preis
Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es sich um eine relativ seltene Rasse handelt. Welpen müssen oft im Voraus reserviert werden. Der Kauf eines Welpen von jemandem ohne Papiere ist ausgeschlossen. Aufgrund der geringen Population dieser Rasse ist es sehr wahrscheinlich, dass Züchter, die ihre Tiere „aus gesundheitlichen Gründen“ oder aus Profitgründen verpaaren, die Abstammung der Hunde nicht berücksichtigen und möglicherweise Nachkommen aus nahen Verwandten züchten, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. In Russland gibt es einen Hovawart-Club; am besten sucht man über diesen nach Züchtern und Welpen.
Es ist wichtig zu wissen, dass sich Männchen und Weibchen im Temperament stark unterscheiden. Weibchen lassen sich leichter trainieren und bauen schneller eine Bindung zu ihren Besitzern auf. Männchen sind etwas schwieriger zu trainieren, aber gut trainiert sind sie disziplinierter.
Preislich gibt es in Russland und im Ausland ähnliche Verhältnisse. Welpen der Liebhaberklasse aus Zuchtstätten kosten 20.000 bis 25.000 Rubel. Hovawart-Welpen mit Potenzial für Ausstellungen oder die Zucht sind ab 30.000 Rubel erhältlich.
Fotos
Die Galerie enthält Fotos von Hovawart-Hunden.
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