Chlamydien bei Hunden: Symptome und Behandlung

Chlamydien sind eine relativ häufige Infektionskrankheit, die als Zoonose klassifiziert wird und somit sowohl Tiere als auch Menschen gefährdet. Sie wird durch das Bakterium Chlamydia verursacht. Hunde können sich in jedem Alter mit Chlamydien infizieren, doch verläuft die Erkrankung bei erwachsenen Tieren mit einem starken Immunsystem oft mild. Bei Welpen und geschwächten Hunden kann eine Chlamydieninfektion jedoch schwere und sogar tödliche Symptome hervorrufen.

Chlamydien bei Hunden

Eigenschaften des Erregers und Infektionswege

Bei Hunden wird Chlamydieninfektion durch zwei Arten pathogener Mikroorganismen verursacht: Chlamydophila psittaci und Chlamydophila abortus. Diese obligaten Parasiten leben und ernähren sich von ihrem Wirt. Sie sind relativ resistent gegenüber pH-Wert-Schwankungen und können daher die Behandlung mit bestimmten Desinfektionsmitteln überleben. Sie tolerieren Temperaturen von 0 °C bis 40 °C gut und können bis zu 15–25 Tage in der Umwelt überleben, sterben aber bei Temperaturen über 40 °C sehr schnell ab. Unter ungünstigen Bedingungen können Chlamydien in eine sporenbildende Form, sogenannte Elementarkörperchen, übergehen, die weniger empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen sind.

Ein Hund kann sich auf verschiedene Weise mit Chlamydien infizieren:

  • Alimentär (über den Mund) - beim Verzehr von infizierten Lebensmitteln;
  • Luftübertragen - der Erreger, der sich in den Schleimhäuten der Atemwege eines kranken Tieres befindet, wird durch die Luft verbreitet;
  • Sexuell - während der Paarung mit einem infizierten Individuum;
  • Kontakt – durch direkten Kontakt mit einem kranken Hund oder einem Tier, das Träger der Infektion ist;
  • Transmissiv, von Insekten (Inokulation, wenn ein Insekt sticht und der Krankheitserreger ins Blut gelangt, oder Kontamination, wenn Insektensekrete mit der Haut in Kontakt kommen).

Die Inkubationszeit für Chlamydien beträgt 2 bis 4 Wochen.

Chlamydien bei Hunden

Entstehungsmechanismus und Symptome

Chlamydien sind polymorphe Mikroorganismen, die verschiedene Organe infizieren können. Die klinischen Symptome hängen vom Infektionsort und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Auch die Immunabwehr des Tieres spielt eine Rolle: Hunde mit einem starken Immunsystem entwickeln oft nur einen milden Verlauf.

Allgemeine Anzeichen einer Chlamydieninfektion können Fieber, Lethargie, Antriebslosigkeit und Nahrungsverweigerung sein. Sind bestimmte Organe betroffen, können lokale Symptome auftreten, darunter:

  • eitrige Mittelohrentzündung;
  • BindehautentzündungTränenfluss, Lichtscheu;
  • Entzündung des Nasenrachenraums, des Kehlkopfes, der Luftröhre, Lungenentzündung;
  • Arthritis;
  • Durchfall, Erbrechen;
  • Kurzatmigkeit, Herzrhythmusstörungen.

Bei einer Chlamydieninfektion des Urogenitalsystems kann es bei Hündinnen zu Fehlgeburten kommen, die wiederum eine Vaginitis (Scheidenentzündung) oder Endometritis (Gebärmutterentzündung) mit eitrigem Ausfluss zur Folge haben können. Bei Rüden können Balanoposthitis, Urethritis und Prostatitis auftreten.

Chlamydien bei Hunden

Achtung! Mit Chlamydien infizierte Tiere können die Infektion auf Menschen übertragen. Sollte Ihr Hund eines der oben genannten Symptome zeigen, lassen Sie ihn umgehend von einem Tierarzt untersuchen.

Diagnostik

Die vorläufige Diagnose basiert auf der Krankengeschichte des Hundes und den bei der Untersuchung festgestellten Symptomen. Da die Symptome einer Chlamydieninfektion sehr vielfältig sind und auch auf andere Infektionskrankheiten hindeuten können, wird bei Verdacht auf eine Chlamydieninfektion eine umfassende Differenzialdiagnose durchgeführt.

Dazu gehören Bluttests:

  • Allgemeine Analyse. Bei Chlamydien ist die Anzahl der Leukozyten im Blut in der Regel erhöht.
  • Serologische Untersuchung. Dieser Test untersucht die Reaktionen von Antigenen und Antikörpern im Blutserum.
  • Die PCR ist eine Polymerase-Kettenreaktionsmethode, mit der man die Art des Krankheitserregers und seine Menge bestimmen kann.
  • ELISA ist eine qualitative Analyse, die auf dem Vergleich von Standardproben von Antigen-Antikörper-Verbindungen mit den in einer Blutprobe nachgewiesenen Verbindungen basiert.

Bluttest auf Chlamydien

Antigene gegen pathogene Mikroorganismen im Blut oder in anderen Biomaterialien (Abstriche aus dem Urogenitaltrakt, der Nasenhöhle, der Bindehaut der Augen) können auch mit folgenden Tests nachgewiesen werden:

  • RIF. Das Antigen (in diesem Fall Chlamydien) wird mithilfe von Antikörpern nachgewiesen, die mit einer lumineszierenden Substanz markiert sind, welche der Laborprobe zugesetzt wird.
  • DIF (direkter Immunfluoreszenztest). Die Analyse basiert auf der Anfärbung der Probe mit fluorochrommarkierten Antikörpern.
  • Kulturelle (bakteriologische) Untersuchungen. Bei Chlamydieninfektionen werden im Abstrich zytoplasmatische Elemente nachgewiesen, die für diese Mikroorganismen charakteristisch sind.

Behandlung

Der Behandlungsplan für Chlamydien wird individuell für jeden Hund erstellt, unter tierärztlicher Aufsicht durchgeführt und umfasst in der Regel Folgendes:

  • Ätiotrope Therapie. Zur Eliminierung des Erregers werden antibakterielle Medikamente eingesetzt, die die Struktur von Chlamydien zerstören und deren Vermehrung hemmen. Dazu gehören Tetracyclin-Antibiotika wie Vibramycin, Ichtrallten DN Forte, Metacyclin und Moncyclin sowie Makrolide wie Clarithromycin, Roxithromycin und Azithromycin.
  • Fluorchinolone Tsifran, Klacid, TsiprovetDosierung und Behandlungsdauer werden abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, dem Gewicht und dem Alter des Tieres berechnet.
  • Symptomatische Behandlung. Bei Chlamydienkonjunktivitis und Blepharitis werden Augentropfen und -salben mit Erythromycin oder Tetracyclin verschrieben. Bei Genitalkonjunktivitis wird die Vagina bei Hündinnen bzw. der Präputialsack bei Rüden mit einem Antiseptikum, üblicherweise einer 2%igen Borsäurelösung, gespült.
  • Immunkorrektur. Um die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken, werden Hunden synthetische oder homöopathische Immunstimulanzien wie Maxidin verschrieben. FosprenilAnfluron, Cycloferon sowie Multivitaminkomplexe Biostim, Canina Caniletten oder GamazitDie

Hund beim Tierarzt

Wichtig! Nach einer Antibiotikabehandlung erhalten Hunde in der Regel Medikamente zur Wiederherstellung der Darmflora. Dazu gehören Enzympräparate wie Lactovit, Bifidum und Karsil sowie Leberschutzmittel wie Essentiale Forte, Hepatovet und Divopride. Diese Medikamente dürfen nicht abgesetzt werden, da Antibiotika die Darmflora schädigen und die Organfunktion beeinträchtigen können. Ohne eine adäquate Biokompensation kann Ihr Tier jahrelang an einer chronischen Dysbiose und Leberfunktionsstörung leiden.

Verhütung

Um zu verhindern, dass Ihr Hund an Chlamydien erkrankt, wird Folgendes empfohlen:

  • Impfen, gegen Endoparasiten behandeln und Tiere regelmäßig entwurmen. Die besten Impfstoffe gegen Chlamydien sind ChlamyCon, ChlamydioVac und YusnaSuperBio.
  • Lassen Sie den Hund nicht mit Fremden, insbesondere nicht mit streunenden Tieren, in Kontakt kommen.
  • Vor einer geplanten Paarung sollten Sie sich vergewissern, dass das zur Paarung ausgewählte Tier gesund ist, und den Besitzer bitten, die Ergebnisse eines Tests auf Chlamydien vorzulegen.
  • Bei der Haltung von Hunden in Gehegen sollten Einstreu, Futter- und Wassernäpfe regelmäßig desinfiziert werden.
  • Zur Verbesserung der Immunität von Tieren sollten spezielle Vitamin- und Mineralstoffpräparate verwendet werden.

Sind Chlamydien für Menschen gefährlich?

Chlamydien können tatsächlich für Menschen gefährlich sein. Ein infizierter Hund kann Chlamydia psittaci auf Menschen übertragen. Beim Menschen ist diese Krankheit auch als Psittakose oder Ornithose bekannt.

Chlamydien stellen insbesondere für Schwangere eine Gefahr dar, da eine Infektion schwerwiegende Folgen wie Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit und verschiedene Fehlbildungen des Fötus nach sich ziehen kann. Auch für andere, insbesondere ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem, ist die Erkrankung gefährlich – sie kann chronische Entzündungsprozesse im Genitalbereich, die Entwicklung von Arthritis und weitere Komplikationen auslösen.

Bei der Pflege eines Hundes mit Chlamydien ist es unerlässlich, die Vorsichtsmaßnahmen strikt einzuhalten: Tragen Sie persönliche Schutzausrüstung und achten Sie auf sorgfältige persönliche Hygiene. Treten verdächtige Symptome auf, ist es wichtig, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen und sich untersuchen zu lassen.

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