Harrier (Englischer Harehound)

Der Harrier ist eine mittelgroße Jagdhunderasse, die im mittelalterlichen England zur Hasenjagd gezüchtet wurde. Harrier sind sehr robust und energiegeladen, besitzen einen ausgeprägten Geruchssinn und einen starken Jagdinstinkt und sind von Natur aus gesellig und freundlich. Moderne Harrier haben sich zudem als hervorragende Begleithunde für aktive Menschen erwiesen. Eine andere Bezeichnung für die Rasse ist Englischer Harehound.

Harrier-Hunderasse (Englischer Harenhund)

Ursprungsgeschichte

Englische Jagdhunde blicken auf eine lange Geschichte zurück, doch über die Ursprünge des Harriers ist fast nichts Genaues bekannt. Die Züchtung der Rasse wird Sir Elias de Midhope zugeschrieben. Laut einigen Quellen stellte er 1260 das erste Rudel „Peniston“-Hunde zusammen. Dieses umfasste Hunde, die dem heutigen Harrier ähnelten. Man geht davon aus, dass ihre Zucht auf alten südlichen Jagdhunden basierte, gekreuzt mit Greyhounds und Foxterriern. Im März 1891 wurde die Master Harrier Association gegründet. Beagles, wo noch immer Hunde dieser Rassen registriert werden. Es ist erwähnenswert, dass Harrier nicht immer reinrassig gezüchtet wurden. Oft Fuchshunde „Zu kleine“ Beagles und Beagles, die die Höhenbegrenzung überschritten, wurden als Harrier registriert.

Die Harrier wird traditionell zur Hasenjagd eingesetzt, eignet sich aber auch für die Fuchs- und Wildschweinjagd.

Die Harrier-Rasse wurde 1974 von der Internationalen Kynologischen Föderation anerkannt. In Großbritannien werden die meisten Jagdhunde auf Arbeitseigenschaften gezüchtet, in Amerika und Kanada hingegen gelten sie seit langem als Begleithunde.

In Großbritannien, Australien, Irland, Neuseeland und einigen anderen Ländern gibt es Meuten von Hunden, darunter auch Harrier, die für die humane Jagd zu Pferd (Schleppjagd) eingesetzt werden.

Aussehen

Der Harrier ist ein kräftiger, leicht gebauter, mittelgroßer Hund. Widerristhöhe: 48–55 cm. Gewicht: 20–27 kg.

Der Kopf ist mittelgroß und ausdrucksstark. Der Schädel ist flach. Die Schnauze ist spitz und relativ lang. Die Nase ist groß und schwarz. Die Lefzen hängen herab und bedecken den Unterkiefer. Die Augen sind dunkel, relativ tief liegend, oval und mittelgroß. Die Ohren sind V-förmig, hängen flach an, sind relativ kurz und hoch angesetzt.

Der Hals ist flexibel, lang und oben leicht gewölbt. Der Rücken ist gerade. Die Lende ist leicht gewölbt und kräftig. Die Brust ist tiefer als breit. Die Rippen sind nicht zu stark gewölbt. Der Bauch ist leicht aufgezogen. Der Schwanz ist hoch angesetzt und wird hoch getragen; er ist mittellang und mit gröberem, längerem Haar bedeckt (bürstenartig). Die Vorderläufe sind gerade und senkrecht. Die Hinterläufe haben einen kräftigen, massiven Knochenbau. Die Pfoten sind nicht zu rund, und die Zehen stehen nicht eng aneinander.

Der Harrier ist deutlich langsamer als der Beagle und nicht so schnell wie der English Foxhound, aber nicht weniger robust und zäh.

Die Haut ist weiß mit schwarzen Flecken. Das Fell ist anliegend, nicht zu kurz und glatt. Die Grundfarbe ist Weiß mit Flecken in verschiedenen Schwarz- und Orangetönen.

Wie sieht ein Harrier aus?

Charakter und Verhalten

Hinter den freundlichen braunen Augen und dem liebenswerten Gesicht des Harriers verbirgt sich ein hochintelligenter, eigensinniger und unabhängiger Jagdhund mit starkem Charakter. Man sollte den Harrier aber nicht als Einzelgänger betrachten. Diese Eigenschaften sind vor allem auf seine Arbeitsfähigkeit zurückzuführen. Zuhause ist er gesellig und menschenbezogen. Er wird nicht glücklich sein, tagelang im Garten zu sitzen. Daher sollten Besitzer mit langen Arbeitszeiten überlegen, sich zwei Hunde anzuschaffen. Gemeinsam sind sie geistig und körperlich gut entwickelt und weniger destruktiv.

Die Wiesenweihen wurden für die Jagd auf Hasen im Rudel gezüchtet, daher fühlen sie sich allein nicht immer wohl.

Der Harrier liebt es, Zeit mit seinem Besitzer zu verbringen, zu spielen, in seiner Nähe zu schlafen und alle gemeinsamen Hobbys zu teilen. Die gemeinsame Jagd ist seine Lieblingsbeschäftigung. Der Harrier ist oft sehr gesprächig und besitzt eine charakteristische, singende Stimme, die er gerne einsetzt, wenn er aufgeregt ist. Auf Wunsch kann er trainiert werden, ruhiger und gelassener zu sein. Manche Hunde buddeln gerne. Einige tun es zum Vergnügen, andere, nachdem sie beispielsweise die Witterung eines Maulwurfs aufgenommen haben. Beide buddeln aus Langeweile in einem Blumenbeet. Es ist wichtig zu bedenken, dass Hunde für die Jagd über weite Strecken gezüchtet wurden. Dieses Verhalten ist instinktiv und völlig normal für sie. Im Alltag kann es jedoch Probleme verursachen.

Schul-und Berufsbildung

Wie jeder andere Jagdhund ist auch der Harrier recht anspruchsvoll in der Erziehung. Sie sollten zumindest die Grundlagen der Jagdhundeausbildung beherrschen. Falls Ihnen diese Erfahrung fehlt, empfiehlt es sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und Fachliteratur zu konsultieren. Erwarten Sie von dem Hund, insbesondere in jungem Alter, keinen bedingungslosen Gehorsam. Der Welpe lernt Kommandos zwar relativ schnell, setzt sie aber meist nur langsam um.

Bei der Arbeit mit einem Harrier ist Geduld und ausschließlich positive Verstärkung wichtig. Strafen, insbesondere körperliche, sind unbedingt zu vermeiden. Wenn Sie ausreichend Zeit in das Training investieren und eine freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Hund aufbauen, können Sie hervorragende Ergebnisse erzielen. Dies beweisen Hunde, die erfolgreich an Agility-Wettbewerben teilnehmen, im Master Handling eingesetzt werden und sogar im Such- und Rettungsdienst tätig sind.

Harrierhund

Inhaltsmerkmale

Der Harrier eignet sich nicht für die Wohnungshaltung; ein geräumiges Gehege mit isolierter Hundehütte und viel Auslauf im Freien ist ideal. Der Garten, in dem der Hund lebt, sollte gut eingezäunt sein. Ein ausgebüxter Hund, der eine Fährte aufgenommen hat, kann sehr weit wandern und kehrt ohne entsprechende Erziehung nicht zurück, egal wie laut der Besitzer ruft. Auf solchen Streifzügen ist der Harrier vielen Gefahren ausgesetzt: Autos, anderen Hunden, Giften usw.

Der Harrier ist sehr energiegeladen und robust und benötigt viel Auslauf, um fit zu bleiben. Wohnungshunde sollten mindestens eine Stunde täglich ins Freie dürfen. Regelmäßige Spaziergänge sind empfehlenswert, lassen Sie Ihren Harrier aber nicht ohne Leine laufen, es sei denn, Sie sind sich sicher, dass er zurückkommt.

Der Harrier besitzt einen ausgeprägten Territorialinstinkt und ist ein guter Wachhund, verlässt aber bei jeder Gelegenheit den Hof.

Die meisten Harrier lieben es zu fressen, daher ist es wichtig, dass die Besitzer die Portionsgrößen und die Kalorienzufuhr überwachen, um regelmäßiges Überfressen und Gewichtszunahme zu vermeiden.

Pflege

Die Fellpflege eines Harriers ist minimal. Der Hund wird regelmäßig mit einer feinzinkigen Bürste oder einem speziellen Bürstenhandschuh für kurzhaarige Hunde gebürstet, um lose Haare zu entfernen. Baden Sie ihn nach Bedarf, in der Regel alle zwei bis drei Monate. Die Ohren werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt. Die Krallen werden alle drei bis vier Wochen geschnitten, sofern sie sich nicht auf natürliche Weise abnutzen. Um Zahnproblemen im Erwachsenenalter vorzubeugen, empfiehlt es sich, den Welpen an das Zähneputzen mindestens einmal pro Woche zu gewöhnen.

Harrierwelpe

Gesundheit und Lebenserwartung

Harrier gelten als gesunde Rasse. Ihre Lebenserwartung liegt bei 12–15 Jahren. Sie sind anfällig für bestimmte Gesundheitsprobleme, die mit ihrer Pflege und Ernährung zusammenhängen, jedoch weniger anfällig für genetische Erkrankungen. Erbkrankheiten sind bei Harriern selten, darunter:

  • Hüftdysplasie;
  • Augenkrankheiten (Katarakt, progressive Netzhautatrophie);
  • Schilddrüsenunterfunktion;
  • Allergie;
  • Entstehung von Krebs im Erwachsenenalter;
  • Veranlagung zu Ohrenentzündungen.

Wo man einen Harrier-Welpen kaufen kann

In Großbritannien liegt das Registrierungsrecht für Harrier bei Jagdorganisationen, die beim Verband der Meister der Harrier und Beagle (AMHB) registriert sind. Um als reinrassig zu gelten, muss ein Hund in eine Meute integriert werden und während der Jagdsaison an der Jagd teilnehmen. In anderen Ländern werden Harrier von den nationalen Hundeverbänden (RKF, AKC u. a.) registriert, die im jeweiligen Land ansässig sind.

Der Harrier ist eine sehr seltene und kleine Rasse. Statistiken belegen dies eindeutig. 1999 registrierte der American Kennel Club lediglich sechs Harrier-Würfe (24 Welpen) und 19.000 Beagle-Würfe (49.000 Welpen), hinzu kamen zahlreiche Hunde, die außerhalb des Clubs gezüchtet wurden.

Welpen zu finden ist sehr schwierig. Sie werden üblicherweise im Voraus über einen Jagdverein oder direkt beim Züchter reserviert. Oft muss man jahrelang auf seinen Welpen warten. Züchter gibt es in England, Österreich, Frankreich, Deutschland, den USA, Kanada und einigen anderen Ländern.

Preis

In Großbritannien kostet ein Harrier-Welpe durchschnittlich 700 Pfund, in den USA 500 bis 700 Dollar.

Fotos und Videos

Diese Galerie ist der Hunderasse Harrier (Englischer Hare Hound) gewidmet. Die hier zusammengestellten Fotos zeigen Englische Hare Hounds in verschiedenen Altersgruppen, Geschlechtern und Farben.

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