Griffon (Brüssel, Belgisch, Brabant)
Griffons sind intelligente und mutige Hunde, die einst die gefährliche Arbeit der Rattenfänger verrichteten. Heute sind sie eine rein dekorative Rasse, die für ihr lebhaftes Temperament, ihre Intelligenz und ihr unverwechselbares Aussehen geschätzt wird.
Inhalt
Besonderheiten der Rasse
Kynologen unterscheiden drei Griffon-Varietäten: den Belgischen Griffon, den Brüsseler Griffon und den Petit Brabançon (auch Brabanter Griffon oder Petit Griffon genannt). Die FCI hat für jede dieser Varietäten separate Standards; in manchen Ländern gelten sie als eigenständige Rassen, in anderen werden sie zu einer zusammengefasst. Griffons unterscheiden sich lediglich in Farbe, Fellstruktur und Felllänge. Da sie häufig miteinander verpaart werden, können Welpen aller drei Typen in einem Wurf vorkommen.

Ursprungsgeschichte
Kynologen sind sich einig, dass Griffons von kleinen, drahthaarigen Terriern aus Flandern (einer Region Belgiens) abstammen. Erste Darstellungen finden sich in Gemälden des 15. Jahrhunderts, beispielsweise in Jan van Eycks „Das Paar von Arnolfini“ aus dem Jahr 1430. Neben dem Paar ist auf dem Gemälde auch ihr kleiner Terrier abgebildet, der als Stammvater der Rasse gilt. Eine weitere, ebenso verlässliche Quelle ist ein Porträt Heinrichs III. mit einem kleinen Hund von Jacobo d’Empoli aus dem späten 16. Jahrhundert.
Während ihrer gesamten Existenz lebten diese Miniaturhunde nicht nur in den Gemächern von Adligen, sondern wurden auch von einfachen Bauern gehalten, um Ställe und Docks in Hafenstädten zu bewachen und Ratten zu bekämpfen.
Griffons wurden 1880 auf einer Ausstellung in Brüssel erstmals als eigenständige Rasse unter dem Namen „kleiner Terrier mit rauem Fell“ präsentiert. Nach der Ausstellung begannen intensive Zuchtverbesserungsbemühungen, bei denen sie mit Möpsen, Yorkshire Terriern, Affenpinschern, King Charles Spaniels und Ruby Spaniels gekreuzt wurden. Infolgedessen wurde die Rasse in drei Typen unterteilt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erregten Griffons die Aufmerksamkeit des Königshauses und wurden zu einer beliebten Rasse in den höheren Gesellschaftsschichten. Die militärischen Umwälzungen des letzten Jahrhunderts führten jedoch zu einem tragischen Schicksal dieser Rasse. In ihrer Heimat wurden diese Hunde noch seltener als in Italien, Frankreich oder der Schweiz.
Videorezension der belgischen, Brüsseler und Brabanter Griffon-Hunderassen:
Erscheinungsbild und Standards
Der Griffon ist in allen Varietäten ein harmonisch gebauter Hund mit nahezu quadratischem Körperbau und kräftigem Knochenbau. Gleichzeitig strahlen sein Körperbau und seine Gangart eine gewisse Eleganz aus, und sein Fang hat einen fast menschlichen Ausdruck. Die Widerristhöhe beträgt 26–32 cm, das Gewicht 3,5–6 kg.
Kopf und Schnauze
Der Kopf des Griffons ist im Verhältnis zum Körper recht groß, mit einem breiten, runden Schädel. Die Stirn ist gewölbt und weist einen deutlich ausgeprägten Stop auf. Die schwarze Nase mit weit geöffneten Nasenlöchern ist auf Augenhöhe, die Nasenspitze ist leicht nach hinten abgewinkelt. Der Fang ist sehr kurz, maximal 1,5 cm lang. Der Unterkiefer ist breit mit Vorbiss. Bei fest geschlossenem Maul dürfen weder Zähne noch Zunge vorstehen. Die Augen sind weit auseinanderliegend, rund und groß, aber nicht hervorstehend. Die Iris sollte möglichst dunkel sein, idealerweise sollte das Weiße des Auges nicht sichtbar sein. Die Ohren sind klein, hoch angesetzt und mäßig weit auseinanderliegend; sie hängen an Knorpel.
Rahmen
Der Hals ist mittellang. Der Rücken ist kurz, kräftig und gerade. Die Kruppe ist leicht abfallend. Die Rute ist hoch angesetzt und wird hoch getragen. Die Gliedmaßen sind parallel, kräftig und gut bemuskelt. Die Pfoten sind klein und rund. Die Zehen sind eng anliegend. Ballen und Krallen sind dunkel. Der Standard erlaubt das Kupieren von Ohren und Rute um zwei Drittel.
Fell und Farben
Das Fell der Belgischen und Brüsseler Giffonkatze ist rau mit Unterwolle und kann leicht gewellt, aber nicht lockig sein. Das längere Haar im Gesicht bildet einen dichten Bart, Schnurrbart und Augenbrauen.
Belgischer Griffon Die Farbe darf nur Schwarz oder Schwarz mit lohfarbenen Abzeichen sein. Die lohfarbenen Abzeichen müssen einheitlich und rein sein und sich an den Vorderläufen bis zum Handgelenk, an den Hinterläufen bis zum Sprunggelenk sowie an der Brust, den Innenseiten der Läufe, dem Kinn und den Jochbeinen, unter den Augen, um den After und an den Innenseiten der Ohren befinden. Schwarz darf, wie im Rassestandard erlaubt, mit Braun gemischt sein, jedoch werden Hunde mit einer satten, einheitlichen Farbe bevorzugt.

Brüsseler Greif Es ist nur in Rot erhältlich. Vereinzelt können schwarze Haare im Gesicht vorhanden sein: in den Augenbrauen, im Bart und im Schnurrbart.

Brabant-Greif Der Petit Brabancon unterscheidet sich von den anderen Varietäten durch seine Felllänge, die typischerweise 2 cm beträgt. Das Haar ist steif, gerade und glänzend und liegt eng am Körper an. Die Farben ähneln denen des Brüsseler Griffons oder Griffon Brabant: Rot, Schwarz und Schwarz-Loh. Es gibt jedoch eine vierte, für ihn einzigartige Farbvariante: Mischling, eine Mischung aus Rot, Schwarz und Braun. Diese Hunde haben ein sehr elegantes Erscheinungsbild, und ihr Fell schimmert in der Sonne.

Bei allen drei Varietäten ist ein geringer Anteil weißer Haare auf der Brust zulässig.
Für jeden Geschmack gibt es den passenden Griffon. Wer einen bärtigen, zotteligen, roten oder schwarzen bevorzugt, kann sich für den Brüsseler Griffon oder den Belgischen Griffon entscheiden. Wer hingegen ein glattes Fell ohne Schnurrbart oder Bart bevorzugt, findet im Brabancon eine gute Alternative. Es ist zwar nur eine Rasse, aber die Auswahl ist vielfältig.
Charakter- und psychologisches Porträt
Griffons sind sehr intelligente, schlagfertige und aufmerksame Hunde. Sie sind menschenbezogen und bauen eine starke Bindung zu ihren Besitzern auf, denen sie überallhin folgen und ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen möchten. Sie spüren die Stimmungen ihrer Menschen hervorragend und passen sich dem Lebensrhythmus der Familie an. Diese Hunde sind robust und aktiv und bereiten auf Reisen selten Probleme.
Greifen sind sehr verspielt und freundlich, aber Fremden gegenüber misstrauisch. Sie besitzen einen ausgeprägten Wachinstinkt und warnen Eindringlinge zwar nicht, aber mit lautem Bellen. Normalerweise sind sie recht still.
Der Hund wird sich gerne an allen Familienaktivitäten beteiligen. Mit der richtigen Erziehung entwickeln sich Welpen zu gehorsamen, taktvoll und ordentlichen Hunden. Zeigt man jedoch Schwäche, wird der Griffon mit seinem unschuldigen Blick versuchen, einem auf den Hals zu klettern. Griffons fühlen sich in Familien mit Kindern wohl, da sie unermüdlich und ausdauernd bei Spielen mitmachen.
Das Zusammenleben mit anderen Tieren bereitet in der Regel keine Probleme. Griffons sind sehr freundlich und friedlich; sie meiden Konflikte und Streitigkeiten und bemühen sich um ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn. In seltenen Fällen können sie eifersüchtig und eigensinnig sein.
Besitzer kleiner Hunde hinterlassen ausnahmslos nur positive Bewertungen über ihre Tiere. Sie schreiben, dass diese unkompliziert, sehr intelligent und ausgeglichen sind, was bei kleinen Rassen besonders wichtig ist. Sie sind stets reisebereit, liegen gerne auf dem Sofa und spielen mit Begeisterung. Griffons werden aufgrund ihrer besonderen Schnauzenform und ihrer Fähigkeit, mit den Vorderpfoten Spielzeug und leichte Gegenstände zu greifen, auch „Affenhunde“ genannt.
Schul-und Berufsbildung
Für Zwerghunderassen gibt es kein spezielles Training, aber der Hund sollte die Grundkommandos kennen und sie auf Anweisung des Besitzers ausführen. Es ist wichtig, einen Griffon von klein auf zu erziehen und ihm Gehorsam beizubringen, sonst entwickelt er schnell einen starken Unabhängigkeitsdrang. Griffons lernen sehr schnell, merken sich Kommandos rasch und führen sie mit Freude aus.
Griffons sind kleine, energiegeladene und sehr verspielte Hunde. Sie sollten zweimal täglich ausgeführt werden, jedoch nicht übermäßig. Neben Spaziergängen im Freien benötigen sie auch etwas Spielzeit zu Hause. Griffons eignen sich für Agility-Sport.

Inhalt
Kleine Zwerghunde fühlen sich in Wohnungen jeder Größe wohl. Natürlich sollte der Hund einen eigenen Bereich mit einem Bettchen und Spielzeug haben. Sie vertragen sich gut mit anderen Tieren, sogar mit Katzen, solange sie deren Gesellschaft nicht stört. Griffons können manchmal eifersüchtig werden, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Besitzer weniger Zeit mit ihnen verbringt als mit anderen Haustieren. Sie verstehen sich gut mit Kindern, aber eher mit älteren. Es ist schwierig, einem kleinen Kind zu erklären, dass ein Zwerggriffon besondere Pflege benötigt.
Ein Hund dieser Rasse ist ideal für alle, die einen kleinen, verspielten und treuen Begleiter suchen. Diese Hunde sind pflegeleicht und eignen sich auch perfekt für Anfänger. Ihr fröhliches Wesen macht sie zur idealen Wahl für Familien mit kleinen Kindern.
Diät
Griffons werden üblicherweise mit Trockenfutter gefüttert, das nach Alter und Gesundheitszustand des Hundes ausgewählt wird. Auf Wunsch können sie auch mit Naturfutter gefüttert werden. Griffons sind nicht wählerisch, fressen gern und neigen nicht zu Übergewicht, mögen es aber nicht, zu viel zu fressen. Wenn Sie Fertigfutter bevorzugen, sollten Sie am besten hochwertiges Vollwertfutter oder zumindest Premiumfutter wählen.

Pflege
Die Fellpflege eines Griffons ist unkompliziert: Der Hund wird wöchentlich gebürstet, zweimal jährlich getrimmt und geschoren, bei Ausstellungsteilnahmen auch häufiger. Baden ist ebenfalls empfehlenswert. Da sich die Krallen von Griffons beim Spazierengehen selten abnutzen, müssen sie regelmäßig gekürzt werden. Nach jeder Fütterung wird der Hund gebadet und sein Bart gekämmt.
Hygieneprobleme
Die Augen müssen nur in absolut notwendigen Fällen gereinigt oder behandelt werden. Die Pflege umfasst die genaue Beobachtung ihres Zustands, das umgehende Entfernen von Sekret aus den Augenwinkeln und das Sicherstellen, dass keine Haare auf die Hornhaut gelangen. Die Ohren sollten sauber und trocken gehalten werden. Bei Bedarf kann Ohrenschmalz aus dem Gehörgang entfernt werden. Hierfür können spezielle Reinigungslotionen verwendet werden.
Zahnpflege ist vor allem wichtig, um häufigen Problemen wie Plaque und Zahnstein vorzubeugen. Manche Hunde sind davon nie betroffen, andere neigen eher dazu. Bei beiden Gruppen wird empfohlen, die Zähne mindestens einmal wöchentlich zu putzen. Alternativ können Sie spezielle Leckerlis oder Kautabletten zur Zahnschmelzreinigung geben oder ein Mundspray verwenden.
Bei manchen Hunden können die Analdrüsen ein echtes Problem darstellen. Es handelt sich dabei um zwei kleine Drüsen, die sich beidseitig des Afters befinden und in denen sich oft überschüssiges Sekret ansammelt und Entzündungen verursacht. Erste Anzeichen dafür, dass man diesem Bereich Aufmerksamkeit schenken sollte, sind Unruhe, Juckreiz und Rötungen im Analbereich.
Körperpflege
Drahthaarige Hunde haaren wenig, daher ist es wichtig, ihnen beim Entfernen von überhängenden Haaren zu helfen und diese manuell zu entfernen. Das Zupfen des Deckhaars und der Unterwolle wird als Trimmen oder Ausdünnen bezeichnet. Es wird üblicherweise 3-4 Mal im Jahr, mindestens jedoch zweimal durchgeführt. Ausstellungshunde werden zwischen den Kompletttrimmungen nach einem festgelegten Muster gezupft. Nach dem Trimmen wird ein leichter Schnitt vorgenommen. Das Trimmen ist der letzte Schritt und verleiht dem Fell ein gepflegtes und sauberes Aussehen. Vom Trimmen des gesamten Körpers mit Schere oder Haarschneidemaschine wird dringend abgeraten, da dies die Fellqualität und -farbe negativ beeinflusst.
Im Gegensatz zu drahthaarigen Katzen muss die Petit Brabancon nicht getrimmt werden, haart aber. Die Pflege besteht aus regelmäßigem Bürsten mit einer Naturborstenbürste.
Gesundheit und Lebenserwartung
Griffons erfreuen sich im Allgemeinen guter Gesundheit. Zu den Erkrankungen, für die sie am anfälligsten sind, gehören:
- Augenkrankheiten (Augenprolaps, Katarakt, progressive Netzhautatrophie, Distichiasis);
- Kryptorchismus tritt bei männlichen Hunden auf;
- Spinale Zysten werden sehr selten registriert;
- Verengte Nasenlöcher;
- Komplizierte Geburt (in diesem Fall ist häufig ein Tierarzt für einen Kaiserschnitt erforderlich);
- Wie andere Miniaturhunderassen ist auch der Griffon anfällig für Hydrozephalus (Wasserkopf).
Besitzer sollten bedenken, dass Griffons Hitze schlecht vertragen. Bei kaltem Wetter benötigen sie entsprechende Kleidung. Die Hunde werden regelmäßig geimpft und gegen Ektoparasiten behandelt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12–13 Jahren.

Auswahl eines Griffon-Welpen und der Preis
Die Welpenauswahl kann mit dem Besuch einer Hundeausstellung, dem Kennenlernen der Züchter und dem Besuch von Vertretern der Rasse beginnen. Nichts sagt mehr über das Potenzial eines Welpen aus als seine Elterntiere. Am besten ist es, sie persönlich kennenzulernen und nicht nur auf Fotos zu sehen, um ihre Stärken und Schwächen einzuschätzen und ihren Charakter und ihr Verhalten zu beobachten.
Welpen werden im Alter von 2 bis 2,5 Monaten zur Adoption freigegeben. Eine erste Besichtigung ist mit 30 bis 40 Tagen möglich. Dabei wird auf ihre Lebensbedingungen und ihr Erscheinungsbild geachtet, die bereits in diesem Alter weitgehend dem Standard entsprechen sollten. Die Welpen sollten aktiv, neugierig und gesund sein und keine Anzeichen von Angst oder Aggression zeigen.
Der Preis eines Griffon-Welpen hängt von der Rasse und den Zuchtaussichten ab und liegt zwischen 300 und 1000 US-Dollar.
Fotos
Fotos des belgischen, Brüsseler und Brabanter Griffons:
Lesen Sie auch:
- Petit Brabançon (Kleiner Brabançon, Brabanter Griffon, Glatthaariger Griffon)
- Petit Basset Griffon Vendéen
- Griffon Korthals










Einen Kommentar hinzufügen