Griechischer Hirte
Der Griechische Schäferhund ist ein kräftiger, robuster, unkomplizierter und treuer Hund mit einem ausgeglichenen Wesen und einem ausgeprägten Beschützerinstinkt. Die Rasse wird seit Langem von Hirten gezüchtet, um ihre Häuser und ihr Vieh vor Raubtieren und Eindringlingen zu schützen. Außerhalb Griechenlands ist er selten anzutreffen, wird aber in seiner Heimat für seine Arbeitsfähigkeiten hoch geschätzt.

Inhalt
Ursprungsgeschichte
Seit jeher werden diese Hunde in den nördlichen und zentralen Regionen Griechenlands gezüchtet. Sie sind bis heute eine beliebte Rasse unter den einheimischen Hirten. Der Griechische Schäferhund gehört zu den ersten Hunderassen, die ausführlich beschrieben wurden. Die früheste Erwähnung stammt vom Historiker Xenophon aus Athen. Er beschrieb nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Arbeitseigenschaften. Griechische Schäferhunde sind wahrscheinlich direkte Nachkommen des Epirus-Molossers (einer der ältesten Hütehunde, der im heutigen Griechenland und Albanien gezüchtet wurde). Später wurden die meisten Balkan-Schäferhunde (serbisch, bulgarisch, kroatisch und andere) von diesen Hunden abstammen.
Griechische Hirten sortierten traditionell faule, schwache und ängstliche Welpen aus. So entstand durch traditionelle und natürliche Zuchtwahl eine robuste und gesunde Arbeitshunderasse, die allerdings eine große Vielfalt an äußeren Merkmalen aufweist. Erst in den letzten Jahren haben Liebhaber begonnen, ihr Erscheinungsbild zu beobachten und diese Hirtenhunde auf Ausstellungen zu präsentieren. 2017 veröffentlichte der Hellenische Kennel Club einen Rassestandard für den Griechischen Schäferhund (griechisch: Ελληνικός ποιμενικός).
Aussehen
Der Griechische Schäferhund ist ein mittelgroßer bis großer Hund mit einem kräftigen Skelett und gut entwickelter Muskulatur. Er ist in der Lage, sich den ganzen Tag über bei widrigen Wetterbedingungen und in schwierigem Gelände fortzubewegen. Der Geschlechtsdimorphismus ist sehr ausgeprägt.
- Widerristhöhe der Hengste: 68-73 cm; Gewicht: 40-55 kg;
- Widerristhöhe der Hündinnen: 63-68 cm; Gewicht: 32-42 kg.
Der Kopf ist groß und keilförmig. Der Schädel ist breit. Der Stop ist mitteltief. Die Schnauze ist tief und über ihre gesamte Länge breit. Die Ohrläppchen sind groß mit weit geöffneten Nasenlöchern. Die Lefzen sind dick, die Oberlippe bedeckt die Unterlippe und ist schwarz umrandet. Das Gebiss ist vollständig und kräftig. Es handelt sich um ein Scherengebiss; ein Zangengebiss ist zulässig. Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig und braun. Der Ausdruck ist ernst und ruhig. Die Ohren sind etwa auf Augenhöhe angesetzt, dreieckig und hängend. Der Hals ist kräftig, breit und relativ kurz.
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Der Körperbau ist kräftig und etwas gestreckt. Der Rücken ist gerade, die Lende leicht gewölbt, und die Kruppe fällt mäßig zum Schwanz hin ab. Der Schwanz ist lang, am Ende gebogen und wird bei Bewegung oder Erregung in einem Halbkreis über dem Becken erhoben. Die Brust ist breit und tief. Die Vorderläufe sind gerade, parallel und sehr kräftig. Die Pfoten sind breit und oval. Die Hinterhand ist von hinten betrachtet gerade und parallel. Die Schenkel sind lang, breit, gut bemuskelt und weisen eine mäßige Winkelung auf. Der Bauch ist mäßig aufgezogen.
Das Fell ist doppelt und kurz bis mittellang. Die Unterwolle ist gut entwickelt. Die Farben variieren. Am häufigsten sind Schwarz-Weiß und Zonierung.

Charakter und Verhalten
Der griechische Schäferhund ist unabhängig, mutig, entschlossen und loyal. Ein unermüdlicher Arbeiter mit einem ausgeprägten Pflichtgefühl und Beschützerinstinkt.
Die Hauptaufgabe griechischer Schäferhunde ist das Begleiten und Bewachen von Nutztieren. Ihr Wesen und Verhalten entsprechen diesem Zweck. Diese Hunde sind sehr aufmerksam und mutig, behalten jedes ihrer Schützlinge genau im Auge und folgen der Herde unermüdlich. Sie sind recht selbstständig, zeigen ausgeprägte Aggressivität gegenüber Wildtieren und genug Mut, um es notfalls mit einem Wolf oder sogar einem Bären aufzunehmen. Sie sind sehr loyal und arbeiten gut im Team, sowohl mit Menschen als auch mit anderen Hunden. Ihre geistige und körperliche Entwicklung verläuft relativ langsam.
Griechische Schäferhunde besitzen einen ausgezeichneten Geruchs-, Seh- und Hörsinn, was sie in Kombination mit ihrem kräftigen Körperbau und ihrem ausgeglichenen Charakter zu idealen Wachhunden macht.
Griechische Jagdhunde, die eine Katze in die Berge begleiten, müssen ständig auf der Hut sein, da dort – wenn auch selten – Wölfe leben. Dies hat dazu beigetragen, die Fähigkeiten der Wolfshunde zu erhalten. Wenn sie eine Herde begleiten, bewegen sie sich vorsichtig und stören die anderen Tiere nicht. Griechische Schäferhunde binden sich eng an einen Besitzer, erkennen ihn als ihren Anführer an und gehorchen ihm. Sie betrachten andere als ihre Schützlinge und lassen sich nicht kontrollieren. Fremden gegenüber sind sie misstrauisch und neigen nicht zu unprovozierter Aggression.
Natürlich besitzen nicht alle griechischen Schäferhunde die nötigen Eigenschaften, um mit Vieh Berge zu besteigen und gegen wilde Tiere zu kämpfen, aber sie sind allesamt wunderbare Begleiter, die sich leicht an die Bedürfnisse des Menschen anpassen. Sie können einfach Haustiere sein, vernachlässigen aber dennoch nicht ihre Wachpflichten.

Inhaltsmerkmale
Griechische Schäferhunde sind sehr robuste Hunde. Sie kommen sowohl mit großer Hitze als auch mit großer Kälte gut zurecht und passen sich schnell an unterschiedliche Umweltbedingungen an. Sie sind nie verfressen und fressen nur so viel, wie sie benötigen. Sie eignen sich nicht für die Haltung in Wohnungen oder Häusern. Ideal ist ein Freilauf im Garten eines Privathauses.
Gesundheit und Lebenserwartung
Besitzer griechischer Schäferhunde berichten, dass es sich um sehr robuste, gesunde und kräftige Hunde handelt, die oft ein hohes Alter erreichen. Erbkrankheiten sind nicht bekannt. Die Lebenserwartung liegt bei 10 bis 12 Jahren.

Wo man einen Welpen kaufen kann
Heute gibt es weniger als 3.000 Griechische Schäferhunde. Außerhalb Griechenlands sind sie praktisch unbekannt. Seit 1998 gibt es zwar Zuchtstätten, die zu kommerziellen Zwecken züchten, doch diese sind selten. Die meisten Hunde werden privat gehalten und gezüchtet.
Preis
Die Preise variieren stark. Im Durchschnitt kostet ein Griechischer Schäferhund etwa 200 Euro. Handelt es sich um einen jungen, ausgewachsenen Hund mit hervorragenden Arbeitseigenschaften oder einen Welpen von Eltern mit exzellentem Körperbau und Auszeichnungen, kann der Preis bis zu 1.000 Euro betragen.
Fotos und Videos
Die Galerie zeigt Fotos von griechischen Schäferhunden. Die Fotos veranschaulichen die große Vielfalt an Rassen und Farben.
Video über die griechische Schäferhundrasse
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1 Kommentar
Angelina
Der Griechische Schäferhund, wie der Name schon sagt, stammt aus Nordgriechenland. Sein Vorfahre ist vermutlich der Akbasch, der mit den Türken in diese Gebiete kam. Diese Rasse weist jedoch nicht nur Gemeinsamkeiten mit dem Akbasch auf, sondern auch mit dem Maremmano Abruzzello und dem Ungarischen Kuvasz. Griechische Schäferhunde haben typischerweise ein kupiertes Ohr. Dies soll ihr ohnehin schon ausgezeichnetes Gehör weiter verbessern. In letzter Zeit wurden Griechische Schäferhunde häufig mit anderen Rassen gekreuzt, was schließlich zur Entscheidung führte, mit der Reinzucht zu beginnen. Obwohl der Griechische Schäferhund derzeit von keiner kynologischen Organisation anerkannt ist, erfreut er sich großer Beliebtheit.
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