Heterochromie bei Hunden: Ursachen unterschiedlicher Augenfarben
Wahrscheinlich sind Ihnen schon einmal ungewöhnliche Hunde mit verschiedenfarbigen Augen begegnet, oder Sie überlegen, einen solchen Hund zu adoptieren, und Sie möchten wissen, ob Heterochromie bei Hunden eine Krankheit oder nur ein harmloses individuelles Merkmal ist.
Inhalt
Entstehung der Augenfarbe
Die Farbe der Augen eines Hundes (braun, grau, blau, bernsteinfarben, grün oder auch zweifarbig) wird durch die Gene bestimmt, die das Tier von seinen Eltern geerbt hat und die für die Melanin-Konzentration in der Iris verantwortlich sind.
Je höher der Melaningehalt, desto dunkler die Augen des Tieres.

Die Augen neugeborener Welpen können himmelblau sein, da ihr Gewebe praktisch kein Melanin enthält. Mit zunehmendem Alter und der Ansammlung von Pigmenten in der Iris (normalerweise bis zum dritten Monat) verändert sich die Farbe zu einem Farbton, der durch die Genetik des Tieres bestimmt wird.
Statistisch gesehen haben die meisten Hunde braune Augen (die Farbintensität kann von goldgelb bis dunkelbraun variieren). Graue, blaue und grüne Augen sind seltener.
Interessante Fakten:
- Im Rassestandard wird üblicherweise nicht nur die Farbe der Iris, sondern auch deren Intensität beschrieben;
- Hunde mit braunen Augen erzielen auf Ausstellungen höhere Bewertungen, wenn die Farbe der Iris dunkel und satt ist.
- Blaue und hellgraue Augen kommen häufiger bei Tieren mit weißem, blauem, geschecktem, grauem oder marmoriertem Fell vor;
- In seltenen Fällen kann die Augenfarbe mit Erbkrankheiten in Zusammenhang stehen. Daher ist es wichtig zu wissen, dass strenge Einschränkungen im Rassestandard zwingende medizinische Gründe haben.
Heterochromie und ihre Arten
Heterochromie bei Hunden ist eine Erkrankung, bei der die Iris des linken und rechten Auges unterschiedliche Mengen an Melanin enthält. Diese Erkrankung tritt sowohl bei Tieren (Hunden, Katzen, Pferden) als auch bei Menschen auf.

Der Name des visuellen Merkmals leitet sich von den griechischen Wörtern „ἕτερος“ (anders) und „χρῶμα“ (Farbe) ab.
Tierärzte unterscheiden folgende Arten von Heterochromie:
- angeboren – ein genetisch bedingtes Merkmal, das nach dem dominanten Prinzip vererbt wird;
- erworben – wenn sich die Farbe der Iris infolge einer Verletzung oder Krankheit verändert.
Je nach Pigmentverteilung in der Hornhaut gibt es auch bei Hunden drei Arten von Heterochromie.
Vollständige Heterochromie
Ein eindrucksvolles Beispiel ist ein Hund mit Augen von radikal unterschiedlichen Farben, bei dem eine Pupille einen satten Braunton aufweist und die andere blau oder hellgrau ist.
Das sind die Fotos, die man am häufigsten online sieht, wenn man sich fragt, was Heterochromie bei Tieren ist.

Sektorale Heterochromie
Man spricht von einem sektoriellen Merkmal, weil nicht die gesamte Pupille verfärbt ist, sondern nur ein bestimmter Bereich der Iris.

Verfärbte Bereiche können symmetrisch in beiden Augen auftreten oder nur in einer Pupille vorhanden sein.
Zentrale Heterochromie
In diesem Fall unterscheiden sich die Augen des Tieres nicht buchstäblich. Das Auge erscheint typischerweise braun, weist aber einen deutlich sichtbaren blauen oder, umgekehrt, dunklen Rand um die Pupille auf, der sich in einem stacheligen Muster über die Iris erstrecken kann.
Dieses Merkmal findet sich sowohl bei Hunden als auch bei Katzen.

Hunderassen mit unterschiedlichen Augenfarben
Northern Huskies sind die bekannteste Hunderasse mit ungleichen Augenfarben. Tatsächlich ist eine angeborene, vollständige Heterochromie bei diesen Tieren häufig, stellt aber kein Gesundheitsrisiko dar, da sie nicht mit pathologischen Genen zusammenhängt.
Die Fotos zeigen das einzigartige Erscheinungsbild von Huskys verschiedener Farben mit vollständiger Heterochromie:

Huskys sind aber nicht die einzige Rasse mit diesem Merkmal. Auch Hunde mit braunen und blauen Augen können:
- Deutsche Doggen;
- Shih Tzu;
- Border Collie;
- Chihuahua;
- Schottische Schäfer;
- Australische Schäferhunde;
- Australische Viehhunde;
- Dalmatiner (unerwünscht);
- Steuern.
Hat die Augenfarbe Einfluss auf die Gesundheit?
Angeborene Heterochromie ist bei Dalmatinern unerwünscht, da sie häufig mit Taubheit einhergeht. Welpen mit dieser Erkrankung müssen vor dem Verkauf einer umfassenden Untersuchung unterzogen werden. Unabhängig von Hörproblemen werden solche Hunde weder ausgestellt noch zur Zucht eingesetzt.

Heterochromie an sich ist keine Krankheit! Unterschiedliche Augenfarben, die genetisch bedingt sind, führen in der Regel nicht zu Blindheit oder anderen Erkrankungen. Tritt die Heterochromie jedoch erst bei erwachsenen Hunden und nicht schon im Welpenalter auf, kann dies auf ungünstige Prozesse in der Hornhaut hinweisen.
Ein ursprünglich braunes Auge kann sich aufgrund verschiedener Gesundheitsprobleme in jedem Alter blau verfärben:
- Verletzungen (Hornhautschädigung);
- Glaukom;
- Katarakte;
- Neubildungen (einschließlich Melanom).
Deshalb sollten Sie, wenn Sie bei einem erwachsenen Hund Veränderungen in der Augenfarbe feststellen, diesen so schnell wie möglich einem Tierarzt vorstellen, um die Ursachen solcher Symptome abzuklären.
Auswahl eines Welpen mit Heterochromie
Wenn Sie sich besonders für die genetische Besonderheit verschiedenfarbiger Augen bei Hunden interessieren, empfehlen wir Ihnen dringend, den Rassestandard zu prüfen und sich von erfahrenen Züchtern zum Thema Heterochromie beraten zu lassen. Selbstverständlich ist es unerlässlich, einen solchen Welpen von einem Züchter zu erwerben, der dessen Gesundheit garantiert. Idealerweise sollte der Welpe ein tierärztliches Gesundheitszeugnis vorweisen können, das die Abwesenheit angeborener Erkrankungen bestätigt, die bei manchen Rassen mit Heterochromie einhergehen können.

Was kostet ein Welpe mit ungewöhnlich gefärbten Augen? Der Preis hängt maßgeblich von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel:
- Rasse (Zulässigkeit des Merkmals gemäß dem Standard);
- Verfügbarkeit des Stammbaums (Elternebene);
- Gesundheitszustand.
Heterochromie ist beispielsweise bei Huskys keine Rassestörung, weshalb diese Welpen oft sogar teurer sind als gewöhnliche Welpen mit braunen oder blauen Augen. Sind die verschiedenfarbigen Augen jedoch laut Rassestandard unerwünscht und beeinträchtigen sie die berufliche Entwicklung des Hundes, so kostet selbst ein völlig gesunder Welpe mit besonderen Bedürfnissen deutlich weniger.
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