Hepatitis bei Hunden

Hepatitis ist eine sehr ernste und gefährliche Erkrankung bei Hunden. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Heute besprechen wir die verschiedenen Arten, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis bei Hunden.

Arten und Ursachen von Hepatitis bei Hunden

Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen. Im akuten Fall sind alle Symptome der Hepatitis beim Hund deutlich erkennbar. Im chronischen Fall sind die klinischen Anzeichen unscharf und kaum wahrnehmbar. Periodisch verschlimmert sich der chronische Verlauf der Krankheit, und in dieser Phase treten die Symptome der Hepatitis beim Hund am deutlichsten hervor.

Es gibt primäre und sekundäre Hepatitis. Die primäre Hepatitis wird auch als toxische Hepatitis bezeichnet. Die sekundäre Hepatitis entsteht durch eine bakterielle, virale oder Pilzinfektion bei Ihrem Haustier.

Infektion

Infektion. Die häufigste Hepatitisform bei Hunden ist viral bedingt. Genauer gesagt verursacht das Adenovirus pathologische Veränderungen in der Leber. Wenn Tierhalter ihre Tiere jedoch rechtzeitig pflegen (altersgerecht impfen), sinkt das Risiko einer Virushepatitis (und damit des Todes) praktisch auf null. Neben dem Adenovirus gibt es jedoch eine Vielzahl weiterer Infektionskrankheiten (Staupe, Piroplasmose, Leptospirose u. a.).

Vergiftung

Ein Hund muss nicht unbedingt verdorbenes, verschimmeltes oder gar giftiges Futter fressen, um sich zu vergiften. Auch Medikamente können die Leber schädigen und entzünden. Schwermetalle, Insekten- oder Schlangengift, giftige Pflanzen, Haushaltschemikalien und andere Substanzen können die Funktion dieses Organs beeinträchtigen.

Behandlung eines an Hepatitis erkrankten Hundes

Übertragungswege der Hepatitis

Der Speichel eines infizierten Hundes enthält den Großteil des Erregers. Daher erfolgt die Übertragung von Hepatitis zwischen Hunden meist durch direkten Kontakt. Tiere können sich auch durch das Beschnüffeln von Urin und Kot infizieren, wo das Virus bis zu einem Jahr aktiv bleibt. Allerdings überlebt das Virus auch eine gewisse Zeit in der Umwelt. Daher ist das Infektionsrisiko durch Futternäpfe, Spielzeug und Ähnliches ebenfalls recht hoch.

Szenario des Krankheitsverlaufs

Die Inkubationszeit für infektiöse Hepatitis beträgt maximal eine Woche. Klinische Symptome können bereits drei Tage nach der Infektion auftreten. Die Erkrankung dauert etwa drei Wochen, und bei erfolgreicher Behandlung erlangt der Hund lebenslange Immunität.

Die Krankheitsszenarien sind wie folgt:

  1. Wenn die Krankheit einen geschwächten Hund befällt, kann das Tier innerhalb weniger Stunden sterben. Die Chancen auf einen positiven Ausgang sind in diesem Fall gering.
  2. Akute Hepatitis. Eine akute Infektion kann einen Hund, insbesondere Welpen, innerhalb eines Tages töten. Die meisten Tiere überleben jedoch, wenn sie umgehend und angemessen behandelt werden.
  3. Chronische Hepatitis beim Hund. Diese Form der Erkrankung verläuft mit weniger schweren Symptomen und langsamer. Todesfälle sind selten.

Symptome

Als nächstes werden wir uns die offensichtlichsten Symptome einer Hepatitis bei Hunden ansehen und die entsprechende Behandlung verschreiben.

Vergrößerte Leber

Bei einem gesunden Tier ragt die Leber nicht über die letzte Rippe (rechts) hinaus. Eine entzündete Leber hingegen reicht über die Rippenbögen hinaus. Sie ist zwar leicht vergrößert, aber nicht immer tastbar; eine Ultraschalluntersuchung kann jedoch Größenveränderungen aufzeigen. Oft ist die Leber so stark vergrößert, dass das Tier bei Abtasten und Abklopfen des rechten Oberbauchs Schmerzanzeichen zeigt (Wimmern, Krümmen des Oberbauchs und Zurückweichen vor dem Tierarzt).

Beeinträchtigte Leberfunktion

Alle Leberfunktionen sind beeinträchtigt. Das entzündete Organ kann seine Funktion nicht vollumfänglich erfüllen. Daher kann die Kenntnis dieser Symptome Ihnen helfen, ernsthafte Gesundheitsprobleme bei Ihrem Haustier zu erkennen.

Gelbfärbung

Eine Gelbfärbung der Sklera, der sichtbaren Schleimhäute und der Haut ist bei Hunden ein sicheres Anzeichen für Hepatitis. Bei chronischer Hepatitis (oder ganz im Anfangsstadium der Erkrankung) ist die Gelbfärbung nur schwach ausgeprägt. Sie ist jedoch nicht immer ein Indiz für Hepatitis. Sie kann auch andere Ursachen haben. Zirrhose bei Hunden sowie Verstopfung der Gallenwege durch Gallensteine ​​und andere Lebererkrankungen.

Erbrechen und Durchfall

Erbrechen und Durchfall. Der Stuhl ist hell und enthält Galle. Später tritt Blut hinzu, wodurch er sich braun verfärbt.

Weitere Symptome

Weitere Symptome einer Hepatitis bei Hunden:

  • Aufgrund der im Blut bereits im Überschuss vorhandenen Gallenfarbstoffe färbt sich der Urin dunkelbraun. Der Stuhl hingegen ist nahezu farblos.
  • Die Körpertemperatur kann ansteigen.
  • Der Herzschlag ist unregelmäßig.
  • Zu Beginn der Erkrankung treten Appetitlosigkeit und Lethargie auf. Eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf Leberprobleme geben.

Anzeichen einer Virushepatitis beim Hund sind Fieber bis zu 41 Grad Celsius, Erbrechen und Durchfall. Die Mandeln sind stark entzündet, sodass der Hund kaum noch schlucken kann. Auch das Drehen des Kopfes fällt ihm schwer. Der Hals kann anschwellen. Bei genauerer Betrachtung der Augen fällt eine Trübung der Hornhaut (Keratitis) auf. Manchmal ist nur ein Auge betroffen, häufiger jedoch beide.

Diagnostik

Selbst ein erfahrener Tierarzt kann eine Hepatitis nicht sofort sicher diagnostizieren. Eine vollständige Anamnese, einschließlich der Krankengeschichte, eine Untersuchung des Tieres und die Ergebnisse von Laborblutuntersuchungen sind erforderlich. Manchmal wird auch eine Biopsie durchgeführt.

Der Tierarzt muss feststellen, ob das Tier an einer Infektionskrankheit leidet, die ein ähnliches Krankheitsbild hervorrufen könnte. Röntgenaufnahmen werden außerdem eingesetzt, um das Ausmaß der Lebervergrößerung zu bestimmen.

Behandlung eines Hundes mit Hepatitis

Wie behandelt man Hepatitis bei Hunden? Diese Krankheit ist, wie Sie sich vorstellen können, komplex, und die Behandlung erfordert einen umfassenden Ansatz:

  • Die Behandlung einer Hepatitis beim Hund beginnt mit der Diagnose. Handelt es sich um eine Viruserkrankung, sollten spezifische (Hyperimmunseren) und symptomatische Behandlungen so schnell wie möglich eingeleitet werden.
  • Leberschützende Medikamente werden verschrieben, um die Lebergesundheit zumindest teilweise wiederherzustellen. Antibiotika sind ebenfalls erforderlich (Art, Dosierung und Behandlungsdauer werden jedoch vom Tierarzt festgelegt).

Intravenöse Glukose- und Ascorbinsäurelösungen oder Kochsalzlösungen mit Riboxin sind ebenfalls hilfreich. Dies ist jedoch keine primäre Therapie, sondern dient der Unterstützung, um die Konzentration von Toxinen und Gallenfarbstoffen im Blut zu senken und die Regeneration der Leberzellen zu beschleunigen.

Mögliche Komplikationen

Bei einem erwachsenen Hund, der an Hepatitis erkrankt war, können folgende Komplikationen auftreten:

  • Unfruchtbarkeit, Frühgeburt, Tod des Fötus vor der Geburt;
  • erhöhte Anfälligkeit für Pyelonephritis;
  • einige Störungen der Verdauungsfunktionen;
  • akutes Versagen der Leber- und Nierenfunktion;
  • hepatische Enzephalopathie;
  • Entwicklung eines Glaukoms;
  • Zirrhose.

Ernährung für einen Hund mit Hepatitis

Ein Hund mit Hepatitis benötigt eine spezielle Ernährung. Reduzieren Sie den Proteinanteil und vermeiden Sie fettreiche Lebensmittel vollständig (diese können die Leber zusätzlich schädigen). Geben Sie Ihrem Hund ausreichend Kohlenhydrate und sauberes Wasser (geben Sie etwas Glukosepulver hinzu; eine geringe Menge Zucker ist unbedenklich). Wenn Ihr Hund Trockenfutter frisst, suchen Sie nach einem Spezialfutter (für Hunde mit Leber- oder Verdauungsproblemen, proteinarm und sojafrei).

Vorbeugung von Hepatitis bei Hunden

Die Vorbeugung von Hepatitis beim Hund umfasst Impfungen (beginnend im Welpenalter, danach jährlich mit Auffrischungsimpfungen) und das Vermeiden von Giftstoffen und minderwertigem Futter. Nehmen Sie keine Selbstmedikation vor. Erhöhen Sie die Medikamentendosis oder die Behandlungsdauer nicht eigenmächtig (dies kann die Leber schädigen, insbesondere bei Antibiotika oder verbotenen Medikamenten). Viele Medikamente sind für Hunde strengstens verboten. Suchen Sie Ihren Tierarzt auf. Lassen Sie das Blut Ihres Hundes untersuchen (mindestens alle sechs Monate).

Ebenfalls erforderlich zur Vorbeugung von Hepatitis bei Hunden:

  1. Achten Sie sorgfältig darauf, dass Ihr Haustier keinen Kontakt zu anderen Tieren hat und kontrollieren Sie seine tägliche Futteraufnahme. Dasselbe gilt für Trinkwasser.
  2. Rechtzeitige Desinfektion des Hunde-Lebensbereichs und der Pflegeutensilien.
  3. Richtige Fütterung und Pflege von vierbeinigen Haustieren.

Jeder Hundehalter sollte bedenken, dass Hepatitis bei frühzeitiger Erkennung schneller und zuverlässiger behandelt werden kann. Daher sollten Sie bei ersten Krankheitsanzeichen Ihres Tieres umgehend einen qualifizierten Spezialisten aufsuchen. Selbstmedikation ist unter keinen Umständen erlaubt. Ein unklares Krankheitsbild erschwert die spätere Diagnose und kann zu Komplikationen führen, die lebensbedrohlich sein können.

Haben Sie Fragen? Sie können diese dem Tierarzt unseres Webseiten-Teams in den Kommentaren unten stellen. Er wird sie so schnell wie möglich beantworten.

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5 Kommentare

  • Guten Abend. Mein Hund ist krank, er hat Hepatitis. Wir kämpfen nun seit sieben Tagen gegen die Krankheit, aber bisher ohne Erfolg. Gestern hat er angefangen, Blut zu erbrechen. Ist das jetzt das Ende?

    • Hallo! Wie alt ist das Tier? Wann und womit wurde es zuletzt geimpft? Wie wurde die Hepatitis diagnostiziert? Wurde eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt? Wurde eine Blutuntersuchung durchgeführt? Sind die sichtbaren Schleimhäute gelb verfärbt? Wurde eine Virusinfektion ausgeschlossen? Welche Behandlung wurde verordnet? Bluterbrechen ist ein sehr schlechtes Zeichen. Eine ernsthafte Behandlung ist notwendig! Zunächst ist es jedoch wichtig, die Ursache für die Verschlechterung des Zustands zu ermitteln. Ohne diese kann keine geeignete Therapie gewählt werden. Daher wird es keine positive Wirkung geben.

  • Hallo, bitte antworten Sie. Meine Hündin, eine siebenjährige Labradorhündin, hat Hepatitis. Sie hat seit vier Tagen nichts gefressen, nur getrunken. Sie hat keinen Kotabsatz. Ihre Augen und ihr Maul sind gelb. Fieber hat sie nicht. Ich befürchte, sie wurde zu spät behandelt. Ihr wurden Cefosalie, Gamovit und weitere Medikamente verschrieben. Kann sie daran sterben?

    • Hallo! Ja, ein Tier kann an Hepatitis sterben, da die Leber über ein Dutzend Funktionen erfüllt. Hepatitis ist eine Entzündung. Entzündungen beeinträchtigen IMMER die Funktion des betroffenen Organs. Eine der Funktionen der Leber ist die Blutfilterung. Wenn die Leber nicht richtig funktioniert, enthält das Blut eine große Menge an Giftstoffen. Ein hoher Bilirubinspiegel im Blut kann das Gehirn schädigen. Idealerweise sollte eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um die genaue Ursache der Lebererkrankung zu ermitteln. Es könnte sich nicht um Hepatitis handeln, sondern beispielsweise um einen Gallengangsverschluss durch einen Gallenstein, eine Gallenblasenentzündung und die daraus resultierende Gelbsucht. Wir müssen dringend die Ursache finden! Es könnte sich um eine Virusinfektion handeln oder um eine Folge einer Vergiftung oder Medikamenteneinnahme. Es gibt unzählige mögliche Ursachen!

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    • Lassen Sie umgehend eine Blutchemie und einen Ultraschall durchführen! Dann wird klar, wie Sie Ihr Haustier behandeln können! Gamavit ist nichts weiter als leeres, „rosa“ Wasser. Zusätzlich zum Antibiotikum sollten Leberschutzmittel verschrieben werden. Mindestens Liponsäure, Essentiale, Ascorbinsäure und B-Vitamine (B2, B6, B12) sind notwendig, um Leberschäden zu behandeln. Katozal-Injektionen sind Gamavit vorzuziehen! Sie sind wirksamer. Vitamin B12 und Butophosphamid sind enthalten. Um die Bilirubinkonzentration im Blut zu senken (die die Gelbfärbung der Schleimhäute verursacht), müssen intravenöse Flüssigkeiten verabreicht werden. Verwenden Sie dazu besser Ringer-Locke-Lösung als reine Glukose. Zu viel Glukose ist bei Leberschäden nicht empfehlenswert.

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