Hämatom bei einem Hund
Ein Hämatom beim Hund ist im Grunde dasselbe wie ein Bluterguss, nur deutlicher sichtbar (lateinisch „oma“ bedeutet Tumor und „hemma“ Blut, also wörtlich ein Blutgeschwür). Es entsteht durch mechanische Einwirkung (einen Schlag, einen Bluterguss, sogar …). Bruch (Dies kann es auslösen.) Die Blutgefäße platzen, und Blut tritt in das Muskelgewebe aus. So entsteht das Hämatom bei Hunden.
Ein Hämatom verursacht in der Regel starke Schmerzen und erhebliches Unbehagen beim Tier. Kleinere Prellungen heilen zwar meist problemlos ab, doch bei einer verdächtigen Geschwulst sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. So lässt sich eine Infektion des Hämatoms und damit verbundene schwerwiegende Komplikationen verhindern.
Inhalt
Klassifizierung von Hämatomen bei Hunden
Je nachdem, welches Gefäß geplatzt ist, werden Hämatome wie folgt klassifiziert:
- Venös,
- Arteriell
- Gemischt,
- Pulsierend.
Neben dieser Klassifizierung gibt es aber auch eine „Einteilung“ nach Herkunftsort. Die häufigsten sind:
- Subkutan,
- Intrakraniell,
- Intermuskulär,
- Retroperitoneal,
- Pararektal.
Ursachen von Hämatomen bei Hunden
Was kann bei einem Hund ein Hämatom verursachen?
- Was sind die möglichen Ursachen für Hämatome bei Hunden? Die häufigste Ursache ist eindeutig ein Schlag oder eine Prellung. In diesem Fall entwickelt das Tier typischerweise subkutane oder intermuskuläre Blutergüsse. War der Schlag jedoch sehr heftig, können auch andere Arten von Blutergüssen auftreten.
- Bei einem Knochenbruch reißen die umliegenden Blutgefäße. Das Blut tritt in das umliegende Gewebe oder in Körperhöhlen aus, bis es gerinnt. Dadurch entsteht ein Hämatom.
- Tierbisse.
- Eine geringe Elastizität und extreme Zerbrechlichkeit der Blutgefäße können selbst bei geringsten Stößen zu Blutergüssen führen. Ist zudem die Blutgerinnung beeinträchtigt, werden Sie bei Ihrem Haustier wahrscheinlich häufiger Blutergüsse feststellen.

Generell kann alles, was zum Platzen von Blutgefäßen führt, ein Hämatom verursachen.
Wirkungsmechanismus des Hämatoms
Sobald sich bei einem Hund ein Hämatom bildet, setzt im Bereich der Verletzung die Blutgerinnung ein. Mit der Zeit lösen sich die flüssigeren Bestandteile des Blutergusses auf. Anschließend bildet sich Bindegewebe um das Hämatom herum. In seltenen, schweren Fällen bildet dieses Gewebe eine Kapsel, die gemeinhin als Zyste bezeichnet wird.
Symptome eines Hämatoms beim Hund
Die klinischen Anzeichen eines Hämatoms beim Hund sind nicht so eindeutig wie beispielsweise bei einem Knochenbruch, einer Vergiftung oder einer Infektionskrankheit. Daher bemerken Tierhalter manchmal nicht sofort, dass ihr Tier Hilfe benötigt. Die Symptome sind aber dennoch vorhanden. Hier sind sie:
- Schwellung an der Stelle des Hämatoms. Diese entsteht dadurch, dass das Blut den gesamten verfügbaren Raum einnimmt und gerinnt, wobei der flüssige Anteil von den Zellen aufgenommen wird. Deutlich ernster ist die Situation, wenn sich Eiter in der Höhle bildet. Zusätzlich kann sich eine Kapsel aus Bindegewebe um das geronnene Blut bilden. Die Schwellung tritt direkt an der Verletzungsstelle (Stoß, Bruch usw.) auf, vergrößert sich rasch und ihre Ränder werden deutlich sichtbar. Tumore klar.
- Die allgemeine Körpertemperatur ändert sich nicht (bis sich pathogene Mikroorganismen im Hämatom zu vermehren beginnen), aber die lokale Temperatur (an der Stelle der Schwellung) steigt merklich an.
- Manchmal schwellen auch die umliegenden Lymphknoten an – ebenfalls ein deutliches Symptom eines Hämatoms beim Hund.
Der Diagnoseprozess
Zur Diagnose eines Hämatoms beim Hund muss der Tierarzt das klinische Bild sorgfältig untersuchen und die betroffene Stelle abtasten. In komplexen Fällen wird die Läsion punktiert.
Behandlung eines Hundes mit einem Hämatom
Wie behandelt man ein Hämatom beim Hund? Normalerweise ist keine Behandlung nötig. Sie haben sicher schon beobachtet, wie sich die Farbe des Blutergusses verändert und er allmählich verblasst. Das liegt daran, dass zuerst der flüssige Anteil des Blutes resorbiert wird und sich anschließend die roten Blutkörperchen auflösen (daher die „Verfärbung“). Wenn keine Komplikationen auftreten (z. B. Eiterbildung oder ein Hämatom im Gehirn oder einem inneren Organ), bildet sich der Bluterguss von selbst und ohne Folgen zurück. Manchmal ist jedoch tierärztliche Hilfe unbedingt erforderlich.
In einem Fall punktiert der Tierarzt das Blut aus dem Hämatom, wenn dessen Druck die Organfunktion beeinträchtigt, den normalen Blutfluss behindert oder dem Tier Schmerzen bereitet. In einem anderen Fall wird das Blutgerinnsel operativ entfernt. Zur Schmerzlinderung werden stets Antibiotika verabreicht, vorzugsweise mit einer Novocain-Lösung.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme ist es wichtig, so schnell wie möglich etwas Kaltes aufzulegen. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße stark zusammen, sodass deutlich weniger Blut unter die Haut oder in den Muskelraum fließt. Das bedeutet, dass das Hämatom sehr klein bleibt. Bei inneren Verletzungen (z. B. an Organen oder dem Gehirn) hilft Kälte jedoch leider nicht. Dann ist eine Operation notwendig!
Wenn Sie nach einiger Zeit ein Hämatom bei Ihrem Hund bemerken, versuchen Sie es mit Wärme (dies beschleunigt den Abbau). Ist der Hund gerade erst geschlagen worden, ist Kälte nötig, um die Blutgefäße zu verengen und die Blutung zu stoppen. Hat sich das Hämatom bereits gebildet, helfen warme Kompressen (Paraffin ist gut geeignet). Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit, als Sie ein Jodgitter aufgemalt haben? So komisch es klingen mag, das können Sie auch bei Hunden machen (an Stellen mit wenig Fell; zeichnen Sie nicht direkt auf das Fell).
Ein Ohrhämatom beim Hund wird zunächst mit einem festen Verband behandelt. Einige Tage nach der Erstversorgung entfernt der Tierarzt das Blutgerinnsel. Die weitere Behandlung umfasst die Verabreichung spezifischer Antibiotika.
Vorbeugung von Hämatomen bei Hunden
Niemand ist vor Verletzungen und ihren Folgen gefeit. Über vorbeugende Maßnahmen zu sprechen, wäre daher einerseits unangebracht. Doch wer seinen Hund fürsorglich behandelt, überlässt das Schicksal eines verletzten Tieres nicht dem Zufall, sondern unternimmt alles, um ihm rechtzeitig zu helfen.
Es wird außerdem empfohlen, dass der Besitzer regelmäßig nach Blutergüssen sucht. Da Ohrhämatome die häufigste Verletzung bei Hunden sind, ist dies ein guter Ausgangspunkt für die Untersuchung. Hat das Tier einen schweren Bluterguss erlitten und muss der Tierarzt das Blut aus der betroffenen Stelle ablassen, ist der Besitzer für die weitere Pflege verantwortlich. Es ist wichtig, den Heilungsprozess der betroffenen Stelle zu überwachen und gegebenenfalls vom Tierarzt verschriebene Medikamente zu verabreichen.
Kümmert euch gut um eure Haustiere, besonders bei Spaziergängen, und das Risiko eines Hämatoms wird stark reduziert.
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7 Kommentare
Swetlana
Hallo, meine Chihuahua-Hündin hat sich auf nassem Boden das linke Hinterbein verstaucht und dabei einen dunkelblauen Bluterguss an der Innenseite davongetragen. Sie läuft, jammert nicht, frisst normal und scheint ansonsten in Ordnung zu sein. Wie kann ich das behandeln? Sollte ich mit ihr zum Tierarzt gehen, obwohl sie keine Anzeichen von Schmerzen zeigt? Sie ist 14 Jahre alt.
Alina, Tierärztin
Hallo! Wenn sich die Farbe verändert, was auf eine Besserung (allmähliche Absorption) hinweist, empfehlen wir in der Regel Heparin-Salbe.
Sollte sich die Größe innerhalb von 5-7 Tagen nicht verringern oder sollten Sie negative Entwicklungen feststellen (Verdichtung, Vergrößerung, Auftreten neuer Läsionen, Lethargie, Lahmheit an der betroffenen Pfote), ist ein persönlicher Besuch beim Arzt erforderlich.
Renata
Hallo, meine Hündin hat ein Hämatom am Ohr. Wir waren heute beim Tierarzt. Dort wurde das Ohr punktiert, das Blut abgelassen und Jod gespritzt. In der Eile habe ich gar nicht nachgefragt, was da genau gemacht wurde. Ist das die richtige Vorgehensweise? Ich wusste einfach nicht, dass man Jod so anwendet. Ich dachte, es wäre nur zur äußerlichen Anwendung. Oder verstehe ich da etwas falsch?
Daria ist Tierärztin.
Hallo! Offenbar haben sie beschlossen, die blutenden Gefäße zu veröden. Ehrlich gesagt, machen wir das nicht. Wir verwenden viele kleine Stiche und winzige Schnitte, um überschüssige Flüssigkeit und Blut abzulassen. Aber Jod darauf zu gießen, erscheint mir barbarisch.
Hoffnung
Unes, ein Schäferhund, hat aufgrund einer Mittelohrentzündung ein Hämatom am Ohr entwickelt. Ich habe es schon mehrmals mit einer Spritze ausgepumpt, aber es schwillt immer noch an und ist mittlerweile sehr hart geworden. Was soll ich tun?
Daria ist Tierärztin.
Hallo! Hämatome an der Ohrmuschel sind nicht ungewöhnlich. Das einfache Absaugen mit einer Spritze hilft nicht dauerhaft. Sie sollten eine Klinik aufsuchen, wo ein operativer Eingriff durchgeführt wird (viele Schnitte und Nähte, um die Haut so nah wie möglich an den Knorpel zu bringen). Dabei wird auch das undichte Blutgefäß gefunden und unterbunden, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.
Alina
Guten Tag. Mein Frettchen hat ein Hämatom am Schwanz. Die Schwellung geht nicht zurück. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, da ich sie von einem unzuverlässigen Vorbesitzer übernommen habe. Ich behandle sie gerade. Ich wasche sie seit einigen Tagen mit Chlorhexidin und trage Levomekol auf. Die Schwellung ist unverändert, obwohl sie etwas abgeheilt ist. Es blutet noch etwas. Ich werde morgen zum Tierarzt gehen, möchte aber vorher wissen, ob ich noch etwas tun kann oder sollte. Vielen Dank im Voraus.
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