Eschkin-Katze – wer ist das und wo lebt sie?

Man hört oft den Namen „Joschkin Kot“ im Gespräch, weiß aber weder, wer er ist, noch wo er wohnt. Heute wird der Euphemismus „Joschkin Kot“ als Ausdruck von Frustration und Verzweiflung verwendet, doch alle Redewendungen haben einen realen Kern.

Joschkin-Katze

Wo liegen die Wurzeln?

Vielleicht ist es nicht Eshkin, sondern Ezhkin – die Märchenkatze, die bei Baba Jaga lebt? Diese Version ziehen Philologen in Betracht, wenn sie die Etymologie des Euphemismus untersuchen. Liest man die Märchen aufmerksam, insbesondere ohne die Bearbeitungen der Autoren, fällt auf, dass nicht nur Jaga, sondern auch eine schwarze Katze auf Hühnerbeinen in der Hütte wohnt. Der Legende nach ist dies Bayun, die Katze, der Sohn von Mutter Erde, der die Menschen ins Jenseits geleitet. Baba Jaga beschloss, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen und unsterblich zu werden. Sie nahm Bayun auf und gab ihm Menschenknochen. Seitdem lebt Eshkin, die Katze, bei Jaga.

Dies ist reine Spekulation, doch die Mythen um das Tier stützen diese Annahme. Hexen verwandeln sich am häufigsten in Katzen. Das plötzliche Auftauchen einer fremden Katze im Haus verheißt Unglück, und erscheint Yezhkas Katze, wird die Familie jahrelang von Unglück verfolgt. Diese Theorie wird durch die Tatsache gestützt, dass gerade diese Katze erwähnt wird, obwohl sich stets viele Tiere in Yagas Nähe aufhalten. Ein weiterer Beweis ist der Ausdruck „böse Katze“ (Zauberkatze), der „Schurke“ oder „Schurke“ (Zauberkatze) bedeutet. Zudem war es diese Figur, die Heiden anriefen, um ihr Haus vor bösen Geistern zu schützen. Und das ist verständlich: Obwohl Yezhkas Katze böse ist und den bösen Blick werfen kann, besitzt sie auch die Macht, Feinde zu neutralisieren.

Eschkin-Katze in der slawischen Mythologie

Die negative emotionale Komponente ist in diesem Ausdruck und im ersten Buchstaben „Ё“ angelegt. Vergleiche „E-moe“, „Ekarny (ehanny) bogeyman“, „Yolki-palki“, „Eprst“, „Yezh tvoyu med“ (Igelkupfer). Vielleicht ist dieser Buchstabe des russischen Alphabets ein Schutz vor bösen Mächten.

Der Euphemismus hielt nach dem Erscheinen des Films „Liebe und Tauben“ buchstäblich Einzug in den modernen Sprachgebrauch. Die Hauptfigur verwendete diesen Ausdruck oft mit großer Rührung. Er wurde zu einem beliebten Ersatz für Schimpfwörter, um die Sprache harmonischer zu gestalten, obwohl dieser Ausdruck nicht im Wörterbuch der russischen Sprache zu finden ist.

Denkmäler für eine ungewöhnliche Katze

Aus irgendeinem Grund stellen sich die Leute Eschkin, den Kater, als zotteligen Kater mit riesigen, hervorquellenden Augen vor. Doch den Märchen zufolge war er eine ganz normale Katze, nur etwas pummelig. Bildhauer aus der Republik Mari El beschlossen, diese folkloristische Figur zum Leben zu erwecken. Das erste Denkmal für Eschkin, den Kater, steht in Joschkar-Ola. Die Künstler mussten hart arbeiten, um eine Bronzekatze zu gießen, die die Haltung eines gewöhnlichen Menschen in außergewöhnlichen Umständen widerspiegelt. Und es ist ihnen gelungen: Die Katze von Joschkar-Ola wirkt sehr ausdrucksstark, mit einem verschmitzten Funkeln in den Augen. Ein weiterer emotionaler Aspekt ist die Zeitung „Nackte Wahrheit“ mit dem darauf abgebildeten Fischskelett.

Denkmal für Eschkin, die Katze, in Joschkar-Ola

Auch der Name der Katze musste geändert werden, von Eschkin zu Joschkin: Die Schöpfer entlehnten den Anfangsbuchstaben des Stadtnamens. So wurde die Bronzekatze zum Symbol von Joschkar-Ola und beschützte die Bewohner vor Unglück und Bösem. Besonders beliebt war sie bei den Studenten der Mari-Universität, wo neben dem Universitätsgebäude eine Bank aufgestellt wurde, auf der die Katze nun sitzt. Schon das Hinsetzen neben sie und das Streicheln von Joschkins Pfote vertreiben alle schlechten Gedanken und hinterlassen ein Gefühl der Frustration.

Der Erfolg des ersten Denkmals inspirierte die Bildhauer zu einer neuen Komposition. 2013 wurde die Skulptur „Joschkin Koschka“ auf der Gagarin-Allee aufgestellt, in der Nähe des gleichnamigen Cafés. Das neue Denkmal zeigt eine große, listige Katze mit einer Maus in der Pfote und eine kokette Katze. Mit eben dieser List sollen die Menschen auf Misserfolge und Frustration reagieren und dabei „Joschkin Koschka“ rufen.

Denkmal für Joschkina, die Katze

Im Jahr 2015 tauchte die Katze in neuem Gewand auf den Straßen der Stadt auf. Sie ist ein pelziger Intellektueller im Frack, der eine Münze in der Pfote hält. Sie lebt in der Voinov-Internationalistov-Straße in der Nähe eines Ladens. Vielleicht sah Joschka, die Katze, ja ähnlich aus, und Baba Jaga hatte womöglich ihre eigene schwarze Streunerkatze namens Eschka?

Denkmal für Joschkin, die Katze

Die humorvolle Skulptur war beim Publikum so beliebt, dass 2018 eine Replik an Simferopol gespendet wurde. Nun steht die Krim-Joschka in der Karl-Marx-Straße in der Nähe des Unterhaltungszentrums. Die Einwohner hoffen, dass dieses Denkmal den Auftakt zu einer ganzen Reihe humorvoller Skulpturen bildet, die das Straßenbild verschönern und die Stimmung der Stadtbewohner heben werden.

Das Eschkin-Katzen-Denkmal in Simferopol
Der Leiter der Stadtverwaltung von Simferopol, Igor Lukaschew, und der Leiter des Stadtbezirks Joschkar-Ola, Alexander Printsew

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